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Künstliches Fütterungssystem für ZeckenZecken können einige Krankheiten übertragen. Um Wirkstoffe zu finden – die man auf die Haut oder Kleidung auftragen kann, um damit Zecken abzuschrecken – würden einfache Forscher annehmen, es sei hierfür notwendig, Wirtstiere in Tierversuchen einzusetzen. P. Guerin in Neuchâtel bewies, dass es auch anders geht: Eine künstliche Fütterungseinheit besteht im Wesentlichen aus einer hautähnlichen Silikonmembran, hinter der sich das Fütterungsmedium Blut befindet. Diese Methode bietet erhebliche Vorteile. So können beliebige Medikamente oder Wirkstoffe auf die Membran oder ins Blut eingebracht werden. Ausserdem ist das System automatisierungsfähig, dass heisst benötigt weniger Zeitaufwand, ist dadurch weniger fehleranfällig und erheblich kostengünstiger. [4]Qualitätssicherung von InfusionenBereits abgestorbene Zellen können Fieber auslösen, wenn sie in einem Medikament gespritzt oder als Infusion verabreicht werden, auch wenn diese aufgrund von Sterilisation keine Infektion im eigentlichen Sinne darstellen. Im Pyrogentest werden solche fieberauslösenden Stoffe aufgespürt. Weltweit kostete das bisher pro Jahr einer halben Million Kaninchen das Leben. Das ECVAM Scientific Advisory Committee empfahl 5 Testverfahren, die allesamt auf kultivierten Blutzellen des Menschen basieren und für den Menschen spezifischer, weniger zeitaufwendig, kostengünstiger und empfindlicher sind und damit gleich eine Palette an Vorteilen aufweisen. [5]Spezifische Computervorhersagen statt wahllosem LottospielComputer-Aided Drug Discovery, kurz CADD oder auf Deutsch computerunterstützte Wirkstoffentdeckung, ist ein einfaches und doch geniales Computersystem einer Basler Expertengruppe. Viele Wirkstoffe in der Medizin entfalten ihre Wirkung, indem sie an einem sogenannten Rezeptor andocken. Man kann sich dies wie ein Schloss vorstellen, in das ein bestimmter Schlüssel gesteckt wird. Je besser dieser Schlüssel passt, desto stärker die Wirkung, die letztlich zum Türöffnen oder Türverschluss führen sollte, um beim Vergleich zu bleiben. Je weniger spezifisch ein Medikamentenwirkstoff zu einem Rezeptor passt, desto wahrscheinlicher sind Nebenwirkungen. Das Computersystem hat acht der wichtigsten Rezeptoren gespeichert und kann berechnen, wie stark ein neuer Wirkstoff an diese Rezeptoren binden wird. Damit können bereits im Vorfeld viele sinnlose Wirkstoffe aussortiert werden, was Fehlentwicklungen reduziert und damit Zeit und Kosten einspart. [6] Dr. med. Alexander WalzArzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG Quellenangaben: [1] Geiser-Kamber, Marianne, und Lang, Doris: In vitro replica of the inner surface of the lungs, for the study of particle-cell interaction. 3R-Project 89-03, 2007 [2] Hemphill, Andrew, und Vonlaufen, Nathalie: Development of an in vitro culture model to generate Neospora caninum and Toxoplasma gondii oocysts and sporozoites. 3R-Info-Bulletin, 2007, 24 [3] Richards, R. Geoff; Stoddart, Martin; Simpson, Angharad, und Furlong, Pamela: Bone Formation in a loading chamber for ex-vivo bone culture. 3R-Info-Bulletin, 2007, 28 [4] Guerin, Patrick: Screening methods for repellents and attachment deterrents for ticks in-vitro. 3R-Info-Bulletin, 2007, 27 [5] Hartung, Thomas: Development of an interleukin-1 (IL-1) assay with rabbit blood as an alternative to the rabbit pyrogen test. 3R-Info-Bulletin, 2007, 17 [6] Vedani, Angelo: Internet laboratory for predicting harmful effects triggered by drugs and chemicals. 3R-Info-Bulletin, 2007, 29 |







Dr. med. Alexander Walz
