Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch
Tierversuchsstatistik 2007 – Alle 43 Sekunden stirbt ein Tier in einem Schweizer Tierversuchslabor
29. Oktober 2008
Bonaduz (ots) Die aktuellen, vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)
veröffentlichten Tierversuchszahlen, zeigen einen Anstieg von 716 002
Tierversuchen im Jahr 2006 auf 726 392 Tierversuche im Jahr 2007. Dies
bedeutet einmal mehr eine Steigerung der Tierversuche, und zwar um
1.45%. Gegenüber dem Jahr 2000 sind somit die Tierversuche in der
Schweiz um über 28% gestiegen! Die am häufigsten verwendeten Tierarten
sind nach wie vor Mäuse (429 100), Ratten (143 250), Vögel (53 714),
Fische (44 862) aber auch Amphibien und Reptilien (14 727), bei denen
ein besonders starker Anstieg (+ 433%) zu verzeichnen ist. Weiter ist
auch die Anzahl Tierversuche mit Schweinen (+ 366%) und Katzen (+ 48%)
stark gestiegen. Ebenfalls wurden 3 002 Hunde (+24%) und 335 Primaten
(-24%) in Tierversuchen verbraucht.
Die Tierversuchsstatistik berücksichtigt nicht alle für Tierversuche
getöteten Tiere. In der Gentechnik werden unzählige Tiere gezüchtet
und getötet, z.B. wenn der erwünschte Gendefekt nicht vollumfänglich
aufgewiesen wird. Auch Tiere, die bereits bei Zucht, Haltung und
Transport sterben, wie auch sogenannt überzählige Tiere, tauchen in der
Tierversuchsstatistik nicht auf. Ebenfalls nicht die sogenannten
Ersatzgruppen, sollte eine Versuchsgruppe ausfallen.
Sehr stark angestiegen (+10%!) sind Tierversuche mit Schweregrad 3
(schwerste Belastungen). Wie auch im Jahre 2006 waren lediglich 19% der
Tierversuche infolge gesetzlichen Vorschriften durchgeführt worden. Die
Tierversuche in der Industrie haben, wie letztes Jahr auch, weiterhin
abgenommen, hingegen nahmen sie an Universitäten, an der ETH und an
Spitälern weiterhin zu.
Ein starker Anstieg von Tierversuchen (+10%) ist weiterhin in der
Grundlagenforschung zu verzeichnen. Die Grundlagenforschung ist eine
Forschung ohne konkretes Ziel und ohne einen konkreten Nutzen für die
Menschen. Sie dient rein der von Neugierde beherrschten
Wissensvermehrung und dem vorzeitigen Patentieren von z.B. vielleicht
einmal nutzbaren Therapieansätzen. Im Jahr 2000 wurden für die
Grundlagenforschung 197 611 Tiere getötet, im Jahre 2007 waren es
bereits 293 172 Tiere. Dies bedeutet ein Anstieg um 48%.
Besonders schockierend! Für Bildung und Ausbildung wurden 90% mehr
Tiere als im Jahre 2006 verwendet, obwohl es didaktisch hervorragende
Alternativen ohne Tierleid gibt! Gegenüber dem Jahr 2000 sind die
Tierversuche in diesem Bereich um 179% gestiegen. In den USA hingegen
werden bereits 95% aller Ärzte ohne jegliche Tierversuche ausgebildet.
Anstatt der Erforschung sicherer Testmethoden wird immer noch sehr viel
Geld in die völlig überholte Methode Tierversuch gesteckt. Scheinbar
verheissungsvolle neue Methoden werden massiv gefördert, schaffen es
jedoch nicht, die Medizinforschung vorwärts zu bringen. Aktuelles
Beispiel ist die seit 15 Jahren verwendete Krebsmaus. Mit ihr soll
Krebs in ein paar Jahren besiegt sein, hiess es. Zigtausende
potentielle Wirkstoffe wurden an Millionen Krebsmäusen getestet. Viele
davon dämmten den künstlich erzeugten Krebs bei Mäusen ein, jedoch
nicht einer dieser Stoffe konnte bisher erfolgreich beim Menschen
eingesetzt werden.
Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG
STG,
fordert daher seit langem eine schärfere Sanktionierung von
Tierversuchen durch die Behörden, konsequenter Verzicht auf
Tierversuche und die Förderung und Anwendung von geeigneten
tierversuchsfreien Testmethoden statt der Verschwendung von
öffentlichen Geldern für völlig veraltete Forschungsmethoden. Es reiche
nicht aus, dass tierversuchsfreie, sicherere Testmethoden nur gefordert
werden – Sie müssten auch gefördert werden! Auch fordert die AG
STG mehr Transparenz bei Tierversuchen, um die grosse Anzahl identischer Mehrfachversuche endlich zu beenden!
Tierversuche können uns keine Sicherheit bieten - Für die Abschaffung der Tierversuche!
Die aktuelle Tierversuchsstatistik finden Sie unter:
http://www.tv-statistik.bvet.admin.ch/index.php
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