Jeder 10. Mensch in der Schweiz leidet an Schlafstörungen [1]. Was im medizinischen Fachjargon als Insomnie bezeichnet wird, muss jedoch nicht immer krankhaft sein. Vor aufregenden Ereignissen wie z.B. einem Blind Date oder Neuantritt einer Arbeitsstelle ist es völlig normal, wenn man nicht sofort einschlafen kann. Wer hingegen über einen längeren Zeitraum nicht gut einschlafen oder durchschlafen kann, ist tagsüber müde, was häufig zu Problemen in der Familie und am Arbeitsplatz sowie einem erhöhten Unfallrisiko führt. Nur wenn eine solche Beeinträchtigung im Alltag vorliegt, ist von einer Behandlungsbedürftigkeit auszugehen. Klare Leitlinien, wie wenig Schlaf noch normal ist, gibt es nicht. Das individuelle Schlafbedürfnis ist sehr unterschiedlich und variiert bei Erwachsenen von 4 bis 10 Stunden pro Nacht. Generell lässt sich sagen, dass körperlich arbeitende Menschen (z.B. Bauarbeiter) eher mit weniger Schlaf auskommen als geistig arbeitende (z.B. Verwaltungsangestellte).

Schlafanalyse

Bei Schlafproblemen empfiehlt sich zunächst die genaue Analyse der Ist-Situation mittels eines Schlaftagebuches. Hier sollten für jeden Tag für zwei bis drei Wochen folgende Angaben festgehalten werden:

  • Zubettgeh- und Aufsteh-Uhrzeit
  • Dauer zwischen Zubettgehen und Einschlafen
  • Anzahl und Dauer von nächtlichem Aufwachen
  • subjektives Erholtsein am Morgen nach dem Aufstehen (z.B. anhand Skala von 1 bis 5)
  • Leistungsfähigkeit am Tage (z.B. anhand Skala von 1 bis 5)
  • Mittagsschlaf
  • Alkoholkonsum am Abend
  • Medikamenteneinnahme
  • Stressfaktoren

In den seltensten Fällen sind ernsthafte Erkrankungen Ursache für Schlafstörungen. Hierzu zählen vor allem neurologische Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson, Demenz, jegliche Gehirnverletzungen, Epilepsien, Restless Legs-Syndrom. Diese Krankheiten gehen stets mit zusätzlichen Beschwerden einher, sodass eine routinemässige Abklärung, wenn nur Schlafstörungen vorliegen, beim Arzt nicht sinnvoll ist. Bei übergewichtigen Menschen tritt gehäuft das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom auf. Der Partner bemerkt beim Betroffenen nächtliche Atempausen und starkes Schnarchen, häufig besteht ausserdem ein hoher Blutdruck. Hier sollte eine weitere Abklärung im Schlaflabor stattfinden. Von der Tagesmüdigkeit bei Schlafstörungen ist die Narkolepsie abzugrenzen. Hier kommt es tagsüber zu plötzlichem unwillkürlichem, meist kurzem Einnicken in den unmöglichsten Situationen. Beim nächsten Arzttermin könnte überprüft werden, ob die Schilddrüse gesund ist, da Schilddrüsenhormonstörungen häufig sind.

Schlafprobleme sind nicht selten auch Teil von Depressionen und Angststörungen, die einer intensiveren Behandlung bedürfen.
Ältere Männer leiden oft an einer vergrösserten Prostata, was zu häufigem nächtlichem Wasserlassen führen kann. Hier gibt es geeignete pflanzliche Wirkstoffe, die Linderung verschaffen und alleine schon Ihrer Gesundheit zuliebe einen Versuch wert sind (Wir werden dem Thema deshalb einen eigenen Artikel widmen).

Schlafstörend und schlaffördernd

Des Weiteren sollte eine Analyse und Beseitigung aller schlafhinderlichen Umstände stattfinden. Alkohol am Abend sollte ebenso gemieden werden wie üppige Mahlzeiten, denn voller Bauch studiert nicht nur sprichwörtlich ungern, sondern schläft auch unruhiger. Alle Elektrogeräte sollten aus dem Schlafzimmer verbannt oder zumindest während der Nacht ausgeschaltet werden. Dabei darauf achten, dass sie auch wirklich ganz ausgeschaltet sind und nicht nur in den Standby-Modus geschaltet sind. Vor dem Zubettgehen am besten noch einmal mit Frischluft durchlüften, eventuell kann auch bei offenem Fenster geschlafen werden. Alle Licht- und Lärmquellen sollten ausgeschaltet werden, also Vorhänge oder Rollläden schliessen und wenn Aussenlärm eindringt, am besten Schallschutzfenster installieren. Dunkelheit im Schlafzimmer scheint besonders wichtig zu sein, da dann im Schlaf vermehrt Melatonin gebildet wird, was auch beispielsweise auf die Verhinderung von Krebskrankheiten günstige Wirkung hat. Auch die Temperatur im Schlafgemach spielt eine entscheidende Rolle. Sie sollte eher niedriger als in den sonstigen Wohnräumen sein. 18 bis 20 °C sind meist ideal.

Bestehen Schmerzen, aus welchem Grund auch immer, so sollten diese behandelt werden. Häufig reicht die Dosis an Schmerzmitteln, die tagsüber zur Schmerzfreiheit führt, abends nicht mehr aus, da in Ruhe dann eine viel bewusstere Wahrnehmung von Schmerzen stattfindet. Durch entsprechende Dosisanpassung oder Verschiebung der Einnahmeintervalle kann hier rasch eine Linderung stattfinden. Auch Pflanzenextrakte sind sehr wirkungsvoll gegen Schmerzen, insbesondere bei chronischen Schmerzen. (Wir werden dem Thema deshalb einen eigenen Artikel widmen).

Das Bett sollte nur fürs Schlafen genutzt werden, nicht z.B. zum Essen oder Fernsehen. Günstig sind feste Rituale vor dem Zubettgehen, wie z.B. ein entspannendes Bad oder ein kurzer Spaziergang. Körperliche Aktivität tagsüber ist ohnehin günstig als Schlafanstoss. Gab es Streit in der Familie, sollte man sich bemühen, diesen vor dem Zubettgehen zu klären, damit einem nicht stundenlanges Gedankenkreisen den Schlaf raubt. Die Planung des nächsten Tages sollte bereits vor dem Zubettgehen stattgefunden haben. Liegt man erst mal in der Horizontalen, dann helfen Gedanken an etwas Schönes weiter. Hier können verschiedene Techniken weiterhelfen, auf die später noch näher eingegangen wird.

Medikamente kritisch betrachten

Eine medikamentöse Therapie von Schlafstörungen ist problematisch. Die am häufigsten eingesetzten Benzodiazepine führen nicht nur zu einer Abhängigkeit und damit auch zunehmend verminderter Wirkung, sondern sie verändern auch das Schlafmuster. Man durchlebt weniger Tiefschlafphasen, während die Phasen mit Träumen (REM-Phasen) zunehmen, was bei den später erwähnten pflanzlichen Wirkstoffen nicht der Fall ist [2]. Gleichzeitig kann es einen sogenannten Überhang geben, d.h., das Schlafmittel wirkt noch am nächsten Morgen nach, sodass man nicht gut wach wird. Es gibt jedes Jahr zahlreiche Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Schlafmedikamenten.
Noch ältere Schlafmedikamente wie Barbiturate oder Chloralhydrat haben erhebliche Nebenwirkungen und sollten daher generell verbannt werden. Zwischenzeitlich sind Benzodiazepin-Derivate erhältlich, die unter den Wirkstoffnamen Zolpidem und Zopiclon gehandelt werden. Diese sollen die unerwünschten Benzodiazepin-Nebenwirkungen nicht mehr haben. Dennoch wird auch hier empfohlen, diese nicht für einen längeren Zeitraum (max. 4 Wochen) einzunehmen. Auch ist bekannt, dass manche Personen paradox auf die Schlafmedikamente reagieren. Gefährdet sind hier z.B. ältere Menschen. Statt müde zu werden, wird man immer wacher, teilweise sogar verwirrt und aggressiv. Nicht vernachlässigt werden dürfen auch Wechselwirkungen zwischen Schlafmitteln und anderen Medikamenten, die zum Teil beträchtlich sein können. Damit sind alle schulmedizinischen schlaffördernden Medikamente sehr kritisch zu betrachten. Auf die Vorteile hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen von Pflanzenextrakten wird später detailliert eingegangen.

Medikamente oder Drogen (v.a. Kaffee, Schwarz-/Grüntee, Nikotin, Alkohol, Cannabis, Heroin, Kokain, Ecstasy) selbst können aber auch Ursache von Schlaflosigkeit sein. Von den häufigeren Medikamentengruppen sind hier insbesondere Cortison, Betasympathomimetika (eingesetzt z.B. bei Asthma), aktivierende Antidepressiva und Schilddrüsenhormone zu nennen.

Entspannungstechniken

Am einfachsten ist die Imaginationstechnik. Man schliesst die Augen und stellt sich eine schöne Szene vor. Dies kann der einsame Strand am Meer, eine idyllische Sommerblumenwiese, ein Berggipfel und anderes sein. Man stellt sich diese Szene möglichst plastisch vor mit den jeweiligen Geräuschen, Gerüchen, Bildern und Gefühlswahrnehmungen. Beginnen Sie beispielsweise damit, wie Sie aus dem Zug aussteigen, der am Bergfuss hält. Stellen Sie sich vor, welch hektisches Treiben dort herrscht, und steigen sie dann gedanklich den Berg hinauf. Dabei begegnen Ihnen Murmeltiere, scheue Rehe, neugierige Vögel und Sie entdecken auch faszinierende Blumen und Bäume, die von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen besucht werden. Sie riechen den bunten, wohltuenden Duft und sie hören einen Bachlauf in der Ferne und fühlen die Sonnenstrahlen auf Ihrer Haut. Oben angekommen legen Sie sich auf die Wiese und geniessen die Eindrücke weiter.

So oder auch ganz anders könnte Ihre «Gedankenreise» aussehen. Entscheidend ist nur, dass Sie sich schöne, entspannende Dinge vorstellen. Die Technik funktioniert aber auch, wenn Sie sich mit faszinierenden Dingen beschäftigen, so z.B. mit den sensationellen Eigenschaften und Leistungen von einzelnen Pflanzen- und Tierarten. Das Thema wird Sie dann so fesseln, dass die Alltagssorgen und der Alltagsstress, die Ihnen den Schlaf raubten, in den Hintergrund rücken. Anfangs werden Sie damit nur zurechtkommen, wenn Sie sich in einem ruhigen, geschützten Raum aufhalten. Mit zunehmendem Training können Sie die Technik aber vielleicht sogar auf dem belebtesten Marktplatz anwenden.



Musik hat einen enormen Einfluss auf unseren Körper und kann ebenfalls zur Entspannung beitragen. Bei der Auswahl der Musikstücke sollten solche gewählt werden, die einen eher langsamen und gleichmässigen Rhythmus haben, nicht schneller als unser normaler Puls in Ruhe (60 bis 80/Minute).
Bei der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen spannt man hintereinander verschiedene Muskelpartien an und entspannt sie sogleich wieder. Mit der Zeit wird ein Entspannungsgefühl erreicht. Die Technik kann man recht einfach selbst erlernen. Im Internet finden sich zahlreiche Seiten dazu.

Autogenes Training erfordert hingegen schon mehr Übung. Es basiert auf Autosuggestion. Bei verschiedenen Übungen werden bestimmte Vorstellungen wie z.B. ein Wärme- oder Schweregefühl der Arme und Beine gefördert.
Bei der Atementspannungstechnik konzentriert man sich bewusst auf seine Atmung. Dadurch wird ein sogenanntes Bio-Feedback erreicht, das heisst eine bewusstere Wahrnehmung und Steuerung des eigenen Körpers erzielt.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bewegungs-/Haltungstechniken, die oft mit bestimmten Philosophien kombiniert sind, wie z.B. Meditation, Yoga oder Tai-Chi. Letztlich entscheidend ist nicht die angewandte Technik, sondern das erfolgreiche Erzielen der gewünschten Wirkung.

Der innere Rhythmus

Nicht jeder Mensch ist für die eher auf Frühaufsteher ausgerichtete Gesellschaft gebaut. Der weitaus grössere Teil hat einen Biorhythmus, der gerne später ins Bett gehen und dafür auch später aufstehen vorsieht. Wer hier aufgrund seiner beruflichen und familiären Situation Anpassungen vornehmen kann, ist klar im Vorteil. Wer hingegen im Mehrschichtbetrieb arbeiten muss, hat das ständige Problem der Umstellung. Hier sollten, wenn immer möglich, ausreichend Ruhetage zwischen den verschiedenen Schichten eingeplant werden. Durch die Schichtzuschläge lässt sich vielleicht auch eine Reduktion des Arbeitspensums auf 90% finanziell verkraften, sodass mehr Zeit für die Erholung bleibt. Leider jedoch wird dieser Gestaltungsspielraum oft vom Arbeitgeber zu stark eingeschränkt. Dann sollten alle anderen Schlaftipps beachtet werden.

Besonders deutlich wahrnehmen können wir die innere Uhr beim sogenannten Jetlag, also dem Reisen in eine andere Zeitzone. Die mildeste Form hiervon ist die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt. Kurze Schläfchen zwischendurch helfen hierbei recht gut.
Auch die Körpertemperatur unterliegt der inneren Uhr, so steigt sie typischerweise gegen Abend an. Wird dieser Rhythmus gestört, z.B. wegen einem fieberhaften Infekt, kann es ebenfalls zu Schlafstörungen kommen.

Das richtige Bett

Gute Matratzen und Lattenroste sowie bequeme Kissen und ausreichend grosse Bettdecken sind von enormer Bedeutung für einen erholsamen Schlaf. Da wir im Schnitt einen Drittel des Tages und damit einen Drittel unseres Lebens im Bett verbringen, sollte hieran nicht gespart werden, sondern Wert auf Qualität gelegt werden. Das Bett sollte ausreichend gross und breit sein, 90 cm Breite und 2 m Länge sind das Minimum für nächtlichen Komfort. Der Rost sollte nicht starr sein, sondern aus möglichst vielen einzeln federnden Komponenten (Latten oder Teller) bestehen und im Schulter- und Beckenbereich im Härtegrad individuell verstellbar sein.
Die Matratze sollte mehrere Zonen für die verschiedenen Körperregionen haben und einen auf das individuelle Körpergewicht ausgerichteten Härtegrad haben. Der häufig gehörte Satz «möglichst hart» ist falsch.

Mit einer einfachen Regel lässt sich der ideale Härtegrad für die Matratze ermitteln: Beim Liegen in Seitlage sollten die Schulter und das Becken leicht einsinken, sodass die Wirbelsäule eine gerade Linie bildet. Ist die Matratze zu weich, hängt die Wirbelsäule durch wie auf einer Hängematte. Die Folge sind Rückenschmerzen und verkrampfte Muskeln am Morgen. Ist die Matratze zu hart, wird die Wirbelsäule permanent verbogen, weil der Widerstand, der dem Kopf, der Schulter und dem Becken entgegengesetzt wird, zu hoch ist. Taube Arme, Rückenschmerzen sowie Verspannung im Nacken und der Lendenwirbelsäule am Morgen sind die Konsequenz. Ob Taschenfederkern, Schaumstoff, Latex oder Wasserbett, ist eher zweitrangig. Latex bietet meist die beste Körperanpassung und ist ökologisch am günstigsten zu beurteilen bei gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wichtig ist, dass die Matratze ausreichend belüftet ist und nicht mit einem Kunststoffüberzug versehen wird, damit der bei jedem Menschen produzierte Schweiss gut abgeführt werden kann. Auch sollte darauf geachtet werden, dass Materialien tierischer Herkunft (insbesondere Schafwolle und Daunen) nicht ins Bett kommen, da sie nicht selten zu Allergien führen und wesentlich unhygienischer, da schlechter zu reinigen, sind. Statt der klassischen Daunendecken empfiehlt sich z.B. der Einsatz moderner Polyester-Stäbchen. Diese sind wesentlich leichter und dünner bei einer besseren Isolationsfähigkeit und können problemlos in haushaltsüblichen Waschmaschinen gewaschen werden.

Licht- und Chronotherapie

Aus der Behandlung von saisonal bedingten Depressionen kennt man die Lichttherapie. Inzwischen gibt es auch erste Studien, dass sich die Lichttherapie auch bei der Regulation der inneren Uhr bewährt. Dazu wird der Betroffene zu genau festgelegten Intervallen einer hellen Lichtquelle ausgesetzt. Licht wird über die Haut aufgenommen und bewirkt hormonelle Veränderungen. Bei Auswahl einer geeigneten Lichtquelle sind keine negativen Folgen zu erwarten, jedoch hält die Wirksamkeit der Therapie in der Regel nur für die Dauer der Behandlung an, muss also kontinuierlich weitergeführt werden.

Bei der Chronotherapie wird nach verschiedenen Taktiken versucht, wieder einen gleichmässigen Tagesrhythmus herzustellen. So kann beispielsweise mit einem auf 25 Stunden verlängerten Tag das Einschlafen immer weiter hinausgezögert werden, bis der individuell beste Einschlafzeitpunkt gefunden ist.

Lichtwecker

Wer früh in der Dunkelheit aufstehen muss, dem kann ein Lichtwecker das Aufstehen erleichtern. Eine integrierte Lampe wird immer heller und simuliert damit den Sonnenaufgang. Die zwei wissenschaftlichen Studien zu Lichtweckern zeigen, dass einige Menschen dadurch bereits ohne zusätzliches akustisches Wecksignal aufwachen und das Erwachen angenehmer empfunden wird, als in der völligen Dunkelheit plötzlich aus dem Schlaf gerissen zu werden, und allemal sanfter, als vom Radiowecker mit den aktuellen Verkehrstoten, Kriegen und Umweltkatastrophen begrüsst zu werden [3,4]. Es gibt verschiedene Modelle, die z.B. bei www.lichtaufgang.ch erworben werden können. Einige davon haben auch eine Dämmerungsfunktion, die abends das Einschlafen, insbesondere bei Kindern, erleichtert.

Mit der geballten Kraft der Pflanzen

Extrakte oder Extraktkombinationen aus Baldrianwurzeln, Hopfenzapfen, Melissenblättern, Johanniskraut und Passionsblumenkraut bewiesen in klinischen Studien eine beruhigende oder angstlösende Wirkung, verkürzten die Einschlafzeit und verbesserten die Schlaf- und Lebensqualität. Dazu muss man nicht auf fertige Arzneimittel zurückgreifen, zumal viele zu geringe Dosen der Wirkstoffe enthalten, sondern kann sich selbst einen Tee zubereiten.
 
Naturheilkräuter Anwendungstabelle

Die bei Droge angegebene Menge ist mit heissem Wasser zu übergiessen und 10–15 Min. ziehen zu lassen. Pro 500 ml Wasser sollten max. 20 g getrocknete bzw. 30 g frische Droge aufgegossen werden, da sonst möglicherweise aufgrund übersättigter Lösung keine ausreichenden Wirkspiegel erzielt werden. Statt die Drogen genau abzuwiegen genügt es in der Regel, die Anzahl der angegebenen Teelöffel anzuwenden.

Hinreichende Wirksamkeit wird erst nach (2) bis 4 Wochen erreicht, d.h., bei Schlafstörungen empfiehlt sich eine Dauereinnahme. Da die verschiedenen Pflanzen an verschiedenen neuronalen Strukturen ansetzen, ist die Kombination mehrerer Pflanzen sinnvoll, insbesondere dann, wenn die Einnahme einer einzigen Pflanze noch keine zufriedenstellende Wirkung erzielte. Bei allen ist keinerlei Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens und der Fahrtüchtigkeit zu erwarten (im Gegensatz zum Beispiel zu den chemischen Benzodiazepinen). Ein Gewöhnungseffekt oder eine Abhängigkeit ist ebenfalls nicht beobachtet worden.

Naturheilkräuter bestellen

Der Preis für schadstoffkontrollierte, nicht im Tierversuch getestete Kräuter liegt üblicherweise zwischen 6 und 10 CHF je 100 g. Ein Versandhandel darf gemäss Heilmittelgesetz nicht stattfinden.
Teilen Sie uns einfach per E-Mail, per Brief oder per Telefon mit, wie viel Hundertgramm (Bestelleinheitsgrösse) von welchen Kräutern Sie benötigen. Wir leiten Ihre Anfrage dann an eine kompetente Drogerie weiter, die Sie fachlich beraten kann. Dort können Sie die Kräuter abholen oder sich zusenden lassen.
Bestellungen per E-Mail senden Sie bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, per Briefpost an: AG STG, Hauptstrasse 14a, 7402 Bonaduz.


Zum Schluss noch eine Inspiration für die Zeit bis zum Wirkungseintritt der Dämmerpflanzen von Otto von Bismarck, dem Gründer und 1. Kanzler des Deutschen Reiches (1.4.1815–30.7.1898): «Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.»

Hinweise: In den Empfehlungen wurden aktuellste wissenschaftliche Ergebnisse berücksichtigt (Stand 2007). Nicht sicher erwiesene Erkenntnisse aus traditioneller Volksmedizin oder Aberglauben oder nicht erwiesener Firmenwerbeversprechungen fanden hingegen keine Berücksichtigung. Medizinische Diagnostik und Therapie erfordert einen versierten Arzt, da Ihre individuelle körperliche Konstitution wichtig ist. Die gegebenen Empfehlungen ersetzen einen Arztbesuch daher nicht. Die Informationen wurden mit grösster Sorgfalt erarbeitet und werden hohen Qualitätsansprüchen gerecht. Dennoch kann keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen gegeben werden.

Dr. med. Alexander Walz
Arzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG

Quellenangaben: Gesund ohne Tierversuche - Gesunder Schlaf und Schlafstörungen

Kein lebendes Spielzeug vom Weihnachtsmann

Liebe Tierversuchsgegnerinnen und Tierversuchsgegner

Wohl mancher Vivisektor wünscht sich vom Weihnachtsmann Ratten für seine sadistischen Spielereien. Nach dem grossen Erfolg des Kinofilms Ratatouille wünscht sich nun so manches Kind eine Ratte als Haustier. Sicher, die meisten als Haustiere gehaltenen Ratten haben im Vergleich zu den Ratten in den Kerkern der Vivisektion ein geradezu traumhaft schönes Leben. Wir sollten uns aber trotzdem bewusst sein, dass dieser Rattenboom auch wieder sein Ende finden wird und viele dieser Ratten, wie auch die 101 Dalmatiner nach kurzem Beliebtheitsboom, den grossen Rest ihres Lebens in Tierheimen verbringen werden.

Auf den Wunschzetteln von Kindern und Vivisektoren steht praktisch jede Tierart.
Jedoch die Gründe für die Wünsche nach einem Tier sehen völlig anders aus.
Kinder wünschen sich einen Hund zum Spielen – Vivisektoren, um ihm ein Organ bei vollem Bewusstsein herauszuschneiden. Kinder möchten eine Katze, um mit ihr zu kuscheln – Vivisektoren, um sie mit einem fiesen Virus zu infizieren. Kinder wünschen sich ein Kaninchen zum Gernehaben – Vivisektoren, um ihm die Augen zu verätzen.
Nun, zur Weihnachtszeit appellieren wir an die Gruppe dieser beiden, die zu Vernunft überhaupt fähig ist.
Wünscht euch nicht einfach ein Haustier, weil es niedlich ist, weil ihr damit kuscheln wollt. Tiere haben wie wir Menschen auch ihre Bedürfnisse und Wünsche. Seid euch bewusst, dass ein Haustier zu haben mit viel Verantwortung verbunden ist.

Aus den Kerkern der Vivisektion strömt nicht der liebliche Duft von Weihnachtsplätzchen.

Erinnern wir die Schergen der Vivisektion weiterhin an ihre grausamen und unnützen Tierquälereien. Auch die Vivisektoren müssen endlich einsehen, dass Tiere kein Spielzeug pseudowissenschaftlicher Selbstbefriedigung sind.
Einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, haben der ETH Zürich auf die Standardantwort von Prof. Dr. Osterwalder geantwortet. Dies ist sehr wichtig, um der ETH zu zeigen, dass sich Tierversuchsgegner nicht mit einer lapidaren Standardantwort zufriedengeben. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle im Namen der gequälten Versuchstiere.
Diesem «Albatros» haben wir eine Protestkarte an das Bundesamt für Veterinärwesen beigelegt. Auch wenn die Medien es gerne verharmlosen oder gar falsch darstellen – die Tierversuche in der Schweiz steigen jedes Jahr weiter an! Protestieren Sie mit uns gemeinsam beim BVET gegen das schwärzeste Kapitel der Menschheit.

Wir von der AG STG haben auch einen Wunsch an den Weihnachtsmann.

«Öffne alle Türen der Käfige in den Kerkern der Vivisektion und bringe die Tiere dorthin, wo sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen können.»

Wir wünsche allen Menschen, die die Fähigkeit, mit dem Herzen zu fühlen, nicht verloren haben, eine geruhsame, fröhliche Weihnachtszeit.   

Andreas Item

Interniche

In zahlreichen Studiengängen der Naturwissenschaften, wie beispielsweise in der Biologie, der Veterinär- oder Humanmedizin, wird während des Studiums von den Studenten die Durchführung von Tierversuchen verlangt. Die Universitäten verfügen über eigene Labore, in welchen diese Versuche durchgeführt werden. Wie die Tierversuchsstatistik der Schweiz gezeigt hat, nahmen im vergangenen Jahr die Versuche für Bildungszwecke um 3% zu. Betroffen sind fast alle Tierarten, vor allem Mäuse, Ratten, Vögel, Fische, auch Katzen und Hunde. Laut Statistik wurden ausserdem an acht Affen für Bildung und Ausbildung Tests vorgenommen.

Gerade in der Ausbildung würden sich Alternativen anbieten, da viele Versuche allein zum Erlernen von Grundlagen angewandt werden.
Seit 1988 setzen sich Studenten, Lehrpersonen und Tierschützer in der international tätigen Gruppe InterNiche für eine ethisch vertretbare Bildung in den Naturwissenschaften ein. Ihr Ziel ist es, Alternativmethoden zur Vivisektion bekannt zu machen und zu verbreiten. Um den Studierenden den Zugang zu Alternativmethoden zu erleichtern, hat InterNiche ein Ausleihsystem entwickelt, welches Computerprogramme, Modelle etc. anbietet, ausserdem können Interessierte an Trainings teilnehmen, um den Umgang mit den Alternativmethoden zu üben und natürlich auch, um Unterstützung zu finden.

Die Alternativmethoden können in sieben Gruppen zusammengefasst werden:

1. Modelle und Simulatoren

Tiere, Haut, innere Organe oder auch Glieder können so nachgebildet werden, dass der richtige Umgang mit diesen oder auch das Ansetzen von Spritzen und Skalpellen erlernt werden kann. Beispielsweise gibt es hervorragende Modelle zum Training von endoskopischen Operationen oder Magenspiegelungen. Hierbei lassen sich neben der reinen Diagnostik sogar Therapiemöglichkeiten wie etwa das Stillen einer Blutungsquelle oder das Abtragen eines Polypen trainieren, und zwar mit den echten Geräten, die auch später an Patienten zum Einsatz kommen.

2. Computersimulationen

Durch nachgestellte Laborsituationen kann zum einen das Sezieren und Testen bestimmter Mittel erlernt, zum anderen aber auch der richtige Umgang mit Laborgeräten geübt werden. Simulationen bieten Möglichkeiten, welche bei der Vivisektion undenkbar sind: Per Knopfdruck können bestimmte Bereiche des Versuchsobjektes eingehender betrachtet werden, wobei meistens auch Informationen dazu geliefert werden, und Abläufe in einem Organismus können genau beobachtet werden. Wie auch bei den obigen Alternativen können Versuche im Gegensatz zur Vivisektion beliebig wiederholt werden. Computersimulationen lassen sich hinsichtlich didaktischer Aspekte optimieren. Gerade zum Beispiel für das Training mit Medikamenten sind sie ideal. So gibt es Narkosesimulatoren, wo Ärzte korrekte Narkoseführung erlernen können. Neben unauffälligem Narkoseverlauf lassen sich sämtliche denkbare Komplikationen simulieren und der Lernende kann durch die Anzeige von Vitalwerten (Blutdruck, Puls, Sauerstoffgehalt usw.) den damit verbundenen Stress erfahren. Gibt er ein falsches Medikament oder eine falsche Dosierung, sieht er unmittelbar die Wirkung, genau wie bei echten Patienten.

3. Experimente am eigenen Körper

Dafür eignet sich zum Beispiel das Testen von Muskelkontraktionen. Aber auch das Verabreichen von Spritzen oder Blutabnahme können ohne Weiteres am menschlichen Körper geübt werden. Wer einmal selbst erfahren hat, dass die Blutabnahme schmerzhafter ist, wenn die Nadel langsam durch die Haut geführt wird, der wird künftig eine optimierte Abnahmetechnik anwenden.

4. Tierleichen aus ethisch vertretbaren Quellen

Körper von Tieren, welche eines natürlichen Todes, durch einen Unfall oder auch durch Euthanasie gestorben sind, können in vielen Bereichen des Studiums zu Untersuchungs- und Forschungszwecken eingesetzt werden, so beispielsweise, um das Sezieren und Präparieren zu erlernen. Ähnlich ist es seit langer Zeit in der Humanmedizin, wo Freiwillige ihren Körper nach dem Tod einem Lehrinstitut spenden und der Leichnam dann den Medizinstudenten als Lehrmaterial dient.

5. Praktika in Kliniken

Gerade für Studierende der Veterinär- und Humanmedizin bieten sich Praktika an, um sich in den Bereichen der Physiologie, Pathologie oder Chirurgie am Beispiel des menschlichen bzw. tierischen Körpers weiterzubilden. Die Nähe zum Fachbereich kann in dieser Form eher gewährleistet werden als bei einer Untersuchung eines eigens dafür getöteten Tieres. Auch wird nur dabei der zwischenmenschliche Aspekt erlernt. Wichtiger als jede Laboruntersuchung oder apparative Diagnostik ist eine gute Anamnese (Befragung über Beschwerden), da sie die wichtigsten Informationen liefert und von ihr alles Weitere abhängt. Wer also nur gelernt hat, Tierversuche durchzuführen, wird selbst bei bestem Fachwissen nie ein guter Arzt werden können. Es ist notwendig zu erlernen, ein Vertrauensverhältnis zu Patienten aufbauen zu können.

6. In-vitro-Technologie statt in vivo (Reagenzgläser statt Lebewesen)

Viele Vorgänge im Körper von Lebewesen lassen sich durch Versuche im Reagenzglas eindrucksvoll und gut reproduzierbar darstellen. Menschliche Zelllinien können genutzt werden, um die Wirkung von Zellgiften zu demonstrieren. Indem die Zellen vor und nach Einwirkung des Zellgiftes mikroskopiert werden, erkennt man die Veränderungen. Oder es können Kartoffeln als Quelle genutzt werden, wenn es um die Veranschaulichung der Zellatmung geht. Hier spielen sich die gleichen Mechanismen ab wie bei tierischem Gewebe, daher sind Tierversuche völlig unnötig.


7. In-silico-Technologie statt in vivo (Computer statt Lebewesen)

Computerchips können mit Sensoren ausgestattet werden, die Signale liefern über bestimmte Eigenschaften wie beispielsweise die UV-Lichtempfindlichkeit der eigenen (menschlichen)  Haut mit und ohne Einfluss von Sonnencreme. Die Computerchips lassen sich auch mit der In-vitro-Technologie kombinieren. So können auf einem Computerchip mehrere menschliche Zellkulturlinien verschiedener Organe aufgebracht werden und so beispielsweise die Aufnahme und Verstoffwechselung von Lebensmitteln oder Arzneimitteln simuliert werden.


Für die Verbreitung dieser Alternativen unter den Studierenden und an den Universitäten sind Offenheit und Engagement gefordert. Es hat sich gezeigt, dass selbst Professoren, die viele Jahre mit Tierversuchen gearbeitet haben, heute die obigen Methoden gerne nutzen, da sie einem hohen Niveau entsprechen, didaktisch besser und oft auch preiswerter sind. Dennoch wird es den Studierenden oft schwer gemacht, wenn sie die Vivisektion während ihres Studiums verweigern. Für Deutschland gibt es bereits Verzeichnisse über Hochschulen, die auf Tierversuche verzichten. Ein solches Verzeichnis für die Schweiz ist derzeit im Aufbau. Wir werden Ihnen im nächsten «Albatros» darüber berichten. Wer zu Tierversuchen im Rahmen des Studiums genötigt wird, sollte Kontakt zu Organisationen gegen Tierversuche aufnehmen. Ärzte und Tierärzte sollen Krankheiten heilen und Leid lindern und keines verursachen. Wer während des Studiums zu Tierversuchen gezwungen wird, der droht entweder daran zu zerbrechen (was den Verlust eines wertvollen späteren Arztes bedeuten könnte) oder stumpft ab. Auch das dürfte kaum im Interesse der späteren Patienten sein, denn den «Halbgöttern in Weiss» wird Einfühlungsvermögen abverlangt, wenn sie gute Ärzte sein wollen.

Weitere Informationen zu InterNiche und Tierversuchsalternativen finden Sie unter www.interniche.org (englisch) oder in dem Buch «From Guinea Pig to Computer Mouse» (englisch) von InterNiche, das Sie nach einer kurzen Registration kostenfrei über die InterNiche-Webseite downloaden oder bei uns im Shop als Buch kaufen können.

Dr. med. Alexander Walz
Arzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG

Tierversuchsstatistik 2006: Tierversuche steigen – trotz bewiesener Unsinnigkeit!

Immer mehr Tiere werden in Schweizer Forschungslaboren in einer mehr als fragwürdigen Wissenschaft verbraucht, obwohl ein Grossteil der Bevölkerung gegen Tierversuche ist.
Der Nutzen der Tierversuche wird täglich bewiesen. Nicht für die Gesundheit der Menschen, sondern für die Geldbeutel der profitgierigen Pharmaindustrie und die Karrieren skrupelloser Wissenschaftler. Versprechungen wie: «… auf das unerlässliche Mass zu reduzieren …» verpuffen, wie uns die ständig steigenden Tierversuchszahlen beweisen, weiterhin wirkungslos in der Luft.


Im September wurde die aktuelle Statistik des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) unter http://www.tv-statistik.bvet.admin.ch/index.php
Diese Steigerung wird in der offiziellen Pressemeldung des BVET sowie von vielen Zeitungen als stabil bezeichnet. Ob das die zusätzlichen 8000 Versuchstiere wohl auch so sehen?
Ab diesem Jahr werden die Tierversuche in der Statistik nicht mehr unterteilt in bewilligungspflichtige und nicht bewilligungspflichtige (= meldepflichtige) Tierversuche. Alle erscheinen nun zusammen in einer Statistik. Diese anmassende Art der Unterbewertung von physischen wie psychischen Schmerzen ist damit beendet.

Vorneweg: Als kleiner Lichtblick darf angesehen werden, dass die Anzahl der schwer belastenden Tierversuche (im Total) um 0,3% auf 2,4% abgenommen hat. Dabei jedoch nicht zu vergessen ist, dass der Schweregrad von den Forschern selbst beurteilt wird. Anhand Studien konnte gezeigt werden, dass Forscher die Belastung für die Tiere praktisch immer tiefer einschätzen, als sie effektiv ist.

veröffentlicht, wonach 2006 in der Schweiz in Tierversuchen insgesamt 716 002 Tiere verbraucht wurden. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber 2005 um weitere 1,6%. Gegenüber dem Jahre 2000 sind somit die Tierversuche in der Schweiz um 27% gestiegen!

Die Opfer …

Die Todeslisten dieses Massakers

Die Todeslisten dieses Massakers

Die Hauptopfer im Tierversuch sind Mäuse (432 933), Ratten (152 309), Vögel (61 182) und Fische (32 608), aber auch viele Katzen und Hunde wie generell fast jede Tierart wird im Tierversuch eingesetzt.
Gestiegen ist besonders die Anzahl Tierversuche mit Rindern (um 63,2%), Pferden und Eseln (um 55,1%), Schweinen (um 21,3%) sowie Fischen (um 157,4%).
441 Affen wurden 2006 für die Wissenschaft verbraucht. Davon 179 für die Grundlagenforschung, 254 für Entdeckung, Entwicklung und Qualitätskontrolle sowie 8 für Bildung und Ausbildung. Für die Krankheitsdiagnostik wurden keine Affen eingesetzt.

… und die Täter

Immer mehr Tiere sterben an Universitäten für eine Forschung der Neugierde und des Ruhmes.

Immer mehr Tiere sterben an Universitäten für eine Forschung der Neugierde und des Ruhmes.


Die Tierversuche an Universitäten, Spitälern und der ETH haben um 16% auf 247 948 (34,6 % vom Gesamttotal) zugenommen, wohingegen Tierversuche in der Industrie um 4% auf 397 144 (55,5% vom Gesamttotal) abgenommen haben.
Die Spitze der Tierversuchskantone beherrscht weiterhin der Kanton Basel-Stadt mit 217 510 verwendeten Tieren, gefolgt vom Kanton Baselland (119 959), Kanton Bern (99 999 – eine Steigerung um 18,1%!) und dem Kanton Zürich mit 95 330 verwendeten Tieren.

Immer mehr Tiere sterben für die Grundlagenforschung, die letztlich eine Forschung ohne konkretes Ziel darstellt (Anstieg um 7,5%). Auch für Bildung und Ausbildung wurden 3% mehr Tiere verwendet, obwohl es didaktisch hervorragende Alternativen ohne Tierleid gibt. In der angewandten medizinischen Forschung sank die Anzahl der Tierversuche hingegen um 3,4%.
Auch die Anzahl genetisch veränderter Tierarten hat um 5,2% auf 98 074 zugenommen.

Nicht in dieser Statistik erscheinen die unzähligen Tierversuche, die von Schweizer Firmen ins Ausland vergeben werden. Auftragsfirmen wie Covance Laboratories oder HLS Huntingdon Life Sciences haben sich darauf spezialisiert, besonders grausame und oft auch in anderen Ländern verbotene Tierversuche durchzuführen.
Auch werden Versuchstiere immer öfter für mehrere Tierversuche gebraucht. Diese Mehrfachverwendung wird in der Statistik ebenfalls nur als ein Tierversuch aufgeführt.

Tierversuche, weil das Gesetz es vorschreibt?

Nur gerade 19,8% aller Schweizer Tierversuche werden vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Nur gerade 19,8% aller Schweizer Tierversuche werden vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Nur 19,8% der Tierversuche wurden aufgrund von Rechtsvorschriften durchgeführt. Alle anderen, nämlich 574 000, waren nicht vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tierversuche. Dazu zählen die klare Mehrheit der schwer belastenden Tierversuche sowie z.B. auch sämtliche Affenversuche.
Von den 247 948 an Universitäten, Spitälern und der ETH durchgeführten Tierversuchen waren gerade mal 346 (das entspricht 0,014%!) vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tierversuche.
1178 neue Bewilligungen für Tierversuche wurden erteilt, nur gerade zwei wurden abgelehnt.
Dies zeigt, dass die behördliche Kontrolle nicht funktioniert, denn mit Alternativmethoden wie z.B. Computersimulationen oder menschlichen Zellkulturen lassen sich weitaus bessere Ergebnisse erzielen, die dann auch auf den Menschen übertragbar sind.

Die Geschichte der Tierversuche ist geprägt von Misserfolgen

Die Misserfolgsgeschichte von Tierversuchen ist sehr lang und zeigt klar auf, dass Tierversuche nutzlos und gefährlich sind. Einige Beispiele dazu: Thalidomid, besser bekannt unter dem Namen Contergan, wurde schwangeren Frauen als Schlaf- und Beruhigungsmedikament gegeben. Es führte bei Tausenden zu verstümmelten Extremitäten ihrer Kinder. Oder Cerivastatin, Handelsname Lipobay, das zu vielen Todesfällen führte. Ein weiteres Beispiel: Blausäure (als Salz unter dem Namen Cyankali bekannt) ist für den Menschen so giftig, dass es im Dritten Reich zum grausamen Töten von Menschen in Gaskammern verwendet wurde. Die Dämpfe reichen hierfür bereits aus. Schafe, Kröten, Stachelschweine und andere Tierarten hingegen vertragen grosse Mengen dieses Giftes ohne Reaktion. Umgekehrt wäre das altbewährte Medikament Aspirin nie auf den Markt gekommen, wäre es seinerzeit an Tieren getestet worden, weil es bei vielen Tierarten zu schwersten Schäden führt.

In den 70er-Jahren wollte das National Cancer Institute (NCI) in den USA das Krebsproblem ein für allemal lösen. Es testete nicht weniger als 500 000 Stoffe an Mäusen. Der Erfolg dieses ehrgeizigen Projektes? Nur 0,0001% der Substanzen zeigten überhaupt eine Wirkung gegen Krebs – allerdings nur bei Mäusen. Beim Menschen war es ein Misserfolg auf der ganzen Linie. Das NCI zog die Konsequenz daraus und stellte das Programm ein. Der damalige Direktor, Dr. Richard Klausner, resümierte die Sinnlosigkeit der Tierversuche treffend selbst: «Seit Jahrzehnten heilen wir Krebs bei Mäusen, aber beim Menschen klappt es einfach nicht.» Inzwischen nutzt das NCI menschliche Krebszelllinien für die Forschung. Jedoch die Wissenschaftler in der Schweiz scheinen aufgrund Bequemlichkeit lieber an veralteten Tierversuchen festzuhalten, anstatt ihre starke Position in der weltweiten Pharmaindustrie durch innovative Methoden auszubauen.

Wir fordern ein Ende des Irrwegs Tierversuch!

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner fordert daher weiterhin klar schärfere Sanktionierungen von Tierversuchen durch die Behörden, konsequenten Verzicht auf Tierversuche und Anwendung von sichereren tierversuchsfreien Testmethoden statt Verschwendung von öffentlichen Geldern für sinnlose Forschung. Auch fordern wir mehr Transparenz bei Tierversuchen, um die grosse Anzahl identischer Mehrfachversuche zu beenden!

Helfen auch Sie den wehrlosen Versuchstieren!

Unterstützen Sie den Kampf gegen Tierversuche, wo immer Sie können. Diesem Heft haben wir eine Protestkarte ans BVET beigelegt. Protestieren Sie mit uns zusammen gegen die leichtfertige Genehmigung von Tierversuchsbegehren. (Sie können diese Protestkarte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst bestellen.)
Verleihen Sie Ihrem Protest Nachdruck mit einem Brief ans BVET, Schwarzenburgstrasse 155,
CH-3003 Bern. Schreiben Sie ein E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst , und beschweren Sie sich telefonisch unter: +41 (0)31 323 30 33 oder gehen Sie gleich persönlich beim BVET vorbei und beharren Sie auf ein Vorsprechen.

Image Andreas Item

Quelle und Tabellen: Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)

Tierversuche und Fleischkonsum erschüttern das Vertrauen in die Regierung

In einer idealen Demokratie wird das ganze Volk von den gewählten Politikern vertreten, die ausschliesslich zum Wohle des Volkes handeln.
Es ist bekannt, dass Lobbyisten von starken Wirtschaftskreisen erfolgreich versuchen, das Handeln der Politiker zu ihren Gunsten zu manipulieren. Da Tiere keine Lobbyisten haben, leiden sie ganz besonders an diesen wirtschaftlichen Einflüssen auf die Politik.

Die Pharmaindustrie kämpft aus wirtschaftlichem Interesse für Tierversuche und die Fleischindustrie kämpft für die Subventionierung ihres unrentablen Geschäftes mit dem Körper der Tiere. Beiden ist auch gemeinsam, dass selbst bei der Vermarktung ihrer Produkte die Regierungen mit Steuergeldern mithelfen.

Beispiel 1:

Caroline Kramer wurde vom Bundesamt für Gesundheit entlassen, weil sie öffentlich machte, dass ihr Amt 300 000 Franken Steuergelder für Behördenpropaganda gegen die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» aufwenden wollte (der PR-Auftrag wurde dadurch gestoppt ). [1]  Die Pharmaindustrie sieht in der Komplementärmedizin eine direkte Konkurrenz, die es zu bekämpfen gilt.

Beispiel 2:

Die Fleischlobbyorganisation Proviande erhält über 10 Millionen Franken Steuergelder pro Jahr (davon 4 Millionen zur reinen Absatzförderung). [2]  Dadurch ist es ihr möglich, mit gross angelegten Werbekampagnen den Fleischkonsum in der Schweiz auf dem heutigen ungesund hohen Niveau zu halten.

Beispiel 3:

Auf der anderen Seite fehlte dem BAG jedoch das Geld, um den von ihm selbst in Auftrag gegebenen Bericht «Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung» (welcher für die vegetarische Ernährung positiv ausfiel) in gedruckter Form zu publizieren. Nicht einmal eine Pressekonferenz wurde dazu organisiert. Eine gesunde Ernährung würde zwar der ganzen Bevölkerung Vorteile bringen, jedoch lässt sich damit nicht viel verdienen. Im Gegenteil: Gesunde Vegetarier schaden den Umsätzen der Pharma- und Fleischindustrie.

Beispiel 4:

Das BAG hat eine Studie der ETH Zürich mitfinanziert, in der es um die Untersuchung von Nahrungsmitteln ging, die Transfettsäuren enthalten können (Trans-Swiss-Pilotstudie). Die Konsumentenzeitschrift «saldo»  verlangte die Herausgabe der Studienresultate vom BAG, um veröffentlichen zu können, welche Nahrungsmittel besonders gesundheitsschädlich sind. Das BAG behauptete daraufhin, dass es gar nicht über die Resultate der Studie verfüge. Der von «saldo» [3] kontaktierte Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Dürr fand jedoch heraus, dass das BAG sehr wohl über alle Studienresultate verfügte und entschied, dass diese mit Steuergeldern finanzierte Studie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse.

Diese Beispiele zeigen klar auf, dass der Einfluss von Lobbyisten Mensch und Tier schadet. Dies gilt sowohl beim Zwang zu Tierversuchen (deren Nutzen ausser für die, die daran verdienen, mehr als fraglich ist) als auch bei der Ernährung mit tierischen Produkten. Dabei muss nicht einmal den Politikern Böswilligkeit unterstellt werden: Oft werden die Entscheidungsträger einfach nur sehr einseitig von Wirtschaftsvertretern informiert.

Dass bei Werbung (Plakate, TV, Printmedien) die wirtschaftlichen Interessen alle anderen überwiegen, sollte aufgeklärten Bürgern klar sein. Dennoch scheinen die psychologischen Tricks der Werbestrategen nach wie vor zu wirken, indem sie ewige Gesundheit durch Gentechnik, Tierversuche und chemische Medikamente versprechen und für Produkte werben, die nachweislich die Umwelt schädigen, Tiere töten und der Gesundheit schaden.
Besonders schlimm wird es aber, wenn die Wirtschaftsinteressen von den «Volksvertretern» auch noch unterstützt werden. Da bleibt das Vertrauen gegenüber der Regierung auf der Strecke.

autor Renato Pichler
Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)
www.vegetarismus.ch


Quellen:
  1.  Prix-Courage-Preisverleihung des «Beobachters»
  2. Proviande-Geschäftsbericht 2005
  3. Saldo Nr. 15 vom 26. September 2007