Portrait eines Schweizer Gnadenhofs - Die Azali-Farm

Azali-Farm - Wer kommt denn da?

Anfang der 90er-Jahre, wir kamen gerade aus den Sportferien zurück, sahen wir abends einen Dokumentarfilm über Schlachttiertransporte. Das Thema beschäftigte uns schon seit einiger Zeit, dieser Film brachte uns jedoch endgültig zum Entschluss, künftig auf Fleisch zu verzichten. Die ganze Familie stand zusammen hinter dieser Entscheidung, nachdem wir den Kindern vom Film erzählt hatten.
Nach und nach lernten wir Gleichgesinnte kennen und wurden aktiv im Verein gegen Tierfabriken und in Tierrechtsgruppen.
Ein paar Jahre später lernten wir die Tierschützerin Monika Brukner kennen, eine Schweizerin, die in Serbien seit nunmehr 22 Jahren ein Tierheim unter allerschwierigsten Bedingungen führt und unterdessen auch zahlreiche Tier- und Umweltschutzprojekte schuf. Wir fingen an, bei Freunden Spenden und Medikamente für sie zu sammeln.
Als wir sie zum ersten Mal besuchten, nahmen wir unsere ersten Pflegehunde mit – einige der ärmsten und scheuesten unter ihnen. So fingen wir an, Hunde zu platzieren.

Frontseite vom Gnadenhof Azali
Frontseite vom Gnadenhof Azali
Kaninchen, Meerschweinchen und Katzen, allesamt unliebsam gewordene und deshalb verstossene Geschöpfe, hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon bei uns zu Hause. Die Kaninchen und Meerschweinchen kamen stets aus privater Hand zu uns. Oftmals von Familien, die sich Kuscheltiere für die Kinder besorgt hatten. Dann aber merkten, dass diese auch Bedürfnisse haben und Arbeit geben und so über kurz oder lang unliebsam geworden sind. Bei uns haben sie ein grosses Aussengehege mit gemütlich eingerichteten Ställen, wo sie die Nacht vor Feinden geschützt verbringen können. Die Katzen (die übrigens oft bei den Kaninchen und Meerschweinchen in den Ställen anzutreffen sind) kamen auf unterschiedlichen Wegen zu uns. Einige haben wir verwahrlost in der Nähe von Bauernhäusern gefunden, andere wurden von Bekannten aufgelesen und zu uns gebracht (die am weitesten gereiste Katze kommt aus Moskau).

Livia und Kenia geniessen täglich das frische Gras auf der Weide
Livia und Kenia geniessen täglich das frische
Gras auf der Weide
Dann kamen noch zwei Pferde dazu: Livia und Kenia. Livia kam aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Besitzern ins Tierasyl. Weil dieses jedoch bereits voll und Livia auch ein nicht ganz einfacher Charakter war, durfte sie unsere Tochter in Pflege nehmen.
Kenia kam aus privater Hand und hätte geschlachtet werden sollen. Um sie vor dem Tod zu bewahren, hatten wir sie dem Besitzer abgekauft. Hauptgrund für die Schlachtung wäre ihr starker Husten gewesen, der von der Boxenhaltung herrührte. All dies führte dazu, dass es bei uns immer enger wurde und wir deshalb in ein Bauernhaus umgezogen sind.



Nun sind wir bereits seit 6 Jahren auf diesem Hof. Viele glückliche wie auch traurige Geschichten haben wir hier schon erlebt. Viele Tiere, die ängstlich und unsicher bei uns angekommen sind, fanden schliesslich als lustige und liebevolle vierbeinige Freunde ein neues, passendes Zuhause. Manche von ihnen sind bereits nach 2 Wochen voll aufgetaut, andere wiederum brauchten manchmal bis zu einem Jahr.


Unsere Masa
Unsere Masa
Ein solches Beispiel ist unsere Masa. Im Jahr 2002 sahen wir sie in Serbien im Tierheim, sie war ca. 7 Monate alt. Als sie klein war, hackten ihr Kinder beide Hinterläufe ab. Beim einen Lauf hat sie nur noch zwei Zehen. Lange Zeit war sie auf unserer Homepage auf der Suche nach einem schönen Zuhause. Es kamen auch einige Leute, die Interesse hatten. Da sie aber sehr unfreundlich war, ekelte sie alle wieder davon. Es entwickelte sich mit der Zeit aber so eine starke Beziehung zwischen uns, dass ich sie nicht mehr weggeben mochte. Sie begleitet mich seitdem oftmals zu Platzkontrollen und bei sonstigen Besuchen, und auch kleinere Spaziergänge vermag sie noch immer gerne zu unternehmen. Der Top-Sofaplatz an meiner Seite ist ihr natürlich immer gewiss, den würde sie sich auch nicht nehmen lassen. Wir verstehen uns mittlerweile perfekt, auch ohne Worte. Wenn ich beispielsweise irgendwo hingehe und nicht alle mitkommen können, genügt ein Blick und sie versteht, dass wir uns jetzt vor den anderen heimlich davonschleichen werden. Trotz allem macht es ihr aber auch heute manchmal noch viel Spass, gewisse Leute mit plötzlichem, unfreundlichem Gebell und ihrer tiefen Stimme zu erschrecken.

Dolly lächelt in die Kamera
Dolly lächelt in die Kamera
Eine andere traurige Geschichte weiss unser Italienischer Spitz Dolly, ein Hundeweibchen aus Mailand, zu erzählen. Sie wurde auf der Strasse mit Benzin übergossen und angezündet. Sie hatte schwerste Verbrennungen am Bauch und unter den Beinen. Jemand fand sie und brachte sie ins dortige Tierspital. Nach 6 Wochen Aufenthalt wurde sie in ein Schweizer Tierheim gebracht. Wir waren gerade dort, als sie ankam, weil wir regelmässig mit den Hunden dieses Tierheims spazieren gingen. Als wir sie sahen, war sie mehr tot als lebendig. Wir entschlossen uns, sie mitzunehmen, weil ihr in ihrem Zustand ein Aufenthalt im Tierheim nicht zuzumuten gewesen wäre. Nach zwei Operationen hatte sie das Schlimmste überstanden und konnte langsam psychisch wie auch körperlich genesen. Heute ist sie eine lustige ältere Lady, doch in gewissen Situationen merkt man ihr die traumatischen Erlebnisse schon noch an.


Alle Hunde leben im Rudel mit den unsrigen zusammen.



Wir können unter http://www.gerettete-tiere.azali.ch besucht werden.

Wir finanzieren unsere «Tierpension» selbst.

Wenn Sie ein gutes Tierschutzprojekt unterstützen möchten, so bitten wir Sie, das Tierschutzprojekt von Monika Brukner zu unterstützen (Bericht im «Albatros» Nr. 14).

Herzlichen Dank

Kontaktdaten Tierschutzprojekt Monika Brukner:

Tierschutzverein Djurdjevo-Schweiz
Annemarie Haller
Liebigen 298
4805 Brittnau

Tel. 062 752 06 70


Postkonto: 40-531781-2  (steuerbefreit)     

Quellenangaben: Gesund ohne Tierversuche – Vorbeugung und Behandlung von Allergien und Asthma

1. Schweizerische Gesundheitsbefragung SGB.
URL:
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/gesundheit/gesundheitszustand/
gesundheit__krankheit/kennzahlen0/gesundheitszustand0/
allgemein.ContentPar.0011.DownloadFile.tmp/Flash-Brochure-SGB_D.pdf

Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, Abruf: 01.08.2007

2. "Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie DGAKI in Zusammenarbeit mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft DDG, Aktionsbündnis Allergieprävention": Allergieprävention. Allergo Journal, 2004, 13(3), S.252-260

3. Gemäß den Empfehlungen der STIKO sollen Impfungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden um die meisten zu erwartenden Krankheitskomplikationen zu verhüten; werden Säuglinge hiermit nicht zu früh vermeidbaren Risiken ausgesetzt?

http://www.rki.de/cln_048/nn_199630/DE/Content/Infekt/Impfen/FAQ/Allgemein/
faq__impfen__allg__ges.html?__nnn=true

Robert Koch Institut, Berlin, Abruf: 22.1.2008

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12. Weiner, P.; Magadle, R.; Massarwa, F.; Beckerman, M. und Berar-Yanay, N.: Influence of gender and inspiratory muscle training on the perception of dyspnea in patients with asthma. Chest, 2002, 122(1), S.197-201

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52. Monographie BGA/BfArM (Kommission E): Urticae herba. Bundesanzeiger, 1987, 76

Vorbeugung und Behandlung von Allergien und Asthma

Nicht jedes Kind kann so unbekümmert im Blumenfeld spielen

In der Schweiz leidet jeder 10. Mensch an Allergien. Eine der wohl bekanntesten ist die Allergie gegen Blütenpollen von Bäumen oder Gräsern, der sogenannte Heuschnupfen. [1]  Die Beschwerden sind bei den meisten Allergien immer ähnlich. An den Schleimhäuten kommt es zu einer Entzündungsreaktion, was zu Schnupfen, Augenrötung und -tränen, Juckreiz und Schwellungen im Rachen führt. An der Haut kann es zu Juckreiz und Rötungen kommen. Auch die Neurodermitis gehört zu den allergischen Erkrankungen. Im Magen kann es zu Magenbrennen, Übelkeit und Erbrechen kommen, auch zu Durchfall kann es führen. Gelegentlich kommt es zur Weiterentwicklung zum allergischen Asthma bronchiale mit Atembeschwerden. Selten äussert sich die Allergie als lebensbedrohlicher Notfall in Form eines sogenannten anaphylaktischen Schocks mit Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen. Hier hilft nur sofortige Verständigung des Notarztes. Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems. Anstatt auf den Reiz durch die auslösenden, eigentlich harmlosen Stoffe (sogenannte Allergene) gemässigt zu reagieren, kämpft der Körper so stark dagegen an, als wären die Allergene lebensbedrohlich. Es werden vier verschiedene Arten unterschieden, die auch unterschiedlich diagnostiziert werden.
Von Kreuzallergien spricht man, wenn chemisch ähnliche Substanzen auch Symptome auslösen können. So vertragen Menschen mit einer Allergie gegen Baumpollen beispielsweise auch häufig Äpfel oder Haselnüsse nicht. Man kann sich dies vorstellen wie mehrere geringfügig unterschiedliche Schlüssel, die alle in das gleiche Loch passen.

Vorbeugen ist besser als Behandeln

Bislang gibt es keine klaren Leitlinien, wie Allergien vorzubeugen sind. Die Aussagen der Wissenschaft haben sich immer wieder geändert und es ist zu erwarten, dass die Zukunft auch hier noch Änderungen bringen wird. Nach heutigem Kenntnisstand gilt:

  • Liegt eine familiäre Häufung von Allergien vor, kann durch einen Verzicht auf Kuhmilch, Eier und Fisch und die vorhandenen Nahrungsmittelallergene in der Schwangerschaft eine Reduktion der Rate an Neurodermitis bei den Kindern erreicht werden. [2]
  • Stillen von Neugeborenen über mindestens 4 Monate reduziert die Allergieneigung. Umgekehrt begünstigt die frühe Gabe von Beikost wahrscheinlich die Allergieentstehung. [2]
  • Gibt es kein besonderes familiäres Risiko, so wirkt sich Haustierhaltung weder positiv noch negativ auf die Allergieneigung aus. Frühe Hundehaltung ist generell nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden, lediglich bei Katzen überwiegen die Studien, die in der Haltung bei erblich vorbelasteten Kindern einen Risikofaktor sehen. [2]
  • Sind die Eltern von Kindern von einer Allergie gegen Hausstaubmilben betroffen, sind vorbeugende Massnahmen sinnvoll, insbesondere das sogenannte Encasing, also das Überziehen von Matratzen mit milbenundurchlässigen Überzügen. [2]
  • Ein Wohnraumklima, das die Schimmelentstehung begünstigt, fördert auch Allergien. Darum sollte einer zu hohen Luftfeuchtigkeit vorgebeugt werden, indem regelmässig gelüftet wird, die Räume gut geheizt und kalte Aussenwände gedämmt werden. [2] Informationen zur Vorbeugung von Schimmelpilzen gibt es im Internet kostenlos unter http://www.apug.de/archiv/pdf/schimmelpilze_leitfaden.pdf
  • Sowohl aktives wie auch passives Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft und später passives Rauchen des Kindes erhöht deutlich das Allergierisiko, insbesondere das Asthmarisiko. Daher sollten beide Eltern und alle Wohnungsmitbewohner während der Schwangerschaft und des Kindesalters konsequent darauf verzichten, auch im Auto oder bei einem gemeinsamen Spaziergang. [2]
  • Verkehrsemissionen, vor allem Dieselruss, gehen mit einem erhöhten Allergierisiko einher. Gleiches gilt für Innenraumluftschadstoffe wie z.B. bei der offenen Verwendung von Gas etwa zum Kochen oder bei flüchtigen organischen Verbindungen (sog. VOCs). [2]
  • Es gibt ausserdem Hinweise darauf, dass ein erhöhtes Körpergewicht (gemessen an einem erhöhten Body Mass Index) die Entstehung von Asthma begünstigt. [2]

Medikamente kritisch betrachten

Mit einem einfachen Hauttest lassen sich bereits viele Allergien diagnostizieren
Mit einem einfachen Hauttest lassen
sich bereits viele Allergien diagnostizieren
Die Schulmedizin verfolgt vor allem den Ansatz, das Immunsystem zu bremsen, d.h. immunsupprimierende Medikamente wie Antihistaminika und Cortison einzusetzen, was wiederum zahlreiche Nebenwirkungen mit sich bringt, allen voran, dass es häufiger zu Infektionen kommt. Mit diesen Medikamenten werden ausserdem nur die Symptome behandelt, aber nicht die Ursache beseitigt. Ein neuerer Ansatz ist die Hyposensibilisierung, bei der in festen Intervallen (meist wöchentlich) über mindestens drei Jahre hoch konzentrierte Allergene gespritzt werden. Dies mit dem Ziel, den Körper an die Reize zu gewöhnen und so eine Heilung zu erreichen. Gelegentlich kommt es nach den Injektionen zu anaphylaktischen Schockreaktionen, deshalb ist stets eine ärztliche Überwachung notwendig. Die Hyposensibilisierung wirkt auch nicht bei jedem. Je älter der Allergiker, desto seltener. Inzwischen gibt es auch Hyposensibilisierungstropfen zum Schlucken, wobei hier viele Fragen noch nicht geklärt sind und erst deren Beantwortung abgewartet werden sollte.

Alternativmethoden kritisch betrachten

Stillen - In der ersten Lebensphase sehr wichtig für die Allergievermeidung
Stillen - In der ersten Lebensphase sehr
wichtig für die Allergievermeidung
Jeder zweite Allergiker wendet alternativmedizinische Therapien zusätzlich an, was von einer unbefriedigenden schulmedizinischen Therapie zeugt. Leider ist die Informationslage zu den vielen verschiedenen, teils sehr guten Alternativtherapien recht dünn, sodass kaum fundierte Aussagen gemacht werden können. Die Wissenschaft bewegt sich leider sehr oft auf dem Pfad der Interessen ihrer Geldgeber und nicht der Wissensvermehrung zum Nutzen für die Menschen. Hinzu kommt, dass alternativmedizinische Verfahren oft selbst angewandt werden und wenn folglich kein Arzt beteiligt ist, auch keine medizinischen Daten zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen erfasst werden können. Wenn etwas keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen hat, bedeutet dies natürlich nicht gleichzeitig, es sei wirkungslos, sondern lediglich, dass aufgrund fehlender Untersuchungen keine allgemeinen Empfehlungen ausgesprochen werden können. Es gilt der Grundsatz: Wer heilt, hat recht. Denn letztlich ist jeder Mensch ein Individuum: Was bei Ihnen hilft, muss nicht allen anderen auch helfen.
Grundsätzlich gilt: Seien Sie kritisch. Wie im schulmedizinischen Bereich gibt es auch im alternativmedizinischen Bereich Therapeuten, die vor allem eines wollen: Ihr Geld.

Häufig wird eine sogenannte Eliminationsdiät empfohlen, bei der nur noch ganz wenige Nahrungsmittel gegessen werden dürfen, die als wenig allergieauslösend gelten. Diese Methode kann bei richtiger Anwendung sehr hilfreich sein, sollte aber nicht ohne das entsprechende Fachwissen über Ernährung bzw. nicht ohne fachärztliche Beobachtung durchgeführt werden (kann bei Falschanwendung zu schwerwiegender Unterernährung führen). Sicherer ist es daher, gezielt die Lebensmittel zu meiden, auf die Allergien oder Kreuzallergien bestehen. Wenn Sie die bei Ihnen allergieauslösenden Lebensmittel aber gerne weiterhin essen möchten, sollten Sie diese Lebensmittel vorher kochen, denn durch die Erhitzung werden die Eiweisse, die für die Allergieauslösung verantwortlich sind, zerstört. Die einzige Ausnahme stellt hier Sellerie dar. Einige Patienten haben auch die Erfahrung gemacht, dass es sehr auf das individuelle Lebensmittelprodukt ankommt, so vertragen manche beispielsweise bestimmte Äpfel gar nicht, während andere Äpfel keinerlei allergische Symptome auslösen.

Akupunktur
wird insbesondere bei Asthma gerne angewandt. Viele Studien zeigen zwar positive Effekte, unklar ist jedoch, wie weit dieser Effekt über den Placeboeffekt hinausgeht und welche Akupunkturmethode am effektivsten ist. Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf. [6, 7]

Atemgymnastik
bei Asthma stützt sich auf eine ebenfalls dünne, wenn auch bessere Datenlage. [8] Ein Training der Einatemmuskulatur kann Asthmasymptome lindern, den Medikamentenverbrauch sowie Spitalaufenthalte und Notfallsituationen reduzieren. Das Training ist einfach und kann zu Hause durchgeführt werden. Es wird zweimal täglich 30x durch ein Ventil mit einstellbarem Widerstand eingeatmet. Eine Muskelkraftzunahme um 25–40% in 4–6 Wochen ist möglich. Aufgrund eines negativen Druckes im Brustkorb ist die Technik relativ sicher und relevante Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt. [9-13] Generell sollte auch jeder Asthmapatient die Lippenbremsen-Technik erlernen, bei der mit wie zum Fischmund geformten Lippen bei einem Asthmaanfall langsam ausgeatmet wird, wodurch eine vollständige Ausatmung möglich und ein Bronchialkollaps verhindert wird. Auch im Yoga gibt es spezielle Atemübungen. Sie erfordern allerdings ein langes Training. Eine andere, eher neue Atemtechnik ist Buteyko. Von 32 veröffentlichten Studien zu  Atemübungen sind 15 schon deshalb leider nicht aussagekräftig, weil Kontrollgruppen fehlen oder eine Verblindung nicht vorgenommen wurde. Ausserdem sind sie in ihrer Qualität sehr heterogen und untersuchten verschiedene Aspekte, sodass wie bei allen anderen Alternativtherapien derzeit keine eindeutige Empfehlung ausgesprochen werden kann. [14]

Auch für die Homöopathie gilt leider Ähnliches. Es existieren nur wenige Studien. Diese haben eine schlechte Qualität und geringe Patientenzahlen und erlauben daher keine abschliessende Empfehlung. Eine ältere Übersichtsarbeit postulierte einen positiven Effekt, [15] neuere Untersuchungen zeigten widersprüchliche Daten und überwiegend keinen Nutzen gegenüber Placebo. [16-18] Auf bessere Studien ist zu hoffen, denn eine schlechte Studienlage bedeutet nicht gleichzeitig auch, dass die Therapie schlecht ist. Doppelblindstudien sind ausserdem bei der klassischen Homöopathie kein geeignetes wissenschaftliches Verfahren, da die Interaktion zwischen Arzt und Patient eine bedeutende Rolle spielt.

Insbesondere bei Kindern scheint die psychische Verfassung eine wichtige Rolle zu spielen. Entspannungstechniken und eine Reduktion von familiärer Belastung führten teilweise zu weniger Asthmaanfällen, einem geringeren Medikamentenverbrauch und weniger Hospitalisationen. [19-26] Klare Empfehlungen für einzelne Techniken sind derzeit auch hier leider noch nicht möglich. Als sicher gilt aber, dass sich eine gute familiäre Situation in praktisch jeglicher Hinsicht positiv auf die Gesundheit auswirkt. [14]

Fischöl-Kapseln
werden zwar stark beworben, zeigten sich in Metaanalysen aber als absolut nutzlos. [27] Hingegen ist das Coffein in Kaffee bzw. grünem Tee dem als Medikament in der Asthmaanfallbehandlung eingesetzten Theophyllin chemisch sehr ähnlich und hat einen erweiternden Effekt auf die Bronchien. [28] Eine zusammenfassende Analyse von 6 Studien an insgesamt 55 erwachsenen Patienten ergab eine leichte Verbesserung der gemessenen Lungenfunktionsparameter bis vier Stunden nach Genuss von Coffein. [29] Ähnliches wäre auch bei Kakao denkbar, der Theobromin enthält. Klinische Studien fehlen allerdings hierzu.

Eine vegane Ernährung (d.h. fleisch-, eier-, milchfreie Ernährung) erwies sich in einer Studie als positiv hinsichtlich eines reduzierten Medikamentenbedarfes bei Asthma. [30] Eine Rolle dürfte hierbei der hohe Obst- und Gemüseanteil spielen. [31]

Heilpraktiker wenden gerne die Hydrocolontherapie an. Dies mit dem Gedanken, dass eine  Darmentschlackung das Immunsystem stärkt. Davon muss abgeraten werden. Es gibt keinen ernst zu nehmenden Hinweis auf einen Nutzen im Sinne der Reduzierung der Allergiebeschwerden, und bei unsachgemässer Anwendung kann es zu Darmverletzungen kommen. Auch von der Eigenbluttherapie in ihren verschiedenen Variationen muss eher abgeraten werden. Sie wird von den allergologischen Fachgesellschaften abgelehnt, da es auch hier keinen Beleg für die Wirksamkeit gibt. Auch die dahinterstehende Theorie ist höchst fragwürdig, denn körpereigenes Blut, das in den Muskel gespritzt wird, löst nur eine minimale Reaktion des Immunsystems aus, da Muskeln ohnehin reichlich durchblutet sind und es schon bei Muskelfaserrissen zu ähnlichen Effekten kommt.

Sehr wirksam hingegen ist eine Klimatherapie, die darauf basiert, dass man bei saisonalen Allergien (vor allem Pollen) in den kritischen Monaten Urlaub macht in Regionen, die pollenfrei sind. Aber auch sie führt nicht zu einer Heilung, denn bei einer Rückkehr in pollenreiche Regionen setzen die Symptome wieder unmittelbar ein. Auf einer ähnlichen Grundlage steht auch die Speläotherapie, bei der täglich mehrere Stunden in Naturhöhlen oder Reinluft- bzw. Salzstollen verbracht werden, die staub- und pollenarm sind.

Ausreichender Sicherheitsabstand wird Bienenallergikern empfohlen
Ausreichender Sicherheitsabstand wird
Bienenallergikern empfohlen
Nicht alle freuts - aber für Allergiker ist nach der ersten halben Stunde Regen die Luft am besten
Nicht alle freuts - aber für Allergiker ist nach der
ersten halben Stunde Regen die Luft am besten


Mit der geballten Kraft der Pflanzen

Bitterorangen (Citrus aurantium) enthalten 1–6% Synephrin, einen Stoff, der wie viele andere abschwellende Nasensprays wirkt. Aus Vorsichtsgründen sollten Bitterorangenextrakte aber nur in Form von Nasensprays, also lokal, angewendet, dabei eine Dosierung von 10–40 mg pro Anwendung nicht überschritten werden und Patienten mit bekannten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auf die Einnahme gänzlich verzichten, bis weitere Studien vorliegen. [37-41]

Bei Brennesseln (Urtica dioica) gibt es erst eine doppelverblindete Studie. Hier hatten allerdings 58% nach Einnahme von 300 mg eines Extraktes aus den gefriergetrockneten Blättern über eine Besserung berichtet. [42] Die Einnahme sollte nicht auf den nüchternen Magen erfolgen. Ob auch ein selbst hergestellter Tee aus den Blättern wirksam ist, bleibt unklar, da weitere Studien fehlen. Wer einen Versuch unternehmen will, sollte als Erwachsener 8–12 g getrocknete Blätter (Droge) pro Tag zu sich nehmen, am einfachsten 3–4x täglich als Tee zubereitet aus 3–4 Teelöffeln Blättern. Wechsel- und Nebenwirkungen sind nicht bekannt, aus grundsätzlichen Überlegungen heraus sollte aber auf die Einnahme bei Wasseransammlungen (Ödemen) infolge von Herz- oder Nierenschwäche verzichtet werden. [52]

Einem Extrakt aus den Kernen der Weinrebe (Vitis vinifera) werden Wirkungen als natürliches Antihistaminikum nachgesagt. Eine klinische Studie konnte dies jedoch leider nicht bestätigen. [32]

Bei Vitamin C gibt es widersprüchliche Daten. Zwar scheinen Patienten mit niedrigen Vitamin-C-Spiegeln im Blut hohe Histaminkonzentrationen zu haben, [33] aber die Gabe von Vitamin C konnte Allergiebeschwerden nicht lindern. [34-36]

Pestwurz
(Petasites hybridus) konnte in Untersuchungen eine deutliche Linderung allergischer Symptome, insbesondere der Nase (Heuschnupfen), erreichen. [43-46] Eine direkte Vergleichsuntersuchung mit zwei schulmedizinischen Antihistaminika (10 mg Cetirizin und 180 mg Fexofenadin) ergab sogar eine vergleichbare Wirkstärke bei weniger Nebenwirkungen (vor allem der müdemachende Effekt der Antihistaminika fehlte). [43, 46] Leider enthält Pestwurz Alkaloide. Diese stehen im Verdacht,  möglicherweise krebserregend und leberschädigend zu sein, und können nur durch ein Kohlendioxid-Auszugverfahren ferngehalten werden, weshalb eine Selbstanwendung nicht möglich ist.

Quercetin
ist ein Stoff, der in vielen Pflanzen vorkommt und antiallergische Eigenschaften hat. [48, 49] In einer japanischen Studie konnte im Vergleich zum schulmedizinischen Mastzellstabilisator Cromoglicinsäure eine doppelt so hohe Wirksamkeit gezeigt werden. [50] Die empfohlene Dosierung liegt bei 250–600 mg 3x täglich jeweils 10 Minuten vor den Mahlzeiten. Lebensmittel mit hohem Gehalt an Quercetin sind Kapern (1800 mg/kg), Liebstöckl (1700 mg/kg), Äpfel, Tee, Zwiebeln, Zitrusfrüchte, Brokkoli und grüne Blattgemüse. Genaue Untersuchungen bei Einnahme dieser Lebensmittel fehlen aber.

Zusammenfassend scheint es durchaus bei Allergien und Asthma wirksame Heilpflanzen zu geben, die Wissenschaft hat aber noch erhebliche Wissensdefizite aufzuarbeiten, bevor umfassende Empfehlungen gemacht werden können.

Allergien aus dem Weg gehen

Das wirksamste Mittel ist es, den Auslösern von allergischen Beschwerden aus dem Weg zu gehen. Dazu gibt es eine ganze Reihe bewährter Tipps:

Nach dem Grippeschnupfen beginnt die Blütezeit des Heuschnupfens
Nach dem Grippeschnupfen beginnt die Blütezeit des Heuschnupfens

Pollen

Ein Pollenflugkalender oder Pollenflugvorhersagen, damit man die Monate mit den höchsten Konzentrationen vorhersagen und so entsprechende Gegenmassnahmen einleiten kann. Dazu gehört, dass im Idealfall der Jahresurlaub in dieser Zeit geplant wird. Besonders empfehlenswert sind dabei Hochgebirgslagen, da die Luft über 2000 m nahezu pollenfrei ist, oder Urlaub am Meer, da die vom Meer strömende Luft ebenfalls kaum Pollen enthält. Pollen haben wie Autos Hauptverkehrszeiten, in denen sie hoch konzentriert in der Luft umherfliegen. Auf dem Land sind dies die frühen Morgenstunden (4–6 Uhr), in der Stadt die Abendstunden (18–24 Uhr). Daher sollte auf dem Land abends (19–24 Uhr) und in der Stadt morgens (6–8 Uhr) gelüftet werden, ansonsten die Fenster geschlossen bleiben. Sonnige, windreiche Tage sorgen für eine hohe Pollenkonzentration. Hier sollten längere Aufenthalte im Freien vermieden werden. Bei Regen nimmt die Pollenkonzentration in der ersten halben Stunde zu, da die Pollen aus höheren Luftschichten gespült werden. Hält der Regenschauer länger an, können Allergiker jedoch aufatmen, da die Pollen dann an den Boden gebunden werden.
Rasen sollte bei Gräserallergien regelmässig gemäht werden, damit er nicht zum Blühen kommt. Dies sollten Allergiker allerdings Familienangehörigen überlassen, da aus dem Grasschnitt Stoffe austreten, die den Allergenen ähnlich sind.
Beim Autofahren sollte die Lüftung ausgeschaltet und die Fenster geschlossen gehalten werden. Ideal sind Klimaanlagen mit Pollenfilter. Während der Pollensaison sollte täglich gestaubsaugt werden. Hierbei empfiehlt sich ein Staubsauger mit Allergiefilter (in absteigender Effektivität: SULPA, ULPA, HEPA) und es sollten auch die typischen Ablagerungsorte wie Schrankoberkanten und Polstermöbel eingeschlossen werden oder nass gewischt werden. Typische Staubfänger wie Wandteppiche und Pflanzen sollten auf ein Minimum reduziert werden und keinesfalls im Schlafzimmer vorhanden sein. Jeden Abend sollten vor dem Zubettgehen die Haare gewaschen werden, um die Pollen abzuspülen. Die Kleidung sollte ausserhalb des Schlafzimmers ausgezogen und aufbewahrt werden.

Tiere

Für manche die liebsten Freunde - Für Allergiker machmal leider auch die Allergieauslöser
Für manche die liebsten Freunde -
Für Allergiker machmal leider auch die
Allergieauslöser
Bei Katzenallergien ist das auslösende Allergen der Speichel von Katzen, der bei der Fellpflege auf die Haare aufgetragen wird. Sie sind besonders hartnäckig und werden sogar über die menschliche Kleidung transportiert oder in Zimmer geweht, in denen sich nie eine Katze aufgehalten hat. Sowohl bei Katzen- wie auch Hundeallergien gibt es rassenspezifische Allergien, d.h., allergische Beschwerden treten nur bei bestimmten Rassen auf, während mit anderen ein problemloser Umgang möglich ist. Dies lässt sich nicht mit den Standard-Labormethoden ermitteln, da diese immer ein Gemisch aus verschiedenen Allergenen beinhalten. Daher sollten, wenn ein entsprechender Tierwunsch besteht, gezielte Tests mit den Haaren der gewünschten Rasse gemacht werden.
Nach jedem Kontakt mit den Tieren sollten die Hände gewaschen werden. Gab es Kontakt zur Kleidung, sollte diese gewaschen werden. Die Hinweise zu Staubsaugen und Innenraumreinigung im Abschnitt Pollen gelten auch für Tierallergiker. Wenn möglich, sollten Sie Ihre Haustiere regelmässig von allergiefreien Familienangehörigen oder Freunden ausserhalb der Wohnung kämmen und nass abwischen lassen, natürlich nur, soweit es durch die Tiere toleriert wird. Die Tiere sollten das Schlafzimmer nicht betreten und sich nicht auf den gleichen Sitzmöbeln wie Sie aufhalten.

Hausstaub

Allergiker sollten Teppiche soweit als möglich meiden
Allergiker sollten Teppiche soweit als
möglich meiden
Fälschlicherweise wird oft von einer Hausstauballergie gesprochen, genauer gesagt ist das auslösende Allergen jedoch der Kot von Hausstaubmilben. Dies sind mikroskopisch kleine Mitbewohner, die millionenfach in Textilien (v.a. Matratzen) leben und sich von Schuppen und Haaren ernähren. Daraus resultiert, dass sie ganzjährig vorhanden sind und der geplagte Allergiker Mühe hat, sich zu schützen. Allergiedichte Matratzenüberzüge (Encasings) haben sich sehr bewährt. Sie verhindern, dass der schlafende Mensch in Kontakt kommt mit dem in Matratzen vorhandenen Milbenkot. Das Bettzeug sollte keinesfalls aus Daunen, sondern aus Kunststoffmaterialien bestehen, die bei hoher Temperatur in der Waschmaschine waschbar sind, also z.B. Polyesterstäbchen. Kleidung, Gardinen und Bettwäsche sollten regelmässig mit mindestens 60 °C gewaschen oder in den Tumbler gegeben werden, da Milben erst bei diesen hohen Temperaturen absterben. Teppichboden sollte durch Laminat, Parkett oder Fliesenboden ersetzt werden. Das im Abschnitt Pollen zu Staubsaugen und Innenraumreinigung Gesagte gilt entsprechend auch bei Hausstaubmilbenkot-Allergien. Haustiere liefern Schuppen und Haare für die Milben und begünstigen daher deren Vermehrung. Im Schlafzimmer sollte nicht geheizt werden, da Milben eher warme Temperaturen von 20–30 °C bevorzugen. Raumluftbefeuchter sollten nicht eingesetzt werden, da sie für das Lieblingsklima der Milben sorgen. Bei einer Wohnungsneueinrichtung sollten Gardinen durch Jalousien aus Holz oder Kunststoff ersetzt werden, da darin keine Milben leben. Für nicht waschbare Textilien gibt es akarizide Mittel gegen Milben, aus natürlichen Bestandteilen, z.B. aus dem Neembaum. Kuscheltiere sollten – sofern sie nicht waschbar sind – gelegentlich in die Antarktis geschickt oder ersatzhalber für mehrere Tage in den Tiefkühlschrank gelegt werden. Linderung verschafft ebenfalls ein Urlaub im Hochgebirge. Oberhalb 1500 m gibt es kaum noch Hausstaubmilben.

Schimmelpilze

Ein kostenloser Ratgeber zur Vermeidung von Schimmelpilzen in Innenräumen wurde bereits weiter oben erwähnt. Schimmelpilze sind besonders zahlreich in Topfpflanzen, daher sollten sie aus Wohnräumen weitestmöglich und aus dem Schlafzimmer gänzlich verbannt werden. Bei der Gartenarbeit sollte vor allem Kontakt zu abgestorbenen Pflanzenteilen und Kompost vermieden werden. Küchenabfälle sollten nicht offen liegen bleiben. Brot, Obst und Gemüse sollten im Kühlschrank gelagert werden.

Kontaktallergien

Dieser Allergietyp führt bei Hautkontakt mit dem Allergen zu Rötung, Juckreiz oder Nesseln. Die häufigsten Auslöser sind:
  1. Nickelsulfat
  2. Duftstoff-Mix
  3. Perubalsam
  4. Thiomersal
  5. Kobaltchlorid
  6. p-Phenylendiamin
  7. Wollwachsalkohole
  8. Kolophonium
  9. Kaliumdichromat
  10. Terpentin
  11. Euxyl K 400
  12. Kathon CG
  13. Neomycinsulfat
  14. Thiuram-Mix
  15. Quecksilber-(II)-amidchlorid
Von dem Arzt, der die Allergie bei Ihnen diagnostiziert hat, sollten Sie sich eine Liste aushändigen lassen mit den Produkten, die Ihr Allergen enthalten. Bei Nickelsulfat  beispielsweise sind dies häufig Modeschmuck, Brillen, Armbanduhren, Küchengeräte, Besteck, Türklinken, Scheren, aber auch in Lebensmitteln ist es in niedriger Konzentration enthalten: Erd- und Haselnüsse, Bohnen, Kakao, Sonnenblumenkerne und Lakritze. Diese Produkte sollten gemieden und durch nickelfreie ersetzt werden.

Sonnenallergie

Wenn es nach einem Sonnenbad zu Rötungen, Quaddeln oder Schmerzen der Haut kommt, kann eine Sonnenallergie zugrunde liegen. Mediziner unterscheiden hier die Polymorphe Lichtdermatose, Mallorca-Akne und photoallergische Reaktionen. Auf die Unterschiede soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Grundsätzlich sollte Sonnenkontakt auf ein Minimum reduziert werden. Beim Sonnenbad sollten spezielle Lichtschutzmittel zur Anwendung kommen, die sowohl UV-A- wie auch UV-B-Strahlen abhalten. Herkömmliche Sonnencremes enthalten nur einen Filter für UV-B. Hohe Lichtschutzfaktoren sind dabei zu bevorzugen. Besser als chemische Lichtschutzfilter in den Lichtschutzmitteln sind physikalische, da sie sich durch die Lichteinstrahlung nicht verändern und dadurch besonders hautfreundlich und effektiv sind. Ein niedriger Fett- und Emulgatorgehalt ist vorteilhaft, um die Gefahr für Mallorca-Akne zu reduzieren. Betakarotin ist in vielen Pflanzen enthalten und lagert sich bei reichlichem Verzehr in der Haut ab, sodass es zu einer leichten Orangefärbung der Haut kommt, dem sogenannten Karotinikterus, der völlig harmlos ist, aber einen Schutz vor Sonneneinstrahlung bietet. Bereits vier Wochen vor geplantem intensiverem Sonnenkontakt empfiehlt es sich daher, reichlich Karotten (auch als Saft), rotes Palmöl, grünes Blattgemüse, Süsskartoffeln, Mango, Papaya, Wassermelonen und Spirulina zu konsumieren. Sobald der Verzehr von betakarotinreichen Lebensmitteln nachlässt, bildet sich die Hautfärbung auch wieder zurück. Sie hat nichts mit der Gelbsucht zu tun, die eine Leber-/Gallenerkrankung darstellt. Bei der Kleidungswahl sollte auf dichtgewebte Pflanzenfasern wie Baumwolle und Leinen gesetzt werden, die bis zu 5x mehr UV-Strahlen abhalten als Kunststofffasern. Die Haut sollte langsam an die Sonne gewöhnt werden, d.h. der tägliche Aufenthalt an der Sonne langsam gesteigert werden. Parfums, Rasierwasser, Seifenzubereitungen, ätherische Öle können photoallergische Reaktionen begünstigen und sollten daher mit Vorsicht angewandt werden.

Insektengift

Beim gemütlichen Essen im Freien muss man besonders aufpassen
Beim gemütlichen Essen im Freien muss
man besonders aufpassen
Insektengiftallergien sind besonders gefährlich, da sie anaphylaktische Schocks und bei einem Stich im Mund-Rachen-Raum lebensbedrohliche Schwellungen auslösen können. Darum sollten im Freien keine Speisen oder Getränke konsumiert werden. Besondere Vorsicht ist beim Pflücken von Obst und Blumen und anderen Gartenarbeiten angebracht. Die Haut sollte bestmöglich durch Kleidung geschützt werden (lange Hosen, Schuhe und nicht barfuss, Hut). Schweiss kann Insekten anlocken, daher sollte anstrengende körperliche Aktivität im Freien vermieden werden. Insektennetze an den Fenstern und Moskitonetze über dem Bett schützen vor Insekten in unachtsamen Momenten. Repellentien sind Substanzen, die auf Haut und Kleidung aufgetragen werden können und durch ihren Geruch Insekten abschrecken. Beim Kauf sollte auf eine Wirksamkeit für die jeweilige Insektenart geachtet werden. In der nächsten «Albatros»-Ausgabe werden wir über geeignete pflanzliche ätherische Öle berichten. Sind Insekten in der Nähe, sollten Sie hastige, schlagende Bewegungen unterlassen und von einer anderen Person das Insekt z.B. mit einem grossen Gefäss am Fenster einfangen lassen, indem das Gefäss über das Insekt gestülpt und dann ein Karton vorsichtig daruntergeschoben wird. So kann das Insekt sicher zurück in die Natur gelangen. Bei einem Stich sollten Sie schnellstmöglich einen eventuell verbliebenen Stachel mit dem Fingernagel herausstreifen.

Hinweise: In den Empfehlungen wurden aktuellste wissenschaftliche Ergebnisse berücksichtigt (Stand 2007). Nicht sicher erwiesene Erkenntnisse aus traditioneller Volksmedizin oder Aberglauben oder nicht erwiesener Firmenwerbeversprechungen fanden hingegen keine Berücksichtigung. Medizinische Diagnostik und Therapie erfordert einen versierten Arzt, da Ihre individuelle körperliche Konstitution wichtig ist. Die gegebenen Empfehlungen ersetzen einen Arztbesuch daher nicht. Die Informationen wurden mit grösster Sorgfalt erarbeitet und werden hohen Qualitätsansprüchen gerecht. Dennoch kann keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen gegeben werden.

Dr. med. Alexander Walz
Arzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG

Quellenangaben: Gesund ohne Tierversuche - Allergien und Asthma
 

Der Präzedenzfall Brokkoli

Patent auf konventionell gezüchteten Brokkoli

Die ursprüngliche Idee von Patenten hat durchaus ihre Berechtigung.
Wer kennt nicht das Beispiel vom kleinen Erfinder, der jahrelang an seinem Projekt tüftelt und sich somit mit einem Patent davor schützen kann, dass niemand seine Erfindung einfach kopieren und vermarkten kann?
Patente dienten diesen Tüftlern somit oft als Schutz vor skrupellosen Firmen, die den kleinen Erfindern sonst wohl öfters ihre Ideen gestohlen hätten.
Doch stimmt dieses Bild so immer noch? Wen und was schützen Patente denn heutzutage?


Die Zeiten wirklich grosser Erfindungen sind praktisch vorbei. Die meisten Erfindungen heutzutage sind technische Spitzfindigkeiten, sind Abänderungen und kleine Erweiterungen bereits vorhandener Produkte. Immer mehr Firmen haben den Pfad der innovativen Entwicklung bereits vollkommen verlassen und bereichern sich nur noch am Sammeln und Verkaufen von Patenten. Besonders skrupellos verhalten sich, was wohl niemanden wirklich verwundert, die Pharmakonzerne.
Diese investieren zwar jährlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung. Jedoch davon immer weniger dafür, um «echte» neue Medikamente zu entwickeln, sondern hauptsächlich, um ihre Auslaufmodelle, mit dem «Trick» einer kleinen Änderung der Inhaltstoffe, wieder neu patentieren lassen zu können.

Laut einer Studie des Centre Info ist die Anzahl der neu entwickelten Moleküle seit Jahren stabil (jährlich kommen etwa 25 bis 30 neue Moleküle auf den Markt). Hingegen zeigt sich in der Anzahl von neu patentierten Scheininnovationen eine massive Steigerung.
Die Firma PriceWaterhouseCoopers kommt zum gleichen Schluss. Zwischen 1995 und 2007 sind bei den Pharmakonzernen die Ausgaben für die Entwicklungsabteilung zwar massiv gestiegen, jedoch die von der FDA (amerikanische Arzneimittelbehörde) neu zugelassenen Wirkstoffe haben ständig abgenommen.

Weltweit werden jährlich über 200 000 verschiedene Arzneimittel vermarktet. Es gibt z.B. über 600 verschiedene Medikamente gegen Husten und Erkältungen und fast 400 verschiedene Schmerzmittel sind auf dem Markt erhältlich. Wie viele praktisch identische Medikamente brauchen wir denn noch?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet von allen Medikamenten ganze 300 als wirklich notwendig.


Wohingegen die grossen Pharmakonzerne wirklich innovativ sind, das ist im Bereich des Marketings (Werbung und Verkaufsförderung). 2006 verwendeten die 20 vom Umsatz her weltweit grössten Pharmakonzerne (mit zusammen einem Umsatz von 453 Milliarden Dollar) laut der Studie des Centre Info für das Marketing 121 Milliarden. Nicht die Entwicklung steht also im Mittelpunkt, sondern die Verkaufsförderung.

Patente auf alles, was lebt?

Verlassen wir nun den Pfad der Scheinmedikamente und nutzlosen Tierversuchsverursacher.
Zuständig in Europa für die Zulassung von Patenten ist das EPA, das Europäische Patentamt.
Bisher hat das EPA über 700 Patente für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere zugelassen. Diese mehr als krankhafte Entwicklung steht immer wieder im Kreuzfeuer von Tierversuchsgegnern sowie generell von Gegnern der Gentechnologie.

Viele Saatgutarten sind (oft genetisch manipuliert) bereits patentiert und können nur noch über Agrarkonzerne gekauft werden. Selbstredend wird das Saatgut genetisch so weit verändert, damit aus der Ernte kaum mehr Saatgut zu gewinnen ist. Die Bauern müssen deshalb das Saatgut jedes Jahr neu kaufen.
Nun könnte man doch einfach dieses Saatgut nicht kaufen. Doch für diesen Fall haben die Konzerne rechtzeitig vorgesorgt. Sie sind zum grössten Verkäufer von Saatgut aufgestiegen und es ist immer schwieriger, Saatgut aus anderen Quellen zu kaufen.

Zudem wird es generell immer schwieriger, genetisch verändertem Saatgut auszuweichen. Durch die natürlichen Verbreitungsmechanismen (Wind, Kleben an Insekten …) der Pflanzen verteilt sich das genetisch manipulierte Saatgut in grossen Kreisen. In Amerika hat man beim Genmais diesem Verteilweg mit flächendeckenden Flugzeugausstreuungen noch «nachgeholfen». Da diese unnatürlichen Pflanzen meist resistenter gezüchtet werden als natürliche Pflanzen von Hause aus sind, verdrängt das manipulierte Saatgut das natürliche Saatgut immer mehr.
Doch was dann, wenn sich doch plötzlich ein Schlupfloch finden würde, wo sich die Grosskonzerne nicht bereichern könnten?
Was, wenn sich plötzlich ganze Länder gegen die Auslöschung von natürlich gewachsenen und gezüchteten Pflanzen und Tieren wehren würden?

Die Endphase der totalen Ausbeutung beginnt – Der Präzedenzfall Brokkoli

Was immer mehr zunimmt, sind Patente auf konventionelle Züchtungen von Pflanzen und Tieren. Die Agrarkonzerne wollen damit die natürlichen Ressourcen der Erde unter ihre Kontrolle bringen. Bereits wurden mehrere Hundert Patente angemeldet, einige davon auch bewilligt. Es gibt zum Beispiel Patente auf glutenarmen Weizen, eine «spezielle» Züchtung von Kühen oder blattlausresistente Astern. Im Weiteren steht das Patent von Monsanto auf «schneller wachsende» Schweine kurz vor der Bewilligung, ebenfalls mehrere Patente von Syngenta auf grosse Teile des Reis-Erbgutes.

In diesem Jahr wird das Europäische Patentamt (EPA) grundsätzlich entscheiden, ob es in Zukunft Grenzen für die Patentierbarkeit geben wird.

2002 gewährte das EPA der britischen Firma Plant Bioscience ein Patent auf konventionell gezüchteten Brokkoli. Dies umfasst die Züchtungsmethoden, die daraus gewonnenen Brokkolisamen sowie das Endprodukt, den Brokkoli selbst.
Mitbewerber, die dieses Patent wohl selbst gerne besitzen würden, haben gegen diesen Entscheid Beschwerde eingereicht. Dieses Jahr wird die grosse Beschwerdekammer des EPA endgültig über dieses Patent entscheiden.

Das Besondere an diesem Fall ist, dass es sich nicht um eine gentechnisch veränderte Brokkolisorte handelt und sogar die essbaren Teile dieser Brokkolisorte mitpatentiert sind.

Diese Entscheidung wird dann Einfluss auf alle anderen vergleichbaren Patentanmeldungen haben. Konkret: Sollte dieses Patent gewährt werden, werden in Zukunft alle konventionellen Züchtungen patentierbar sein. Viele Hundert hängender Bewilligungen auf Pflanzen und Tiere, die ohne Gentechnologie gezüchtet wurden, müssten bewilligt werden.
Bauern und Bäuerinnen werden für die seit Hunderten, teils Tausenden von Jahren traditionell angebauten Pflanzen, Früchte und Gemüse Patentgebühren bezahlen müssen. Auch keine Tierart wird von diesen Patenten verschont bleiben.
Kein mögliches, sondern ein wirkliches Szenario: Ärmere Staaten, die die horrenden Patentgebühren für die «schon immer» selbst angebauten Grundnahrungsmittel nicht bezahlen könnten, würden zur Aufgabe ihrer Landwirtschaft gezwungen. Deren Bevölkerung zum patentierten Hungertod verurteilt.

Der Widerstand gegen die totale Ausschlachtung des Planeten


Organisation: No-Patents-On-Seeds

In dem Bündnis «No Patents on Seeds» haben sich weltweit über 170 Organisationen (darunter auch die AG STG) zusammengeschlossen, um Druck auf das EPA auszuüben. Am 13. Dezember 2007 wurde dem EPA in München ein globaler Aufruf gegen Patente auf Saatgut überreicht. In der Schweiz wird die Kampagne von Swissaid und der Erklärung von Bern organisiert. Tina Goethe von Swissaid dazu, weshalb die Kampagne unbedingt unterstützt werden sollte: «Wir befürchten eine globale Abhängigkeit von Agro-Konzernen, die mithilfe von Patenten die gesamte Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft kontrollieren, vom Saatgut bis zum Brot, vom Backgetreide bis zur Energiepflanze.»

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.no-patents-on-seeds.org/
Dort gibt es eine Petition für Organisationen sowie für Privatpersonen.
Unterstützen Sie dieses Projekt mit Ihrer Unterschrift. Vielen Dank!

Andreas Item

ist ein Fortschritt gegenüber Tierversuchen und nicht nur ein Ersatz!

Innovative Wissenschaft ist ein Fortschritt gegenüber Tierversuchen und nicht nur ein Ersatz

Oft – und häufig berechtigt – lautet der Vorwurf an Wissenschaftler, sie würden über Leichen gehen, nur um sich zu profilieren, den Doktor- oder Professorentitel zu erwerben oder einen Chefarztposten zu erhaschen. Hinter diesem Vorwurf steckt die Erkenntnis, dass viele Tierversuche keinerlei sinnvolles Resultat erbringen und die sichere Übertragbarkeit auf den Menschen nicht möglich ist. Gemacht werden sie, weil sie einfach durchzuführen sind und man damit schnell sein Karriereziel erreicht. Das Interesse, wirkliche Fortschritte zugunsten kranker Patienten zu erzielen, ordnet sich daher dem Egoismus unter. Dass es aber auch anders geht, zeigen einige kurze Berichte über Forschungserrungenschaften, die in der Schweiz (mit-)entwickelt wurden und die Tierversuche nicht nur ersetzen, sondern erhebliche Vorteile gegenüber Tierversuchen bieten.


Dreidimensionales Zellmodell zeigt Schädigungen durch inhalative Gifte

Viele Erkrankungen der Lunge gehen auf die Inhalation von Schadstoffen zurück, so z.B. Asbest, Feinstaub oder Teer. Untersuchungen über die Auswirkungen am Tier sind sehr belastend und meist wenig aussagekräftig. Zwei Forscherinnen aus Bern haben ein dreidimensionales Zellmodell entwickelt, um die Wechselwirkungen zwischen Schadstoffen und Abwehrzellen in der Lunge zu untersuchen. In einer speziellen Kammer sind die relevanten Zelltypen wie z.B. Epithelzellen enthalten. Das Prinzip funktioniert so gut, dass selbst der Einfluss von Nanopartikeln, also extrem kleinen Teilchen, untersucht werden kann. [1]

Parasiten brauchen keine Hunde und Katzen

Die Parasiten Neospora caninum bzw. Toxoplasma gondii lösen beim Menschen Krankheiten aus, benötigen aber als Zwischenwirte Hunde bzw. Katzen. Mit Untersuchungen an diesen Parasiten können Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden. In Zellkulturen von Darmzellen können die Entwicklungsstadien der Parasiten wesentlich einfacher als im Tierversuch studiert und neue Wirkstoffe vorgeprüft werden. [2]

Knochenimplantate sollten an menschlichen Knochen getestet werden

Knochenimplantate werden in der Chirurgie benötigt, um Knochenbrüche zu stabilisieren oder defekte Gelenke auszutauschen. Es handelt sich dabei insbesondere um Schrauben, Nägel, Draht, Platten und komplette Gelenke. Viele Forscher testeten ihre neuen Knochenimplantate an Schafen. Im traditionellen Wintersportort Davos, wo es häufig zu Knochenbrüchen kommt, haben sich Forscher gefragt, was dieser Unsinn soll, schliesslich soll mit den Knochenimplantaten später vor allem Menschen geholfen werden, deren Knochen nun mal andere Eigenschaften haben als die von Schafen. Sie haben eine Kultur von lebenden Knochenscheibchen entwickelt, an denen die Materialien getestet und optimiert werden können. Das Knochenmaterial verhält sich dabei wie im intakten Körper. Möglich wird dies dadurch, dass auf die Knochenzellen periodisch Druck ausgeübt wird. Das Ausgangsmaterial stammt zum Beispiel von menschlichen Knochen, die nach Hüftgelenksoperationen nicht mehr benötigt werden. [3]

«Es gibt auch die innovativen Schweizer Forscher, die aufzeigen, dass es ohne Tierversuche geht. Und zwar nicht mit sog. gleichwertigen Alternativmethoden zu Tierversuchen, sondern mit klar besseren und sichereren tierversuchsfreien Testverfahren.» A.I.

Künstliches Fütterungssystem für Zecken

Zecken können einige Krankheiten übertragen. Um Wirkstoffe zu finden – die man auf die Haut oder Kleidung  auftragen kann, um damit Zecken abzuschrecken – würden einfache Forscher annehmen, es sei hierfür notwendig, Wirtstiere in Tierversuchen einzusetzen. P. Guerin in Neuchâtel bewies, dass es auch anders geht: Eine künstliche Fütterungseinheit besteht im Wesentlichen aus einer hautähnlichen Silikonmembran, hinter der sich das Fütterungsmedium Blut befindet. Diese Methode bietet erhebliche Vorteile. So können beliebige Medikamente oder Wirkstoffe auf die Membran oder ins Blut eingebracht werden. Ausserdem ist das System automatisierungsfähig, dass heisst benötigt weniger Zeitaufwand, ist dadurch weniger fehleranfällig und erheblich kostengünstiger. [4]

Qualitätssicherung von Infusionen

Bereits abgestorbene Zellen können Fieber auslösen, wenn sie in einem Medikament gespritzt oder als Infusion verabreicht werden, auch wenn diese aufgrund von Sterilisation keine Infektion im eigentlichen Sinne darstellen. Im Pyrogentest werden solche fieberauslösenden Stoffe aufgespürt. Weltweit kostete das bisher pro Jahr  einer halben Million Kaninchen das Leben. Das ECVAM Scientific Advisory Committee empfahl 5 Testverfahren, die allesamt auf kultivierten Blutzellen des Menschen basieren und für den Menschen spezifischer, weniger zeitaufwendig, kostengünstiger und empfindlicher sind und damit gleich eine Palette an Vorteilen aufweisen. [5]

Spezifische Computervorhersagen statt wahllosem Lottospiel

Computer-Aided Drug Discovery, kurz CADD oder auf Deutsch computerunterstützte Wirkstoffentdeckung, ist ein einfaches und doch geniales Computersystem einer Basler Expertengruppe. Viele Wirkstoffe in der Medizin entfalten ihre Wirkung, indem sie an einem sogenannten Rezeptor andocken. Man kann sich dies wie ein Schloss vorstellen, in das ein bestimmter Schlüssel gesteckt wird. Je besser dieser Schlüssel passt, desto stärker die Wirkung, die letztlich zum Türöffnen oder Türverschluss führen sollte, um beim Vergleich zu bleiben. Je weniger spezifisch ein Medikamentenwirkstoff zu einem Rezeptor passt, desto wahrscheinlicher sind Nebenwirkungen. Das Computersystem hat acht der wichtigsten Rezeptoren gespeichert und kann berechnen, wie stark ein neuer Wirkstoff an diese Rezeptoren binden wird. Damit können bereits im Vorfeld viele sinnlose Wirkstoffe aussortiert werden, was Fehlentwicklungen reduziert und damit Zeit und Kosten einspart. [6]


Dr. med. Alexander Walz
Arzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG


Quellenangaben:
[1] Geiser-Kamber, Marianne, und Lang, Doris: In vitro replica of the inner surface of the lungs, for the study of particle-cell interaction. 3R-Project 89-03, 2007

[2] Hemphill, Andrew, und Vonlaufen, Nathalie: Development of an in vitro culture model to generate Neospora caninum and Toxoplasma gondii oocysts and sporozoites. 3R-Info-Bulletin, 2007, 24

[3] Richards, R. Geoff; Stoddart, Martin; Simpson, Angharad, und Furlong, Pamela: Bone Formation in a loading chamber for ex-vivo bone culture. 3R-Info-Bulletin, 2007, 28

[4] Guerin, Patrick: Screening methods for repellents and attachment deterrents for ticks in-vitro. 3R-Info-Bulletin, 2007, 27

[5] Hartung, Thomas: Development of an interleukin-1 (IL-1) assay with rabbit blood as an alternative to the rabbit pyrogen test. 3R-Info-Bulletin, 2007, 17

[6] Vedani, Angelo: Internet laboratory for predicting harmful effects triggered by drugs and chemicals. 3R-Info-Bulletin, 2007, 29