ZuGeTiVe Petitionsübergabe: Manifestation vor dem Eingang des Grossen Rates


















20 000 Unterschriften für ein Verbot der Freiburger Affenversuche!

Am 16. September 2009, drei Tage vor ZuGeTiVe, überreichte die AG STG zusammen mit der ATRA und der LSCV dem Grossen Rat des Kantons Freiburg die Unterschriften unserer gemeinsamen Petition «Stoppt die Affenversuche an der Universität Freiburg». Die Petition hatten wir im Juni 2009 lanciert und sie wurde innerhalb von nur drei Monaten von 20 000 Personen unterschrieben. Die ausführliche Medienmitteilung zur Petitionsübergabe erhalten Sie über unser Büro (Adresse oder E-Mail siehe Impressum).

ZuGeTiVe Petitionsübergabe: Petitionsübergabe an den Grossen Rat
Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, bei seiner Rede an ZuGeTiVe

ZuGeTiVe – 19.9.2009 in Freiburg (CH)
Rede von Andreas Item, Geschäftsführer  der AG STG

«Es gibt noch keine Alternativen für alle Tierversuche!»

Diese Aussage hören wir immer wieder von Vertretern der Tierversuchslobby. Dies ist ihr Argument, ihre Rechtfertigung, weshalb wir auf Tierversuche nicht verzichten können. Und ich gebe der Tierversuchslobby recht. Es gibt nicht für jeden Tierversuch eine Alternative. Aber ich sage: Zum Glück für uns Menschen gibt es diese nicht!

Liebe Tierfreundinnen, liebe Tierfreunde

«Ohne Tierversuche kein medizinischer Fortschritt»,
so eine andere ständige Behauptung einiger Wissenschaftler. Schon seit weit über 100 Jahren verbreitet die Tierversuchslobby in regelmässigen Abständen über die Medien, dass im Tierversuch dies und jenes entdeckt wurde. Und dass diese Forschungsergebnisse in wenigen Jahren zum Sieg über Krebs und viele andere Krankheiten führen werden. Wir stehen also kurz vor dem medizinischen Durchbruch. Wohlbetont: Nicht erst seit heute, sondern schon seit der Zeit unserer UrUrUr...- Grossväter.

Und was haben diese im Tierversuch gewonnenen medizinischen Daten gebracht? Wie viele dieser Entdeckungen haben zu neuen und nützlichen Medikamenten oder Therapien geführt?
Wie viele Krankheiten konnten besiegt werden?

Wir alle wissen es. Nicht nur wir Tierversuchsgegner, sondern auch die informierten Befürworter.
Die meisten Fortschritte und Errungenschaften in der Medizin sind nicht auf Tierversuche zurückzuführen. Im Gegenteil: Die Krankheiten, gegen die am intensivsten mit Tierversuchen geforscht wurde und wird, haben immer mehr zugenommen und sind heute an der Spitze der Todesursachen.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Tierversuche sind definitiv das Paradebeispiel für chronische Erfolglosigkeit.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat errechnet, dass 92% aller Tierversuchsergebnisse nicht auf Menschen übertragbar sind. Und dass von den verbleibenden 8% etwa die Hälfte aller daraus entwickelten Produkte wieder vom Markt genommen oder deren Beipackzettel um gravierende Nebenwirkungen ergänzt werden mussten. Dies heisst: Nur 4% der Tierversuchsergebnisse sind auf Menschen übertragbar. Und welche 4% das sind, das weiss man natürlich erst nach deren Testung am Menschen.

Im Juli dieses Jahres wurde im Wissenschaftsmagazin «Nature» eine Studie vom Pharmakologen und Toxikologen Prof. Dr. Thomas Hartung veröffentlicht. Diese Studie zeigt auf, dass 60% der Substanzen, die im Tierversuch als giftig eingestuft wurden, für die Menschen ungiftig sind. Somit werden, weil eben im Tierversuch als giftig eingestuft, wichtige Entwicklungen verhindert oder nicht mehr weiterverfolgt. Umgekehrt ebenso zeigt dies auf, dass für uns Menschen giftige Stoffe im Tierversuch zumeist gar nicht erkannt werden, weil sie von den getesteten Tierarten gut vertragen wurden.
Diese Beispiele liessen sich mit zahlreichen Studien angesehener Universitäten und Wissenschaftler beliebig ergänzen.

Und wie reagieren die Tierversuchslobbyisten auf die stetig steigende Anzahl an Beweisen für die Nutzlosigkeit von Tierversuchen?
Gar nicht! Beziehungsweise mit einer ungeheuerlichen Arroganz, ohne jemals auf die Fakten einzugehen. Sie organisieren lieber Propaganda-Veranstaltungen – eine solche findet übrigens genau jetzt an der Universität Freiburg statt – bei denen sie ihre Lügen nur noch öfters wiederholen. Noch können sie dies leider tun. Denn sie sind sich durch ihre Macht und ihren politischen Einfluss bewusst, dass die Forschungsgelder trotzdem weiterhin in ihre Taschen fliessen.
Man hört von ihnen kaum jemals etwas anderes als die stereotype Wiederholung ihrer plumpen Behauptungen wie: «Ohne Tierversuche kein medizinischer Fortschritt.»
Doch auch wenn sie noch so oft wiederholt wird, wird eine Lüge dadurch nicht zur Wahrheit.

Vor gut zwei Jahrzehnten haben die Tierversuchsforscher eine neue Spielwiese – die Grundlagenforschung – vermehrt für sich entdeckt. Mit dieser haben sich viele ihrer Probleme in Luft aufgelöst, denn die Grundlagenforschung muss sich nicht erklären. Sie muss keine Forschungsziele formulieren, sie muss keinen für uns Menschen relevanten Nutzen anstreben und sie wird bei den Bewilligungsbehörden zu weit über 99% einfach durchgewunken.

«Die Grundlagenforschung ist wichtig für den medizinischen Fortschritt.»

Dies wiederum, wen wundert es, die Behauptung der Tierversuchslobbyisten.
An Schweizer Universitäten wird bei Tierversuchen zu über 90% Grundlagenforschung betrieben. Demgegenüber machen z.B. Tierversuche für die Entdeckung und Entwicklung von Arzneimitteln gerade noch 1,5% aus!

Machen wir deshalb einen kurzen Abstecher in diese Königsdisziplin der Unsinnigkeit.
Sind folgende drei aktuellen – willkürlich ausgesuchten – tierexperimentellen Studien der Grundlagenforschung wirklich sinnvoll? Alle drei wurden in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht.
Müssen wir wirklich wissen, dass Fische, wenn man sie tagelang in einer künstlichen Schwerelosigkeit um ihre eigene Achse drehen lässt, seekrank werden und sich dauernd übergeben müssen?
Müssen wir wirklich wissen, wie sich ein durch Gewehrschüsse verursachtes akutes Lärmtrauma auf Meerschweinchen auswirkt?
Oder müssen wir wirklich wissen, dass Silbermöwen nach 6-tägigem Futterentzug kläglich verhungern?


Liebe Tierfreundinnen, liebe Tierfreunde

Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, bei seiner Rede an ZuGeTiVe
Andreas Item, Geschäftsführer der
AG STG, bei seiner Rede an ZuGeTiVe
Kommen wir auf meine anfängliche Aussage zurück: Zum Glück gibt es keine Alternativen für alle Tierversuche.
Was würde es bedeuten, wenn wir für alle Tierversuche eine gleichwertige Alternative hätten?
Nun, wären wir so menschenverachtend wie die Tierversuchsbefürworter, dann würden wir nur für einen Ersatz von Tierversuchen kämpfen, würden wir uns mit gleichwertigen Alternativen zufriedengeben.
Die Gewinner dabei wären die Tiere, da nicht mehr an ihnen geforscht würde. Aber wie sieht es für die Menschen aus?

Wenn wir tatsächlich für Tierversuche gleichwertige Alternativmethoden etablieren, dann verhindern wir damit effektiv die Möglichkeiten, dass es in der Zukunft wesentliche medizinische Fortschritte geben kann. Denn wenn bereits das Basiswissen vollkommen fehlerhaft ist, da eben gleichwertig, dann kann darauf keine für Menschen wirklich nützliche medizinische Wissenschaft aufgebaut werden.

Wir aber sind nicht menschenfeindlich, wir setzen uns für die Menschen ein! Wir kämpfen für die Patienten, die voller Hoffnung auf eine Heilung ihrer Krankheit warten. Deshalb müssen wir verhindern, dass sich Alternativen zu unbrauchbaren Forschungsmethoden etablieren. Die Wissenschaft muss aufhören, nach gleichwertigen Alternativen zu Tierversuchen zu forschen. Es gibt nun mal Dinge, die man ersatzlos streichen kann.

Die medizinische Forschung soll wieder eine echte Wissenschaft werden!

Die moderne, auf den Menschen ausgerichtete Forschung hat in den letzten Jahrzehnten massive Fortschritte erzielt. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind immer exakter, schneller und zuverlässiger geworden. Trotz aller Hindernisse, die Behörden und manche Wissenschaftler ihnen in den Weg stellen, haben sie zu vielen wesentlichen medizinischen Erkenntnissen geführt.

An dieser Stelle zwingt sich die Frage auf: Wie weit könnten wir heute schon in der Medizin sein? Wie weit wären wir, wenn die wirklich wissenschaftlichen Methoden ebenso unterstützt und gefördert worden wären?
Wie weit wären wir, wenn wir die Milliarden von Forschungsgeldern nicht in Tierversuche, sondern in echte Wissenschaft gesteckt hätten?
Wie viele an Krankheiten verstorbene Menschen könnten heute noch leben?
Könnten wir vielleicht heute schon jedes krebskranke Kind heilen?

Tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind heutzutage in Sachen Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Aussagekraft den Tierversuchen weitaus überlegen.
Anstatt aber diese innovativen und zuverlässigen Methoden anzunehmen und zu deren Weiterentwicklung beizutragen, verstecken sich die Tierversuchsexperimentatoren lieber hinter ihrem längst widerlegten Lügengeflecht.
Persönlich gesehen ist dieses Verhalten nicht ganz unverständlich. Denn wer gibt schon gerne zu, dass seine jahrzehntelange Arbeit vollkommen nutzlos ist?
Zudem wissen diese Forscher: Nicht nur Tierversuche brauchen keinen Ersatz. Auch die Arbeitsstellen der Tierversuchsexperimentatoren können ersatzlos gestrichen werden. Sie werden nicht mehr gebraucht. An die Stelle der Tierversuchsexperimentatoren treten z.B. Zellkulturforscher, Mikrobiologen und Computerfachleute.
Denn genauso wenig, wie man aus einem faulen Ei einen gesunden Apfel machen kann, genauso wenig kann man aus einem Tierversuchsexperimentator einen Wissenschaftler machen.

Wie können Forscher wie Rouiller noch in den Spiegel sehen? Jahrzehntelang haben sie mit ihrer nutzlosen Forschung Milliarden von Steuergeldern verschleudert. Milliarden Forschungsgelder, die deshalb einer innovativen, fortschrittlichen Wissenschaft gefehlt haben. Milliarden Forschungsgelder, mit denen die medizinische Wissenschaft heute schon viel weiter sein könnte. Wie können Forscher wie Rouiller anscheinend ohne Skrupel ständig mit den Hoffnungen der Patienten spielen?

Alle Patienten haben ein Anrecht auf die bestmögliche Medizin. Aber um dies erreichen zu können, muss die medizinische Forschung endlich wieder das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellen. Wir Tierversuchsgegner setzen uns für eine bessere Medizin und für einen innovativen und führenden Forschungsstandort Schweiz ein.

Deshalb ist es für alle Unbelehrbaren höchste Zeit: Zeigt wenigstens ein bisschen Courage! Zeigt wenigstens etwas echtes Mitgefühl für die Hoffnungen der Patienten. Zeigt wenigstens etwas echtes Interesse am Fortschritt der medizinischen Forschung. Oder tut es wenigstens zur Stärkung eines innovativen und führenden Forschungsstandortes Schweiz. Verabschiedet euch endlich von der medizinischen Forschung und macht Platz für innovative und echte Wissenschaftler.


Wir alle kennen das Sprichwort: Man kann nicht den Fünfer und das Weggli haben.
Wenn wir diese Redensart auf die medizinische Wissenschaft umformulieren, muss sich jeder die Frage stellen:

Wollen wir Tierversuche oder wollen wir medizinischen Fortschritt?

Image Andreas Item

Informationen und Fotos zu ZuGeTiVe, dem Aktionstag und der Demonstration gegen Tierversuche vom 19. September 2009 in Freiburg, finden sie unter: www.zugetive.ch

Den aktuellen Bericht über ZuGeTiVe, den Aktionstag und die Demonstration gegen Tierversuche, finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe ( Seiten 4 und 5) unter: http://www.agstg.ch/downloads/magazin/2009/albatros_magazin_tierversuche_25de_www.pdf

Fotos von der ZuGeTiVe Petitionsübergabe finden Sie unter: Petitionsübergabe «Stoppt die Affenversuche an der Universität Freiburg»

Wollen wir Tierschutz oder wollen wir medizinischen Fortschritt?

Diese seit mehr als einem Jahrhundert von Tierversuchsbefürwortern gestellte Frage (Bsp.: «Aber wenn Ihr Kind …») kennen wir alle. Die Antwort darauf scheint klar. So ziemlich jeder Mensch wird das Leben z.B. seiner Kinder über das Leben aller anderen Lebewesen stellen, das ist völlig normal. Somit ist die Debatte «Wissenschaft oder Tierschutz» immer von vornherein verloren. Dennoch lassen sich leider sehr viele Tierschützer auf diese Debatte ein. Und die Vivisektoren lachen sich dabei ins Fäustchen.

Dass diese ewige unfruchtbare Debatte regelrecht die Diskussionen über Tierversuche beherrscht, wurde mir anlässlich der «Arena»-Sendung vom 16.10.2009 (Streit um Tierversuche) wieder einmal klar bewusst. Die Debatte drehte sich hauptsächlich um das Thema Güterabwägung. Dies, weil eine der Urteilsbegründungen für das Verbot der Zürcher Affenversuche die Würde der Tiere ist.
Wohlgemerkt: Dies ist ein sehr wichtiges Urteil! Dass die Würde der Tiere erstmals von einem Gericht anerkannt wurde, darüber dürfen wir Tierfreunde uns absolut freuen.

Aber wie soll diese Güterabwägung in Zukunft aussehen? Nach welchen Kriterien sollen wir Würde oder Wert von Lebewesen beurteilen? Nach genetischer Ähnlichkeit mit uns Menschen? Dabei wären dann aber sicher viele Tierschützer nicht einverstanden, denn Mäuse und Ratten stehen uns genetisch näher als manche der sogenannten «Kuscheltiere».
Oder machen wir eine Rangliste nach Beliebtheit? Stehen dann zuoberst Hunde oder Katzen? Oder vielleicht Pferde? Oder doch eher Kaninchen und Meerschweinchen?
Ich persönlich mag Esel sehr und finde, die sollten in der Rangliste oben stehen.
Nein, so gehts wohl auch nicht.

Bei diesem Bundesgerichtsentscheid hat aber auch nicht die Güterabwägung «gewonnen». Denn bei der Frage «Mensch oder Tier?» wird der Mensch immer siegen. Die entscheidenden Begründungen des Bundesgerichts beinhalteten eine wissenschaftliche Kritik an diesen Tierversuchen. Eine Kritik am Nichtvorhandensein eines voraussehbaren Nutzens für die Menschen. Dies war somit keine Frage des Tierschutzes, sondern eine Frage der Wissenschaftlichkeit. Diese Erkenntnis hat dann die Güterabwägung erst ermöglicht.
Das Bundesgericht hat zwar die Methode Tierversuch nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber es hat die wichtigen Fragen über effektiven Sinn und Nutzen von Tierversuchen ein klein wenig ins Zentrum gerückt.
Die entscheidende Frage lautet nämlich nicht: Wollen wir Tierschutz oder wollen wir medizinischen Fortschritt?
Die entscheidende Frage lautet:

Wollen wir Tierversuche oder wollen wir medizinischen Fortschritt?

Dass vom höchsten Schweizer Gericht der angebliche Nutzen von Tierversuchen infrage gestellt wurde, das ist für mich ein Grund zum Feiern.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

 
Andreas Item
Irreführung der Öffentlichkeit über angebliche medizinische Erfolge - Gelähmte Ratten können wieder laufen
   Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch 

Irreführung der Öffentlichkeit über angebliche medizinische Erfolge

22. September 2009

Bonaduz (ots) In der am 20. September veröffentlichten Medienmitteilung «Gelähmte Ratten können wieder laufen» wird dem Leser suggeriert, dass die Heilung von querschnittsgelähmten Menschen unmittelbar bevorstünde. Fakt ist jedoch, dass der mit den Worten «Es gibt keine Belege, dass die Methode bei Menschen nicht funktioniert» zitierte Wissenschaftler Prof. Courtine die Öffentlichkeit mit dieser Aussage bewusst manipuliert, um noch mehr Forschungsgelder zu erhalten.

Diese bewusst manipulative Umkehr einer Aussage, um damit dem Leser Erfolg zu suggerieren und dies, indem er mit den Hoffnungen der Patienten spielt, müsste strafbar sein. Natürlich gibt es noch keine Belege für das Versagen seiner Methode am Menschen, er hat sie ja auch noch nicht bei Menschen ausprobiert. Wesentlich hingegen ist, dass es in Wirklichkeit keinerlei Beweis gibt, dass seine Methode bei Menschen jemals funktionieren könnte.

Neurostimulatoren werden bei Menschen schon lange eingesetzt, wie z.B. bei Morbus Parkinson oder chronischen Schmerzen. Bei Querschnittslähmungen haben sie jedoch nicht geholfen. Ratten unterscheiden sich von Menschen grundlegend und ebenfalls unterscheiden sich die künstlich von Courtine hervorgerufenen Querschnittslähmungen grundlegend von den Unfallmechanismen, die bei Menschen zu Querschnittslähmungen führen.

Tierversuche führen seit Jahrzehnten in die Irre. So ist trotz milliardenschwerer Förderprogramme und zigfach in Tierversuchen erfolgreichen Versuchen, Krebs zu heilen, für Menschen wenig dabei herausgekommen. Eines von vielen Beispielen ist die seit 15 Jahren verwendete Krebsmaus. Mit ihr solle Krebs in ein paar Jahren besiegt sein, hiess es. Zigtausend potenzielle Wirkstoffe wurden an Millionen Krebsmäusen getestet. Viele davon dämmten den künstlich erzeugten Krebs bei Mäusen ein, jedoch nicht einer dieser Stoffe konnte erfolgreich beim Menschen eingesetzt werden.

Gleiches gilt auch für HIV/AIDS. Hier waren innerhalb von 20 Jahren über 130 Untersuchungen von Impfstoffen, sowohl zur Vorbeugung wie auch zur Therapie, im Tierversuch überaus erfolgreich. Kein einziger dieser Impfstoffe war jedoch bei Menschen erfolgreich – ganz im Gegenteil. Sie hatten z.T. schwerwiegende Nebenwirkungen, die in den Tierversuchen nicht vorausgesagt wurden.

Ebenso wie Krebs in Tierversuchen heilbar und AIDS im Tierversuch vorbeugbar ist, so scheinen nun auch Querschnittslähmungen bei Ratten heilbar zu sein. Dies ist jedoch höchstens für die Veterinärmedizin interessant – für Menschen aber absolut irrelevant.

Bevölkerung und Politik sehen sich durch Tierversuche in Sicherheit bezüglich Medikamentennebenwirkungen. Dies der Erfolg jahrzehntelanger Pharmapropaganda. In Wirklichkeit stirbt jedoch jeder 20. Spitalpatient an den Nebenwirkungen von Medikamenten und 92% aller – nach Tierversuchen für unbedenklich befundenen – Medikamente werden wegen schwerer Nebenwirkungen bei Menschen gar nicht erst zugelassen. Von den restlichen 8% muss die Hälfte nachträglich infolge schwerwiegender Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen werden. Dies zeigt ganz klar die Unzuverlässigkeit von Tierversuchen auf.

Hingegen haben klinische Forschung sowie innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden in den letzten Jahren zu vielen wesentlichen medizinischen Fortschritten geführt.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert daher seit Langem endlich eine wissenschaftliche Auswertung und Beurteilung aller durchgeführten Tierversuche
.
Es muss endlich aufhören, dass mit dem absichtlichen Spielen mit den Hoffnungen von Patienten immer mehr Forschungsgelder generiert werden können. Deshalb müssen Forschungsprojekte mit den vorgängig gemachten Behauptungen und Versprechungen verglichen und beurteilt werden.
Zudem fordert die AG STG endlich die massiv bessere Förderung und Anwendung von geeigneten innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Nur mit diesen Forschungsmethoden können mehr Sicherheit wie auch bessere Heilungschancen für Patienten erreicht werden. Die AG STG setzt sich für echten medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt ein und ist deshalb für die Abschaffung aller Tierversuche. Ebenfalls sieht die AG STG dadurch eine grosse Chance für die Schweiz, auch in Zukunft zu den innovativen und führenden Forschungsstandorten der Welt zu zählen.

Wissenschaftliche Quellenangaben zu den im Text genannten Fakten:

Wissenschaftliche Abhandlung «Tierversuche aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht»:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf

Bericht AIDS/HIV-Forschung:
http://www.agstg.ch/Albatros-24/AIDS-Forschung-Tierversuche-haben-versagt.html

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für eine innovative, zukunftsorientierte Forschung und eine Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten im Vordergrund stehen.

 


Offener Brief an Daniel Vasella, CEO und Verwaltungsratspräsident von Novartis

Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Offener Brief an Daniel Vasella, CEO und Verwaltungsratspräsident von Novarits

12. August 2009

Sehr geehrter Herr Vasella

Was Ihnen in den letzten Wochen passiert ist, das ist sehr zu bedauern.
Auch wir Tierschützer haben etwas zu bedauern, nämlich den Tod von weltweit jährlich ca. 115 000 000 Tieren für Tierversuche.
Wir sind eine absolut legal und friedlich agierende Organisation, die sich aus medizinisch-wissenschaftlichen wie ethischen Argumenten gegen Tierversuche einsetzt. Wir wünschen uns schon seit Langem einen Dialog mit Ihnen. Wir wünschen uns schon seit Langem Antworten von Ihnen. Bisher leider ohne Erfolg.

Sie, Herr Vasella, wie wir von der AG STG haben die gleichen Ziele, nämlich eine bessere und sicherere Medizin für die Menschen und den Verzicht auf Tierversuche. Nutzen wir doch die Chance zu einem gemeinsamen sachlichen Dialog, bei welchem wir endlich Antworten auf unsere Fragen erhalten. Nehmen Sie den militanten Tierschützern den Wind aus den Segeln, indem Sie beweisen, dass Sie offen sind für einen Dialog mit legal agierenden und friedlichen Tierversuchsgegnern.

Einige Fragen, die wir schon lange an Sie, Herr Vasella, haben, kann ich Ihnen bereits im Voraus zukommen lassen:

Tierversuche sind auch unter Ärzten und Wissenschaftlern sehr umstritten. So hat die amerikanische Arzneimittelzulassungsstelle FDA errechnet, dass 92% aller Tierversuchsergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind.[1]

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: die HIV-Infektion, an deren Folgeerkrankung AIDS täglich bis zu 8000 Menschen sterben. In Tierversuchen gelang es wiederholt, durch Impfungen eine HIV-Infektion zu verhindern.[2] In der Folge wurden seit 1987 bis 2007 vom Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten in den USA (U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases) mehr als 130 Untersuchungen mit HIV-Impfstoffen an Menschen finanziert. Darunter waren sowohl vorbeugende als auch therapeutische Impfstoffe. Kein einziger war beim Menschen wirksam, trotz bzw. wohl gerade wegen vorheriger erfolgreicher Anwendung in Tierversuchen.[3]
Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, dass durch das Dogma des Festhaltens an leidbringenden Tierversuchen bewusst Forschungsgelder sinnlos verschwendet werden und die Entwicklung wirksamer Medikamente behindert wird. Untersuchungen an menschlichen weissen Blutzellen ausserhalb des Körpers (In-vitro-Versuche) zeigten hingegen sowohl die Wirksamkeit als auch die Toxizität von AIDS-Medikamenten wie AZT[4], 3TC[5] und Proteaseinhibitoren[6] zuverlässig. Daraus wird deutlich, dass innovative Forschungsmethoden im Gegensatz zu Tierversuchen zu zuverlässigeren Resultaten und Fortschritten führen, ohne dass Menschen- und Tierleben unnötig gefährdet werden.

Erst kürzlich hat der Konstanzer Professor Thomas Hartung in einem «Nature»-Artikel festgestellt, dass rund 60% der Stoffe, die in Tierversuchen als giftig eingestuft wurden, für Menschen ungiftig sind.[7] Somit werden potenziell wirkungsvolle Medikamente (Wirkstoffe) gar nicht erst weiter überprüft. Dies bedeutet, dass für Menschen wirkungsvolle und lebensrettende Medikamente oft infolge der fehlerhaften (da nicht übertragbaren) Tierversuchsergebnisse gar nicht entwickelt werden. Tierversuche behindern also medizinischen Fortschritt! Umgekehrt wiegt man sich durch Tierversuche in falscher Sicherheit, was die vielen massiven Nebenwirkungen sowie die verheerenden Medikamentenkatastrophen beweisen.

Frage: Weshalb weigert sich die Tierversuchslobby so vehement, das Thema Tierversuche und deren wirklichen medizinisch-wissenschaftlichen Nutzen mit Kritikern zu diskutieren? Und weshalb setzt sich die Tierversuchslobby nicht stärker für die Erforschung und Anerkennung von innovativeren und sichereren Forschungsmethoden ein?

Wenn Tierversuchsergebnisse für die Erforschung von Medikamenten wichtig sind, dann muss man logischerweise auch auf bereits vorhandene Versuchsergebnisse Zugriff haben. Wenn man diesen Zugriff nicht hat, lässt sich auf den vorhandenen Ergebnissen keine weitere Forschung aufbauen. Dann verschwinden diese Ergebnisse einfach in verstaubten Archiven.

Zudem werden Tierversuchsergebnisse nach aktuellem Schweizer Gesetz weder überprüft noch ausgewertet. Dies ist ein Affront gegen den Nutzen von Tierversuchen! Klinische Studienregister sind längst Realität. Beispielsweise belegt das Register des U.S. National Institutes of Health unter http://clinicaltrials.gov nachhaltig, dass durch die Bekanntgabe der Informationen keinerlei Nachteil für die Forscher resultiert. Dies obwohl somit die Öffentlichkeit und andere Forschergruppen frühzeitig von den Vorhaben erfahren.
Hingegen aber profitieren Forschergruppen sehr von den veröffentlichten Ergebnissen.

Frage: Weshalb weigert sich die Tierversuchslobby, dass Tierversuchsdaten ausgewertet und veröffentlicht werden, damit andere Wissenschaftler auf diesen Daten aufbauen können und redundante qualvolle Tierversuche unterlassen werden?

Novartis setzt sich gerne für das Wohl der Menschen ein. Sie selbst sagten im «Blick»-Interview: «Ich bin mit meinem Gewissen zu hundert Prozent im Reinen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Arbeit bei Novartis Menschen heilt und Leiden vermindert.»

Frage: Weshalb aber stellt Novartis seine finanziellen Interessen über das Leiden und Leben von Hunderttausenden Menschen, indem Novartis Regierungen und Staaten verklagt (z.B. Südafrika und Indien), die einen einfacheren Zugang für betroffene Menschen zu für sie lebensnotwendigen Medikamenten herstellen möchten?

Ist Ihnen etwa nicht bewusst, dass Hunderttausende Menschen infolge der aktuellen Medikamentenpatent-Politik leiden und sterben müssen, nur weil sie die Medikamente nicht bezahlen können? Setzen Sie sich für eine faire Medikamentenpreispolitik in der Schweiz wie in der ganzen Welt ein.
Beispielsweise ist das von Novartis produzierte Malariamedikament Coartem für viele Spitäler in Entwicklungsländern über legale internationale Apotheken erheblich preiswerter zu beziehen, als es ihnen von Novartis (angeblich zum Selbstkostenpreis) angeboten wird. Nebenbei: Sicher ist Ihnen auch bekannt, dass der Wirkstoff von Coartem ganz ohne Tierversuche entdeckt wurde.

Wie Novartis und Sie selbst immer wieder betonen, habe die Schweiz ein strenges und gutes Tierschutzgesetz. Dies verhindere, dass Tiere in Tierversuchen übermässig leiden müssen bzw. dass unnötige Tierversuche durchgeführt werden. Im «Blick»-Interview sagten Sie: «Die Art und Weise, wie diese Versuche gemacht werden, muss den höchsten Standards genügen. Jegliches unnötige Leiden von Tieren muss unterbunden werden. Das ist unsere Einstellung.» Ihr Lob zu unserem Tierschutzgesetz und Ihre Einstellung in Ehren.

Frage: Weshalb aber führt dann Novartis 80% seiner Tierversuche im Ausland durch und umgeht somit die Tierschutzstandards der Schweiz?

Wissenschaftlern ist es gelungen, zum Mond zu fliegen, Strom aus Sonnenlicht zu generieren und vielfach auch schon ohne jegliche Tierversuche neue Untersuchungsmethoden und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten zu entwickeln.

Frage: Warum halten Sie immer noch so vehement an Tierversuchen fest und beleidigen damit die Intelligenz der Wissenschaftler, anstatt auf innovative Forschungsmethoden zu setzen, die ohne jegliches Leid für Tiere auskommen sowie preiswerter und effizienter zu zuverlässigeren Ergebnissen führen? Warum helfen Sie nicht verstärkt mit, die Schweiz zu einem weltweit führenden Forschungsstandort, sowohl hinsichtlich Innovationskraft als auch ethischem Bewusstsein, zu entwickeln?

Wir freuen uns sehr über einen offenen und sachlichen Dialog mit Ihnen.
Für eine innovative, zukunftsorientierte und tierfreundliche Forschung! – Für einen führenden Forschungsstandort Schweiz!

Beste Grüsse

Für die AG STG
Andreas Item
Geschäftsführer

Das Quellenverzeichnis finden Sie unter: www.agstg.ch/quellen.html

Wir warten!

Trotz mehrmaligem Nachfragen hat es Daniel Vasella bis heute nicht als notwendig erachtet, uns eine Antwort zukommen zu lassen. Wir sehen uns somit gezwungen zu behaupten, dass Daniel Vasella an einem sachlichen Dialog absolut nicht interessiert ist.


Über die AG STG

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit Langem eine schärfere Sanktionierung von Tierversuchen durch die Behörden, konsequenten Verzicht auf Tierversuche und die Förderung und Anwendung von geeigneten tierversuchsfreien Testmethoden statt der Verschwendung von öffentlichen Geldern für völlig veraltete Forschungsmethoden. Es reicht nicht aus, dass tierversuchsfreie, sicherere Testmethoden nur gefordert werden – sie müssen auch gefördert werden!
Tierversuche behindern medizinischen Fortschritt und bedrohen somit die Volksgesundheit! Auch fordert die AG STG mehr Transparenz bei Tierversuchen!

Weitere Informationen über die AG STG und über Tierversuche finden Sie unter: http://www.agstg.ch

Tierversuchen aus wissenschaftlicher Sicht von Oberarzt Dr. med. Walz finden Sie unter:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf


AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner
Hauptstrasse 14a
CH-7402 Bonaduz
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Internet: www.agstg.ch