Erfolg gegen Botox-Walk-in im Bahnhof Luzern

Erfolg gegen Botox-Walk-in in Luzern

Am 18. Juni 2010 berichtete die «Neue Luzerner Zeitung» über die geplante Eröffnung eines Botox-Walk-in an bester Lage im Bahnhof Luzern. Der VgT sowie die AG STG reagierten prompt und intervenierten beim Permanence Medical Center (Untervermieter) und bei den SBB (wir berichteten im «Albatros» Nr. 28). In einer Stellungnahme an das Bundesverwaltungsgericht hat die SBB nun bekanntgegeben, dass die geplante Botox-Praxis im Bahnhof Luzern definitiv nicht bewilligt worden ist. Die Proteste und Kundgebungen gegen das geplante Botox-Walk-in im Bahnhof Luzern hatten somit Erfolg.
An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an alle, die die Aktion unterstützt haben!


Erfolg: Riesige Affenzuchtanlage in Puerto Rico verhindert

Erfolg: Riesige Affenzuchtanlage in Puerto Rico verhindert

Die Firma Bioculture, die in Mauritius bereits Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) für die weltweite Forschung züchtet, wollte 4000 Affen von Mauritius nach Puerto Rico schaffen und so eine neue Affenzuchtanlage etablieren. Zu den Kunden der Firma zählen Charles River Laboratories, Pfizer und Covance.
Als die Pläne im Frühjahr 2009 bekannt wurden, gab es von Anfang an massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE), die auch von der AG STG unterstützt wird, und mehrere andere internationale Organisationen unterstützten die Bürgerbewegung mit verschiedenen Protestaktionen.
Die weltweite Kampagne hatte Erfolg! Ein Gerichtsbeschluss stoppte (vorerst) den Bau mit der Begründung, die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umwelt seien unzureichend berücksichtigt worden.

Daniel Vasella (Novartis) gegen Erwin Kessler (VgT) Darf man Tierversuche als Tierquälerei und Massenverbrechen bezeichnen? – Teil 2

Darf man Tierversuche als Tierquälerei und Massenverbrechen bezeichnen? – Teil 2

Wie wir im «Albatros» Nr. 27 berichteten (Link zum Artikel), reichte Novartis-Chef Daniel Vasella gegen VgT-Präsident Erwin Kessler eine Strafklage wegen Verleumdung ein. Dem VgT soll verboten werden, Tierversuche als Tierquälerei oder als Massenverbrechen zu bezeichnen. Auf Anfrage von Erwin Kessler für eine Unterstützung seiner Verteidigung verfasste Dr. med. Alexander Walz eine umfassende medizinisch-wissenschaftliche Stellungnahme über den angeblichen Nutzen von Tierversuchen. Danach reichte Erwin Kessler seine über 170 Seiten umfassende Klageerwiderung ein.

Die darauf folgende 49 Seiten umfassende Replik (Erwiderung des Klägers auf die Klageerwiderung des Beklagten) brachte keine neuen Fakten ein und führte wiederum keine Beweise an, weshalb Tierversuche notwendig sein sollen. Diesen unsachlichen und nichts aussagenden Bericht des Klägers zu kommentieren wäre verschwendete Zeit. Jedoch als Organisation, die sich für echten medizinischen Fortschritt und somit gegen Tierversuche einsetzt, ist es unsere Pflicht, auch die in diesem Bericht aufgeführten Behauptungen als unwahr und falsch zu widerlegen. Dies hat wiederum Dr. med. Alexander Walz für uns übernommen.

Leider fehlt uns auch diesmal die Möglichkeit, dieses Statement im «Albatros» vollständig abzudrucken. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Auszüge, die jedoch nur einen kleinen Einblick in dieses Statement ermöglichen. Sie können das Statement hier durchlesen oder downloaden.

Statement der AG STG zur Vorlage beim Bezirksgericht Münchwilen

(4. 8. 2010) Vasella/Novartis - Kessler/VGT, in Ergänzung zur Stellungnahme vom 28. 1. 2010

Zum Vorwurf, es handele sich bei meiner Stellungnahme um ein reines Parteigutachten, welchem keinerlei Beweiswert zukäme:

(...)
Bereits in den 80er Jahren wurde von der Firma Ciba-Geigy, aus der in der Fusion mit Sandoz schliesslich Novartis hervorgegangen ist, verkündet, der unmittelbare Durchbruch zum Besiegen von Krebserkrankungen stehe kurz bevor. Dieses Ziel sei bis 1990 erreicht. [1]
Bis heute jedoch sind die allermeisten Krebserkrankungen nicht heilbar, und die sehr teuren Therapien sind überwiegend mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Und obwohl mit diesen Medikamenten die genau gleichen Krebserkrankungen zuvor in Tierversuchen geheilt werden konnten, erbringen die Medikamente bei Menschen statistisch gesehen gegenüber Placebo oft nur eine Lebenszeitverlängerung von wenigen Wochen.
Führende Krebsforscher wurden in meiner Stellungnahme zitiert, die aus diesen und weiteren Gründen auf den Unsinn von Tierversuchen hinweisen. Unter diesen ist auch ein Forscher von Sandoz, einem Tochterunternehmen von Novartis: Prof. Dr. H. Weidmann, seinerzeit Leiter der pharmakologischen Abteilung des Arzneimittelherstellers Sandoz, hatte festgestellt: «Die tierexperimentellen Resultate der Krebstests, der Missbildungstests und der Tests auf Schädigung der Erbmasse sind für den Menschen nicht massgebend. Die einzige Möglichkeit, teratogene, mutagene und karzinogene Wirkungen von neu eingeführten Substanzen zu ermitteln, ist eine intensive klinische Überwachung des Menschen. Toxische Reaktionen des menschlichen Immunsystems sind am Tiermodell nicht darzustellen!» [2]  
(...)
Trotz oder gerade wegen vorgeschriebener Tierversuche im Zulassungsverfahren von neuen Medikamenten sind schwerwiegende Medikamentennebenwirkungen die fünfthäufigste Todesursache in den USA. [3] Weitere erschreckende Zahlen kommen aus Schweden und England. Eine schwedische Studie hat gezeigt, dass jeder 20. hospitalisierte Patient an den Folgen von Medikamentennebenwirkungen stirbt. [4] Eine Untersuchung in England hat ergeben, dass jede 15. Spitaleinweisung aufgrund von Nebenwirkungen von Medikamenten erfolgt. [5]
Tierschutz ist somit in der Zwischenzeit auch zu Menschenschutz geworden, denn die unzuverlässigen Tierversuche täuschen eine falsche Sicherheit vor und werden für Menschen lebensgefährlich, wenn sie zur Entscheidungsgrundlage herangezogen werden. Zudem verhindern Tierversuche echte Innovationen.
(...)

Zur Behauptung der gesetzlichen Vorschrift von Tierversuchen (bzw. zum Vorwurf der Tierquälerei)

(...)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf ihrer Liste der unentbehrlichen Arzneimittel lediglich rund 300 Wirkstoffe aufgeführt. Alleine in der Schweiz sind über 6000 chemisch definierte Medikamente zugelassen und damit das Zwanzigfache dessen, was als unentbehrlich gelten darf. Diese Zahl der zugelassenen Wirkstoffe in der Schweiz stammt wiederum von der Tierversuchslobby selbst, von der von den Klägern gerne zitierten Interpharma. [15]  Auf der zitierten Seite wird auch deutlich, dass die Zahl der von der Swissmedic zugelassenen Medikamente seit 1985 trotz aller Neuentwicklungen um 4000 abgesunken ist. Dies weil bereits ein Teil der nutzlosen und nebenwirkungsreichen bis hin zu tödlichen Medikamenten nachträglich wieder vom Markt genommen wurde, obwohl zuvor Tierversuche deren scheinbare Wirkung und Nebenwirkungsfreiheit suggeriert hatten.

Für all die 6000 Medikamente wurden jedoch Tierversuche durchgeführt, obwohl bei vielen Medikamenten von vornherein klar war, dass deren Entwicklung überflüssig ist. Sie wurden dennoch durchgeführt, weil damit Umsatz und Gewinn maximiert werden können. Berücksichtigt man alle Hersteller und Packungsgrössen, so sind z. B. allein 719 auf dem Markt erhältliche Präparate ACE-Hemmer oder Sartane. Unter den 719 Präparaten ist auch das von Novartis vertriebene Diovan, mit welchem alleine im Jahr 2009 ein Umsatz in Höhe von 6 Milliarden erzielt wurde und das somit der Topseller von Novartis ist. [16] Die Unterschiede zwischen diesen 719 einzelnen Präparaten sind marginal.
(...)
Wenn nun also von 719 Präparaten in der endgültigen Konsequenz 718 verzichtbar wären, wurden 718-mal unnötige Tierversuche für die Zulassung durchgeführt. Dazu gehört neben dem eigentlichen Versuch auch beispielsweise die verstümmelnde Markierung der Tiere durch Amputation einzelner ihrer Zehenendglieder. Insofern kann die Klägerin nicht allen Ernstes behaupten, sie führe ausschliesslich medizinisch notwendige Tierversuche durch. Denn die Tierversuche für die 718 unnötigen Präparate werden ausschliesslich aus Gründen der Profitmaximierung durchgeführt, die man durchaus als Habgier bezeichnen kann, wenn dafür billigend Tierleid veranlasst wird.
(...)

Zusammenfassung

(...)
Dies ist die Zusammenfassung der Erkenntnisse vieler Arbeitsgruppen, Fachgesellschaften und Wissenschaftler. 2004 haben Professoren der Universitäten Bristol, Edinburg, London und New Haven in einer der drei weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften eine Analyse publiziert. In dieser gingen sie der Frage nach, ob es Belege dafür gebe, ob Tierversuche für Menschen einen Nutzen haben. Dazu verglichen sie die Ergebnisse von Tierversuchen mit den klinischen Untersuchungen an Menschen. Dabei haben sie einerseits aufgezeigt, dass die Ergebnisse oft ganz erheblich voneinander abweichen, und andererseits, dass zum Teil Menschen- und Tierversuche zu neuen Therapieverfahren parallel stattfanden – was den Unsinn von Tierversuchen noch mehr hervorhebt. Die Schlussfolgerung der Autoren: Um eine bessere medizinische Versorgung sicherzustellen, sollte eine Überprüfung der gängigen Praxis von vorgeschriebenen Tierversuchen höchst dringlich erfolgen. [24] Passiert ist seither nichts, und es ist damit höchste Zeit, dies zu tun.

  Dr. med. Alexander Walz
Oberarzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG

Weiterführende Links

Vollständiges Statement inkl. Quellenangaben: http://www.agstg.ch/downloads/diverses/2010-08-04_stellungnahme_ag-stg_prozess_vasella-gegen-kessler.pdf

Internetseite vom VgT/Erwin Kessler mit vielen Informationen zum Verfahren: http://vgt.ch/doc/vasella/index.htm


 

Prozess nach Eklat abgebrochen

(25. 8. 2010) An der öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Bülach hatte das Gericht, ohne einen sachlichen Grund zu nennen, VgT-Präsident Erwin Kessler verweigert, im Rahmen seines Plädoyers ein Video der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zu zeigen. Erwin Kessler ermahnte daraufhin das Gericht und forderte, dass das Video gezeigt werden müsse. Er lasse sich vom Gericht nicht willkürlich vorschreiben, was er zu seiner Verteidigung vortragen dürfe und was nicht. Das Gericht verweigerte das Zeigen des Videos weiterhin.
Da das Gericht somit sowohl seine Verteidigungsrechte wie auch das Öffentlichkeitsgebot verletzte, verliess Erwin Kessler unter Protest die Verhandlung. Das noch ausstehende Urteil ist somit wegen dieses Verfahrensmangels voraussichtlich im vornherein nichtig.
Sobald sich etwas Neues ergibt, werden wir wieder berichten. 

Quellenangaben: Gesund ohne Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co vorbeugen

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Gesund ohne Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. vorbeugen

Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. vorbeugen

Die häufigste Todesursache in der Schweiz sind die Herz-Kreislauf- und die Krebserkrankungen. Dies, obwohl sie grösstenteils vermeidbar wären. Wir zeigen auf, welche Ernährung neben diesen Krankheiten auch vielen weiteren Übeln vorbeugt.

In den letzten Artikeln widmeten wir uns den verschiedenen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Übergewicht und hohe Cholesterinwerte. Die Weltgesundheitsorganisation hat errechnet, dass diese Risikofaktoren mit weiteren «bösen 3» für bis zu 84% der Todesfälle und etwa 75% der in Krankheit verbrachten oder vorzeitig verlorenen Lebensjahre wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind [1]:
  • geringer Verzehr von Obst und Gemüse
  • fehlende körperliche Aktivität
  • Rauchen
Ein weiterer wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), welcher in über 90% der Fälle als sogenannter Typ 2 auftritt (früher als Altersdiabetes bezeichnet). Besser müsste er als Übergewichtdiabetes bezeichnet werden, da er fast immer nur bei Übergewichtigen auftritt und meistens geheilt werden könnte, indem das Körpergewicht auf ein normales Mass reduziert würde.

Mit Ausnahme des Rauchens hängen alle genannten Risikofaktoren eng miteinander zusammen (siehe Tabelle).

 

Verknüpfung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Relativ zentral im ganzen System ist offenkundig die richtige Ernährung. Auch in Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Ernährung eine Mitursache bei über zwei Dritteln der Krankheiten ist [2].

Schon Hippokrates erkannte: «Es gibt Krankheiten, die nur durch richtige Ernährung geheilt werden können.» Dennoch schlucken auch heute noch die meisten Menschen lieber eine Blutdrucktablette zum Frühstück, einen Blutverdünner zum Mittagessen, eine Abnehmpille zum Abendessen, einen Cholesterinsenker vor der Nachtruhe und spritzen sich mehrmals täglich Insulin gegen ihre Zuckerkrankheit – dies alles unter Inkaufnahme von zum Teil potentiell tödlichen Nebenwirkungen. Ein Grund dafür dürfte darin liegen, dass viele Ärzte selbst schlechte Vorbilder sind.
Zudem bewerben Pharmakonzerne und die Agrarlobby mit bewusster Verbrauchertäuschung falsche Lösungen: Gegen die freien Radikale werden Radikalfänger-Tabletten verkauft, gegen die ungesunde Ernährung gibt es Multivitaminpillen, und Fleisch wird als ein Stück Lebenskraft vermarktet.

 

Fleisch ein Stück Lebenskraft?

Diesen Werbeslogan kennt wohl jeder. Wir haben Ihnen im Folgenden die Fakten rund um fleischhaltige und vegetarische Ernährung zusammengestellt. Sie werden sehen, dass dieser Werbeslogan nicht stimmt, ja dass sogar genau das Gegenteil gilt.

 

Vegetarier leben nicht nur gesünder, sondern auch länger gesund!

Gemäss wissenschaftlichen Studien leben Vegetarier länger und vor allem auch länger gesund - Gesund ohne Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. vorbeugenÄpfel und Birnen sind nicht das Gleiche – obwohl beide Obst sind. So können auch nicht alle vegetarischen Ernährungsformen in einen Topf geworfen werden. Die nachfolgende Übersicht zeigt die relevanten Unterschiede:
Ovo-lacto-Vegetarier essen keine Nahrungsmittel von getöteten Tieren (z.B. Fleisch, Wurst, Fisch). Veganer essen darüber hinaus auch keine Produkte, die aus Milch, Eiern oder Honig hergestellt wurden. Beide Ernährungsformen sind gesundheitlich nicht nur unbedenklich, sondern empfehlenswert, wie im Folgenden anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse gezeigt wird. Beide Ernährungsformen beinhalten eine überaus grosse Nahrungsmittel-Vielfalt, auch wenn auf den ersten Blick aus der Sicht eines Nicht-Vegetariers der Verzicht im Vordergrund zu stehen scheint. Wer jedoch aufmerksam die Möglichkeiten studiert, wird feststellen, dass z.B. mit Maismehl statt mit Ei Gebackenes zu gleicher Qualität führt. Oder auch, dass der Einzelhandel mit vegetarischen und veganen Produkten von Lyoner Wurst über Gyros bis hin zum Hamburger und Käse keine Wünsche offen lässt. Dafür müssen Sie nicht einmal in ein Reformgeschäft gehen. Auch bei Coop und Migros gibt es Sojajoghurt, Falafeln, Vegi-Schnitzel, Vegi-Würste, Eis u.v.m.

 

Die Gründe, sich für eine vegetarische Ernährung zu entscheiden, sind vielfältig:

  • ästhetische Gründe: Die Vorstellung vom Verzehr von wochenalten Leichenteilen ruft Ablehnung hervor
  • tierethische Gründe: Fleisch und Fisch setzt die Tötung von Tieren voraus. Veganer sind noch konsequenter in ihrer Anschauung, da sie unter anderem wissen, dass männliche Tiere meist getötet werden, da ja nur weibliche Rinder Milch geben und nur weibliche Hühner Eier legen
  • gesundheitliche Gründe: Diese sind das Thema dieses Artikels
  • ökologische Gründe: Die Viehwirtschaft richtet mehr ökologischen Schaden an als der gesamte Auto- und Flugverkehr zusammengenommen
  • humanethische Gründe: Der Konsum von tierischen Lebensmitteln ist ein wesentlicher Grund für das Welthungerproblem
Erfinder Thomas Alva Edison: «Ich bin sowohl Vegetarier als auch Antialkoholiker, weil ich so besseren Gebrauch von meinem Gehirn machen kann.» - Gesund ohne Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. vorbeugen Nachfolgend eine kurze Erläuterung zu weiteren Ernährungsformen.
Die makrobiotische Ernährung ist eine taoistische Ernährungslehre. Bis Stufe 3 ist sie nicht vegetarisch. Darüber hinaus nicht nur vegan, sondern auch frei von Obst und arm an Kartoffeln, Tomaten und Paprika.
Rohkost-Anhänger sind hingegen eine sehr bunte Gruppe, die keinem einheitlichen Ernährungsschema folgt. Einige von ihnen essen auch rohes Fleisch und Fisch und sind somit keine Vegetarier.
Grundsätzlich ist die Überlegung, möglichst viele Lebensmittel roh zu essen, positiv zu beurteilen, da beim Kochen ein Teil der Vitamine zerstört wird. Jedoch sind viele hochwertige Lebensmittel wie z.B. Kartoffeln oder Bohnen überhaupt nur in gekochtem Zustand geniessbar, und bei anderen Lebensmitteln wird erst durch eine Zubereitung eine gute Aufnahme der Nährstoffe möglich (z.B. Getreide, Karotten). Einige makrobiotische Formen sowie eine reine Rohkost-Ernährung führen bei Menschen, die nicht bestens über Ernährung Bescheid wissen, nicht selten zu gefährlichen Mangelerscheinungen [3]. Auf diese beiden Ernährungsformen wird im Folgenden nicht weiter eingegangen.

 

Die wissenschaftliche Datenlage zur vegetarischen Ernährung ist sehr gross. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren zusammengestellt:

Vegetarische Ernährung

•    sorgt für ein längeres, gesundes Leben
Zahlreiche Studien haben nicht nur eine höhere Lebenserwartung von Vegetariern belegt, sondern auch, dass sie insgesamt einen geringeren Teil ihres Lebens mit Krankheiten verbringen müssen [4].

•    sorgt für einen regen Geist
Vegetarier haben ein geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken, als Fleischesser [5]. Eine Studie der Arizona State University ergab zudem, dass Vegetarier seltener an Depressionen und negativen Verstimmungen leiden als Mischköstler [6].

•    erhält die Potenz
Als Lügenmärchen entlarvt wurde auch die Behauptung, dass Fleisch die Fruchtbarkeit erhöht. Genau das Gegenteil hat sich in wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt: je mehr Fleisch gegessen wird, desto mehr leidet die Fruchtbarkeit [7].

•    verbessert das Körpergewicht
Eine Studie an über 300 000 Menschen ergab, dass die Gewichtszunahme mit dem Fleischkonsum korreliert [8]. Andere Studien bestätigen dies [9]. Auch bei Kindern eignet sich eine vegetarische Ernährung zur Vorbeugung gegen Übergewicht [10].

•    normalisiert den Blutdruck
Je höher der Fleischkonsum ist, desto grösser ist das Risiko, am metabolischen Syndrom zu erkranken, zu dem auch ein zu hoher Blutdruck zählt. Umgekehrt senkt eine vegetarische Ernährung den Blutdruck [11-14]. Veganer haben sogar noch bessere Blutdruckwerte als Vegetarier [15, 16].

•    beugt Diabetes mellitus vor und verbessert die Therapie
Auch unabhängig vom Einfluss auf das Körpergewicht reduziert eine vegetarische Ernährung das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, um bis zu 74% [17-19]. Auch eine an der Universität Oslo durchgeführte zusammenfassende Analyse von 12 weiteren Studien kam zu diesem Ergebnis [20]. Ebenfalls ist eine vegetarische Ernährung bei bereits bestehendem Diabetes sinnvoll. So ergab eine Studie sogar bessere Blutzucker- und Cholesterinwerte bei veganer Ernährung als bei der bisher stets empfohlenen Diabetesdiät [21].

•    verbessert die Cholesterinwerte
Die Adventists Health Study 2 zeigte, dass Vegetarier nicht nur bessere Cholesterinwerte, sondern auch bessere Blutzucker- und Blutdruckwerte haben [22, 23]. Gezeigt wurde auch, dass sich die Cholesterinwerte bei der Umstellung von einer fleischhaltigen auf eine vegetarische/vegane Ernährung verbessern [24].

•    stärkt das Herz
Ein hoher Fleischkonsum, dies zeigte u.a. die Physicians-Health-Studie, ist mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verbunden [25]. Umgekehrt haben Vegetarier und Veganer ein um 24% bzw. 57% niedrigeres Herzinfarktrisiko, und zwar sogar wenn man das bei Vegetariern bessere Körpergewicht unberücksichtigt lässt [15, 26].

•    verbessert die Nierenfunktion
Es konnte gezeigt werden, dass eine sojareiche vegetarische oder vegane Ernährung bei vorbestehenden Nierenschäden die Verschlechterung der Nierenfunktion verlangsamt [27].

•    verursacht keine Mangelerscheinungen
Vegetarier haben nicht mehr Osteoporose als Nichtvegetarier [28, 29]. Veganer sollten darauf achten, dass sie genug Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen. Kalzium ist z.B. in vielen Soja- und Reismilchprodukten und in Mineralwasser enthalten, wobei es je nach Marke erhebliche Unterschiede zwischen 100 und 1000 mg Kalzium pro Liter gibt. Sojaprodukte scheinen unabhängig vom Kalziumgehalt eine zusätzliche positive Wirkung auf die Knochendichte zu haben [30]. Auch konnte in Studien gezeigt werden, dass Vegetarier, anders, als es der Volksglaube denkt, nicht an einem Mangel an Eisen leiden [31, 32]. Viele MenschenFleischlose Produkte müssen nicht langweilig sein! Sehr leckere  Produkte erhalten Sie z.B. bei Vegusto (www.vegusto.ch) - Gesund ohne  Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall  & Co. vorbeugen konsumieren Fisch oder Fischölkapseln, weil die Werbung deren hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren hervorhebt. Unerwähnt bleibt dabei die hohe Schadstoffbelastung von Fischen. Menschen, die keinen Fisch verzehren, haben eine wesentlich geringere Schadstoffbelastung durch Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe [33]. Die um das Dreifache erhöhte Quecksilberbelastung bei fischessenden Kindern [34] geht mit einer Entwicklungsverzögerung einher [35]. Omega-3-Fettsäuren kann man auch problemlos mit einer vegetarischen/veganen Ernährung in ausreichendem Umfang zuführen. So z.B. indem man Leinsamenöl auf den Speiseplan setzt. Es enthält sehr viel Omega-3-Fettsäuren und ist daher eine ideale Beimischung z.B. im Salat. Es sollte möglichst nicht erhitzt werden und, da es nicht sehr lange haltbar ist, immer nur in kleineren Mengen gekauft werden. Worauf Veganer achten sollten, ist eine ausreichende Vitamin B12-Zufuhr (die auch bei vielen Fleischessern ein Problem darstellt). Hierzu sollten angereicherte Lebensmittel oder ggf. B12-Tabletten verwendet werden. Ungeeignet sind hingegen Algenpräparate wie z.B. Spirulina, da in ihnen kein bioverfügbares Vitamin B12 vorkommt.

•    schützt den Darm und schützt vor Gallensteinen
Vegetarier leiden 50% seltener an Dickdarmdivertikeln [36, 37]. Fleischesser leiden ausserdem doppelt so häufig wie Vegetarier an Gallensteinen [38].

•    hat möglicherweise einen positiven Einfluss auf Rheuma
Untersuchungen einer finnischen Forschergruppe zeigten auf, dass eine vegane Ernährung den Verlauf der rheumatoiden Arthritis positiv beeinflusst [39]. Als alleinige Therapie dürfte dies jedoch selten genügen. Aber eine vegetarische oder vegane Ernährung könnte dazu beitragen, dass weniger von den häufig nebenwirkungsreichen Medikamenten benötigt wird.

•    beugt Krebs vor
Eine Untersuchung über 8 Jahre zeigte den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und einem erhöhten Tumorrisiko für Mund- und Rachenraum, Speiseröhre, Kehlkopf, Magen und Dickdarm, Lunge, Brust und Prostata sowie Harnblase und Nieren auf [40]. Auch eine grosse kanadische Studie kam zu dem gleichen Ergebnis. Diese Studie hatte zusätzlich das Risiko von Blutkrebs (Leukämie) untersucht und auch diesbezüglich einen Zusammenhang mit dem Fleischkonsum entdeckt [41].
Sehr ausführliche Informationen über Vegetarismus erhalten Sie von der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (www.vegetarismus.ch) Sehr ausführliche Informationen über Vegetarismus erhalten Sie von der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (www.vegetarismus.ch) - Gesund ohne Tierversuche - Mit idealer Ernährung Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. vorbeugenPersonen, die viel rotes Fleisch konsumieren, haben ein um 50% höheres Risiko von Blasenkrebs [42]. Für Dickdarmkrebs steigt das Risiko um bis zu 24% [43, 44]. Sogar schon die Darmkrebsvorläufer, die sogenannten Adenome, nehmen mit dem Fleischkonsum zu [45]. Auch bei Dünndarmkrebs spielt der Fleischverzehr eine gewichtige Rolle [46]. Für Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) erhöht sich das Risiko durch Fleischkonsum um das Zweifache [47]. Für Lungenkrebs erhöht sich das Risiko für Fleischesser um das 2,5-fache – wobei bereits berücksichtigt wurde, dass Vegetarier seltener rauchen [48]. Während der Verzehr von viel Obst und Gemüse vor Kehlkopfkrebs schützt, ist Fleischverzehr direkt mit dessen Entstehung verbunden [49]. Das Risiko an Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) zu erkranken, ist ebenfalls mit dem Verzehr von Eisen aus tierischen Lebensmitteln assoziiert [50, 51]. Auch bei Eierstockkrebs steigt das Risiko durch Fleischkonsum um das 2,5-fache [52]. Der Fleischkonsum in jungen Jahren begünstigt die Entstehung des besonders gefürchteten Brustkrebses vor den Wechseljahren [53]. Prostatakrebs verläuft nicht immer schlimm, da er so langsam wachsen kann, dass oft keine Beschwerden auftreten. Ein hoher Fleischkonsum erhöht aber nicht nur das Risiko von Prostatakrebs, sondern insbesondere auch das Risiko eines schweren Verlaufs [54].
Das amerikanische Institut für Krebsforschung empfiehlt zur Vorbeugung gegen Krebs, mehr Obst und Gemüse sowie weniger Fleisch zu essen [55]. Dies empfiehlt ebenfalls die Welt-Krebsforschungs-Stiftung (World Cancer Research Fund) [56].

(Fortsetzung im «Albatros» Nr. 30)

Hinweise: In den Empfehlungen wurden aktuellste wissenschaftliche Ergebnisse berücksichtigt (Stand 2010). Nicht erwiesene Erkenntnisse aus traditioneller Volksmedizin oder Aberglauben oder nicht erwiesene Firmenwerbeversprechungen fanden hingegen keine Berücksichtigung. Medizinische Diagnostik und Therapie erfordert einen versierten Arzt, da die individuelle körperliche Konstitution wichtig ist. Die gegebenen Empfehlungen ersetzen einen Arztbesuch daher nicht. Die Informationen wurden mit grösster Sorgfalt erarbeitet und werden hohen Qualitätsansprüchen gerecht. Dennoch kann keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen gegeben werden.

Das Quellenverzeichnis finden Sie im Internet unter www.agstg.ch/quellen.html

  Dr. med. Alexander Walz
Oberarzt, wissenschaftlicher und medizinischer Berater der AG STG

(Update) Petition «Stoppt die Affenversuche an der Universität Freiburg!»

«Stoppt die Affenversuche an der Universität Freiburg!»

Am 16. September 2009 hatten wir (die AG STG, die ATRA und die SLGV) dem Grossen Rat von Freiburg unsere Petition «Stoppt die Affenversuche an der Universität Freiburg!» überreicht. Die Petition wurde innerhalb von nur 3 Monaten von fast 20 000 Personen unterzeichnet.
Am 3. Februar 2010 hatte die Petitionskommission des Grossen Rats Freiburg unsere Petition überprüft. Die Petitionskommission erklärte die Petition als zulässig, wenn auch etwas weit gehend und sehr komplex. Sie überreichte deshalb dem Staatsrat ein Postulat mit der Forderung nach detaillierten Informationen und weiteren Abklärungen (wir berichteten im «Albatros» Nr. 27). Ebenfalls fragt sich die Petitionskommission, ob, wie im Falle von Prof. Rouiller, die Unabhängigkeit gewahrt sei, wenn ein Forscher über die Kommission für Tierversuche seine eigenen Projekte bewilligen sowie sich selbst über den Schweizerischen Nationalfonds Forschungsgelder zusprechen könne. Ausserdem als fraglich wird die Absenz des Kantonstierarztes in der Kommission für Tierversuche erachtet, wie auch, dass der Veterinär, der zuständig für die gesundheitliche Betreuung der Affen ist, diese höchstens zweimal im Jahr untersucht.

Am 17. August 2010 antwortete der Staatsrat auf das Postulat. In der Antwort anerkennt dieser die Problematik von Rouillers Affenversuchen an der Universität Freiburg sowie von Affenversuchen generell. Der Staatsrat verteidigt aber die Affenversuche, die ja in gesetzlichem Rahmen stattfänden, und gibt als Argument an, dass es sich bei diesen Affenversuchen nicht um Versuche mit Menschenaffen handle. Der Staatsrat habe alle zuständigen Stellen des Staates und die Aufsichtskommission des Kantons Freiburg für Tierversuche zu Rouillers Affenversuchen angehört. Zudem erwähnt er, dass nach langer Verzögerung die Petitionskommission die Affengehege in der Universität Freiburg besuchen durfte. Ebenfalls das Problem der Vakanz eines wichtigen Sitzes in der Kommission für Tierversuche (vakant u.a. infolge der Frage, ob dieser Aufwand überhaupt etwas ändern könne). Der Staatsrat anerkennt, dass Affenversuche ethische wie philosophische Fragen aufwerfen, geht aber mit keinem Wort auf den nicht bewiesenen medizinischen Nutzen dieser Versuche ein. Im Gegenteil: Er erwähnt allgemein verfasste Studien, die die medizinische Notwendigkeit von Affenversuchen angeblich rechtfertigten.
Die Petitionskommission ihrerseits sieht in der Antwort noch nicht alle Fragen genügend beantwortet. Unter anderem enthielt ihr Postulat die Forderungen, dass:

  • der Staatsrat seine genaue Haltung zu Tierversuchen darlegt;
  • die Verwendung von Affen in Tierversuchen ethisch überprüft wird;
  • die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums für Tierversuche geprüft wird.

An dieser Stelle möchten wir an die Mitglieder der Petitionskommission für ihren Einsatz ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Am 8. September 2010 nun beauftragte (auf Empfehlung der Petitionskommission) das freiburgische Kantonsparlament (Grosser Rat) die Kantonsregierung (Staatsrat), Prof. Rouillers Affenversuche an der Universität Freiburg genauer zu überprüfen. Der Grosse Rat überwies das Postulat mit 53 gegen 30 Stimmen. Voraussichtlich hat dieser jetzt ein Jahr für die Bearbeitung und Entscheidung zur Verfügung.

Unterstützen Sie den freiburgischen Staatsrat bei seiner Entscheidung. Zeigen Sie ihm, dass ein grosses Interesse im Volk besteht, dass diese grausamen Affenversuche endlich verboten werden. Senden Sie dazu bitte folgende Bittkarte an den Staatsrat.

 

Protestkarte: «Bitte stoppen Sie die Affenversuche an der Universität Freiburg»

Protestkarte: «Bitte stoppen Sie die Affenversuche an der  Universität Freiburg»Unterstützen Sie diese Kampagne mit der in diesem «Albatros» beigelegten Bittkarte und helfen Sie somit aktiv mit, die Welt für die Tiere ein bisschen besser zu gestalten.
Weitere Protestkarten erhalten Sie kostenlos über unser Sekretariat (Adresse unter Kontakt).
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!