Haltlose Versprechen in der Hirnforschung - Tierversuche ohne humanmedizinische Relevanz - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Tierversuche ohne humanmedizinische Relevanz

10. November 2014, Reinach/Winterthur

Seit Jahrzehnten verspricht uns die Tierversuchsforschung regelmässig, dass es dank der Forschung an Tieren bald möglich sein wird, neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson zu heilen. Diese Versprechen konnten jedoch offensichtlich nicht eingehalten werden.
Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert schon lange eine tierversuchsfreie Forschung im Nutzen für Menschen und Tiere.

2013 wurden in der Schweiz 322 Affen für Tierversuche eingesetzt. Aufgrund ihrer genetischen Ähnlichkeit zum Menschen ist der Einsatz von Affen gerade in der Hirnforschung besonders beliebt. Trotz der vielen Ähnlichkeiten lassen sich jedoch die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten nicht von der Hand weisen - das menschliche Gehirn ist nicht bloss eine grössere Version eines Affengehirns. Künstlich erzeugte Erkrankungen des Affengehirns können zwar erfolgreich geheilt werden, weisen aber nicht den versprochenen Nutzen in der Humanmedizin auf.

Eine Untersuchung von Brigitte Rusche und Wolfgang Apel (1) verdeutlicht die fehlende humanmedizinische Relevanz der Tierversuchs-Hirnforschung. Sie analysierten die Forschungsergebnisse eines wichtigen Hirnforschungsinstituts. Dazu untersuchten sie 99 Publikationen, deren Autoren versprachen, dass ihre Forschung – dank der Tierversuche mit Affen und anderen Tierarten - zur Heilung von Schizophrenie, Alzheimer, Parkinson und weiteren neurologischen Krankheiten beitragen werde, auf ihren tatsächlichen Nutzen für die Humanmedizin. Rusche und Apel mussten feststellen, dass keine der publizierten Forschungsarbeiten einen konkreten Nutzen für die Humanmedizin hervorbrachte.
«Die grossartigen Versprechen der Tierversuchs-Forschung dienen in erster Linie der Rechtfertigung der Tierversuche» meint Marietta Haller, wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG STG und kritisiert: «Die Tierversuchsforschung wird mit jährlich über 100 Millionen Franken Steuergeldern finanziert. Dagegen erhalten Wissenschaftler, die eine tierversuchsfreie Forschung betreiben, insgesamt vom Staat jährlich gerade mal 400 000 Franken.»

Innovative Forscher sind überzeugt davon, dass Tierversuche der falsche Weg sind und setzen sich für echten medizinischen Forschritt ein. Auch der Konstanzer Biologe Marcel Leist, der nicht grundsätzlich gegen Tierversuche ist, sagte kürzlich in einem Interview im Schwäbischen Tagblatt: «Es ist Augenwischerei, wenn Forscher damit argumentieren, dass die neurophysiologischen Versuche an Makaken dem Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen etwas bringen. Wenn es um direkte Heilungserfolge geht, müsste man überlegen, ob man die Forschungsgelder nicht viel besser investieren kann.»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit langem, dass die besten zur Verfügung stehenden Testmethoden angewendet werden. Um diese zu ermitteln, muss eine konsequente Vergleichsuntersuchung von humanbiologischen Tests und Tierversuchen im Vergleich mit bekannten Daten aus der Humanmedizin durchgeführt werden.


(1) Brigitte Rusche, Wolfgang Apel (Hrsg.): Nerv getroffen. Ein Jahrzehnt Hirnforschung an der Universität Bremen - Forschungsaussagen: Ethische Bewertung. Realität. ISBN: 3-924237-12-3

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

Viele weitere Informationen über Tierversuche und Forschung finden Sie unter: www.agstg.ch

 

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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.


Verdeckte Recherche im Max-Planck-Institut Tübingen - Erneut grausame Tierversuche aufgedeckt - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Erneut grausame Tierversuche aufgedeckt

11. September 2014, Bonaduz

Am Max-Planck-Institut in Tübingen werden, wie gestern in der Sendung «Stern TV» aufgedeckt wurde, grausame Experimente mit Affen durchgeführt. Um der Öffentlichkeit aufzuzeigen was dort passiert, hatte ein Tierschützer 6 Monate als Tierpfleger mitgearbeitet und den Alltag der Affen mit der Kamera festgehalten. Auf den Schock-Aufnahmen sieht man ganz klar grausame Tierquälereien.
Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) kritisiert schon lange die grausamen Zustände in Tierversuchslabors, und fordert endlich eine ernsthafte politische Diskussion über die Tierversuchsforschung.
 
Was auf den Aufnahmen der Organisationen Soko-Tierschutz und BUAV zu sehen ist, ist erschütternd. Man sieht blutverschmierte Affen mit offenen Wunden, Tiere die sich übergeben, apathische Affen und solche die sich vollkommen verhaltensgestört nur noch stereotyp bewegen. Affen werden stundenlang auf sogenannte Primatenstühle gefesselt. In diesem Stuhl werden ihre Köpfe mit Schrauben fixiert, damit sie sich nicht bewegen können. Die Versuche dienen der Grundlagenforschung um dabei die Wahrnehmungen und das Gedächtnis der Primaten zu erforschen. Dabei müssen die Affen z.B. Aufgaben am Bildschirm lösen. Nach Angaben des Max-Planck-Instituts (MPI) seien die Tiere dabei unter mässiger Belastung und sie würden artgerecht gehalten. Doch Transparenz scheint kein Thema zu sein. Ein SWR-Reporter versuchte wochenlang vergeblich einen Termin bei den Hirnforschern des Max-Planck-Instituts in Tübingen zu erhalten.

In den Aufnahmen sieht man, dass ein Affe betäubt auf den Stuhl gefesselt wird. Vermutlich hatte er sich davor zuviel gewehrt. Als dieser dann aufwacht gerät er völlig in Panik. Ebenfalls hat der Tierpfleger dokumentiert, dass Affen, um deren Zusammenarbeit zu erzwingen, über mehrere Tage nichts zu trinken bekommen. Ein vor kurzem operierter Affe versuchte sich das Implantat aus dem Schädel zu reissen und ein weiterer Affe wurde durch eine Infektion infolge des Implantats halbseitig gelähmt.

«Wenn ich diese Aufnahmen sehe bin ich fassungslos und es macht mich wütend, dass Forschung aus dem Mittelalter im 21. Jahrhundert  immer noch Alltag ist. Muss man mit den heutigen Bildgebenden Verfahren usw. immer noch Köpfe aufbohren und zersägen um darin einen Einblick zu erhalten?» fragt Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG, und kritisiert scharf: «In der Öffentlichkeit behaupten Universitäten und Hochschulen immer wieder, dass ihre Versuche quasi «human» seien. Doch diese Aufnahmen zeigen einmal mehr die grausamen Schrecken in den Labors. Und das sogar noch für sinnlose Experimente der Grundlagenforschung!»

Solche Bilder müssen zu einem Umdenken führen. Rechtfertigt Neugier wirklich jegliche Tierversuche oder müsste eine echte Güterabwägung zwischen den Interessen von Mensch und Tier stattfinden? Insbesondere in der Grundlagenforschung, bei der nach keinem medizinischen Erfolg geforscht wird, und die Jahrzehnte ohne nachweisbaren Nutzen stattfinden kann, stellt sich diese Frage. Es müssen klare gesetzliche Regelungen gemacht werden, ob man wirklich unbeachtet des verursachten Leids weiterhin alle möglichen und unmöglichen Fragen versuchen darf zu beantworten – bzw. es müssen ethische und wissenschaftliche Grenzen gezogen werden.

Tierversuchsergebnisse sind zu über 92% nicht auf Menschen übertragbar. Deshalb warnt die AG STG schon lange vor den enormen Risiken und Gefahren des Tierversuchs und setzt sich für eine innovative und für Patienten nützliche Forschung ein, die mittels Bevölkerungsstudien, Zellforschung, Computersimulationen und Biochips zu relevanten medizinischen Erkenntnissen gelangt.

Fotogalerie aus dem Max-Planck-Institut: http://www.stern.de/tv/sterntv/aufnahmen-eines-tierschuetzers-bilder-aus-dem-tierversuchslabor-des-max-planck-instituts-in-tuebingen-2137030.html
 
Video: http://aerzte-gegen-tierversuche.de/de/bilder/videos/461-das-leid-der-affen

 

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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.


Exakter als Tierversuche - Chip simuliert den menschlichen Organismus zuverlässiger - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Exakter als Tierversuche

10. September 2014, Bonaduz

Im Labor erzeugte Organe wie Lunge, Herz, Niere, Leber und Darm sind bereits im Einsatz um Arzneimittel, Chemikalien und Kosmetika zu testen. Bereits in 3 Jahren soll ein Biochip der Firma TissUse laut Experten alle lebenswichtigen Organe und deren Stoffwechselvorgänge lebensecht abbilden. Diese Modelle zeigen im Gegensatz zu Tierversuchen die Vorgänge im menschlichen Organismus viel exakter auf und können dadurch Millionen von Tierversuchen ersetzen. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, freut sich über diesen grandiosen Fortschritt und fordert die Schweizer Forschung auf, sich anstatt auf Tierversuche ebenfalls auf die Entwicklung innovativer und zuverlässiger Forschungsmethoden zu konzentrieren.

Die Frage lautet schon längst nicht mehr, ob Tierversuche durch bessere Testmodelle ersetzt werden können. Die entscheidende Frage ist, wie lange es noch dauert, bis endgültig allgemein anerkannt wird, dass innovative tierfreie Testmodelle exakter und zuverlässiger sind als Tierversuche. Dem Ziel, Tierversuche vollkommen obsolet zu machen, kommen die Entwicklungen der Firma TissUse, die mit der Technischen Universität Berlin zusammenarbeitet, einen grossen Schritt näher. Uwe Marx, der Gründer von TissUse berichtete der «Sunday Times»: «Künftig wird es möglich sein, die Anzahl der Tiere in der Pharmaforschung deutlich zu reduzieren und die aktuellen alternativen Modelle für Tierversuche zu ersetzen. Sobald unser Verfahren zugelassen wird, wird es zur Schliessung der meisten Tierversuchslabore weltweit führen.»

Tierfarmen werden ersetzt durch Farmen von Biochips mit künstlichen menschlichen Organen. Diese Chips zeigen bei den Tests die gleichen Reaktionen auf wie wenn man Menschen den potentiellen Wirkstoffen aussetzen würde. Man kann die Auswirkungen erforschen wenn die Stoffe eingeatmet oder im Darm absorbiert werden und auch wenn sie durch die Blutbahn zirkulieren. Die Modelle können ebenfalls die Abläufe in weiblichen und in männlichen Patienten abbilden. Somit wird ein viel grösseres Verständnis der Abläufe im menschlichen Körper simuliert als dies mit Tierversuchen jemals möglich wäre.

«Dass Tierversuchsergebnisse zu über 92% nicht auf Menschen übertragbar sind ist allgemein bekannt. Deshalb werden bereits heute immer mehr solcher Modelle eingesetzt um die Risiken für die nach den Tierversuchen folgenden Versuche an Menschen zu minimieren.» sagt Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG, und kritisiert dabei: «Trotzdem werden innovative, tierfreie Forschungsmethoden immer noch viel zu wenig gefördert. Durch diese Systeme würden nicht nur die Tiere, sondern insbesondere auch die Menschen, massiv profitieren!»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Schweizer Forschung auf, nur noch sichere, innovative und zukunftsgerichtete Lern- und Forschungsmethoden anzuwenden. Die tierversuchsfreie Forschung übertrifft die Tierversuchsforschung in Übertragbarkeit, Reproduzierbarkeit, Schnelligkeit, Aussagekraft, Wissenschaftlichkeit und ist zudem noch kostengünstiger.

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

Weitere Informationen über Tierversuche sowie tierversuchsfreie Forschungsmethoden finden Sie unter: www.agstg.ch

 

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Rückständigkeit an Schweizer Universitäten: Genfer Politik fordert tierversuchsfreie Methoden - Medienmitteilung vom 28. Juli 2014

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Rückständigkeit an Schweizer Universitäten

28. Juli 2014, Winterthur

Noch immer wird an Schweizer Universitäten grösstenteils auf veraltete Tierversuche gesetzt. Damit ignorieren sie die Vorgaben des Schweizer Tierschutzgesetzes (TschG), die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften sowie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Umsetzung des TschG und verlangt eine Forschung im Nutzen von Mensch und Tier.

Obwohl laut dem TSchG Methoden, welche Tierversuche ersetzen oder mit weniger Versuchstieren auskommen, gefördert und angewendet werden müssen, nimmt die Zahl der Tierversuche an den Schweizer Universitäten stetig zu.
Die Universität Genf wird nun vom Grossen Rat mittels Motionsbegehren aufgefordert, die Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden zu fördern. Der Grosse Rat fordert darin, dass «im Dienste der öffentlichen Gesundheit die bestmöglichen Forschungsmethoden angewendet werden müssen». Neben dem Nichteinhalten des TschG beklagt der Grosse Rat unter anderem die  mangelnde Reproduzierbarkeit der Tierversuche, die nicht aussagekräftigen Ergebnisse der Forschung mittels Tiermodellen und das Versäumnis, mehr Zeit und Geld in tierversuchsfreie Methoden zu investieren, an.

Obwohl in den letzten Jahren ein Lehrstuhl für tierversuchsfreie Methoden geschaffen wurde – welcher allerdings von privaten Organisationen finanziert wird –, wird dem Potential der tierversuchsfreien Methoden an den Schweizer Universitäten wenig Beachtung geschenkt. Innovative Forscher, die nicht mittels Tierversuchen forschen wollen, werden an den Universitäten kaum bis gar nicht unterstützt. Ein Beispiel dafür sind drei Forscher, welche 2006 die Universität aus diesem Grund verlassen und das Unternehmen Epithelix in Plan-les-Ouates gegründet haben. Dank seiner innovativen tierversuchsfreien Forschung hat Epithelix schon in kurzer Zeit viel zur modernen Forschung beigetragen und bereits mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen.

Während in vielen Ländern der USA oder der EU vermehrt auf tierversuchsfreie Methoden gesetzt wird, bestehen viele Schweizer Universitäten weiterhin auf Forschung am Tier. «Die Schweiz läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Die tierversuchsfreie Forschung wird in der Schweiz kaum gefördert. Während in Ländern der USA und der EU in den letzten Jahren erkannt wurde, dass es höchste Zeit für ein Umdenken ist, und mehrere hundert Millionen in tierversuchsfreie Projekte investiert werden, ist der Schweiz die tierversuchsfreie Forschung nur ein paar hunderttausend Franken wert», sagt Marietta Haller, wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG STG.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Schweizer Universitäten auf, die Vorgaben des Tierschutzgesetzes umzusetzen und innovative und zukunftsgerichtete Lern- und Forschungsmethoden anzuwenden.
Die tierversuchsfreie Forschung übertrifft die Tierversuchsforschung bezüglich Übertragbarkeit, Reproduzierbarkeit, Schnelligkeit, Aussagekraft, Wissenschaftlichkeit und ist zudem noch kostengünstiger.

Die Motion an die Universität Genf: http://www.lscv.ch/de/pages/tierversuche/tierversuche/kantonen/ge/2014/motionsbegehren_unige.html

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.


Aktuelle Studie belegt erneut: Kein Nachweis für angeblichen Nutzen von Tierversuchen - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Aktuelle Studie belegt erneut: Kein Nachweis für angeblichen Nutzen von Tierversuchen

16. Juni 2014, Bonaduz

Einer Ende Mai in der medizinischen Fachzeitschrift «British Medical Journal» veröffentlichten Studie zufolge fehlt der Nachweis für den Nutzen von Tierversuchen. Zudem bleiben Gelder, die in die tierexperimentelle Forschung investiert werden, einer für Mediziner und Patienten sinnvollen Forschung vorenthalten. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) sieht darin einen weiteren Beleg für das Versagen des tierexperimentellen Systems und fordert eine moderne, tierversuchsfreie Forschung, die Tieren Leid erspart und für Patienten hilfreich ist.

Die Autoren durchforsteten Literatur nach Hinweisen für den klinischen Nutzen von Tierversuchen. Es zeigte sich, dass nur 25 Übersichtsarbeiten die These untermauern, dass die tierexperimentelle Forschung eine medizinische Relevanz hat. Doch selbst diese wenigen Veröffentlichungen liessen Zweifel an der Qualität und Aussagekraft aufkommen. Hingegen würden sich Belege häufen, dass mit Tierversuchen, wenn überhaupt, nur sehr dürftig Vorhersagen für den Menschen getroffen werden können.

Die Studie führt eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen an, die den Nutzen von Tierversuchen auf den Prüfstand stellen. So lassen zahlreiche Studien den Rückschluss zu, dass selbst Ansätze, die im Tierversuch zunächst vielversprechend erscheinen, in der klinischen Studie am Menschen versagen und keine praktische Anwendung daraus resultiert. So folgte aus jahrzehntelanger Schlaganfallforschung keine einzige Therapie für den Menschen. Ähnlich bei Versuchen an einem «etablierten Mausmodell» zur amyotrophen Lateralsklerose (Erkrankung des motorischen Nervensystems), bei denen sich von über 100 Medikamenten keines als nützlich für Patienten erwiesen hatte.

Weiter zeigte sich, dass die Qualität bei der Durchführung von Tierversuchen häufig mangelhaft ist. Nur bei 12% der tierexperimentellen Arbeiten wurden anerkannte Methoden des Studiendesigns angewendet.

Ein Projekt an einer englischen Universitätsklinik zielte darauf ab, mit einer besseren Schulung der Experimentatoren die Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen zu verbessern. Allerdings zeigte sich, dass die Motivation der Grundlagenforscher viel mehr in der wissenschaftlichen Entdeckungslust begründet lag als in der Absicht, klinisch anwendbare Erkenntnisse zu erlangen.

Die Autoren der Studie bezeichnen die bestehende Situation als unethisch und kritisieren, dass methodische Ungenauigkeiten bei vorklinischen Tests dazu führen, dass darauffolgende klinische Studien am Menschen versagen, Probanden potentiellen Risiken ausgesetzt werden und uns nützliche Therapien möglicherweise vorenthalten bleiben. Zudem sei es ethisch nicht zu rechtfertigen, Tieren hierfür Leid zuzufügen.

Die AG STG warnt schon lange vor den enormen Risiken und Gefahren des Tierversuchs und setzt sich für eine innovative und für Patienten nützliche Forschung ein, die mittels Bevölkerungsstudien, Zellforschung, Computersimulationen und Biochips zu relevanten medizinischen Erkenntnissen gelangt.

Weitere Informationen:

Originalveröffentlichung: Pandora Pound, Michael B. Bracken: How predictive and productive is animal research? BMJ 2014; 348:g3719 (PDF): http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/pdf/studien/bmj_pound_2014.pdf

Analyse und Zusammenfassung: Ärzte gegen Tierversuche e.V. (www.aerzte-gegen-tierversuche.de)

Liste mit über 50 Medikamenten, die in den letzten drei Jahren trotz Tierversuchen – infolge unerwarteter massiver Nebenwirkungen – vom Markt genommen oder nachträglich mit Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten:
http://agstg.ch/downloads/medien/agstg_liste-medikamentenversager_novartis_roche_sanofi_actelion_pfizer_swissmedic.pdf

Kontaktdaten für Medienmitarbeiter unter: Medien Kontakt

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.