Warum Tierversuche sowohl moralisch als auch ethisch verwerflich sind - Acht Streitfragen, beantwortet von Dr. med. Vernon Coleman - Teil 1

Acht Streitfragen, beantwortet von Dr. med. Vernon Coleman (1. Teil)

Die Tierversuchsbefürworter – gleichgültig, ob sie aktiv oder passiv mitwirken – müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie zu den ideologischen Fanatikern gehören, denen jedes Mittel recht ist, um einen vermeintlichen wissenschaftlichen Fortschritt zu erzielen. Tatsächlich haben sie ein zwiespältiges Verhältnis zum Leben und zur Natur überhaupt.
Der englische Arzt Vernon Coleman hat in acht Streitfragen einige moralische und ethische Argumente aufgelistet, die eindeutig gegen Tierversuche sprechen. Eine weitere Argumentationshilfe für die Tierversuchsgegner im Gespräch mit den «Mitläufern» der Vivisektion, aber auch mit den Tierexperimentatoren selbst.


Anmerkung von Dr. med. Coleman: Wie die meisten modernen Tierversuchsgegner greife ich bei meiner Argumentation gegen Tierversuche bevorzugt auf wissenschaftliches und medizinisches Material zurück. Die moralischen und ethischen Argumente sind jedoch ebenfalls wichtig und sollten daher nicht vernachlässigt werden.


Moralische Streitfrage Nummer 1:

Sind Tiere lediglich als «Dinge» anzusehen, die dem Menschen beliebig zur Verfügung stehen?

René Descartes gilt als einer der grössten Denker in der Geschichte der Menschheit und war zweifellos eine der herausragendsten Gestalten des siebzehnten Jahrhunderts. Ganz frei von Schwächen und blinden Flecken war auch dieser grosse Mann jedoch nicht. Seine grösste Schwäche bestand wahrscheinlich in seiner Auffassung von Tieren. Da Tiere keine unsterbliche Seele besässen, sprach Descartes ihnen jegliches Bewusstsein, Verlangen, jegliche Gefühle oder Emotionen ab.

Mit der beneidenswerten Selbstsicherheit eines Menschen, der von unumstösslichen religiösen Vorurteilen geleitet und getrieben wird, erklärte Descartes, dass Tiere ebenso wenig unseren Respekt und unsere Achtung verdienten wie beispielsweise eine Uhr. Pferde seien, im Sinne des Menschen, ebenso wenig «lebendig» wie der Wagen, vor den sie gespannt werden.

René Descartes begründete den Irrtum, dass Tiere keine Lebewesen, sondern «Automaten» seienHätte Descartes nur ein wenig mehr Zeit mit der aufmerksamen Beobachtung seiner unmittelbaren Umgebung zugebracht und die Entschlüsselung der Geheimnisse des Universums kurzfristig ruhen lassen, hätte er sich vom Gegenteil überzeugen müssen. Hätte er über genügend gesunden Menschenverstand verfügt, um sich mit einem Kind über einen Hund, eine Katze oder einen Hasen als Haustier zu unterhalten, hätte er die Wahrheit erfahren: Obwohl wir keine genaue Vorstellung haben können, wie Tiere denken oder woran sie denken, kann es keinen Zweifel geben, dass sie ebenso denkfähig sind wie viele Menschen. Einfache Beobachtungen hätten Descartes gelehrt, dass Tiere Schmerzen empfinden und leiden, wenn sie krank sind, dass Tiere sich langweilen oder unglücklich und depressiv sein und durch Missbrauch schwere Verhaltensstörungen erleiden können.

Jedes Mitglied des Tierreichs weist arttypische Merkmale auf, doch bedeutet dies nicht, dass Katzen weniger lebendig als Franzosen sind oder Hunde weniger unser Mitgefühl verdienen als Kinder. Sogar Ratten, wohl die am meisten gehassten und am wenigsten geliebten Labortiere, sind wache, intelligente und gesellige Tiere. Ratten gehen Beziehungen untereinander und mit Menschen ein und verfallen in der Gefangenschaft rasch der Langeweile und Frustration.

Descartes hat es jedoch unterlassen, seine Umwelt zu beobachten oder sich mit Kindern über Haustiere zu unterhalten. Seine Theorien wurden rasch von einer Gesellschaft akzeptiert, die sich in der Erfindung von Theorien stets mehr auszeichnete als an deren Untermauerung mit Tatsachen. Descartes war ein mächtiges und einflussreiches Mitglied der akademischen Welt. Und was am allerwichtigsten war, seine Ansichten fügten sich in das Gedankengebäude der damaligen Gelehrtenwelt nahtlos ein.

Es braucht weder Hirn noch Verstand, sondern nur Herz, um zu wissen, dass Tiere fühlende Lebewesen sindIn den darauffolgenden Jahren trat die cartesianische Logik ihren Siegeszug durch die Wissenschaften an, und es dauerte nicht lange, bis ein Wissenschaftler, der sich eine Katze von innen ansehen wollte, nur ein Versuchstier an ein Brett nageln und aufschneiden musste. Die Schmerzenslaute des gequälten Tieres konnte er so einfach wie das Quietschen einer rostigen Türangel abtun.

Es war also die simplizistische und zweifellos falsche Philosophie Descartes’, die der Entwicklung der modernen Vivisektion den Weg gebahnt hat.

Um die Auffassung zu festigen, Tiere als Gegenstände anstatt als empfindungsfähige Lebewesen zu betrachten, bedienen sich die meisten Wissenschaftler einer völlig unpersönlichen Sprache, wenn es um Tiere geht.
Um ihre Aktivitäten zu beschreiben, verwenden sie eine eigenartige gefühllose Fachsprache. So werden Katzen zum Beispiel als «Präparationen» und das Heulen und Miauen der Tiere als «Vokalisierung» bezeichnet, während Phrasen wie «Ernährungsinsuffizienz» den Hungertod kaschieren. Eine Forschergruppe bediente sich der Wortschöpfung «binokularer Ausfall», um junge Hauskatzen zu beschreiben, deren Augenlicht durch entsprechende, absichtliche Eingriffe zerstört worden war. Wenn Experimente abgeschlossen werden, spricht man davon, dass die Tiere geopfert oder der Euthanasie zugeführt werden. Viele Forscher wollen schlicht nicht daran erinnert werden, dass sie in Wirklichkeit Tiermörder sind.


Moralische Streitfrage Nummer 2:

Welche Rechte haben Tiere?

Wissenschaftler, die nach einer etwas vereinfachten Sicht der Welt verfahren, argumentieren häufig damit, dass Tiere überhaupt keine Rechte besitzen. Wenn man diese Wissenschaftler in die Enge treibt, hört man die Erklärung, Tiere hätten keine andere Existenzberechtigung, als ausschliesslich dem Wohl und Nutzen des Menschen zu dienen. Ihr grösstes Zugeständnis besteht darin, dem Menschen die Verantwortung dafür aufzuerlegen, den Tieren unnötiges Leiden zu ersparen. Der Begriff «unnötig» lässt sich natürlich kaum zufriedenstellend definieren, und die Zahl der aktiven Forscher, die freiwillig zu Protokoll geben würden, ihre Versuchsanordnungen hätten «unnötiges» Leiden verursacht, dürfte verschwindend gering sein.

Claude Bernard hatte Descartes’ «Automatenlehre» vollständig in die Medizin eingebracht und Tieren bei vollem Bewusstsein die grausamsten Qualen bereitetWir hören hier dieselben elitären Redensarten, die an den üppigen Tafeln der englischen Sklavenhändler in der Zeit vor Wilberforce zu hören gewesen waren und die man auch heute noch an den reich beladenen Tischen der mit irdischen Reichtümern und tiefsitzenden Vorurteilen Gesegneten vernehmen kann.

Letztendlich sei der Mensch ja das Zentrum des Universums. Alles drehe sich mehr oder weniger um uns. Dem Menschen sei es gegeben, sich zum Herrscher über alle anderen Lebewesen und Lebensformen aufzuschwingen («Macht euch die Erde untertan»). Welche Rolle würden Tiere auf der Erde schon spielen, wenn es keine Menschen gäbe? Das Tierreich diene ausschliesslich der Versorgung des Menschen mit Nahrung und Kleidung, seinem Vergnügen und seiner Unterhaltung.

Diese arrogante, anthropozentrische Geisteshaltung wird auch als sogenannter «Speziesismus» bezeichnet und als grausame und gefühllose Sicht der Welt verurteilt. Dennoch sind diese Einstellungen weit verbreitet und weitgehend immun gegen logische und verstandesmässige Argumente. Der primitive Geist, der den Menschen als einzigen Sinn und Zweck der Schöpfung begreift, wird Manifestationen menschlicher Intelligenz wie Vernunft, Einsicht oder Demut wenig Gehör schenken.


Moralische Streitfrage Nummer 3:

Vivisektion ist nicht illegal, wie kann sie dann verwerflich sein?

Wieder und wieder betrübt mich die Tatsache, dass es auf unserer Welt noch immer Männer und Frauen gibt, die sich für vernünftig, für gebildet und für hinreichend intelligent halten und doch gleichzeitig ein Argument vorbringen, das derart von Engstirnigkeit, Egoismus und Unerbittlichkeit zeugt. Ich muss sagen, dass mich Müdigkeit und Verzweiflung überkommen, wenn ich dieses Argument höre.
«Es verstösst gegen das Gesetz, im Namen der Wissenschaft Menschen zu foltern und für ihr Leben zu verstümmeln. Das Gleiche mit Tieren zu tun ist dagegen nicht verboten – was sollte man also dagegen einwenden?»
Danach (nach Bernard's Lehre) wurden Tiere in Massen gefoltert – ihr Schreien sei ja wie das Quietschen von Reifen...Ich frage mich ernsthaft, wie jemand eine dermassen mechanische Einstellung zum Leben an den Tag legen kann.

Die Wahrheit ist, dass nicht alle rechtmässigen Handlungen automatisch moralisch vertretbar sind und nicht alle moralisch vertretbaren Handlungen automatisch rechtmässig. Noch vor wenigen Generationen genoss ein Schwarzer in Amerika eine ähnliche Rechtsstellung wie ein Maisfeld. Die Wahrheit ist, dass es einen himmelweiten Unterschied zwischen dem rechtmässig Akzeptablen und dem moralisch Akzeptablen gibt. Die meisten von uns sind sicherlich der Meinung, dass es unmoralisch ist, Kindern unnötig zu drohen oder ihnen Angst einzuflössen. Entsprechende im Familienkreis vorgenommene Handlungen sind jedoch selten illegal. Falschparken verstösst gegen das Gesetz. Heisst das, dass es unmoralisch ist? (...)

Es ist nicht weiter schwierig, an diesem oft vorgebrachten, doch flachen und bemerkenswert einfältigen Argument noch weitere Schwachstellen aufzudecken.

Stehen Tiere zum Beispiel ausserhalb des Gesetzes, weil sie keine Seele haben? Wenn ja, wer sagt uns denn eigentlich, dass sie keine Seele haben? Und wenn es tatsächlich stimmt, dass sie keine Seele haben (und ihnen damit ein Leben nach dem Tod abgesprochen wird), woher nehmen wir das Recht, über das eine Leben zu verfügen, das sie besitzen?

Was ist mit jenen, die an die Reinkarnation glauben? Ihrer Anschauung nach könnte ein Wissenschaftler, der eine Maus zerstückelt, damit einen ihrer Angehörigen vernichten. Ist ein solcher Glaube falsch? Ist er rechtlich oder moralisch irrelevant? Haben wir das Recht, über den Glauben unserer Nachbarn zu urteilen, nur weil das geschriebene Recht eine bestimmte Handlung nicht untersagt?

All diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten, und ich stelle sie lediglich, um klarzumachen, dass es eine zwingende Übereinstimmung zwischen rechtlich zulässigen und moralisch zulässigen Handlungen nicht geben kann.

Vertrauen ist auch bei Tieren ein wichtiger Baustein für eine FreundschaftEin letztes Argument bringt jedoch meiner Ansicht nach klar und deutlich zum Ausdruck, dass es im Grossen und Ganzen gefährlich ist, wie so viele Vivisektoren zu argumentieren, dass eine dem Gesetz entsprechende Arbeit zwangsläufig auch moralisch und ethisch einwandfrei sein müsse.

Ein Forscher, der an einem Menschen Versuche durchführen möchte, muss zunächst dessen Zustimmung einholen. Ohne Zustimmung wäre jede Vivisektion an einem Menschen schlichtweg eine illegale Körperverletzung. Wie aber kann ein Forscher einen Affen nach dessen Zustimmung fragen, wenn er ein Experiment plant? Auch wenn dies schwer möglich ist, wissen wir doch, dass Affen sich untereinander verständigen und auch mit Menschen kommunizieren können. Mit welchem Recht geht also ein Forscher davon aus, dass der Affe ihm die Zustimmung gegeben hat oder dass es dieser Zustimmung erst gar nicht bedarf?
Mag ein Affe dem Gesetz nach auch kein menschliches Wesen sein und demnach über keinerlei gesetzlich verankerte Rechte verfügen, unter dem Gesichtspunkt der Moral betrachtet gibt es keine verbindlichen Richtlinien dafür, was richtig und was falsch ist.
Die Tatsache, dass Vivisektion legal ist, segnet sie noch längst nicht moralisch ab.


Moralische Streitfrage Nummer 4:

Der Mensch kann nach Belieben über Tiere verfügen, weil sie nicht denken, fühlen oder leiden können.

Ich habe bereits dargelegt, dass Tiere durchaus Schmerz empfinden und leiden können. So gilt es also nur noch zu widerlegen, dass sie nicht in der Lage seien zu denken.

Das obige Argument kam mir zum ersten Mal vor einigen Jahren in einer Fernsehsendung zu Ohren. Der Wissenschaftler im dunklen Anzug, von dem ich es hörte, trug sein Argument vor, als handele es sich um eine allgemein anerkannte Tatsache und als rechtfertige diese jede erdenkliche Art von Grausamkeit und Quälerei. «Tiere können nicht denken», sagte er freiheraus und blickte in die Runde, als könnte das seine Aussage bestätigen.

«Wie steht es denn mit Babys?» fragte ein junger Mann mit hellgrün gefärbtem Haar, dessen Nase und Ohren ein Bündel Sicherheitsnadeln schmückte. «Können die denn denken?» Er hielt inne und dachte einen Augenblick lang nach. «Und was ist mit geistig Behinderten, mit schwererziehbaren Kindern und mit Leuten, die an seniler Demenz leiden?»

Wer könnte ernsthaft behaupten, dass Tiere Streicheleinheiten nicht geniessen?Seine Fragen waren vollkommen berechtigt, und der Wissenschaftler wusste keine Antwort. Dass Tiere nicht denken können, wäre, selbst wenn dies der Wahrheit entsprechen würde, noch lange kein Freibrief dafür, Tiere ohne Respekt und Achtung zu behandeln.

Aber stimmt es denn überhaupt, dass Tiere nicht denken können? Gibt es einen einzigen vernünftigen Grund zu der Annahme, dass ein Affenbaby nicht fühlt, wenn es von seiner Mutter und Familie getrennt, in eine Trommel gesteckt und dort für mehrere Wochen hintereinander allein gelassen wird?

Haben wir irgendein Recht, davon auszugehen, dass Tiere dumm sind, nur weil sie nicht unsere Sprache sprechen?
Das ist genau das Argument, das einst der schlimmste Typus des englischen Kolonialisten auf der Zunge hatte. «Die Eingeborenen hier können kein Englisch, also sind sie dumm», so liess er mit beneidenswerter Einfachheit vernehmen.

Die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen ist nicht so einfach. Zum Beispiel wird mir jeder, der einmal eine Katze hatte, zustimmen, dass es völlig abwegig ist zu behaupten, Katzen könnten nicht denken: Es sind auffallend intelligente und emotionale Lebewesen. Katzen können erstaunlich gut untereinander und auch mit Menschen kommunizieren. Dazu haben sie gar Geschicklichkeiten, mit denen wir offensichtlich nicht ausgestattet sind.

So weiss man zum Beispiel von vielen Katzen, die Hunderte von Kilometern zurückgelegt haben, um nach Hause zu finden. Katzen, deren Besitzer gestorben sind, überqueren Autobahnen, durchqueren Flüsse, passieren Eisenbahnschienen und legen auf diese Weise enorme Strecken zurück, um mit Menschen zusammensein zu können, zu denen sie Zuneigung gefasst haben. Ohne Landkarte und Kompass können Katzen mit verblüffendem Geschick lange, beschwerliche Wege bewältigen.

Wir wissen nicht wirklich, über welche Intelligenz andere Tiere verfügen, allerdings wissen wir ebenso wenig, wie unintelligent sie tatsächlich sind. Das einzige, was wir wirklich wissen, ist, dass es auf der ganzen weiten Welt keine Lebewesen gibt, die auch nur annähernd so grausam sind wie einige der Menschen, die in Forschungslabors arbeiten.

Einige Befürworter von Tierversuchen behaupten manchmal, dass wir Tierversuchsgegner Anthropomorphismus (Zusprechen von menschlichen Eigenschaften an andere Lebewesen, quasi Vermenschlichung) betrieben und uns grundlos um Wesen sorgten, deren Lebensformen und Lebensweisen wir gar nicht ganz verstehen können. Sie sagen, dass wir unsere Gefühle, Ängste und Hoffnungen auf die Tiere projizieren, mit denen sie ihre Versuche anstellen.

Dr. Vernon Coleman hat viele Bücher rund um das Thema Medizin und Gesundheit veröffentlichtWie immer strotzt das Argument vor Arroganz. Denn die Leute, die dieses Argument vorbringen, scheinen doch gerade damit auszudrücken, dass wir die Bedürfnisse und Rechte der Tiere überschätzen, während sie alles glasklar durchschauen würden.

Die Wahrheit liegt wie immer darin, dass die Klarsicht der Anhänger der Vivisektion durch ihre eigene Unfähigkeit, die Realität wahrzunehmen, getrübt wird. Selbst wenn es ihnen einmal gelingt, zumindest ansatzweise einen vernünftigen Gedankengang zustande zu bringen, haben sie sich noch immer als unfähig erwiesen, diesen Gedanken weiterzuführen und zu einer vernünftigen Schlussfolgerung zu gelangen.

Es ist vollkommen richtig, dass Tiere anders sind als Menschen.
Und es wäre absurd, davon auszugehen, dass Tiere die Dinge so «sehen», wie wir es tun. Jedes Tier sieht die Welt in einem anderen Licht. Tiere sind keine Menschen, aber sie sind auch keine Steine. Katzen denken und verhalten sich wie Katzen. Affen denken und verhalten sich wie Affen. Hunde denken und verhalten sich wie Hunde. Nur wenn wir uns die Mühe machen zu verstehen, wie Hunde denken und wie sie sich verhalten, werden wir das ganze Ausmass der Qualen ermessen können, die sie in Versuchslabors erleiden.

Alle Tiere sind verschieden. Katzen fressen gern Mäuse. Kühe mögen Gras. Affen schwingen sich mit ihrem Schwanz von Baum zu Baum. Ratten verspeisen mit Genuss, worüber wir nicht einmal hinweglaufen mögen.

Es ist eindeutig falsch, menschliche Eigenschaften auf Tiere zu übertragen und Erwartungen und Hoffnungen aus Verhaltensmustern abzuleiten, die eventuell etwas ganz anderes bedeuten. Aber wir haben in jedem Falle die Möglichkeit, genügend Kenntnisse über tierisches Verhalten zu gewinnen, um uns annähernd ein Bild davon zu machen, was sie mögen und was sie nicht mögen.

Eines seiner neueren Bücher: «Wie Sie Ihren Arzt davon abhalten, Sie umzubringen»Im Jahre 1965 entschied die britische Regierung, dass der schmale Maschendraht auf dem Boden von Hühnerkäfigen den Hühnern das Laufen erschwere. Ein wohlmeinendes Komitee aus «menschlichen» Experten fasste den Entschluss, dass dickerer Draht besser sei. Als man die Hühner jedoch wählen liess, entschieden diese sich mit klarer Mehrheit für den dünneren Maschendraht. So überstimmten die Hühner die distinguierte Beratergruppe der Regierung, indem sie zu guter Letzt zeigten, dass sie selbst am besten wussten, was sie wollten (d.h. welche von zwei grausamen Alternativen ihnen mehr zusagte).

Durch eine genaue und sorgfältige Beobachtung von Tieren lässt sich herausfinden, welche Lebensweisen sie bevorzugen, und es stellt sich heraus, dass Tiere stets die erträglichste Alternative wählen, wenn man ihnen nur die Wahl lässt.

Den Menschen, die Tierversuche durchführen, ist jedoch nicht im Geringsten daran gelegen, herauszufinden, welche Eigenschaften die Tiere haben, die sie benutzen. Sie wollen nicht wissen, dass die von ihnen benutzten Tiere intelligent genug sind, um eine Wahl zu treffen. Sie mögen sich gar nicht vorstellen, dass die Tiere, die sie halten, eventuell eine andere Lebensweise bevorzugen könnten. Tatsächlich werden Labortiere unter grausamen und brutalen Bedingungen gehalten. In der Art und Weise, wie diese Tiere benutzt und missbraucht werden, offenbart sich eindeutig, dass die Verantwortlichen sich noch nicht im Entferntesten bemüht haben, die Wesen zu verstehen, mit deren Leben sie so leichtfertig umgehen.

Die feine Ironie dabei liegt darin, dass Forscher oftmals behaupten, dank ihren Laborbeobachtungen Aussagen über Verhaltensmuster oder über die Giftigkeit getesteter Stoffe machen zu können. Tatsächlich sind diese Beobachtungen und Aussagen völlig wertlos, weil die Tiere in unnatürlichen Bedingungen gehalten werden, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben.

(Fortsetzung im nächsten «Albatros»)

 Dr. med. Vernon Coleman, Devon, England, www.vernoncoleman.com
(Mit freundlicher Genehmigung: «raum&zeit», www.raum-und-zeit.com)

Standpunkt: Sackgasse Ethik - Achim-David Z'Brun, kritischer Zeitgenosse und Friedensaktivist

Standpunkt: Sackgasse Ethik

Es scheint, als ob unsere konsumorientierte Gesellschaft ganz gut ohne Ethik leben könnte. Denn wenn man sich vor allem unseren Umgang mit Tieren anschaut, so bietet sich ein Bild des Schreckens.

Ethik ist «die Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln des Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Normen und Maximen der Lebensführung, die sich aus der Verantwortung gegenüber anderen herleiten.» Jeder kann sich prinzipiell eine für ihn passende Ethik zurechtbasteln. Also auch der Tierexperimentator, der von seinen Normen und Maximen überzeugt ist und diese gutheisst. Schliesslich gibt es ja kein Richtig oder Falsch, nur ein unterschiedliches Empfinden. Als ethisch gilt für viele Menschen auch ganz einfach das, was die Mehrheit macht. Und auch das ist von Kulturraum zu Kulturraum unterschiedlich.

Auch bei der Verantwortung gegenüber anderen ist es so, dass jeder für sich definieren kann, wer «die anderen» für ihn sind. Sei es, dass sich das auf das eigene Geschlecht, die eigene Rasse, die eigene Spezies oder irgendeinen anderen einengenden Kreis beschränkt. Doch allein die Tatsache, dass es beispielsweise nicht selbstverständlich ist, dass alle Konsumgüter aus der südlichen Hemisphäre aus Fair Trade stammen, zeigt, dass es nicht weit her sein kann mit unserer Verantwortung gegenüber anderen. Es scheint nämlich so, dass diese spätestens beim Öffnen unseres Geldbeutels verschwindet. Durch unser Konsumverhalten zeigen wir, ob wir uns dieser Verantwortung gegenüber anderen bewusst sind oder nicht. Für eine Mehrheit gilt aber: «Hey, es muss einfach billig sein, egal wie!» oder, wie es in der Werbung heisst: «Geiz ist geil.» Solange wir nicht weiter als bis zu unserem Geldbeutel denken, wird sich nichts ändern an der Ausbeutung von Mitmenschen. Seien wir realistisch: Der Sklavenhandel existiert noch immer, nur anders! Und unseren Wohlstand haben wir auf dem Buckel anderer aufgebaut.

Doch wenn wir schon sehr oft gegenüber den anderen nicht verantwortungsvoll handeln, wie sieht es dann erst gegenüber unseren Mitgeschöpfen aus? Wie sehen die Normen und Maximen der Ethik in unserer Verantwortung gegenüber den Tieren aus? Sind nicht schon alleine Wörter wie «Tierversuch» oder «Nutztier» eine schallende Ethik-Ohrfeige? Wenn wir uns unserer Verantwortung gegenüber Tieren bewusst würden, wären wir alle Vegetarier oder sogar Veganer, oder?
Doch hier hört für die meisten ihre Verantwortung gegenüber anderen, in diesem Fall gegenüber Tieren, auf. Bis an meinen Tellerrand, aber nicht weiter! Gilt die Tierethik gar nur für die Haustiere, und alle anderen bleiben aussen vor? Nur, all diese Kategorisierungen wie Nutz-, Haus-, Zirkus- und Versuchstiere sind ja nicht biologisch begründet, sondern willkürlich. So kann ein Hase in jede dieser Kategorien gesteckt werden.
Und wieder haben wir das Problem, dass sich ja jeder seine eigene Ethik gegenüber Tieren zurechtlegen kann. Für zu viele gilt das Prinzip «Aus den Augen, aus der Ethik». Wir Menschen sind lieb zu unseren Haustieren, wollen nur das Beste für Bello und Co., und damit hat sich’s. Dass die gleichen «Haustiere» für Tierversuche missbraucht werden, ist für die meisten ausserhalb ihres Blickfeldes und somit auch ihrer Tierethik. So oberflächlich und scheinheilig sind wir Menschen, leider!

Glücklicherweise nicht alle. Es gibt Menschen, die ein grösseres Bewusstsein entwickeln und ihr sittliches Wollen und Handeln und ihre Verantwortung gegenüber anderen ausweiten. Und zwar auf Menschen, die in der südlichen Hemisphäre für uns produzieren, und auch auf Tiere, auf alle Tiere! Diese Menschen, zu denen ich auch Sie als Unterstützer der AG STG zähle, wollen nicht länger die alles zerstörende Krone der Schöpfung sein, sondern wieder ein integrierter Teil davon – in Harmonie mit der Natur und unseren Mitgeschöpfen. Zurück zu einer Ethik der Liebe und des Mitgefühls.

«Frieden wird in den Herzen der Menschen wohnen, wenn sie die Einheit mit dem Universum erkennen.»
Black Elk, Lakota Medicine Man


  Achim-David Z'Brun
kritischer Zeitgenosse und Friedensaktivist

Biochips - Die In-vitro-Revolution. Biochips kommen einer Revolution bei der Wirkstofftestung gleich

Biochips - Die In-vitro-Revolution

Biochips kommen einer Revolution bei der Wirkstofftestung gleich. Dank automatisierten Abläufen lassen sich grosse Mengen an Substanzen in kürzester Zeit messen, zuverlässig, preisgünstig, schnell und – wenn menschliche Zellen verwendet werden – auf die Situation beim Menschen übertragbar. Also genau das Gegenteil von Tierversuchen, die aufwendig, langwierig, schlecht reproduzier- und übertragbar sind.

Mittlerweile gibt es bereits eine ganze Palette solcher Lab-on-a-chip («Labor auf einem Chip») genannten Systeme für Haut, Leber, Lunge, Nervenzellen und sogar kombiniert als eine Art Mini-Organismus.

Nerven-on-a-chip

Ein Wissenschaftler-Team am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften, am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung und an der Universität Dortmund hat ein Nervennetz auf einem Biochip entwickelt, das gegenüber Tierversuchen und selbst herkömmlichen Zellkulturen entscheidende Vorteile hat. Gesunde Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn versuchen auch in einer Kulturschale Fortsätze zu bilden und miteinander in Kontakt zu treten. Im Gehirn sind die Vernetzungsvorgänge in Nervenzellen, die das ganze Leben lang anhalten, die Voraussetzung von Erinnerungsvermögen und Lernen.
Künstliche Lunge auf einem LaborchipStoffe, die bei Neuronen die Vernetzung behindern, bewirken unter anderem Gedächtnisstörungen. In herkömmlichen Zellkulturen müssen Anzahl und Länge der gebildeten Fortsätze einzeln unter dem Mikroskop ausgezählt werden, um die nervenschädigenden Eigenschaften von aufgeträufelten Chemikalien zu untersuchen. Auf dem Biochip wachsen die Neuronen in sechseckigen Silikongittern. Durch die regelmässige Anordnung lässt sich die Beurteilung automatisieren – das mühsame Auszählen entfällt. Der Test ist sehr viel genauer und empfindlicher als jeder Tierversuch.[1]

Lunge-on-a-chip

Wissenschaftler der Harvard-Universität haben eine Art künstliche Lunge auf einem Labor-Chip entwickelt. In einem System aus winzigen Mikrokanälchen aus flexiblem Kunststoff werden menschliche Lungenzellen angesiedelt. Die Kanälchen lassen sich durch ein Vakuum strecken. So kann die natürliche Atmungsbewegung der Lungenbläschen nachgeahmt werden. Eine Testsubstanz wie beispielsweise ein Nanopartikel aus Siliziumoxid wird mit einem Luftstrom in das System geleitet, um den Übergang von Substanzen in der Atemluft in die Lungenbläschen nachzustellen. Der nächste Schritt wäre, einen künstlichen Blutstrom hinter die Lungenbläschen zu schalten. Damit könnte der komplette Weg aus der Atemluft bis in den Blutkreislauf simuliert werden.[2]

Haut-on-a-chip

Mit dem Chip der FH Jena können z.B. neue Wirkstoffe für Kosmetikprodukte erprobt werdenEine vollautomatische Untersuchungsmöglichkeit von Kosmetika haben Wissenschaftler der FH Jena entwickelt. Auf einem mit winzigen Schläuchen durchzogenen fingerkuppengrossen Chip werden menschliche Hautzellen gesät. Mit elektrochemischen Methoden und mit Hilfe einer Kamera wird gemessen, wie die Zellen auf eingeschleuste giftige oder reizende Substanzen reagieren. Wirkstoffe können so schnell, zuverlässig und preisgünstig getestet werden. Bis der Prototyp in Serie gehen kann, ist jedoch noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten.[3]

Körper-on-a-chip

In einem an der amerikanischen Cornell University erfundenen Biochip wird an einer Art künstlichem Organismus getestet. In einem System aus winzigen Gängen und Kammern auf einem Mikrochip werden menschliche Zellen von Magen, Darm, Leber, Blut, Niere usw. angesiedelt. Ein Wirkstoff zirkuliert in einer Nährflüssigkeit durch den künstlichen Mini-Menschen. Die Wirkung in den einzelnen Organen, seine Verstoffwechslung sowie die mögliche Entstehung giftiger Abbauprodukte können so getestet werden. Sogar Krankheiten des Menschen können mit dem Mikrochip nachgeahmt werden. Das Team an der Cornell University arbeitet an der Simulation von Krebs. Kombinationen von Wirkstoffen können in den mit Krebszellen beschichteten «Organen» des Chips auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit geprüft werden. Tests, die am Tier Monate dauern, lassen sich mit Hilfe der Chips innerhalb von ein bis zwei Tagen durchführen.[4] Das System ist inzwischen patentiert und wird von der amerikanischen Firma Hurel vertrieben.

Biochip mit Algen

In den USA wurde von Forschern des Rensselaer Polytechnic Institute der Universität Berkeley in Kalifornien ein Biochip entwickelt, der aus einer Kombination von Algen und menschlichen Zellen oder Leberenzymen besteht. Die Testsubstanz wird in das System gegeben, und anhand der Färbung ist erkennbar, ob eine Chemikalie schädlich ist oder ein Medikament die gewünschte Wirkung zeigt.[5]3D-Biochips ermöglichen es, viele Anwendungen zu verbessern, und eröffnen neue Anwendungsmöglichkeiten

Minilabor

Am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum in Leipzig wurde ein dreidimensionaler Biochip entwickelt, der wie ein Minilabor funktioniert. Ein Stück Gewebe wird in den Biochip gegeben und ein Medikament hinzugefügt. An den Biochip sind Elektroden angeschlossen, um Strom durch das System zu leiten. Anhand des elektrischen Widerstands lässt sich die Auswirkung eines Wirkstoffes beurteilen. Künftig sollen auf diese Art Medikamente für spezifische Tumore schnell, zuverlässig und kostengünstig gefunden und damit eine gezieltere Patientenbehandlung ermöglicht werden.[6]

Niere-on-a-chip

Koreanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, die Zellen von Nierentubuli in vitro wachsen zu lassen. Die Nierentubuli sind dünne Röhren in den Nierenkörperchen, die das Blut filtern und den Harn produzieren. Diese Funktion behalten die Zellen auch in der dreidimensionalen Anordnung auf einem Chip bei.
Auf einem Biochip kann ein ganzes Labor untergebracht werdenDie Zellen werden von einer Flüssigkeit durchströmt und filtern sie durch eine Membran. So kann erforscht werden, ob und wie die Nierenzellen Wirkstoffe ausscheiden. Für den Prototyp wurden Rattenzellen verwendet. Die Ärzte gegen Tierversuche e.V. und die AG STG lehnen die Verwendung von tierischen Zellen für In-vitro-Systeme ab. Das hier beschriebene System würde ebenfalls mit menschlichen Nierenzellen von medizinisch notwendigen Operationen funktionieren.[7]

Arterie-on-a-chip

Kanadische Wissenschaftler haben auf einem Mikrochip kleine Arterienabschnitte langzeitkultiviert. Das System eignet sich zur Überprüfung von herz- und kreislaufwirksamen Medikamenten, und es kann automatisiert werden, d.h. eine grosse Anzahl potentieller Wirkstoffe kann in kürzester Zeit durchgetestet werden. Zu kritisieren ist auch hier, dass Blutgefässe von Mäusen verwendet wurden, was aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen abzulehnen ist. Der Einsatz von menschlichen Blutkapillaren wäre dagegen sinnvoll.[8]

  Dr. med. vet. Corina Gericke
Ärzte gegen Tierversuche e.V.


Weitere Informationen:

Die Broschüre «Woran soll man denn sonst testen» finden Sie als PDF unter: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/infomaterial/woran_soll_man_testen.pdf

Die Internetplattform der Ärzte gegen Tierversuche e.V. finden Sie unter: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de


Quellenangaben:

  1. Nervennetz auf dem Biochip statt Tierversuche, du und das tier, 2/2010, S. 18
  2. Lunge auf dem Chip, Welt der Physik, 25. 6. 2010 (http://www.weltderphysik.de/gebiet/leben/news/2010/lunge-auf-dem-chip/)
  3. Fachhochschule in Jena entwickelt «das Labor» auf dem Chip, Thüringer Allgemeine, 21. 7. 10 (http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Fachhochschule-in-Jena-entwickelt-das-Labor-auf-einem-Chip-556412543)
  4. Versuchskaninchen aus Silizium, Technology Review, Juli 2004, S. 45-48 (http://www.heise.de/tr/artikel/Versuchskaninchen-aus-Silizium-280967.html)
  5. Biochip mimics the body to reveal toxicity of industrial compounds, innovations report, 19. 12. 2007 (http://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-100385.html)
  6. 3D-Biochip eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten, LaborPraxis, 23. 6. 2008 (http://www.laborpraxis.vogel.de/analytik/bioanalytik/biochips/articles/125042/)
  7. Kyung-Jin Jang at al.: A multi-layer microfluidic device for efficient culture and analysis of renal tubular cells. Lab Chip 2010, 10, 36, DOI:10.1039/b907515a
  8. Günter, A., et al.: A microfluidic platform for probing small artery structure and function. Lab Chip 2010, 10, 2341-2349

Fragen und Antworten zum Thema Tierversuche (3. Teil)

FUCK FAQ Tierversuche (3. Teil)

Im «Albatros» Nr. 32 haben wir auf Wunsch vieler Leser damit begonnen, für euch ein paar Basisargumente für Diskussionen zusammenzustellen. Daraus entstand eine Serie, die auf vier «Albatros»-Ausgaben aufgeteilt veröffentlicht und danach in einer Broschüre zusammengestellt wird. In dieser Ausgabe befassen wir uns schwerpunktmässig mit medizinisch-wissenschaftlichen Antworten rund um die angebliche Notwendigkeit bzw. den angeblichen Nutzen von Tierversuchen. Im nächsten «Albatros» werden wir dann den Schwerpunkt auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden legen. Wir hoffen, dass wir mit der Auswahl der Fragen und deren Beantwortung eurem Wunsch gerecht werden.

Dank Tierversuchen wird doch die Bekämpfung von Krankheiten erst ermöglicht?

Umfangreiche Untersuchungen des angesehenen britischen Sozialmediziners Prof. McKeown haben bewiesen, dass die Verbesserung der Gesundheit und somit die Erhöhung der Lebenserwartung hauptsächlich durch verbesserte sanitäre Einrichtungen und Hygiene bedingt ist. Dies führte zum Rückgang der Infektionskrankheiten, und dadurch nahm die Säuglings- und Kindersterblichkeit rapide ab. Das Gleiche gilt für die hohe Lebenserwartung. Nicht Medikamenten und Impfungen ist dies zu verdanken, sondern einfachen Mitteln wie mehr Sauberkeit und Hygiene. Ebenfalls spielt die Ernährung eine wichtige Rolle dabei.

Paracetamol, ein sehr beliebtes Schmerz- und Fiebermittel, ist für Katzen giftig bis tödlichWie hat sich das heutige medizinische Wissen aufgebaut? Viele Erkenntnisse des Grundwissens wurden bereits in der Zeit vor den Tierversuchen gewonnen, und sie flossen in die Medizin ein. Auch die heutigen neuen Erkenntnisse stammen praktisch ausschliesslich aus Studien und Beobachtungen an Menschen.
Demgegenüber führte die Einführung von Tierversuchen zu äusserst vielen Falschthesen, die danach aufwendig widerlegt werden mussten (und immer noch müssen). Aber auch die angeblichen Erfolge dank Tierversuchen werden kritisch durchleuchtet. Es gibt immer mehr medizinhistorische Richtigstellungen, die aufzeigen, dass wesentliche medizinische Entdeckungen von Klinikern gemacht wurden. Erst danach wurden die Experimente im Tierversuchslabor nachgestellt, die Ergebnisse veröffentlicht und dafür Anerkennung bis hin zum Nobelpreis erschlichen.

Einige der wesentlichen medizinischen Entdeckungen wurden auch von mutigen Wissenschaftlern im Selbstversuch gemacht bzw. bewiesen. Lesen Sie dazu unseren Artikel «Ärzte als Vorbilder – Fortschritte in der Medizin dank mutiger Selbstversuche» online unter: http://www.agstg.ch/magazin/aerzte-als-vorbilder-selbstversuche.html


Kann die Forschung wirklich auf Tierversuche verzichten?

Das Spiel mit den Ängsten und der Hoffnung der Patienten ist ein grausames, aber leider sehr lukratives Spiel. Ständig wird behauptet, dass es ohne Tierversuche keinen medizinischen Fortschritt geben kann und dass dank Tierversuchen diese und jene Krankheit bald geheilt werden könne.

Auswahl aus der Tabelle "Vorhersagen über die Entdeckung von Medikamenten" der Pharmalobby, bis wann dank Tierversuchen welche medizinischen Fortschritte erreicht seien (Ciba-Geigy AG (heute Novartis), 1985)Eine Tabelle der Tierversuchslobby demonstriert das Spiel mit der Hoffnung und zeigt auf, wie gross der versprochene Erfolg tatsächlich ist. Diese Tabelle wurde 1985 von der Ciba-Geigy AG (heute Novartis) im Rahmen der Abstimmung zur Abschaffung der Tierversuche veröffentlicht und listet auf, was die medizinische Forschung erreichen wird, wenn wir weiterhin mit Tierversuchen forschen (was wir ja uneingeschränkt getan haben und immer noch tun). Die Tabelle trägt den Titel «Vorhersagen über die Entdeckung von Medikamenten» und listet 40 Krankheiten und Krankheitsbilder auf.

Die genannten Ziele wurden in den meisten der 40 in der Tabelle aufgeführten Krankheiten nicht einmal ansatzweise erreicht – auch heute, über 25 Jahre später, noch nicht. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Tierversuche für die medizinische Forschung extrem wichtig seien, und trotzdem wird den Menschen immer noch ständig Hoffnung auf Heilung dank Tierversuchen gemacht.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die aufzeigen, dass die tierversuchsbasierte medizinische Forschung seit langem in einer Sackgasse steckt. Deshalb, zusammengefasst, die Antwort auf die Eingangsfrage: Die Forschung kann nicht nur, sondern sie muss – wenn wir effektive medizinische Fortschritte erzielen möchten – sich vom Tierversuch abwenden.


Sind die Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragbar?

Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat errechnet, dass 92% aller Wirkstoffe, die in Tierversuchen als wirksam und sicher beurteilt wurden, aufgrund der angeschlossenen Untersuchungen am Menschen wegen schwerwiegender Nebenwirkungen oder fehlenden Nutzens gar nicht erst zugelassen werden.
Penicillin, dessen Entdeckung für die Menschen ein Segen war, ist für Meerschweinchen und andere Tiere giftig bis tödlichVon den verbleibenden 8% der Wirkstoffe, die für die breite Anwendung am Menschen zugelassen werden, müssen später die Hälfte wieder vom Markt zurückgezogen werden oder deren Fachinformationen um schwere, unerwartete Nebenwirkungen erweitert werden. Diese Zahlen wurden, wenn auch nur indirekt, ebenfalls von Interpharma (Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen in der Schweiz) bestätigt.
Auch die umgekehrte Aussage ist gültig. Für Menschen nützliche Wirkstoffe werden wegen Tierversuchen nicht erkannt, da sie (weil beim benutzten Versuchstier kein Erfolg erzielt wurde) als wirkungslos aussortiert werden. Dass dies bei einer so hohen Fehlerquote von Tierversuchsergebnissen (92% bzw. 96%) öfters passiert, liegt auf der Hand. Tierversuche verhindern also ganz klar die Entdeckung von Medikamenten und behindern dadurch massiv den medizinischen Fortschritt.

Weitere Fakten betreffend die Zuverlässigkeit von Tierversuchen finden Sie unter:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf


Tiere fühlen genau wie wir Menschen physischen und psychischen Schmerz. Auch empfinden Tiere genau wie wir Gefühle wie Angst, Stress, Liebe und viele mehr.
Trotzdem lassen sich die in Tierversuchen erzielten Ergebnisse nicht einfach auf den Menschen übertragen. Tiere sind anatomisch, biologisch und im artspezifischen Verhalten vollkommen unterschiedlich. Man kann aus einer Reaktion einer Tierart auf ein Medikament keine Rückschlüsse auf die Reaktion einer anderen Tierart auf das gleiche Medikament ziehen. Und schon gar nicht auf die Wirkung dieses Medikaments beim Menschen. Es ist sogar so, dass man innerhalb ein und derselben Art auf verschiedene Reaktionen stösst.

Beispiele verschiedener Reaktionen bei Mensch und Tieren auf chemische/natürliche Substanzen

Ausführliche Informationen über die unterschiedlichen Wirkungen bei Mensch und Tier:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-flyer_ist-der-mensch-ein...schwein-eine-ratte-oder-ein-esel_de.pdf

Ein weiteres Problem ist, dass künstlich erzeugte Krankheiten sich ganz anders verhalten als natürlich entstandene. Somit gibt es in Tierversuchen schon lange viele «Erfolge», aber bei den Menschen bleiben diese Erfolge praktisch aus. Dies zeigt besonders das Beispiel Krebs. Schon vor Jahrzehnten haben Wissenschaftler praktisch jeden künstlich erzeugten Krebs bei Tieren geheilt. Jedoch nicht einen einzigen dieser Erfolge konnten sie dank diesen Tierversuchen auf Menschen übertragen.


Führen Tierversuche zu mehr Sicherheit für die Menschen?

Nach Studien der Harvard School of Public Health sowie Aussagen des «American Journal of the Medical Association» sterben in den USA jährlich über 100 000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Somit ist dies die fünfthäufigste Todesursache in den USA.
Contergan, das bei Menschen zu schwersten Missbildungen bei Nachkommen führt, ist für Ratten, Mäuse und die meisten andern Tierarten ungefährlichIn einer anderen Ausgabe bemerkt das «American Journal of the Medical Association», dass die Schädigung durch medizinische Behandlungen in den USA «die jährliche Todesrate durch Autounfälle von 45 000 Personen als zwergenhaft erscheinen lässt und mehr Todesopfer fordert als alle anderen Unfälle zusammen».

Für die Schweiz gibt es keine offiziellen Zahlen. Es gibt jedoch keinen Grund, nicht davon auszugehen, dass in der Schweiz im Verhältnis zur Einwohnerzahl dieselben hohen Sterberaten infolge Schädigungen durch Medikamente verursacht werden.
Provokativ gefragt: Besteht der medizinische Erfolg also darin, dass weltweit jährlich über 100 Millionen Tiere in Versuchen sterben müssen, damit jährlich weltweit «nur» (hochgerechnete) 3 Millionen Menschen an Nebenwirkungen sterben?

Skandale wie Contergan (führte zur Geburt von 10 000 schwer missgebildeten Kindern) oder Vioxx (2004 Marktrücknahme, nachdem weltweit etwa 320 000 Patienten einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten hatten und davon etwa 140 000 Patienten sogar starben) bilden nur die Spitze dieses Eisbergs. Eine ausführliche Beantwortung dieser Frage finden Sie unter der Frage: Sind die Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragbar?


Verhindern Tierversuche sogar medizinischen Fortschritt?

Die häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt der heutigen Zeit sind Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs (zusammen fast 75%). Bei genau diesen Krankheitsbildern wird schon seit über 100 Jahren am intensivsten im Tierversuch geforscht. Trotz somit Millionen von Tierversuchen konnten im «Kampf gegen Krankheiten» kaum Fortschritte erzielt werden. Und die Fortschritte, die gemacht wurden, sind hauptsächlich auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden wie epidemiologische Studien und klinische Forschung zurückzuführen.

Arsen ist für Menschen absolut tödlich. Hingegen für Schafe und andere Wiederkäuer ist es auch in hohen Dosen verträglichWussten Sie z.B., dass das wichtigste Antibiotikum (Penicillin) ohne Tierversuche entdeckt wurde und dass, wenn man dessen Wirkung vorher im Tierversuch getestet hätte, Penicillin niemals zugelassen worden wäre? Tierversuche werden oft mit Meerschweinchen, Hamstern oder Kaninchen gemacht. Hätte man diese Versuche vorher durchgeführt, dann wäre Penicillin als äusserst gefährlich und nutzlos für uns Menschen eingestuft worden, da Penicillin für diese Tierarten giftig bis tödlich ist.
Dasselbe gilt z.B. auch für Aspirin, das für Katzen (insbesondere bei wiederholter Gabe) giftig ist und bei Ratten, Mäusen, Hunden, Affen und Meerschweinchen zu schweren Missbildungen bei Nachkommen führen kann.
Dies sind nur zwei Beispiele von vielen!

Anhand einer Langzeitstudie an drei der führenden Universitäten Deutschlands wurde die Übertragbarkeit der Resultate von 51 Tierexperimenten auf den Menschen untersucht. Das Ergebnis ist vernichtend! Nur gerade 0,3 Prozent der Tierversuchsergebnisse erreichten dieses Ziel. Und aus diesen wenigen nutzbaren Ergebnissen resultierte nicht einmal eine einzige klinische Therapie für den Menschen.
Weitere Beispiele finden Sie in dieser Broschüre. Ebenfalls viele weitere Beispiele, wie Tierversuche fast die Entdeckung und Entwicklung wesentlicher medizinischer Errungenschaften verhindert haben, finden Sie auf unserer Webseite (http://www.agstg.ch) oder in unserer Broschüre: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf

Aspirin, ein weiteres sehr verbreitetes Medikament, kann bei Hunden und weiteren Tierarten zu schweren Missbildungen bei Nachkommen führenWichtig, um den effektiven Nutzen und Schaden von Tierversuchen aufzuzeigen, wäre eine obligatorische Registrierung und Publikation sowie die wissenschaftliche Auswertung und Beurteilung von Tierversuchen. Damit könnte der Gegenbeweis der «Notwendigkeit» von Tierversuchen erbracht werden. Forscher und Universitäten setzen sich jedoch vehement gegen jegliche Qualitätskontrolle bei Tierversuchen ein.
Ebenfalls sehr wichtig wäre die massiv bessere Förderung und Anwendung von innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden.
Beide Forderungen würden mittel- bis langfristig den Tieren und den Menschen helfen.

Zwangsläufig muss man zum Schluss kommen, dass wir ohne die Tierversuchsindustrie in der Erforschung von Krankheiten viel weiter wären. Denn Tierversuche verhindern effektiv den medizinischen Fortschritt!
Langsam, sehr langsam beginnt sich unter Wissenschaftlern ein Wandel abzuzeichnen. Dies jedoch leider weniger bei uns in der Schweiz. Will die Schweiz jedoch auch in Zukunft zu den innovativen und führenden medizinischen Forschungsstandorten zählen, dann muss sie zwangsläufig mehr auf echten medizinischen Fortschritt als auf kurzfristige Vorteile von einigen Forschern, Universitäten und Pharmakonzernen setzen. Die entscheidende Frage muss somit heissen: Wollen wir Tierversuche, oder wollen wir medizinischen Fortschritt?


Müssten ohne Tierversuche Menschenversuche gemacht werden?

Da auch der Staat weiss, dass die Ergebnisse aus dem Tierversuch kaum Rückschlüsse auf den Menschen zulassen, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jedes Produkt, bevor es auf den Markt kommen darf, ausführlich an Menschen (in klinischen Studien) getestet wird.
Cortison, für Menschen verträglich, verursacht bei Mäusen und anderen Nagern MissbildungenDiese Tests beginnen mit einer kleinen Gruppe gesunder Probanden mit einer kleinen Dosis des Wirkstoffs und untersuchen in der Endphase bei bis zu mehreren tausend Personen die Wirkung und die Nebenwirkungen des getesteten Medikaments. Erst nach all diesen Tests darf ein Medikament auf den Markt kommen. Diese Medikamententests sind oft gefährlich für die Versuchspersonen, da das gesundheitliche Risiko infolge Nichtübertragbarkeit der Tierversuchsergebnisse sehr hoch ist. Diese Methode kommt somit willkürlichen Menschenversuchen gleich.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Solange Tierversuche in der Forschung eingesetzt werden, werden auch immer viele unkalkulierbare und somit gefährliche Versuche an Menschen durchgeführt werden müssen.

Um eine höhere Sicherheit für die Menschen zu gewährleisten, müsste man die klinische Forschung, die Beobachtung und das Studium von Krankheiten, massiv ausbauen.
Wenn wir in der Medizin weiterkommen wollen, ist es unumgänglich, die Forschung mehr auf den Menschen zu konzentrieren. Dies muss mit maximal möglicher Sicherheit für die Menschen geschehen. Diese Sicherheit kann man durch innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden (u.a. In-vitro-Versuche mit menschlichen Zellkulturen) massiv erhöhen.

Fortsetzung im nächsten «Albatros»

Den ersten Teil der «Fragen und Antworten zum Tierversuch» finden Sie unter: Fragen und Antworten zum Thema Tierversuch - Teil 1
Den zweiten Teil der «Fragen und Antworten zum Tierversuch» finden Sie unter: Fragen und Antworten zum Thema Tierversuch - Teil 2

Der Placeboeffekt in der Schulmedizin

Die Naturheilmedizin habe keinen nachweisbaren Nutzen. Alle Erfolge seien auf den Placeboeffekt zurückzuführen.
Ich persönlich betrachte den Placeboeffekt als den erfolgreichsten Beitrag in der Medizin. Das aber nicht speziell in der Naturheilmedizin. Auch in der Schulmedizin ist der Placeboeffekt oft der wichtigste Bestandteil des Erfolgs. Dies beginnt bei den klinischen Studien. Die einen Teilnehmer bekommen das Medikament, die anderen das Placebo. Da man von Medikamenten oft Nebenwirkungen spürt, wissen somit die Probanden meistens, ob sie das Medikament oder das Placebo erhalten haben. Wer also Nebenwirkungen bekommt, weiss, dass er das Medikament hat, und glaubt dann an dessen Nutzen – dies ist typisch menschlich, und dies ist der typische Placeboeffekt.
Wenn nun in einer klinischen Studie (entscheidet über die Medikamentenzulassung) mit hundert Personen vier merken, dass sie das Medikament erhalten haben, und deshalb glauben, dass es ihnen hilft, in der Kontrollgruppe (Placebogruppe) jedoch nur zwei glauben, dass das Testprodukt ihnen hilft, dann spricht man in der Wissenschaft trotzdem von einem signifikanten Erfolg des getesteten Medikaments. 100% erfolgreicher als das Placebo! So hoch ist die Studienquote meistens bei weitem nicht. Und auch wenn die restlichen 94 Testpersonen keinen Effekt spüren, reicht dies medizinwissenschaftlich gesehen vollkommen aus, um dieses Medikament als erfolgreich zu bezeichnen und es zuzulassen. So funktionieren Medikamentenzulassungsstudien.

Welche Medizin setzt auf den Placeboeffekt?

Nehmen wir als Beispiel Psychopharmaka. Die SSRI-Antidepressiva (werden verabreicht bei Depressionen, Angststörungen u.v.m.) sind darunter vermutlich die meistverbreiteten Medikamente. Es gibt keine ernsthafte Studie, die einen effektiven Nutzen der SSRI im Sinne einer Heilung der Krankheit beweist. Fragt man nun Mediziner, heisst es: Der Beweis sind die Aussagen der Patienten.
Klingeling: Wird die Naturheilmedizin nicht als nutzlos bezeichnet, weil sie wissenschaftlich kaum nachweisbar ist und deren Nutzen hauptsächlich auf Aussagen von Patienten beruht?

Es gibt jedoch grosse Unterschiede bei den Placeboeffekten. Echte Placebos haben keine Nebenwirkungen. Die Naturheilmedizin hat nur wenige (und die kennt man in den meisten Fällen), hingegen die Schulmedizin hat teilweise gravierende Nebenwirkungen.
Unbestritten ist, dass es ein paar wichtige und wirksame Medikamente aus der Schulmedizin gibt. Doch die insgesamt sehr wenigen Erfolge, die Milliardenkosten, die vielen Nebenwirkungen und die jährlich Millionen gefolterter und gequälter Tiere sind ganz klar nicht akzeptabel für diese sehr stark auf dem Placeboeffekt aufgebaute Medizin.

  Andreas Item