30.11.2012, Luzern: AG STG – Aktion: Grabkreuze für Tiere

30.11.2012, Luzern: AG STG – Aktion: Grabkreuze für Tiere (Fotoquelle: AG STG) 30.11.2012, Luzern: AG STG – Aktion: Grabkreuze für Tiere (Fotoquelle: AG STG)
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Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter: Medienmitteilung vom 30. November 2012 - Strassenaktion: 10 Millionen Opfer im Namen der Wissenschaft


23.12.2012, Zürich: AG STG – Aktion: Vergiftetes Weihnachtsgebäck

23.12.2012, Zürich: AG STG – Aktion: Vergiftetes Weihnachtsgebäck (Fotoquelle: AG STG) 23.12.2012, Zürich: AG STG – Aktion: Vergiftetes Weihnachtsgebäck (Fotoquelle: AG STG)
23.12.2012, Zürich: AG STG – Aktion: Vergiftetes Weihnachtsgebäck (Fotoquelle: AG STG) 23.12.2012, Zürich: AG STG – Aktion: Vergiftetes Weihnachtsgebäck (Fotoquelle: AG STG)


Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter: Medienmitteilung vom 23. Dezember 2012 - Engel verteilen in Zürich vergiftetes Weihnachtsgebäck


28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch

28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger) 28.01.2013, Basel: AG STG – Aktion: Menschenversuch (Fotoquelle: Julienne Wenger)
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Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter: Medienmitteilung vom 28. Januar 2013 - Menschenversuche in Basel

Weitere Medienmitteilungen aus dem aktuellen Albatros:

 

Vortragsreise an Universitäten in Peru - Innovative Lehrmethoden statt Tierversuchen

Vortragsreise an Universitäten in Peru

Vom 20. bis am 31. August 2012 fand in Peru eine Vortragsreise mit dem Schwerpunktthema «Tierversuchsfreie Lehrmethoden» statt. UPA-APEH lud zu dieser von der AG STG finanzierten Reise Dr. Andrew Knight ein, der sofort begeistert zusagte. Danach konnte die Planung und Organisation beginnen. Nachfolgend der Bericht von UPA-APEH.

Ursprünglich war ein einwöchiges Programm vorgesehen. Anfangs Juli erreichten UPA alarmierende Nachrichten der Tierschutzorganisation APEBA aus Tacna über skandalöse, tödliche Praktiken in den Versuchslabors zweier dortiger Universitäten. Wir benachrichtigten Dr. Knight über die Vorkommnisse und fragten ihn, ob er allenfalls gewillt wäre, auch nach Tacna zu reisen. Er antwortete uns umgehend, er sei gerne bereit, die  geplanten Ferien in der zweiten Aufenthaltswoche in Peru zu reduzieren, um auch Tacna zu besuchen: Tierwohl habe für ihn Priorität. Als uns dann die AG STG auch für dieses dringende Vorhaben grünes Licht erteilte, stand der Planung einer Konferenz in Tacna nichts mehr im Wege.
Der Empfehlung von Dr. Knight folgend, die Zeit seiner Anwesenheit so optimal wie möglich zu nutzen, planten und organisierten wir ein sehr intensives und ausgefülltes Programm.

Dr. Knight kam am Samstagabend, 18. August, in Lima an. Am Sonntag traf er sich mit dem UPA-APEH-Team zu einem veganen Mittagessen mit anschliessender Vorbereitungssitzung.
Am Montagmorgen um 6 Uhr reisten Dr. Knight und seine Begleiter mit dem Bus 300 km nach Ica, im Süden von Lima. An der privaten Universität San Juan Bautista wurden wir vom Dekan empfangen, und es fanden den ganzen Tag Besprechungen und Vorträge vor einem grossen Auditorium statt. Abends um 8 Uhr ging die vierstündige Fahrt wieder zurück nach Lima.
Am 21. August wurde Dr. Knight an der Universität Cayetano Heredia mit einer Physiologieprofessorin konfrontiert, welche die alternativen Lehrmethoden entschieden ablehnte. Ein Déjà-vu für ihn, hatte er doch während seines Studiums Ähnliches mit einer Professorin in Physiologie erlebt. Nach einem längeren, respektvollen Austausch zeigte sich die Dozentin bereit, Studenten, welche dies wünschten, die Verwendung von alternativen Methoden zuzugestehen.
Noch vor den Hauptkonferenzen an den Universitäten fand am Mittwochabend ein Vortrag für ca. 65 Tieraktivisten und Tierschützer statt. Die Ausführungen von Dr. Knight dienten als praktische Anleitung zum Tierschutz und beinhalteten folgende Themen: humane Lehrmethoden, Kampagnen gegen Tierversuche, berufliche Laufbahn im Tierschutz in der Veterinärmedizin, politische Parteien pro Tier, Vegetarismus, Klimawandel und Viehzucht.

Von Dienstag, 21., bis Samstag, 25. August, veranstaltete Dr. Knight vier Hauptkonferenzen, Vorträge, Workshops sowie Demonstrationen von humanen Lehrmethoden an folgenden fünf Universitäten in Lima: Nationale Universität San Marcos, Cayetano Heredia, Ricardo Palma, Agraruniversität La Molina und Alas Peruanas. Zudem eine Präsentation an einem Treffen des peruanischen Verbandes für Kleintierveterinäre.
Seine Konferenzen mit PowerPoint-Präsentationen behandelten als wichtigste Themen: humane Lehrmethoden in der Veterinär- und anderen biomedizinischen Ausbildungen, die Förderung des Tierschutzes im tierärztlichen Berufsstand, Lernen, ohne zu töten,  Studentenkampagnen für tierfreundliche Lehrmittel sowie Kampagnen zur Abschaffung von Tierversuchen.
An der Konferenz in San Marcos referierten am Samstag Professoren dieser sowie weiterer Universitäten über die von ihnen bereits praktizierte Anwendung tierversuchsfreier Lehrmethoden, welche ihnen seit einigen Jahren durch UPA vermittelt werden.
Auch die Verwendung von ethisch erworbenen Kadavern hat sich inzwischen etabliert. Die Universität San Marcos verwendete in ihren Anatomiekursen bis 2008 noch 60 Strassenhunde pro Jahr. Seit 2010 arbeitet sie jährlich noch mit 10 ausschliesslich ethisch erworbenen Tierkadavern.

Dr. Andrew Knight, ist Veterinär und europäischer Wissenschaftler in Tierethik, Tierrecht und Tierwohl Dr. Andrew Knight, australisch-englischer Nationalität, ist Veterinär und europäischer Wissenschaftler in Tierethik, Tierrecht und Tierwohl, Mitglied des «Oxford Centre for Animal Ethics» und Sprecher der britischen politischen Partei «Animals Count». Er ist ein international anerkannter Fachbuchautor und Experte in modernen, tierversuchsfreien Lehrmethoden.
Andrew führte während seines Aufenthalts in Peru durch:

-    20 Vorträge
-    7 Besuche und Gespräche mit Professoren in Universitäten
-    4 Präsentationen von tierversuchsfreien Lehrmodellen
-    1 Pressekonferenz
-    3 TV-Interviews
-    1 Radiointerview
-    und vieles mehr

Seine Webseite finden Sie unter: http://www.andrewknight.info
Besuchen Sie auch: www.AnimalConsultants.org

Andrew Knights Fotos von der Vortragsreise und seinem Aufenthalt in Huaraz finden Sie unter: http://www.andrewsadventures.info/2012/Peru-lectures/


Vorträge, Workshops, Interviews und Fragenbeantwortung wurden von freiwilligen UPA-Mitgliedern und professionellen Dolmetscherinnen kostenlos übersetzt, womit beträchtliche Sprachbarrieren erfolgreich überwunden wurden. Es fanden auch ein Radio- und drei Fernsehinterviews in Lima und eine Pressekonferenz in Tacna mit Dr. Knight statt.
Dr. Knight war beeindruckt und begeistert vom grossen Interesse, das er bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern, Professoren und Studenten der Universitäten fand. Die Anzahl Zuhörer variierte zwischen 50 und 160 Personen, was er im Vergleich mit seinen Erfahrungen in Australien, den USA und Europa als sehr hoch erachtete.

An den Konferenzen wurden von InterNICHE International gelieferte humane Lehrmethoden und Modelle demonstriert, u.a. der mit verschiedenen Vorrichtungen ausgerüstete Modellhund Jerry, an welchem die Studenten Blutentnahmen, Abhören von Herz- und Lungengeräuschen, Pulskontrolle, Intubation und Weiteres lernen können. Studenten an der Universität Ricardo Palma, in welcher schon seit einiger Zeit intensiv mit Jerry gearbeitet wird, kreierten zusätzlich ihre eigenen, einfachen und kostengünstigen Tiermodelle. Sie verfügen mittlerweile über eine beeindruckende Auswahl von Modellen, welche wir gerne zeigten, um andere Universitäten zu ermuntern, auf ähnliche Weise ihre finanziellen Grenzen zu überwinden. Dr. Knight bewunderte die eigenen Initiativen der Universitäten, wie zum Beispiel das anatomische Museum der Veterinärfakultät der Nationalen Universität San Marcos, welches eine grosse Anzahl ethisch erworbener  Kadaver (Körper oder Skelette von natürlich verstorbenen oder aus medizinischen Gründen euthanisierten Tieren) zeigt.

Um den Vorträgen Nachhaltigkeit zu verleihen, wurden von UPA ins Spanische übersetzte Publikationen von Dr. Knight verteilt. Zudem seine 10 wichtigsten PowerPoint-Präsentationen auf DVD aufgenommen und an die Teilnehmer abgegeben. UPA liess ferner die spanische Übersetzung seines Buches «Lernen ohne zu töten: ein Führer zur Verweigerung aus Gewissensgründen» drucken und verteilen.
Sonntag bis Dienstag verbrachte Dr. Knight (ein begeisterter Bergsteiger), auf 3000 m Höhe in Huaraz, wo er während dieser Tage anspruchsvolle Bergtouren bis auf 4600 m Höhe unter-nahm. Am Mittwoch frühmorgens kehrte er voller Begeisterung über die peruanische Bergwelt aus dem sonnigen Huaraz ins neblige Lima zurück. Um 9 Uhr hatte er bereits wieder eine Sitzung mit Professoren der Agraruniversität, und um 11 Uhr holten wir ihn ab, um am Airport das Flugzeug nach Tacna zu besteigen.


UPA - Unidos por los Animales

Tierschutz und Tierhilfe auf vielen Ebenen hat sich UPA (Unidos por los Animales) in Lima zur Aufgabe gemacht. Die Vereinigung wurde von einer Gruppe tierliebender junger Menschen gegründet und widmet sich schwerpunktmässig der Betreuung, Behandlung und Kastration von Strassentieren. Zu den weiteren Aktivitäten gehören die Aufklärung der Öffentlichkeit, Katastrophenhilfe, die Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren sowie Protestmärsche und Manifestationen gegen den Stierkampf und gegen die Haltung von Zirkustieren.
Seit einigen Jahren setzt sich UPA, auch dank der Unterstützung der AG STG, immer intensiver für die Einführung von tierversuchsfreien Ausbildungsmethoden an den Universitäten Perus ein.

Webseite von UPA: http://www.unidosporlosanimales.org

Webseite der Arbeitsgruppe APEH UPA Lima Peru (APEH = Alternativas para una Educación Humanitaria – Alternativen für eine humane Ausbildung): http://www.apehperu.com/


Die Erfahrungen in Tacna sollten zu den befriedigendsten der ganzen Tour werden, obwohl bei der (verspäteten) Ankunft der Koffer von Andrew mit den tierversuchsfreien Lehr- und Forschungsmodellen fehlte, so dass er und einige Begleiter sich ohne diesen auf den Weg zu den bereits wartenden Journalisten der Pressekonferenz machen mussten. Wie wir erfuhren, war der Koffer in Lima zurückgeblieben und würde mit einem späteren Flug am Abend eintreffen. Die Zeit reichte uns nicht, zum Hotel zu gehen oder einen Mittagsimbiss ein-zunehmen. Gleich nach der Pressekonferenz wurden wir vom Dekan und einem Professor der Veterinärfakultät der Nationalen Universität Jorge Basadre Grohamm erwartet. Die Atmosphäre war angesichts des vorausgehenden Skandals (die Universität stand vor kurzem wegen ihrer Tierversuche mit Strassentieren im Medieninteresse) anfangs etwas angespannt, jedoch verliefen die Gespräche in gegenseitigem Respekt, und die Herren waren bereit, am nächsten Tag der Konferenz beizuwohnen. Müde und hungrig, hofften wir nun ins Hotel gehen zu können. Jedoch fand um 21 Uhr noch eine zusätzliche Sitzung mit dem Vizerektor der Universidad Privada de Tacna und dem Direktor von deren humanmedizinischer Fakultät statt. Erst danach war es uns vergönnt, nach einem langen Tag miteinander das wohlverdiente Nachtessen zu geniessen und einen kurzen Rundgang durch die schöne Stadt zu unternehmen.

Am nächsten Morgen verlor unser «Starreferent» eine Wette. Er war der Meinung, dass von den 75 für die Konferenzteilnahme eingeschriebenen Personen wohl nur die Hälfte erscheinen werde.
Die Überraschung war perfekt, als uns im Kongresszentrum ein bis auf den letzten Platz besetztes Auditorium von mehr als 160 Teilnehmern erwartete! Dr. Mauricio Jara, Professor an der Universität Ricardo Palma (Lima), unterstützte die Ausführungen von Dr. Knight mit Demonstrationen anhand des Modells Jerry. Viele Professoren äusserten den Wunsch, in Lima mehr über die vorgeführten Methoden zu erfahren. Nach den Vorträgen und Workshops kamen die Verantwortlichen zur Überzeugung, dass ihre Studenten chirurgische Erfahrung sammeln können, indem sie, im Rahmen eines sozialen Kastrationsprogramms, Tierärzten beim Operieren von Strassenhunden assistieren. Es war ergreifend mitzuerleben, wie nach der Schlusskonferenz zwei ältere, leitende Professoren ans Mikrophon traten und dem Publikum erklärten, dass sich ihnen die Augen geöffnet hätten und sie ernsthaft beabsichtigten, die humanen Lehrmethoden einzuführen!
Anschliessend an die Konferenz hielt Andrew noch einen Vortrag für Aktivisten und Tierschützer. Nach einem gemeinsamen veganen Nachtessen verabschiedeten wir uns von Tacna und fuhren zum Flughafen.

Dr. Andrew Knight, Prof. Dr. M. Jara, Mitglieder der Tierschutzorganisation APEBA Tacna und UPA

Der letzte Tag in Lima war eigentlich als Ruhe- und Abschlusstag vorgesehen. Jedoch mussten wir noch einmal früh raus, da wir von einer Gruppe Studenten der Universität Alas Peruanas (ausserhalb von Lima) eingeladen wurden. Diese hatten ihren Dekan davon überzeugt, Dr. Knight zu einem Besuch und Gesprächen zu empfangen, bei denen die Verwendung von tierversuchsfreien Lehrmethoden in den Kursen Pharmakologie, Chirurgie und Physiologie behandelt wurde. Die Studenten stellten Dr. Knight viele Fragen über seine eigenen Erfahrungen während des Studiums, über die Einführung von tierversuchsfreien Ausbildungsmethoden, zur Schliessung von Tierlaboratorien und zur Anerkennung des Rechts auf Verweigerung aus Gewissensgründen.   
Auf dem Rückweg besuchten wir die inmitten von Sanddünen und mit Blick aufs Meer gelegenen Inka- und Prä-Inka-Ruinen von Pachacamac. Am Abend trafen wir uns zu einem Abschiedsessen im Hause der UPA-Präsidentin Corinne Schirmer und bedankten uns bei Andrew Knight für seinen Besuch und seinen grossen Einsatz zum Wohl der Tiere in Peru. Wir feierten den Erfolg dieser gelungenen Tournee, welche dank der AG STG zustande kam.

Dr. Andrew Knight und UPA-APEH danken der AG STG für die grosse finanzielle Unterstützung dieser so wichtigen Vortragsreise. Es werden sich damit neue Horizonte öffnen und sicher grosse Fortschritte für das Wohl der Tiere in Peru erzielt werden.
Die AG STG bedankt sich herzlich bei Dr. Andrew Knight und dem ganzen Team von UPA-APEH für deren ausserordentlichen Einsatz für diesen gelungenen Anlass. Ebenfalls bedanken wir uns bei Ihnen, liebe Unterstützer der AG STG. Ohne Sie wäre dieser Anlass nicht möglich gewesen.

Vortrag Dr. Knight für Tierschutzaktivisten an der Schweizer Schule Pestalozzi Vortrag Dr. Knight für Tierschutzaktivisten an der Schweizer Schule Pestalozzi.
Dr. Knight besichtigt die von Studenten selbst hergestellten Modelltiere Dr. Knight besichtigt die von Studenten selbst hergestellten Modelltiere
Auswahl Lehrmethoden des InterNICHE-Leihsystems Auswahl Lehrmethoden des InterNICHE-Leihsystems
Vortrag Prof. Dr. Jara an der Universität. Vortrag Prof. Dr. Jara an der Universität.
UPA-Präsidentin Corinne Schirmer referiert über die Arbeitsbereiche von UPA. UPA-Präsidentin Corinne Schirmer referiert über die Arbeitsbereiche von UPA.
Radio/Fernseh-Interview mit Dr. Andrew Knight und UPA-Vorstand. Radio/Fernseh-Interview mit Dr. Andrew Knight und UPA-Vorstand.
Radio/Fernseh-Konferenz am bekanntesten Sender RPP mit Dr. Knight und Teresa Torres, Vorstand UPA. Radio/Fernseh-Konferenz am bekanntesten Sender RPP mit Dr. Knight und Teresa Torres, Vorstand UPA.
Demonstration am Modellhund Jerry vor Veterinärstudenten. Demonstration am Modellhund Jerry vor Veterinärstudenten.
Aktuelle Studie bestätigt - Tierversuche können Reaktionen des Menschen nicht vorhersagen

Aktuelle Studie bestätigt:
Tierversuche können Reaktionen des Menschen nicht vorhersagen

Eine am 11. Januar 2013 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift «International Journal of Medical Sciences» veröffentlichte Studie bestätigt erneut, dass Tierversuchsergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die beiden Wissenschaftler von der Organisation Americans For Medical Advancement, Kalifornien, kommen nach ihrer Analyse zu dem Schluss, dass selbst bei einer verbesserten Standardisierung von «Tiermodellen» diese kein geeignetes Mittel sind, um Reaktionen des Menschen auf Medikamente und andere Stoffe vorherzusagen.

Einzelne wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften können Fehlern oder Befangenheit der Forscher unterliegen. Systematische Übersichtsartikel (Reviews) sind derzeit die bevorzugte Methode, um wissenschaftliche Arbeiten zu beurteilen. Dabei werden eine grosse Anzahl Einzelstudien, die bestimmte Kriterien erfüllen, zusammengefasst, um so zu einer möglichst aussagekräftigen Schlussfolgerung zu gelangen.

Die Autoren dieses Artikels stehen auf dem Standpunkt, dass systematische Reviews zur Beurteilung von Tierversuchsstudien nicht geeignet sind, weil Tierversuche in sich schon eine ungeeignete Methode sind, um Reaktionen des Menschen vorherzusagen.

Das Ziel, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragen zu wollen, ist eine der wichtigsten Rechtfertigungen zur Durchführung von Tierversuchen. Die tierexperimentelle Forschung geht davon aus, dass durch Verbesserung der Standardisierung der Versuche (z.B. bezüglich Haltungsbedingungen, Zuchtlinie usw.) auch die Übertragbarkeit verbessert werden könne.

Die Autoren führen eine Reihe von Beispielen an, die die ausgesprochen schlechte Übertragbarkeit von Tierversuchen in der Vergangenheit belegen. So waren bereits rund 100 Impfstoffe gegen HIV im «Tiermodell» wirksam, jedoch keiner davon beim Menschen. Selbst wenn morgen auf der Basis von Tierversuchen ein wirksamer Impfstoff gegen HIV gefunden werden würde, so wäre das «Tiermodell» dennoch gescheitert, da der Vorhersagewert bei etwa 0,01 liegen würde. Gleiches gilt für Rückenmarksverletzungen, bei denen 22 Wirkstoffe im Tierversuch einen therapeutischen Effekt zeigten, nicht aber beim Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus in führenden Fachjournalen erschienenen Studien tierexperimenteller Grundlagenforschung ein neues Medikament entsteht, liegt bei 0,004 Prozent.

Durchaus vermögen Tierversuche Nebenwirkungen von neuen Wirkstoffen aufzudecken, allerdings nicht die gleichen wie beim Menschen. So zitieren die Autoren eine Untersuchung, in der Ergebnisse aus Tierstudien zu sechs Medikamenten mit bekannten Humandaten verglichen wurden. Bei den Tieren traten 48 Nebenwirkungen auf, die nicht beim Menschen vorkamen. Dagegen traten 20 Nebenwirkungen beim Menschen auf, die beim Tier nicht entdeckt worden waren.

Die Autoren gehen den Ursachen dieser erheblichen Unterschiede nach und postulieren, dass die biologische Evolution zu äusserst komplexen Systemen geführt hat, bei denen das System weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Wenn selbst eineiige Zwillinge auf Substanzen unterschiedlich reagieren können, wie kann man dann annehmen, Tiere seien als Stellvertreter für den Menschen geeignet?

Die heutige Medizin produziert Substanzen, die bei möglichst vielen Menschen wirken sollen. Dass dies aufgrund der grossen Bandbreite der Bevölkerung viel zu oft nicht funktioniert, wird immer deutlicher. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Zukunft in der personalisierten Medizin zu sehen ist, bei der Behandlungsmethoden individuell zugeschnitten werden, also dem Gegenteil von standardisierten Tierversuchen.

Autoren: Ray Greek and Andre Menache
Titel: Systematic Reviews of Animal Models: Methodology versus Epistemology
Zeitschrift: International Journal of Medical Sciences 2013; 10, 206-221
Übersetzt und zusammengefasst: http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de

Ein gutes Jahr für die Bambine - Die «Mädchen» vom Parco dell'Abatino geniessen das Leben

Ein gutes Jahr für die Bambine

Welch grausamem Schicksal diese Affen entronnen sind, werden wir nie genau erfahren können. Aber wir sind froh, dass wir dank Ihrer Hilfe, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, mithelfen können, den «Bambine» einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Im Albatros Nr. 33 berichteten wir erstmals von ihnen. Nun haben wir wieder einen Brief von den «Mädchen» erhalten.

Für die «Mädchen» (Makaken) war 2012 ein wirklich tolles Jahr. Sie werden, auch optisch, langsam ein bisschen älter, und vielleicht auch ein bisschen klüger. Ihr Haar ist dicker geworden, und es haben sich ein paar Falten mehr in das von der Sonne gegerbte Gesicht gezeichnet.
Im vergangenen Winter hatte ein enormer Schneesturm Netze und Zäune des Geheges beschädigt. Die «Mädchen» zogen sich dann mehr in ihr Haus zurück. Nicht alle schienen es aber zu geniessen, durchgehend im Haus zu sein. Sind sie vielleicht immer noch geprägt von ihrer Vergangenheit im Labor? Einige blieben zwischendurch lieber in der frostigen Kälte, als drinnen im beheizten Teil an das Eingesperrt sein erinnert zu werden.

Seit Juli haben sie einen neuen Platz ausserhalb ihres Hauses, bzw. einen neuen Korridor. Dieser wurde gleich erkundet und rege genutzt. Es ist eine riesige Voliere, in der sie sich frei bewegen und austoben können. Die Muskeln der «Mädchen» werden auch immer stärker. Sie geniessen es, auf Bäume zu klettern und diese zu erkunden. Immer öfter geniessen sie aber auch das Baden in der Sonne.
Als Nachbarn haben sie eine Familie von Tonkeana-Makaken sowie Harriet, einen sehr neugierigen Pavian. Die Dynamik in der Gruppe hat sich etwas stabilisiert. Alle respektieren Viola als Führer. Es gibt wenige Kämpfe, dafür aber viele Umarmungen, Sprünge und Spiele.

http://www.vitadacani.org/

Video der Bambines (Makaken) aus dem Parco dell'Abatino

Video: Die «Mädchen» vom Parco dell’Abatino

In diesem Video (keine grausamen Bilder!) sehen Sie die Ankunft der «Mädchen» im Parco dell'Abatino sowie einige Momente ihrer ersten Monate in diesem Park.
Das Video «Progetto le bambine» finden Sie unter: http://www.youtube.com/watch?v=Yrpd7W6cB-c (Dauer: 16 Minuten)

 

Folgend ein paar Portraits der nun glücklichen «Mädchen»

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Accio Accio war anfangs etwas zu dick, und ihre Augen waren sehr angeschwollen. Dies hat sich in der Zwischenzeit jedoch verbessert. Accio ist gegenüber Menschen sehr scheu und ängstlich.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Actarus Actarus ist die Freundin von Giada und Mora. Sie ist etwas zierlich, aber sehr fit. Noch etwas scheu, hält sich Actarus etwas auf Distanz gegenüber den anderen, und sie geht jeglicher Auseinandersetzung aus dem Weg. Manchmal nimmt sie die Nahrung direkt aus der Hand entgegen.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Aku Aku ist auf einem Auge blind. Sie ist sehr klein, aber recht gut in Form. Sie ist sehr schnell und manchmal etwas wild. Aku ist etwas scheu gegenüber ihren Kolleginnen, und sie sucht keinen sozialen Kontakt zu Menschen.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Andy Andy kratzt sich stets am Fuss und weist ein stereotypisches Verhalten auf. Dies tut sie insbesondere, wenn man sie direkt ansieht. Andy ist vor allem mit Mora, aber auch mit allen anderen freundlich und lieb. Ruhig nimmt sie die Nahrung direkt aus der Hand entgegen.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Capitan Harlock Capitan Harlock ist gross, schlank und sehr gesund. Sie ist sehr flink und friedlich. Gegenüber Menschen ist Capitan Harlock sehr scheu. Auch meidet die sehr haarige und bärtige Dame die Gruppenführerin Viola.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Glada Giada ist zierlich, aber gut gebaut und in Topform. Sie hat einige Freundinnen, insbesondere die andere «Blondine» Lara. Giada ist sehr ausgeglichen, schlau und intelligent. Sie nimmt die Nahrung direkt aus der Hand entgegen.
Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Lara Lara, die zweite «Blondine», zählt zusammen mit Viola, Shiva und Capitan Harlock zu den Grössten in der Gruppe. Lara ist äusserst schnell und wendig. Sie ist gegenüber Menschen noch recht scheu, hingegen in der Gruppe sehr ausgeglichen.
Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Mia Mia war anfänglich noch sehr unruhig, hat sich aber in der Zwischenzeit etwas erholt. Sie ist eine der Aufmerksamsten und Schlausten in der Gruppe. Wenn auch ängstlich gegenüber Menschen, nimmt sie die Nahrung direkt aus der Hand entgegen – dies aber nur, wenn ihre Freundin Monique es zuerst tut.
Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Monique Monique hatte anfangs sehr grosse Probleme mit dem Laufen. Dies vermutlich infolge diverser schlecht behandelter Knochenbrüche. In der Zwischenzeit ist es aber besser geworden. Sie hat einen sehr starken Charakter. Gegenüber Menschen ist sie herausfordernd und drohend. Sie nimmt sowohl Nahrung als auch andere Gegenstände direkt aus der Hand.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Mora Mora ist eines der kleinsten und ein sehr schlankes Mädchen. Sie bewegt sich zu stark nach vorne gebeugt, ansonsten scheint es ihr aber nicht schlecht zu gehen. Mora kommt mit den meisten anderen sehr gut aus. Auch nimmt sie Nahrung meist direkt aus der Hand entgegen.
Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Shiva Shiva war vor Viola die Gruppenführerin. Sie ist klar ausgeglichener und freundlicher als Viola und erteilte ihre «Befehle» meist nur mit einem Blick. Shiva war eine besonnene Führerin und wurde nur selten etwas grob zu den anderen. Deshalb wird sie von den anderen auch heute noch geachtet und respektiert.

Die «Mädchen» (Makaken) vom Parco dell´Abatino - Viola Viola ist die Gruppenführerin. Sie ist gross, stark und leider sehr unausgeglichen. Viola wird, so scheint es, von den anderen eher gefürchtet als respektiert. Sie verhält sich den anderen gegenüber sehr dominant und wird grob, wenn es nicht nach ihrem Willen geht.



Methodische Defizite in der Forschung - Ist Affenforschung auf die menschliche Gesundheit übertragbar?

Methodische Defizite in der Forschung

Es ist unwahrscheinlich, dass Studien mit Affen verlässliche Belege liefern für einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und Herzerkrankungen bei Menschen – so lautet das Ergebnis der weltweit ersten systematischen Untersuchung der Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet.

Die Untersuchung, im März 2012 veröffentlicht in der Fachzeitschrift «PlosOne», kommt zu dem Ergebnis, dass diese Studien in der Gesundheitsforschung zwar gern angeführt werden, die Beweisführung jedoch nur den jeweils eigenen Interessen dienend ausgelegt wird. Eine verallgemeinernde Übertragung der Ergebnisse aus den Affenversuchen auf das menschliche Verhalten ist hierbei nicht gewährleistet.
Psychosoziale Faktoren wie Stress, soziale Instabilität und das Arbeitsumfeld werden oft für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich gemacht. Bei der Beurteilung dieser Einflüsse auf Menschen bedient sich die Wissenschaft oft eines Modellversuchs mit Primaten. Dies, da es zum einen einfacher ist, Veränderungen von deren Lebensumständen herbeizuführen, und zum anderen aufgrund ihrer biologischen Nähe zum Menschen. Solche Studien haben die Grundlage dafür geschaffen, dass man Faktoren wie Stress oder die Stellung in der sozialen Hierarchie massgebend dafür hält, dass manche Menschen an Krankheiten leiden und andere nicht.

Forscher der London School of Hygiene & Tropical Medicine und der Universität Bristol führten eine intensive Untersuchung dieser Studien durch. Sie fanden 14 Studien an Primaten, welche Zusammenhänge zwischen Herzkranzgefässerkrankungen und dem sozialen Status und/oder psychosozialem Stress untersuchten. Ihre Zusammenfassung: «Gesamthaft liefern Studien an nichthumanen Primaten nur einen begrenzten Hinweis für einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und Herzkranzerkrankungen. Trotzdem werden immer wieder einzelne Studien an Affen für Beurteilungen und Kommentare zur Krankheitsentstehung beim Menschen zitiert. Diese verallgemeinernde Übertragung von Daten aus Affenversuchen auf das menschliche Verhalten ist jedoch nicht gestattet.»

Der Hauptautor, Mark Petticrew, Professor für Public Health Evaluation an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, sagt, dass ohne eine vorherige Überprüfung ihrer Gültigkeit diese Primatenstudien nur von geringem Nutzen sind dafür, Theorien über menschliche Krankheitsursachen aufzustellen. Weiter sagt er: «Bevor wir Ergebnisse aus der Primatenforschung auf unsere menschliche Gesellschaft übertragen können, müssen wir sicherstellen, dass die Ergebnisse aus diesen Studien auch verlässlich sind. Systematische Beurteilungen von Tierstudien sind noch immer selten, aber sie sind essentiell für die Beurteilung ihrer Erkenntnisse hinsichtlich Beständigkeit und Aussagekraft. Es ist nicht wissenschaftlich, sich selektiv auf eine Handvoll positiver Ergebnisse zu stützen und all diejenigen zu verwerfen, die nicht zur Hypothese passen.»

Die Forscher warnen in ihrer Untersuchung auch vor einer verallgemeinernden Übertragung der Ergebnisse aus Studien an Primaten auf die menschliche Gesellschaft. Sie heben hervor, dass viele Primatenforscher selbst auf die beschränkte Erkenntnisgewinnung hingewiesen haben, da ihre Erkenntnisse sich nicht einmal notwendigerweise auf Affen ähnlicher Gattungen, manchmal nicht einmal innerhalb derselben Gattung, übertragen liessen.

Der Gesundheitssystemforscher Sir Iain Chalmers, einer der Gründer der «Cochrane Collaboration» und Koordinator der James Lind Initiative, kommentiert: «Vor tausend Jahren warnte bereits Ibn Sina vor einer unvorsichtigen Extrapolierung von Tierversuchen auf Menschen; dennoch, wie die Studie von Petticrew und Davey Smith zeigt, wird diese Praxis auch heute fortgesetzt. Zunehmende systematische Beurteilungen von Tierstudien in jüngster Zeit nehmen sich dieses Problems an. Wie Petticrew und Davey Smith hier aufzeigen, haben diese Beurteilungen nicht nur Verzerrungen bei der Wiedergabe aufgedeckt, sondern auch wichtige methodische Defizite in vielen Tierstudien.»

London School of Hygiene & Tropical Medicine: http://www.lshtm.ac.uk/newsevents/news/2012/puzzling_over_links_between_monkey_research_and_human_health.html

Quelle:
Studie (englisch) im Detail: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0027939