Risiken von Asbest wurden jahrzehntelang nicht erkannt - Weil Tierversuche zu falschen Annahmen führen - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Risiken von Asbest wurden jahrzehntelang nicht erkannt

4. Juni 2013, Bonaduz

Im italienischen «Asbest-Prozess» hat nun auch das Berufungsgericht die Strafe für den Schweizer Milliardär Stephan Schmidheiny bestätigt. Er wird verurteilt, weil er für den Tod von gegen 3000 Arbeitern und Anwohnern der Eternit-Werke mitverantwortlich sei. Asbest war zu dieser Zeit noch nicht verboten. Denn weil Tierversuche zu falschen Annahmen führen, dauerte es fast 50 Jahre, bis die Gefährlichkeit von Asbest anerkannt wurde und die Gesetzgeber handelten. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) fordert eine innovative und für Menschen sichere Forschung und deshalb die Abschaffung der Tierversuche.

Stephan Schmidheiny soll als Miteigentümer für 18 Jahre ins Gefängnis und über 50 Millionen Schadenersatz zahlen. 1986 machte die italienische Niederlassung der Firma Konkurs – einige Jahre vor dem Asbest-Verbot in Italien und der Schweiz. Europaweit trat das Verbot erst 2005 in Kraft.
Hingegen wurden die ersten Berichte über mögliche Zusammenhänge zwischen Asbest und Lungenkrebs bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts veröffentlicht. Diese Berichte beruhten auf Untersuchungen an Menschen, die an Asbestose gestorben waren. Doch die geforderten Beweise konnten nicht erbracht werden, da in Tierversuchen kein Zusammenhang zwischen Asbest und Krebs hergestellt werden konnte. Dies gelang unter künstlichen Laborbedingungen erst 1967, und es dauerte deshalb nochmals Jahrzehnte bis zur Anerkennung. Es ist kaum abzuschätzen, wie viele tausend Menschen an den Folgen des «Asbest-Irrtums infolge von Tierversuchen» starben.

«Würde man Beobachtungen und Studien aus der täglichen Praxis Glauben schenken – eine Forderung, die absolut logisch ist –, wäre Asbest schon Jahrzehnte früher verboten worden», kritisiert Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG, und sagt weiter: «Jedoch in ‹gewissen einflussreichen Kreisen› setzt man ausschliesslich auf Tierversuche statt auf Vernunft, Verstand und Wissen. Ob diese Menschen sich auch mal Gedanken über ihre vielen Opfer machen?»
In aktuelleren Studien wurde aufgezeigt, dass Menschen auf Asbest 300mal empfindlicher reagieren als Ratten. Hamster sind bei der Asbest-Inhalation sogar noch widerstandsfähiger.
Dieses Beispiel zeigt einmal mehr wesentliche Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tierarten auf und auch, wie absurd es ist, aus Tierversuchen Rückschlüsse auf Menschen zu ziehen.

Die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Tierversuchen wird generell immer stärker hinterfragt. In einer aktuellen Untersuchung zeigt die AG STG auf, dass in der Schweiz sehr viele Medikamente, die im Tierversuch erfolgreich waren, nach der Einführung wieder vom Markt genommen oder mit verschärften Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten. Alleine in den Jahren 2011 und 2012 waren über 20 Medikamente betroffen.

Oberarzt Dr. med. Alexander Walz, medizinisch-wissenschaftlicher Berater der AG STG, spricht Klartext: «Der Ausweg aus diesem Dilemma kann nur sein, dass sich die Forschung endlich von der vollkommen veralteten und unzuverlässigen Methode Tierversuch verabschiedet und den Weg frei macht für innovative und tierfreie Forschungsmethoden. Es gibt bereits eine Vielzahl zuverlässiger und schnellerer Testmethoden, mit denen die Sicherheit und Gesundheit der Menschen massiv erhöht werden könnte.»

Um die Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt bestmöglich zu gewährleisten, fordert die AG STG eine konsequente Vergleichsuntersuchung zwischen humanbiologischen Tests und Tierversuchen. Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, muss sie sich vom Tierversuch verabschieden und den Weg frei machen für innovative, zuverlässige und aussagekräftige Forschungsmethoden.

Die AG STG-Untersuchung über aktuelle Rückzüge von Medikamenten ist online abrufbar unter: Medienmitteilung vom 04. Oktober 2012 - Medikamentenversager

(Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung)

 


Erstellungsdatum: 4.9.2013
Bildquellen: Bild Nr.1 pixelio.de (c) Wilson Urlaub

Schockierende Forschung - Fehlerhafte Testmethoden kosten Leben - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Fehlerhafte Testmethoden kosten Leben

07. August 2013, Winterthur

Ein Szenario mit echten Zahlen: Medizinaltechnikfirma vor dem Aus. 92% ihrer lebensrettenden Beatmungsgeräte funktionieren von Anfang an nicht richtig. Auch von den restlichen Geräten fällt im ersten Jahr die Hälfte infolge teils zum Tode führender Fehlfunktionen aus. Die Quote der funktionierenden Geräte liegt somit bei nur 4%.

Man stelle sich vor: Forscher entwickelten in den letzten Jahren Tests, mit denen man die Geräte besser, zuverlässiger und sicherer machen kann. Diese Testverfahren werden jedoch nicht eingesetzt, da sie genauer und besser sind. Konkret: Sie führen nicht zu den gleichen Testergebnissen wie die veralteten unzuverlässigen Testmethoden – was im Fachjargon «fehlende Validierung» genannt wird. Aus diesem Grund akzeptieren die Zulassungsbehörden diese Testmethoden jedoch nicht. Die Firma setzt die besseren Testmethoden deshalb nicht ein und bringt weiterhin 96% fehlerhafte Geräte auf den Markt.

So etwas wäre unvorstellbar, wird jeder sagen. In einem anderen medizinischen Bereich, der Medikamentenentwicklung, läuft es jedoch genau so ab. Laut offiziellen Zahlen der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) fallen in den Untersuchungen am Menschen bis zu 96% aller zuvor im Tierversuch als sicher und potentiell wirksam eingestuften Medikamente durch. Also sage und schreibe nur 4% der entwickelten Medikamente gelten schlussendlich als für Menschen potentiell wirksam und ungefährlich.

Dazu Oberarzt Dr. med. Walz: «Mit innovativen, tierfreien Forschungsmethoden lassen sich genauere Ergebnisse erzielen als mit der höchst fehlerhaften Methode des Tierversuchs. Trotzdem müssen bessere Forschungsmethoden zu den gleichen Ergebnissen wie Tierversuche führen, um zugelassen zu werden. Eine unvorstellbare Tatsache! Tagtäglich bezahlen unzählige Menschen und Tiere für diese ignorante Praxis mit ihrem Leben, denn Tierversuche verkennen Gefahren für Menschen und zeigen andererseits Gefahren auf, wo gar keine sind.»
Alleine die EU geht in einem aktuellen Bericht von jährlich 200 000 toten EU-Bürgern infolge unerwünschter Nebenwirkungen aus. In den USA gilt der Tod durch Nebenwirkungen als die fünfthäufigste Todesursache.
Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG: «Es ist allerhöchste Zeit, endlich mit dem Mythos Tierversuch aufzuräumen! Unzählige Leben hätten mit besseren Methoden schon gerettet werden können. Wie viele müssen noch sterben, bis die Forschung endlich die besten Testmethoden einsetzt?»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit langem, dass die besten zur Verfügung stehenden Testmethoden angewendet werden. Um diese zu ermitteln, muss eine konsequente Vergleichsuntersuchung von humanbiologischen Tests und Tierversuchen im Vergleich mit bekannten Daten aus der Humanmedizin durchgeführt werden.
Die AG STG fordert endlich ein Umdenken in Politik und Forschung. Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, müssen wir uns vom Tierversuch verabschieden und den Weg frei machen für schnellere, preiswertere und vor allem zuverlässigere Forschungsmethoden.

Die AG STG-Untersuchung über aktuelle Rückzüge von Medikamenten – infolge im Tierversuch nicht erkannter schwerwiegender Nebenwirkungen – ist online abrufbar unter:
Medienmitteilung vom 04. Oktober 2012 - Medikamentenversager

(Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung)

 


Erstellungsdatum: 4.9.2013
Bildquellen: Bild Nr.1 123rf.com (c) Brian Chase

Kosmetik ohne Tierversuche - Mit gutem Gewissen einkaufen

Liste tierversuchsfreie Firmen: Kosmetik mit gutem Gewissen einkaufen

Auf Wunsch vieler Leserinnen und Leser haben wir im aktuellen Albatros (Nr. 39) alle Firmen/Marken aufgelistet die wir Ihnen (Stand Juli 2013) empfehlen können. Die aktuelle Liste finden Sie jeweils unter: www.kosmetik-ohne-tierversuche.ch/positive-firmen.html

Kosmetik ohne Tierversuche - Liste tierversuchsfreie Firmen


Weshalb viele Firmen nicht in dieser Liste erscheinen

Die nicht aufgeführten Firmen sind unterschiedlich zu werten. Einige machen Tierversuche oder geben Tierversuche in Auftrag. Andere kaufen auch in Zukunft Rohstoffe ein, die zurzeit in Tierversuchen getestet werden. Dann gibt es Firmen, die uns trotz mehrmaligem Anfragen nicht geantwortet haben (Diese Firmen wissen aber meistens auch weshalb nicht ...). Und schliesslich auch solche, welche nur die eine oder andere wichtige Anforderung nicht erfüllen und deshalb von uns nicht empfohlen werden können.
Insgesamt ist zu sagen, dass viele Firmen an der Transparenz (die uns das Beurteilen der Produkte ermöglichen würde) scheitern oder daran, dass sie selbst nicht genau wissen, wie die eingesetzten Rohstoffe getestet wurden und werden. Trotzdem werben viele dieser Firmen auf ihren Webseiten mit dem Prädikat tierversuchsfrei.
Leider jedoch fehlt uns die Möglichkeit, bei all diesen Firmen aufzuführen, weshalb wir sie nicht aufgenommen haben. Deshalb beschränken wir uns auf die Auflistung der von uns empfohlenen Firmen.

1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben

1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben 1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben
1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben 1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben
1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben 1.06.2013, Winterthur: AG STG – Aktion: Spektakuläres Massensterben


Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter: Medienmitteilung vom 1. Juni 2013 - Spektakuläres Massensterben im Bahnhof Winterthur


25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»

 25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»  25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»
 25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»  25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»
 25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»  25.07.2013, Aarau: AG STG - Aktion: «Katzen kämpfen für Mäuse»


Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter: Medienmitteilung vom 25. Juli 2013 - Europaweiter Aktionstag gegen «Botox»-Tierversuche


Weitere Medienmitteilungen aus dem aktuellen Albatros:

 

 

Forschung für oder auf Kosten von Leben?

4% sind kein Erfolg. 4% bedeutet, dass bei jedem 25. Menschenversuch die gleichen Ergebnisse erzielt werden wie beim vorangehenden Tierversuch. Dies bedeutet, dass bei 24 von 25 Menschenversuchen die Testpersonen von Glück sprechen können, wenn sie keine massiven irreparablen Schädigungen erlitten haben.
Entsteht somit aber dank Tierversuchen immerhin aus jedem 25. darauffolgenden Menschenversuch ein Medikament? So kann man nicht rechnen. Jeder 25. Versuch ein Treffer, das ist das Gesetz des Zufalls. Wenn ich mit verbundenen Augen 25 Pfeile auf eine Darts-Scheibe werfe, dann habe ich garantiert auch einmal getroffen.

Dies könne man nicht so einfach miteinander vergleichen? Medizinische Forschung sei komplexer, und man müsste sie eher mit einem Sechser im Lotto vergleichen? Vielleicht ja. Aber bei 4% der Versuche die gleichen Ergebnisse erzielt zu haben, bedeutet ja auch nicht das Erreichen eines Durchbruchs in der Medizin. In Tat und Wahrheit ist die Erfolgsquote in der medizinischen Forschung sogar noch viel tiefer als die beim Lottospielen.

Wenn ich 25-mal Lotto spiele, dann stehen die Chancen sehr gut, dass ich dabei einen Gewinn habe – einen Dreier. Ein Dreier, angewandt auf die Medizinforschung, heisst schlicht: dieselben Ergebnisse erreicht. Daraus wird aber nicht einmal ein weiteres identisches Medikament (somit ohne Mehrnutzen für Patienten) auf den Markt kommen.
Für einen Sechser im Lotto muss man schätzungsweise fünf Millionen Spiele machen. Jedoch nicht mal mit fünf Millionen Tierversuchen wird ein Durchbruch in der Medizin erreicht. Sonst würden aus den weltweit jährlich ca. 130 Millionen Tierversuchen jedes Jahr 26 Durchbruch bringende Medikamente entwickelt. Wenn dem so wäre, dann wären alle grossen Krankheiten längst heilbar.

Die effektive Erfolgsquote in der tierversuchsbasierten Medizinforschung liegt vielleicht bei 0,0000000...1%. Doch nein, auch dies ist noch zu hoch gegriffen. Denn die Entdeckung von potentiellen Wirkstoffen passiert meist in der klinischen Forschung und Beobachtung, in In-vitro-Selektionen und auch recht oft schlicht durch Zufall. Tierversuche werden aus gesetzlichen Gründen daraufhin einfach nachgeschoben.
Man kann also sagen, dass kaum ein einziger Wirkstoff auf dieser Welt dank Tierversuchen entdeckt und entwickelt wurde. Und die wenigen Zufallserfolge hätte man mit anderen Forschungsmethoden ebenfalls erreicht. Somit bleibt nur noch eine Zahl übrig für die effektiven medizinischen Erfolge dank Tierversuchen, und diese Zahl ist eine Null.

autor Andreas Item