26. April 2014 (Winterthur): AG STG-Aktion «Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen»

26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen 26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen
26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen 26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen
26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen 26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen
26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen 26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen


Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter:
Medienmitteilung vom 26. April 2014 - Hasen aus universitärem Versuchslabor ausgebrochen


10. Mai 2014 (Chur): AG STG Informationsstand «Air France»

10. Mai 2014 - AG STG Informationsstand in Chur 10. Mai 2014 - AG STG Informationsstand in Chur

 


Weitere Medienmitteilungen aus dem aktuellen Albatros:



Erstellungsdatum: 04.06.2014
Bildquellen: AG STG

NetAP - 22 ehrenamtliche NetAP-Mitarbeiter im Jura im Einsatz

Leid verhindern, bevor es entsteht…

203 Katzen liegen im Laufe des Wochenendes auf dem Behandlungstisch. 203 Katzen, für dVerwilderte jurassische Tigerkatze, frisch kastriertie niemand wirklich die Verantwortung übernehmen will. 203 Katzen, die vielleicht nur dieses eine Mal in ihrem Leben einem Tierarzt vorgestellt werden.

203 Katzen an einem Wochenende ist nichts Ungewöhnliches für NetAP – Network for Animal Protection. Kastrationen gehören zum Schwerpunkt der Organisation. In der Schweiz, wie auch in vielen Ländern Europas und Asiens, führt NetAP regelmässig Kastrationsprogramme und entsprechende Einsätze durch. Alleine im Jahr 2013 verzeichnen die Tierschützer über 12 000 Kastrationen. Eine stolze Zahl, wenn man die Grösse von NetAP betrachtet und bedenkt, dass die Organisation keine Angestellten beschäftigt. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich und mit viel Herzblut an der Sache.

Auch in der Schweiz gibt es Tierleid

Ein von Hunden verletztes Kuhbaby wird verarztetWährend das Leid der Hunde und Katzen im Ausland bekannt ist, verschliessen Herr und Frau Schweizer die Augen oft vor dem Leid der Katzen im eigenen Land. Katzen leiden stumm. Selten bekommt man kranke, geschwächte oder verletzte Tiere zu sehen. Sie verstecken sich und sterben oft einsam. Schuld sind einerseits Landwirte, deren unkastrierte Katzen sich unkontrolliert vermehren. Andererseits sind aber auch Privatleute mitschuldig, die ihre Katze Junge bekommen lassen, weil es so süss ist, kleine Kätzchen zu haben. Dass sie damit vielen heimatlosen Katzen die Chance auf ein neues Zuhause nehmen, wird dabei bewusst ausgeblendet. Immer wieder wird NetAP auch mit Fällen konfrontiert, in welchen eine «eigene Art der Geburtenkontrolle» praktiziert wird: Jungtiere werden ertränkt, erschossen, erschlagen oder – wie jüngst im Jura passiert – in die Gefriertruhe gesteckt. Ja, die Leute werden erfinderisch, um sich vor der Verantwortung zu drücken…

Kastrationen bringen grosse Vorteile für alle

Eine Kastrationspflicht für «Freigänger- Katzen» würde die Situation auf Dauer entspannen. Doch scheuen sich Politiker noch, dieses heisse Eisen anzufassen. Dabei kann eigentlich niemand ernsthaft gegen eine solche Pflicht sein: Katzenfreunde müssten sich über den Rückgang des Katzenleids freuen, Katzengegner über weniger Tiere und Artenschützer darüber, dass sich Katzen nicht mehr mit der geschützten Wildkatze paaren könnten. Naturliebhaber, die überzeugt sind, dass Katzen zu viele Vögel und Amphibien erlegen, müssten ebenfalls jubeln. Und die Katze selbst? Diese profitiert auch vom Eingriff, denn die Kastration hat für sie nur Vorteile: Weibliche Katzen bekommen keine Gebärmuttervereiterungen mehr, und auch Krebserkrankungen entstehen seltener. Und Kater haben durch den Wegfall des Sexualtriebs weniger Kämpfe, und das Revier verkleinert sich – und damit auch die Gefahr eines Unfalls.

…und ist fast immer erfolgreichMit Fallen fängt man Katzen…

Wichtige Einsätze in der Schweiz

203 verwilderte Schweizer Katzen kastrierte NetAP vor kurzem an einem Wochenende. Nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal. Jede Woche kommen neue Meldungen über verwilderte Katzen. Seit sich die Medien für die Einsätze in der Schweiz interessieren, ist die Zahl der Meldungen dramatisch in die Höhe geschnellt. Spenden hierfür sind aber trotz häufiger Medienpräsenz sehr rar. Dutzende Anträge an Stiftungen wurden verfasst, um Gelder für Kastrationen in der Schweiz zu gewinnen, aber nur drei positive Antworten kamen zurück. Viele sind der Meinung, dass sich genügend Organisationen dieser Problematik annehmen. Doch das stimmt eben nicht. So wie es aussieht, ist NetAP eine der wenigen, wenn nicht die einzige Organisation, die in der Lage ist, professionelle Massenkastrationen in der Schweiz durchzuführen. Professionell auch deshalb, weil dank den chirurgischen Fähigkeiten der Mediziner und der hochwertigen Ausrüstung auch jedes Tier sorgfältig durchgecheckt wird und bei Bedarf zusätzlich zur Kastration eine individuelle Behandlung erhält. Ferner wird jede Katze auch gegen innere und äussere Parasiten behandelt und geimpft.

Tierambulanz für Tiere in Not in Indien

Im Einsatz für alle Tiere

Aufgrund der Kompetenz in der Durchführung von Kastrationsprojekten wird NetAP oft um Hilfe und Schulung für andere Organisationen gebeten. Dieser Bitte wird jeweils gerne nachgekommen. Dass man gemeinsam mehr erreicht und Wissen und Erfahrung weitergeben soll, ist ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass nicht nur Hunde und Katzen Schutz brauchen.NetAP kämpft auch gegen lange Schlachttransporte So ist es selbstverständlich, dass sich NetAP ebenso für sogenannte «Nutztiere» engagiert und sich dabei auf Haltungsverbesserungen und die Einschränkung von langen Schlachttransporten konzentriert. Esel, Schweine, Kühe – die Projekte sind vielseitig und werden langfristig und nachhaltig ausgerichtet. Durchhaltewillen, Hartnäckigkeit, Professionalität und Herzblut zeichnen die Beteiligten aus. Das hat NetAP dieses Jahr einen begehrten Tierschutzpreis eingebracht. Darüber freuen sich alle. Solche Anerkennungen geben neue Energie, um da zu sein, wo die Not gross ist und die Hilfe die Lebensbedingungen der Tiere nachhaltig verbessert.

autor Esther Geisser,
Präsidentin und Gründerin NetAP

 

NetAP (Network for Animal Protection)

Web: www.netap.ch
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Erstellungsdatum: 05.06.2014
Fotos: zur Verfügung

Verpflanzung von Tierorganen - Stellungnahme zur Xenotransplantation (Die Chimäre Gargoyle blickt von der Galerie der Kirche Notre-Dame über Paris)

Stellungnahme zur Xenotransplantation

Ein alter Traum soll endlich wahr werden: Tausende Menschen sollen durch unbegrenzt verfügbare Ersatzteile vor dem Tod gerettet werden. Die Xenotransplantation verspricht den Mangel an Organspendern auszugleichen. Doch ist es gerechtfertigt, für diese Vision unzähligen Tieren entsetzliches Leid zuzufügen und Menschen einem unkalkulierbaren Risiko auszusetzen?

Dürfen wir Tiere zu beliebig manipulierbaren Versuchsobjekten und Ersatzteillagern degradieren für einen vermeintlichen Nutzen? Oder soll uns nur wieder einmal glauben gemacht werden, mit tierexperimenteller Forschung könne man die medizinischen Probleme der Menschheit lösen? Wäre es nicht besser, die Anzahl der potentiellen Transplantatempfänger durch geeignete Präventionsmassnahmen zu senken, anstatt kranke menschliche Organe gegen unnatürlich und unter Qualen in Tieren gezüchtete Ersatzteile auszutauschen?

Definition

Unter Xenotransplantation (von griechisch «xenos» = fremd) versteht man die Verpflanzung artfremder Organe, also von einer Tierart in eine andere oder vom Tier in den Menschen. Im Unterschied dazu steht die Allotransplantation, bei der Organe innerhalb einer Art verpflanzt werden.

Skrupellose Menschenversuche

Erste Versuche zur Xenotransplantation sind aus dem Jahr 1906 dokumentiert. Der französische Arzt Mathieu Jabolay verpflanzte Schweine- und Ziegennieren auf Patienten mit Nierenversagen.1 Alle starben nach kurzer Zeit. 1910 verpflanzte der deutsche Chirurg Ernst Unger zwei Nieren eines Affen in die Leiste einer Frau mit Nierenversagen. Zwei Tage später war sie tot.2 Seit den 1960er Jahren gab es zahlreiche weitere Versuche, die alle tödlich für die betroffenen Patienten – und natürlich auch für die Tiere – endeten.

Eine breite öffentliche Diskussion über medizinische Ethik und skrupellose Menschenversuche löste der Fall von «Baby Fae» im Jahr 1984 aus. Die neugeborene Stephanie Fae Beauclair aus Los Angeles litt unter einem schweren, angeborenen Herzfehler. Der Chirurg Leonard Bailey tauschte das Herz des Säuglings gegen das eines Pavians aus. Das Kind starb nach 20 Tagen.3 Der Operateur Bailey hatte zuvor jahrelang mindestens 160 Transplantationen zwischen verschiedenen Tierspezies, meist Schaf, Ziege und Pavian, vorgenommen. Keines der Tiere überlebte länger als einige Wochen. Paviane werden oft als «Organempfänger» verwendetDa es ihm weder gelang, Gelder für seine Forschungen einzutreiben, noch nennenswerte Artikel in Fachzeitschriften unterzubringen, finanzierte er seine Forschung grösstenteils selbst.4 Monatelang hatte er mit der örtlichen Ethik-Kommission gerungen und, nachdem er endlich die Genehmigung für einen Menschenversuch erhalten hatte, auf ein geeignetes Versuchsobjekt gewartet. Trotz seiner zuvor erfolglosen Tierversuche, obwohl es seit 1979 bereits ein Verfahren zur chirurgischen Behebung des Herzfehlers gab und obwohl auch damals schon bekannt war, dass das Pavianherz aufgrund der Abstossungsreaktion nur kurze Zeit schlagen würde, nahm der Chirurg die Operation vor.4 Baby Fae war dem Forscherdrang des Leonard Bailey zum Opfer gefallen.

Das Beispiel zeigt, mit welcher Skrupellosigkeit oftmals in der medizinischen Forschung vorgegangen wird. In erster Linie geht es um wissenschaftliche Neugier und Karrieren.

Immense medizinische Probleme

  • Grösse, Bau und Funktion des Spenderorgans müssen dem Organ des Menschen möglichst ähnlich sein. Während man in früheren Jahren auf Affenorgane zurückgegriffen hat, wird heute das Schwein als «Spender» bevorzugt.
  • Schon bei einer Transplantation von Mensch zu Mensch kommt es zu massiven Abstossungsreaktionen des Körpers, die nur durch lebenslange Gabe von die Immunabwehr unterdrückenden Medikamenten in Schach zu halten sind. Bei Übertragungen von einer Tierart auf eine andere ist diese Abwehrreaktion weitaus heftiger. Die hyperakute Abstossung tritt innerhalb von Sekunden bis Minuten ein. Das Immunsystem des Empfängers attackiert das fremde Gewebe, es kommt zu massiven Blutungen, zu einem Aufblähen des Organs durch Ödembildung und schliesslich zur vollständigen Zerstörung des Gewebes. Diese hyperakute Abstossung versucht man durch «Vermenschlichung» des Spendertiers zu beherrschen. Den Schweinen wird menschliches Erbgut eingeschleust. Die Organe dieser sogenannten transgenen Tiere sollen von der Immunabwehr des Empfängers nicht erkannt werden. Die gefürchtete hyperakute Reaktion liesse sich möglicherweise so vermindern, doch gibt es auch noch eine verzögerte Abstossungsreaktion oftmals erst nach Jahren, so dass ein Transplantatempfänger auf jeden Fall lebenslang die Immunabwehr unterdrückende Mittel einnehmen muss. Die Schwächung der körpereigenen Abwehr hat eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen zur Folge, die wiederum medikamentös behandelt werden müssen.
    Als «Spendertiere» werden heutzutage meistens Schweine verwendet
  • Bei der Verpflanzung von Schweineorganen auf den Menschen besteht eine potentielle Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von bislang unbekannten Krankheiten. Ende der 1990er Jahre kam die Fremdorganforschung fast zum Erliegen, als entdeckt wurde, dass Schweine-Retroviren (PERV) menschliche Zellen im Reagenzglas infizieren können. PERV ist im Erbgut von Schweinen eingebaut und für diese harmlos. In Tierversuchen wurde eine Übertragung des Virus bislang nicht nachgewiesen. Doch Ergebnisse aus Tierversuchen sind wohl kaum ein Garant dafür, dass es nicht zu einer unberechenbaren Epidemie kommen kann. Es folgten unzählige Tierversuche, um dem PERV Problem gentechnisch oder auf andere Weise beizukommen. Experimentatoren der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München setzen auf neuseeländische Schweine, da deren Erbgut kein PERV aufweist.5 Doch wer garantiert, dass sich nicht andere Krankheitserreger im Gewebe oder Erbgut der Borstentiere verbergen?

  • Die psychischen Folgen für einen Menschen, bei dem z.B. ein Schweinherz in der Brust schlägt, sind überhaupt nicht abschätzbar. Die Schaffung von Mischwesen, sogenannten Chimären, aus Mensch und Tier wirft möglicherweise Identitätsfragen und andere ungeklärte Probleme auf.

  • Selbst wenn die enormen Hürden bei der Abstossung überwunden werden sollten, wer weiss, wie ein Schweineorgan auf den menschlichen Lebenswandel reagiert. Die gegenüber dem Schwein sehr viel höheren Cholesterinwerte des Menschen können zur Verstopfung der Blutgefässe führen. Bis heute weiss niemand, ob tierische Organe überhaupt von menschlichen Hormonen reguliert werden können.6 Zudem ist unbekannt, inwieweit sich die sehr viel kürzere Lebensspanne des Schweins auf das transplantierte Organ auswirkt.

Unvorstellbares Tierleid

Oftmals wird die Verwendung von Schweineorganen damit gerechtfertigt, dass für Nahrungszwecke sehr viel mehr Schweine getötet werden. Doch es ist ethisch äusserst fragwürdig, ein Unrecht mit einem anderen zu rechtfertigen. Für das einzelne Schwein spielt es keine Rolle, zu welchem Zweck es getötet wird. Ausserdem stellen sich bei der Erforschung der Xenotransplantation weit mehr ethische Probleme als «nur» die Tötung der Schweine. Die Genmanipulation und die Klonierung transgener Tiere ergeben häufig nicht die gewünschten Resultate, so dass ein Grossteil der Tiere als «Ausschuss» getötet wird. Auch ist unbekannt, ob bei der Erzeugung der transgenen Tiere gesundheitliche Schäden auftreten.7 Zudem werden die Tiere unter spezifisch nicht pathogenen, d.h. unter sterilen, unnatürlichen Bedingungen gehalten.

In der Xenotransplantationsforschung werden nichtmenschliche Primaten, hauptsächlich Paviane, Rhesus- und Javaneraffen, als Organempfänger verwendet. Die Xenotransplantation bedeutet unvorstellbares Leid für die betroffenen Tiere: vom Fang in der Wildnis, der Zucht unter katastrophalen Bedingungen, den oft tagelangen Transporten rund um den Globus über die unsäglichen Haltungsbedingungen im Labor oftmals in Einzelhaft bis hin zum Tierexperiment selbst. Die Primaten erleben die Abstossungsreaktion, d.h. die Zerstörung des transplantierten Organs, bei vollem Bewusstsein. Sie sterben alle qualvoll innerhalb weniger Tage nach der Operation.

Xenotransplantationsforschung stellt eine krasse Missachtung des Eigenwertes der Tiere dar. Selbst ohne die zahlreichen noch offenen Fragen in technischer und gesellschaftlicher Hinsicht wären weder die extrem qualvollen Tierversuche an Primaten noch die Instrumentalisierung von Lebewesen zu beliebig manipulierbaren Ersatzteillagern moralisch zu rechtfertigen.

Xenotransplantation – Beispiele

Das Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Grosshadern der Ludwig-Maximilians-Universität München ist berüchtigt für seine Xenotransplantationsversuche an Schweinen und Affen, die dort seit mindestens Ende der 1990er Jahre betrieben werden.

Einige Beispiele:
Was machbar ist, wird auch gemacht. Ethische Bedenken und Kodexe werden meistens nur zur Beruhigung der Öffentlichkeit geäussert• Transgenen Schweinen werden die Herzen entnommen und sechs Pavianen eingepflanzt. Die Tiere erhalten Immunsuppressiva. Mit einer speziellen Kamera werden die Blutgefässe in der Schleimhaut unter der Zunge beobachtet. Alle Affen sterben innerhalb von 5 Stunden bis 4 Tagen an der Abstossungsreaktion oder Herzversagen.8
• Die Herzen von zwei nicht transgenen Schweinen werden zwei Pavianen zusätzlich zu deren eigenen Herzen transplantiert. Es kommt zu einer hyperakuten Abstossungsreaktion, das fremde Herz bläht sich auf. Beide Affen werden getötet.9
• Um die Schädigung von transplantierten Organen zu untersuchen, werden bei 19 Javaneraffen (Langschwanzmakaken) unter Narkose beide Arme und beide Beine abgebunden. Alles Blut aus den Gliedmassen wird abgelassen und durch menschliches Blut ersetzt. Die kleinen Blutgefässe in den Muskeln werden mit einem Mikroskop beobachtet. Schliesslich werden die Affen getötet.10
• Die Herzen von vier transgenen Schweinen werden Pavianen in den Bauch einoperiert. Die Tiere erhalten Immunsuppressiva, um die Abstossung zu unterdrücken. Die Transplantate schwellen auf fast das Doppelte ihrer Grösse an, sind voller Blutungen und werden innerhalb von zwei bis acht Tagen abgestossen. Es wird nicht erwähnt, ob die Affen an der Abstossung sterben oder getötet werden.11

Andere Institute, die Xenotransplantationsforschung betreiben:
• Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover: Sechs Javaneraffen werden Schweinenieren mit einer menschlichen Vene als Zwischenstück eingepflanzt. Die Überlebenszeit der Primaten beträgt zwischen 2 und 19 Tagen. Die Tiere versterben durch die Abstossungsreaktion, schwere Sepsis, Thrombose oder Herzrhythmusstörungen.12
• Institut für Nutztiergenetik, Friedrich- Loeffler-Institut (FLI), Mariensee: Genmanipulierten Schweinen werden in regelmässigen Abständen Gewebeproben aus dem Ohr entnommen, um festzustellen, ob sie das PERV-Virus in ihrem Erbgut tragen. Im Alter von drei Jahren werden die Tiere getötet.13
• Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Labor für Funktionelle Genomanalyse (LAFUGA), Genzentrum und Diabetes-Zentrum, medizinische Klinik, Campus Innenstadt, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München: Bei Mäusen wird durch Injektion eines Giftes, das die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, Zuckerkrankheit ausgelöst. Gewebe der Bauchspeicheldrüse von genmanipulierten, geklonten, neugeborenen Ferkeln wird den Mäusen unter die Nierenkapsel verpflanzt. Nach 29 Tagen werden die Nager getötet.14
Robert-Koch-Institut, Berlin: Mit Immunsuppressiva behandelte Rhesusaffen, Schweinsaffen und Paviane werden mit dem Schweinevirus PERV infiziert, um zu untersuchen, ob eine Übertragung möglich ist. Nach bis zu einem Jahr werden die Tiere getötet.15
• Universitätsherzzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Um die Wirksamkeit einer Immunabwehr schwächenden Wirkstoffkombination zu testen, werden Stücke der Hauptschlagader (Aorta) von Hamstern auf Ratten transplantiert. Die Nager erhalten die Medikamente mit einer Schlundsonde eingegeben. 14 Tage später werden die Tiere getötet.16

Eine ausführliche Darstellung all dieser Beispiele (inkl. Quellenangaben) finden Sie unter:
http://aerzte-gegen-tierversuche.de/projekte/stellungnahme/1150

Human-ethische Aspekte

Es ist fraglich, ob der extrem hohe Forschungsaufwand, der – wenn überhaupt – nur relativ wenigen Menschen zugute käme, gerechtfertigt ist. Die ohnehin ins Uferlose steigenden Gesundheitskosten würden durch die immensen Forschungsund Entwicklungskosten bei der Xenotransplantation noch weiter erhöht. Ob die Krankenkassen für eine solche Operation mit ihren lebenslangen Folgekosten aufkommen würden, ist noch völlig unklar. Es besteht die Gefahr einer Zweiklassenmedizin: Es gäbe Menschen, die sich den Eingriff leisten können, und solche, die finanziell nicht dazu in der Lage sind. Wie soll die Verteilung geregelt werden, d.h., wer bekommt ein menschliches Organ und wer ein tierisches?

Baby Fae war 1984 eines der ersten menschlichen Babys, dessen Leben für die Erforschung der Xenotransplantation geopfert wurde

Falsche Versprechungen der Tierversuchsindustrie

Wer wird sich diese Medizin leisten können? Wird die Xenotransplantation eine Medizin für die Reichen?Die Tierversuchsindustrie ist bekannt dafür, ihre angeblichen «Erfolge» bei Tierversuchen als grosse Durchbrüche bei der Bekämpfung menschlicher Krankheiten medienwirksam zu vermarkten. Aids, Krebs, Parkinson, Arterienverkalkung und viele weitere Krankheiten wurden im Tierversuch schon unzählige Male «geheilt», doch dann hört man von den angeblichen Wundermitteln nie wieder etwas, weil sich herausstellt, dass sie beim Menschen nicht wirken. Auch die Xenotransplantationsforschung verspricht seit Jahren den serienmässigen Austausch defekter Organe. Als 1992 Astrid, das erste für die Organübertragung geschaffene Genschwein, das Licht der Welt erblickte, prophezeiten ihre Schöpfer erste klinische Versuche am Menschen innerhalb von drei Jahren.17 Der Schweizer Pharmariese Novartis prognostizierte im Jahr 1999, dass ab 2010 bis zu 300 000 Menschen jährlich Herz, Leber, Niere oder Bauchspeicheldrüse vom Tier erhalten könnten.18 Die Firma PPL Therapeutics kündigte nach ihrer Erzeugung von geklonten, genmanipulierten Schweinefünflingen im Jahr 2002 klinische Versuche, d.h. Menschenversuche, in vier bis fünf Jahren an.17 Im Jahr 2006 war bei einer Tagung am Berliner Robert-Koch- Institut von vier bis fünf Jahren bis zum Einsatz am Menschen die Rede.19 Heute ist die Xenoforschung immer noch weit vom klinischen Einsatz entfernt. Die kolossalen Probleme lassen sich auch durch noch so viel Gentechnik nicht in den Griff bekommen.

Ein Riesengeschäft

Novartis verspricht sich bis zu zwei Drittel vom «Einnahmekuchen» des Xenotransplantations-MarktesEnorme Summen werden in die Xenotransplantation gepumpt. So startete im Juni 2012 ein weiteres, auf vier Jahre an- gelegtes, 13 Millionen Euro teures Forschungsprojekt des Experimentators Bruno Reichart vom Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Grosshadern der Ludwig-Maximilians-Universität München, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).20 Bereits 2004 hatte Reichart von der aus öffentlichen Mitteln finanzierten DFG drei Millionen Euro erhalten.5

Sollte die Verpflanzung von Tierorganen auf den Menschen jemals Realität werden, würden erhebliche Kosten auf das Gesundheitssystem zukommen. Hauptprofiteur ist die Pharmaindustrie. Allein die lebenslange Unterdrückung der körpereigenen Abwehr schlägt pro Patient mit jährlich 15 000 Euro zu Buche.21 Für ein entsprechend vorbereitetes Schweineherz werden Preise von bis zu 50 000 Euro erwartet.18 Der Pharmariese Novartis schätzt den Xeno-Markt auf fünf Milliarden Euro und erhofft sich einen Anteil von mehr als der Hälfte.18

Die in die Xenotransplantation investierten Gelder und personellen Ressourcen wären sinnvoller in Ursachenforschung und einer am Patienten orientierten Präventivmedizin aufgehoben.

Gesunde Lebensführung und sinnvolle Forschung

Die Schwächung der körpereigenen Abwehr (notwendig, damit das Organ angenommen werden kann) hat eine unkalkulierbare Erhöhung der Anfälligkeit für Infektionen zur FolgeDie Xenotransplantationsforschung verspricht eine einfache Lösung für komplexe Probleme. Der verengte Blick auf den Austausch defekter Organe versperrt aber die Sicht auf die vielen Facetten des Phänomens «Krankheit»: Ernährung, Arbeits und Lebensumstände, psychische und soziale Faktoren werden bei dieser mechanistischen Betrachtungsweise ausgeblendet. Dabei weiss man aus umfangreichen Bevölkerungsstudien, dass ein Grossteil unserer heutigen Zivilisationskrankheiten hausgemacht ist. Es ist zu befürchten, dass die Menschen bei unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ersatzteilen noch sorgloser mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen. Die Xenotransplantationsforschung entfernt die Medizin immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe, Krankheiten vorzubeugen, sie zu behandeln und zu heilen und dabei den Patienten in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen. Durch eine gesündere Lebensführung, z.B. ausgewogene vegetarische oder besser noch vegane Ernährung, Reduzierung des Alkohol- und Nikotinkonsums, weniger Stress und mehr Bewegung könnten drei Viertel aller Herz-Kreislauf-Todesfälle und zwei Drittel der Diabeteserkrankungen vermieden werden. Sinnvolle, für den Menschen relevante Forschung lässt sich darüber hinaus mit menschlichen Zellkultursystemen, Mikrochips, Bevölkerungs- und klinischen Studien betreiben.


Die Gefahr einer Übertragung von bislang (bei Menschen) unbekannten Krankheiten steigt ebenfalls stark an

Fazit

Abgesehen von den zahlreichen methodischen Mängeln und Risiken gehört die Xenotransplantation zu den schlimmsten Auswüchsen der heutigen biomedizinischen Forschung mit ihrem Machbarkeitswahn. Fühlende, leidensfähige Lebewesen werden auf eine entwürdigende Weise zur gewinnbringenden Organfabrik degradiert. Selbst wenn diese Forschung irgendeinen Nutzen für die Menschheit hätte: Es darf nicht alles erlaubt sein, was machbar ist.

autor Dr. med. vet. Corina Gericke,
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
www.aerzte-gegen-tierversuche.de


Wir fordern auf dem Weg zu einer vollständigen Abschaffung aller Tierversuche einen sofortigen Stopp der Xenotransplantationsforschung!

Unterschreiben Sie die Petition «Stoppt Xenotransplantations-Tierversuche!» und sammeln Sie weitere Unterschriften.
Herzlichen Dank!
Die Petition finden Sie hier: AG STG Informationsmaterial

 

Literatur/Quellenangaben

1 http://en.wikipedia.org/wiki/Mathieu_Jaboulay, abgerufen am 26.3.2013
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Unger_(Arzt), abgerufen am 26.3.2013
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Baby_Fae, abgerufen am 26.3.2013
4 Kenneth B. Stoller: Baby Fae: The Unlearned Lesson, Americans for Medical Advancement, 1990, www.curedisease.com/Perspectives/v ol_2_1990/BabyFae.html, abgerufen am 26.3.2013
5 Schweine als Lebensretter. TZ, 23. Juni 2012
6 Mikhail Stein: Xenotransplantation um jeden Preis? Research.eu, Nr. 62, Febr. 2010, S. 12/13
7 Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz: Medizin- und tierethische Probleme der Xenotransplantation. Deutsches Tierärzteblatt 2002, Nr. 8, S. 827
8 Andreas Bauer et al.: Microcirculatory alterations after orthotopic pig-to-baboon heart transplantation. Xenotransplantation 2011: 18, 232 – 238
9 Andreas Bauer et al.: First experience with heterotopic thoracic pig-to-baboon cardiac xenotransplantation. Xenotransplantation 2010: 17, 243 – 249 10 Daniel Chappell et al.: In vivo visualization of the effect of polyclonal antithymocyte globulins on the microcirculation after ischemia/reperfusion in a primate model. Transplantation 2006, 81, 552 – 558
11 P. Brenner et al.: Combination of hDAF-transgenic pig hearts and immunoadsorption in heterotopic xenotransplantation of immunosupressed baboons. Transplantation Proceedings 2005: 37, 483 – 486
12 Monica E. Winkler et al.: Analysis of pig-to-human porcine endogenous retrovirus transmission in a triple-species kidney xenotransplantation model. Transplantation International 2005: 17, 848 – 858
13 Marrwan Semaan et al.: Long-term effect of PERV-specific RNA interference in transgenic pigs. Xenotransplantation 2012; 19: 112 – 121
14 Nikolai Klymiuk et al.: Xenografted islet cell clusters from INSLEA29Y transgeneic pigs rescue diabetes and prevent immune rejection in humanized mice. Diabetes 2012: 61; 1527 – 1532
15 Volker Specke et al.: No in vivo infection of triple immunosuppressed non-human primates after inoculation with high titers of porcine endogenous retroviruses. Xenotransplantation 2009: 16, 34 – 44
16 Sonja Schrepfer et al.: FK778 in experimental xenotransplantation: A detailed analysis of drug efficacy. The Journal of Heart and Lung Transplantation 2007: 26, 70 – 77
17 Waiting for a Miracle. Editorial, New Scientist, 12.1.2002, S. 3
18 Hoffnungen, Enttäuschungen und Kritik: Xenotransplantationen werfen viele Fragen auf. VetImpulse, 15.4.1999, S. 1 – 3
19 Nicole Siegmund-Schultze: Ein Herz von der Dreikomponenten- Sau. Sueddeutsche.de, 12.6.2006
20 Das Schwein in dir. Sächsische Zeitung, 20.6.2004
21 Mikhail Stein: Immuntoleranz – eine Gratwanderung. Research.eu, Nr. 62, Februar 2010, S. 110 – 111


Erstellungsdatum: 05.06.2014
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30% Todesfälle aus der Statistik entfernt - Gefälschte Studien in der Biomedizin - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Gefälschte Studien in der Biomedizin

27. März 2014, Bonaduz

Um Tierversuche als erfolgreich darzustellen werden immer wieder kritische Ergebnisse aus der Studie gekippt oder ganze Studien im Archiv versenkt. Dies führt oft zu unberechenbaren Risiken für uns Menschen. Bei einer Studie starben 30% der Mäuse die ein Medikament zur Behandlung von Hirnschlag bekamen an Hirnschlag und wurden einfach aus der Statistik entfernt.
Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) fordert mehr Sicherheit für Menschen und Tiere, und deshalb, dass alle Studien registriert und vollständig veröffentlicht werden müssen.

Mit 20 Mäusen wurde ein entscheidendes Experiment durchgeführt. 10 dieser Mäuse erhielten die Substanz und die anderen 10 das Placebo. Die Studie kam zum Fazit, dass die Substanz wirkt und ein Erfolg ist. Der Neurologe Prof. Ulrich Dirnagl, der Leiter des Zentrums für experimentelle Schlaganfallforschung an der Berliner Universität, überprüft Studien. Er bemerkte, dass von den 10 Mäusen die die Substanz erhielten, im Abschlussbericht nur noch 7 erwähnt werden. Auf eine Antwort weshalb dies so ist wartete er ein halbes Jahr. Die Antwort war schockierend: Die aus der Studie gefallenen 3 Mäuse starben alle vor dem Ende des Tests an Hirnschlag.

Dass Tierversuchsstudien kaum einen Nutzen haben beklagen viele. Prof. Malcolm Macleod von der Universität Edinburgh sichtete Tierversuchsstudien zur Hirnschlag-Forschung. Sein ernüchterndes Fazit war, dass von 374 im Test bei Mäusen erfolgreichen Substanzen (davon wurden mit 97 Substanzen danach Versuche an Menschen durchgeführt) nur eine einzige wirkte. Und dass sogar diese einzige überhaupt nur bei Mäusen getestet wurde, weil sie bereits bei Menschen für eine ähnliche Krankheit erfolgreich getestet wurde. Macleod bemerkte zudem das extrem schlechte und unwissenschaftliche Studiendesign (Siehe dazu auch: «Wissenschaftliche Qualität von Tierversuchen», Link unten).

Für Andreas Item, den Geschäftsführer der AG STG, ist dies nicht überraschend: «Dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind wissen die Forscher selbst. Diese nutzlosen Ergebnisse bedeuten für die anschliessenden Versuche mit Menschen immer wieder unkalkulierbare Risiken und führen teilweise sogar zu Todesfällen.» Item kritisiert weiter: «Doch viele Biomediziner sind sehr träge und lassen sich zu oft vom Geld anstatt vom Nutzen für die Menschen leiten. Und das verrückteste daran ist, dass dieser Betrug bei Tierstudien gesetzlich sogar erlaubt ist!»

Für eine sinnvolle Forschung zum Nutzen von Mensch und Tier
Die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren hinsichtlich Anatomie, Physiologie und Stoffwechsel sind zu gross, als dass Ergebnisse aus Tierversuchen auf Menschen übertragen werden könnten. Viele Krankheiten, die bei Menschen vorkommen, gibt es bei Tieren nicht. In Tierversuchen entstehen falsche Ergebnisse, die für uns Menschen nicht nur wertlos, sondern oft sogar gefährlich sind, denn falsche Ergebnisse bedeuten immer grosse Risiken für die Menschen.
Es gibt zahlreiche innovative, tierfreie Forschungsmethoden, die Ergebnisse liefern, die direkt auf den Menschen übertragbar sind. In-vitro-Systeme umfassen eine Vielzahl verschiedener Testmethoden. Mit menschlichen Zell- und Gewebekulturen lässt sich z.B. die Wirksamkeit von potentiellen Medikamenten überprüfen. Mit mathematischen Computermodellen kann man den menschlichen Organismus und dessen Stoffwechselvorgänge simulieren.

Wissenschaftliche Qualität von Tierversuchen - Analyse der weltgrössten Untersuchung:
http://www.agstg.ch/component/content/article/48-/-sp-252/214-wissenschaftliche-qualitaet-von-tierversuchen.html

Liste mit über 50 Medikamenten, die in den letzten drei Jahren trotz Tierversuchen vom Markt genommen oder nachträglich mit Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten:
http://agstg.ch/downloads/medien/agstg_liste-medikamentenversager_novartis_roche_sanofi_actelion_pfizer_swissmedic.pdf

Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung: http://www.agstg.ch/forschung-der-zukunft.html.

(Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung)



Erstellungsdatum: 04.06.2014
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Aktuelle Recherche der AG STG beweist: Zulassungsverfahren von Medikamenten bieten wenig Sicherheit für Patienten - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Aktuelle Recherche der AG STG beweist: Zulassungsverfahren von Medikamenten bieten wenig Sicherheit

24. Februar 2014, Bonaduz

In den Jahren 2011 bis 2013 mussten über fünfzig Medikamente vom Schweizer Markt genommen oder nachträglich mit Zulassungsbeschränkungen versehen werden. Bei allen traten teilweise lebensgefährliche Nebenwirkungen auf. Diese blieben in den gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen unerkannt. Unzählige Tiere mussten für unnötige und unsichere Versuche leiden.

Menschen, die auf Medikamente angewiesen sind, verlassen sich auf deren Sicherheit und positive Wirkung. Dies nicht immer zu Recht. Eine fundierte Recherche der AG STG zeigt, dass «Medikamentenversager» an der Tagesordnung sind. Alleine in den Jahren 2011 bis 2013 haben über 50 Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen verursacht, teilweise fehlte zudem der versprochene Nutzen gänzlich. In allen Fällen waren die Medikamente ausführlich an Tieren getestet und für wirksam und ungefährlich befunden worden. Tierversuche sollen angeblich dazu dienen, genau solche Gefahren vorauszusehen, versagen aber regelmässig.
«Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis die Medizinforschung endlich dazu bereit ist, die verschiedenen Forschungsmethoden qualitativ zu überprüfen und in Zukunft die zuverlässigsten und sichersten Testmethoden anzuwenden?» fragt Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG. Eine Antwort darauf gibt er gleich selbst: «Tierversuche haben für vieles einen Nutzen. Sei dies für die Karriere oder des Geldes wegen oder ... Nur: den angeblichen medizinischen Nutzen zu beweisen, dies bleibt uns die Forschung weiterhin schuldig!»

Medikamentöse Vorbeugung gegen Migräne kann tödlich sein
Ein einziges aktuelles Beispiel: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) veranlasste 2012 eine Überprüfung verschiedener Indikationen von Dihydroergotamin-haltigen Arzneimitteln. Grund der Überprüfung waren Sicherheitsbedenken aufgrund gemeldeter schwerer Fälle von Fibrose und Ergotismus. Im Abschlussbericht kam die Behörde zum Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen dem Medikament und diesen Nebenwirkungen besteht. Speziell betonte die Behörde den Schweregrad der Nebenwirkungen und die mögliche Todesfolge. Auch kam sie zur Ansicht, dass der Nutzen dieser Medikamente meist nur sehr begrenzt ist. Das Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) hat deshalb zum 1. Februar 2014 das Ruhen der Zulassungen von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dihydroergotamin für die meisten Indikationen angeordnet.
Die im Zulassungsverfahren vorgeschriebenen Tierversuche zeigten die Risiken nicht an und täuschten dadurch eine falsche Sicherheit vor.

Die AG STG veröffentlicht laufend aktuelle Beispiele von Medikamenten, bei denen die vorgeschriebenen Tierversuche versagten. Dies ist nach Auswertungen der amerikanischen Zulassungsbehörden für Medikamente (FDA) bei 92% aller Medikamenten-Neuentwicklungen der Fall.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit langem, dass die besten zur Verfügung stehenden Testmethoden angewendet werden. Um diese zu ermitteln, muss eine konsequente Vergleichsuntersuchung von humanbiologischen Tests und Tierversuchen im Vergleich mit bekannten Daten aus der Humanmedizin durchgeführt werden.

Die Liste der «Medikamentenversager» finden Sie unter: http://agstg.ch/downloads/medien/agstg_liste-medikamentenversager_novartis_roche_sanofi_actelion_pfizer_swissmedic.pdf

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

Den Rote-Hand-Brief zu Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dihydroergotamin finden Sie unter: http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2014/20140106.pdf

(Kontaktdaten nur in der Original-Medienmitteilung)

 


Erstellungsdatum: 04.06.2014
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