9. Juni 2015 (Bern): Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht

9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht 9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht
9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht 9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht
9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht 9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht


Die Medienmitteilung zu dieser Aktion können Sie lesen unter:
Medienmitteilung vom 9. Juni 2015 - Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht

 

24. Juni 2015 (Zürich): Demonstration vor der ETH

24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich 24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich
24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich 24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich
24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich 24. Juni 2015 - Demonstration vor der ETH in Zürich


Mai bis Juli 2015: Diverse Aktionen, bei welchen die AG STG mitwirkte (teilweise von anderen Organisationen organisiert)

Ärzte gegen Tierversuche - Infostand Ärzte gegen Tierversuche - Infostand
Ärzte gegen Tierversuche - Infostand Demonstration in Tübingen gegen die Tierversuche am Max-Planck-Institut
Demonstration in Tübingen gegen die Tierversuche am Max-Planck-Institut AG STG Infostand in Chur

 


Erstellungsdatum: 21.08.2015
Bildquellen: AG STG, Soko Tierschutz, Ärzte gegen Tierversuche, Klaus Petrus (www.klauspetrus.ch)

Referendum mit 11 156 Unterschriften eingereicht - Erfolgreiche Unterschriftensammlung gegen den 141-Mio. - Neubau für Tierversuche an der Uni Bern
Medienmitteilung des Referendumkomitees - www.stopptierversuchebern.ch

Erfolgreiche Unterschriftensammlung gegen den 141-Mio. - Neubau für Tierversuche an der Uni Bern

9. Juni 2015, Bern

Das Referendum gegen den Neubau der Uni Bern an der Murtenstrasse kommt mit 11 156 Unterschriften zustande. Nötig ist die hohe Zahl von 10 000 Unterschriften. Das Resultat ist ein riesiger Erfolg für die beteiligten Tierrechtsorganisationen und Parteien und die vielen engagierten Aktivistinnen und Aktivisten, die auf der Strasse gesammelt haben.

Ziel: «Ausbau der Kapazitäten im Versuchstierbereich»

Erklärtes Ziel der Regierung ist der «Ausbau der Kapazitäten im Versuchstierbereich ». Dazu soll ein Neubau an der Murtenstrasse mit Tierkäfigen in drei unterirdischen Stockwerken und Labors in den Obergeschossen dienen. Der überdimensionierte, 141 Mio. teure Neubau steht in krassem Gegensatz zum Abbau bei der öffentlichen gesundheitlichen Grundversorgung im Kanton Bern. Erst kürzlich wurden die baldige Schliessung des Zieglerspitals und die Reduktion der Notfallversorgung im Tiefenauspital angekündigt. Verschiedene Landspitäler sind von der Schliessung oder einem Leistungsabbau bedroht.

Im Kantonsparlament ohne seriöse Diskussion durchgewinkt

Der Grosse Rat hat auf Grund einer «organisierten Debatte» entschieden. Für den Rückweisungsantrag von Grossrätin Simone Machado Rebmann wurden gerade mal zwei Minuten Redezeit erlaubt. Kritische Fragen waren nicht möglich. Trotz dieser skandalösen Unterdrückung der Meinungsbildung können Luxusbau und Tierversuche nun endlich in einer breiten Öffentlichkeit thematisiert und diskutiert werden.
Dass das Volk über einen solch grossen Kredit abstimmen kann, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, gerade auch angesichts des Mega-Sparpaketes (u.a. mit dem massiven Abbau der Krankenkassenprämien-Verbilligungen), das der gleiche Grosse Rat beschlossen hat. Neben dem Baukredit wird auch der Betrieb des Baus ein tiefes Loch in das Portemonnaie der Steuerzahler reissen. So kostet alleine die Tierhaltung für die 30 000 – 40 000 Tiere 8 – 10 Millionen Franken pro Jahr.

Besser für den Wirtschaftsstandort: Zukunftsfähige Forschung fördern!

Für die Konkurrenzfähigkeit und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bern wäre es viel besser, diese Gelder in die Entwicklung von zukunftsfähigen Forschungsmethoden zu investieren, welche ohne teure, ungenaue und grausame Tierversuche auskommen. So können bereits heute aus Hautzellen des einzelnen Patienten Stammzellen entwickelt werden, welche für ganz spezifische Tests dienen können. Viele weitere Testmethoden eröffnen schier unbegrenzte Möglichkeiten. Die Förderung solcher tierversuchsfreier Methoden wird von Bund und Kantonen aber nach wie vor verschlafen, und so fliessen weiter Hunderte Steuermillionen in unsichere und ungenaue Tierversuche. Jährlich gibt so die öffentliche Hand bis zu 200 Millionen für Tierversuche aus, tierversuchsfreie und Ersatzmethoden werden gleichzeitig mit nur 310 000 Franken sträflich vernachlässigt.

Aus diesen Gründen wird das Referendumskomitee zusammen mit unzähligen Aktivistinnen und Aktivisten darauf hinarbeiten, dass das Projekt wesentlich redimensioniert und zurück in die Planungsphase geschickt wird sowie dass die Ressourcen in tierversuchsfreie Forschung investiert werden.


Weiterführende Informationen finden Sie auch unter: www.stopptierversuchebern.ch

 


Erstellungsdatum: 21.08.2015
Bildquellen: Bild Nr.1 © Klaus Petrus (www.klauspetrus.ch)

Drei Mitglieder der Tierversuchskommission legen gemeinsam Rekurs ein - Bewilligungsverfahren für Zürcher Affenversuche gestoppt
Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Bewilligungsverfahren für Zürcher Affenversuche gestoppt

22. Juli 2015, Reinach/Bonaduz

Das Kantonale Veterinäramt hat die geplanten Affenversuche des Institut für Neuroinformatik (INI) der ETH Zürich und der Universität Zürich bewilligt. Sie folgten damit auch der Empfehlung der Tierversuchskommission. Gegen diesen Mehrheitsentscheid haben drei Mitglieder der Tierversuchskommission gemeinsam Rekurs eingelegt und somit das Bewilligungsverfahren vorläufig gestoppt. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, ist erfreut über den Rekurs der drei Tierversuchskommissions-Mitglieder.

Im Herbst 2014 gab Dr. Valerio Mante in einem Interview mit dem Tagesanzeiger bekannt, dass das INI, zum ersten Mal seit 2009, wieder Affenversuche plant. Bei den geplanten Affenversuchen handelt es sich, wie auch bei den Affenversuchen, welche 2009 durch das Bundesgericht verboten wurden, um Versuche für die Grundlagenforschung in der Hirnforschung. «Das Tier spürt davon nichts, weil das Hirn schmerzunempfindlich ist», sagte Mante damals im Interview, «und wir werden auch transparenter kommunizieren, um unseren Kritikern zu zeigen, dass wir das Wohl der Tiere sehr ernst nehmen.»

Wirklich transparent war und ist die Kommunikation jedoch keinesfalls – die geplanten Affenversuche sind keineswegs so harmlos, wie uns die Tierversuchsforschung glauben machen will. Was Mante im Interview verschwiegen hat: Den Affen werden im geplanten Versuch, durch chirurgische Eingriffe oder Medikamente, verschiedene Arten von Hirnschäden zugefügt (um damit zu versuchen, menschliche Krankheitsbilder künstlich nachzuahmen), bevor ihre Hirnleistung in verschiedenen Tests untersucht wird.

Sind drei Mitglieder der elfköpfigen Zürcher Tierversuchskommission nicht mit dem Mehrheitsbeschluss einverstanden, können sie zusammen Einspruch gegen diesen erheben. «Und das ist, was in meinem Fall passiert ist. Und das kann jetzt im Prinzip meine Forschung über Jahre hinweg blockieren.» sagte Valerio Mante gegenüber dem Deutschlandfunk.

Während sich 2006 noch die Mehrheit der Tierversuchskommissions-Mitglieder gegen die Affenversuche aussprachen und die Tierversuchskommission – als Ganzes – Rekurs gegen die Bewilligung der Affenversuche einlegte, setzen sich aktuell bloss drei von elf Kommissionsmitgliedern gegen die Affenversuche ein.
Es scheint, als ob sich die Tierversuchslobby mächtig ins Zeug gelegt hat, um zu erreichen, dass sich die Vorgänge von 2006/2009 nicht wiederholen: Neben der Publikation von Interviews und Berichten, die die aktuell geplanten Affenversuche verharmlosen, wurde auch das Auswahlverfahren zur Besetzung der Tierversuchskommission abgeändert - neuerdings darf die Leitung der Universität Zürich und der ETH Zürich Personen für die Besetzung der freien Kommissionssitze vorschlagen. Wie die «Stiftung für das Tier im Recht» auf ihrer Homepage schreibt, stellt das neue Auswahlverfahren eine grosse Gefahr für die Unabhängigkeit der Tierversuchskommission dar.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner ist erstaunt über den Entscheid der Tierversuchskommission, die geplanten Affenversuche zur Bewilligung vorzuschlagen. Wie bereits bei den Affenversuchen 2006, welche die Tierversuchskommission nicht zulassen wollte und deshalb Rekurs eingelegte, handelt es sich auch bei den geplanten Affenversuchen um Forschung ohne konkreten medizinischen Nutzen. «2006 hat die Tierversuchskommission, mit der Begründung, dass die betreffenden Versuche «die Würde der Kreatur» verletzen würden, Rekurs gegen die Affenversuche des INI eingelegt», sagt Marietta Haller, wissenschafliche Mitarbeiterin der AG STG, «auch die geplanten Affenversuche verletzen ganz klar «die Würde der Kreatur».

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

Quellen:

 


Erstellungsdatum: 21.08.2015
Bildquellen: Bild Nr.1 123rf.com ©
Aliaksandr Mazurkevich

Grossdemo vom 25. April 2015 in Zürich - Rede von Andreas Item, dem Geschäftsführer der AG STG

Anti-Tierversuchsdemo vom 25. April 2015 in Zürich - Rede des Geschäftsführers der AG STG

Als wir vor der Universität Zürich Flyer gegen die neuen Affenversuche verteilten, habe ich mit fast jedem Anwesenden des Neurologischen Instituts der Universität und der ETH Zürich gesprochen. Ihre Antworten, weshalb sie diese Versuche machen wollen, waren fast durchs Band dieselben: Ich will es wissen! – Also die Befriedigung der Neugier … Ungelogen! Die waren echt ehrlich zu mir.

Ich habe mir das Ganze dann mal von einer anwesenden Tierexperimentatorin der Neurologie erklären lassen, damit auch ich verstehe, was diese Forschung konkret bringen soll. Damit keine Missverständnisse entstehen und die Problematik der Grundlagenforschung in Zukunft nicht falsch wiedergegeben wird, hier ihre Erklärung in Kurzform:
Es ist so: Vielleicht ist dieses Experiment in ein paar Jahrzehnten ein Baustein eines weiteren Projektes, mit dem man vielleicht irgendwann in der Zukunft einen Ablauf im Gehirn besser verstehen kann. Ebenfalls vielleicht wird man damit versuchen können, eine Krankheit besser zu verstehen oder – mit etwas Glück – gar halbwegs erklären. Und vielleicht wird dieses Wissen sogar einen Nutzen haben, um ein Mittel oder eine Therapie gegen die beim Tier ausgelöste Krankheit zu entwickeln, und wenn wir sehr viel Glück haben, wird dies vielleicht sogar auch auf Menschen übertragbar sein … vielleicht … und irgendwo stand noch – war es ein Flyer von der Uni? Oder ein Brief vom Rektor? –, dass man mit diesen drei Affenversuchen mehrere hundert Millionen kranker Menschen heilen könne…

Liebe Tierfreundinnen, liebe Tierfreunde

Ich frage: Wollen wir Tierversuche, oder wollen wir medizinischen Fortschritt? Bis zu 96 % aller Tierversuchsergebnisse sind laut offiziell anerkannten Zahlen nicht auf den Menschen übertragbar – also nutzlos bis gefährlich. Somit bleiben nur 4 % aller Tierversuchsergebnisse, die bei den mit demselben Wirkstoff darauf folgenden Menschenversuchen dasselbe Resultat liefern.
4 % sind kein Erfolg. 4 % bedeutet, dass nur bei jedem 25. Menschenversuch die gleichen Ergebnisse erzielt werden wie beim vorangehenden Tierversuch. Dies bedeutet, dass bei 24 von 25 Menschenversuchen die Testpersonen von Glück sprechen können, wenn sie keine massiven irreparablen Schädigungen erlitten haben. Jeder 25. Versuch ein Treffer, das ist das Gesetz des Zufalls. Ich habe noch von keiner Autofirma gehört, dass sie jubelt, weil bei jedem 25. Auto, das sie produziert, die Bremsen funktionieren. Und auch nicht von einem Elektrohersteller, dass er jubelt, weil von 25 seiner Geräte nur 24 einen Kurzschluss und einen daraus entstandenen Wohnungsbrand verursacht haben. Ja. Das wäre totaler Blödsinn – aber lachen Sie nicht, denn genau so läuft es in der medizinisch- wissenschaftlichen Forschung.

Dies kann man nicht so einfach miteinander vergleichen? Medizinische Forschung ist komplexer, und einen Durchbruch muss man eher mit einem Sechser im Lotto vergleichen? Vielleicht ja. Die 4 % bedeuten ja auch schlicht nur, dass bei den Versuchen an Menschen in etwa die gleichen – oft trotzdem nicht nutzbaren – Ergebnisse erzielt wurden. Für einen Sechser im Lotto muss man grob geschätzt fünf Millionen Spiele machen. Jedoch nicht mal mit fünf Millionen Tierversuchen wird ein wirklicher Durchbruch in der Medizin erreicht. Sonst würden aus den weltweit jährlich ca. 120 Millionen Tierversuchen jedes Jahr 24 grosse Durchbrüche erzielt werden. Wenn dem so wäre, dann wären alle grossen Krankheiten längst heilbar.

Die effektive Erfolgsquote in der tierversuchsbasierten Medizinforschung liegt vielleicht bei 0,0000000…1 %.
Die Entdeckung von potentiellen Wirkstoffen passiert meist in der klinischen Forschung und Beobachtung von Krankheiten sowie in den immer zahlreicher werdenden innovativen tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Überhaupt werden die ersten Tests auf der Suche nach Medikamenten heutzutage standardmässig mit tierversuchsfreien Forschungsmethoden gemacht.
Auch der Zufall spielt eine wesentliche Rolle bei der Entdeckung von Medikamenten. Ein Beispiel? Praktisch jeder Herzinfarktpatient erhält lebenslänglich Aspirin Cardio verschrieben. Aspirin war jedoch ursprünglich nur ein leichtes Schmerz- und Fiebermittel. Die Blutverdünnung ist eine teils lebensgefährliche Nebenwirkung, die bei Patienten nach der Mandeloperation aufgefallen war, weil bei ihnen die Blutungen einfach kaum mehr aufhörten. Dadurch ist man dann auf die Idee gekommen, dass diese Nebenwirkung bei Herzpatienten eine positive Wirkung haben kann – und so entstand rein durch Zufall ein neuer, gewinnträchtiger Geschäftszweig.
Ein weiteres Beispiel ist Viagra. Es wurde zuerst gegen Bluthochdruck entwickelt. Wegen Erfolglosigkeit versuchte man es dann bei Angina Pectoris einzusetzen. Die Probanden bei den ersten Menschenversuchen waren von dem Testmedikament hellauf begeistert und wollten mehr davon. Nicht weil es bei Angina Pectoris half, sondern weil sie – Sie wissen schon :-). So fand man aus reinem Zufall eine Wirkung, die aus Viagra ein Milliardengeschäft machte.

Die Zukunft ist Tierversuchsfrei! - Antitierversuchsdemonstration vom 25.4.2015 in Zürich

Man kann durchwegs sagen, dass in neuerer Zeit kaum ein einziger Wirkstoff auf dieser Welt dank Tierversuchen entdeckt wurde. Im Gegenteil: Man muss sagen, dass trotz Tierversuchen neue Wirkstoffe entdeckt wurden. Praktisch alle Entdeckungen wurden und werden vor dem Tierversuch gemacht. Tierversuche werden in fast allen Fällen erst danach aus gesetzlichen Gründen einfach nachgeschoben.

Und die seltenen Zufallserfolge hätte man mit anderen Forschungsmethoden ebenfalls erreicht. Auch die sehr frühen Erkenntnisse, als man einfach alles im Tierversuch ausprobierte und dadurch einige Erkenntnisse gewinnen konnte, lasse ich nicht gelten. Denn zum einen gab es damals noch keine Alternativen sowie keine ungefährlichen Methoden, um an Menschen zu forschen, und zum anderen sind das Erkenntnisse, die man nun schon seit langem spielend mit tierfreien Methoden herausfinden kann. Es hätte einfach vielleicht manchmal etwas länger gedauert – jedoch der heutige Wissensstand wäre genauso gross – bzw., da weniger Irrtümer ausgeräumt werden müssten, wohl viel grösser.
Jedes Jahr werden Dutzende von angeblich sicheren Medikamenten infolge gravierender Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen. Und es gab auch schon einige Katastrophen. Dabei denke ich z. B. an Contergan, ein ausführlich im Tierversuch getestetes Medikament, das zur Geburt von über 10 000 schwerbehinderten Kindern führte, oder auch an Vioxx, an dessen Nebenwirkungen bis zu 140 000 Patienten starben. Und ebenso auch z.B. an Asbest und Zigaretten, die jahre-, ja jahrzehntelang, weil man es im Tierversuch nicht beweisen konnte, als ungefährlich galten, jedoch, wie wir heute wissen, Tausende von Menschen töteten – und weiterhin töten.

Wägt man nun die paar Vorteile gegen die vielen Nachteile ab, dann bleibt nur eine Zahl übrig, wie viele medizinische Erfolge wir den Tierversuchen zu verdanken haben. Und diese Zahl ist eine Null. Tierversuche sind einfach nur nutzlos, gefährlich und grausam! Deshalb meine berechtigte Frage: Wollen wir Tierversuche, oder wollen wir medizinischen Fortschritt?

Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner)Die Tierversuchsfreunde versuchen uns immer wieder in die Ecke zu drängen und behaupten frech, wir seien gegen medizinischen Fortschritt. Dass dem nicht so ist, haben wir Tierversuchsgegner nun schon viele Male dargelegt und bewiesen. Und obwohl sie selbst mehr oder weniger wissen, dass die meisten Entdeckungen nicht dem Tierversuch zu verdanken sind, hören wir oft das Argument, dass Tierversuchsgegner keine Medizin benutzen dürften.
An die Tierversuchsfreunde: Ich lasse mich gerne auf eure Forderung ein. Aber zuerst müssen wir die Forderung richtig formulieren. Tierversuchsgegner müssten auf Medizin verzichten, deren entscheidende Erkenntnis/Entdeckung im Tierversuch gemacht wurde! Denn dann sieht das Ganze vollkommen anders aus.

Nochmals. Für alle Tierversuchsfreunde zum Mitschreiben: Wie ist das heutige medizinische Grundwissen entstanden?
Bereits die frühen Menschen lernten sehr viel über die Natur und die Wirkungen von Pflanzen. Viel Wissen erlangten sie durch das Beobachten von Tieren – wohlgemerkt: von lebenden Tieren in ihrer natürlichen Umgebung! Z.B. welche Beeren ass jene Tierart, wenn sie Schmerzen hatte, oder welche Blätter kaute eine andere Tierart, wenn sie Durchfall oder Fieber hatte. Die Menschen probierten das dann einfach auch aus. Nicht selten ging das schief (da Menschen und Tiere oft anders reagieren), aber wenn etwas geklappt hatte, dann wurde dies zum quasi medizinischen Grundwissen und wurde über Generationen und später Kontinente immer weiter verbreitet. Viele der medizinischen Fortschritte bauten und bauen auf diesem Grundwissen auf.
Hingegen ist die Geschichte des quälerischen Forschens an Tieren die Geschichte der Irrtümer in der Medizin. Auch wenn einige Thesen belegt werden konnten und man sogar einiges entdeckte: die Einführung von Versuchen an Tieren führte vor allem zu äusserst vielen Falschthesen. Der Nachlass, den die Vivisektoren zukünftigen Generationen hinterlassen, ist eine Unmenge an Irrtümern, deren Widerlegung noch Jahrzehnte erfordern wird.
Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus wurden in Alexandria durch das Erlauben der Forschung an Leichen viele Irrtümer über die Anatomie des Menschen ausgeräumt. Irrtümer, die davor geglaubt wurden, weil man das Wissen aus der Forschung an Tieren hatte. Welche Irrtümer das sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis – dachte man vielleicht, der Mensch hätte wie die Kuh vier Mägen? Oder drei Herzen, wie Tintenfische sie haben? Tatsächlich gab es Zeiten, wo Mediziner das glaubten.

Es gibt immer mehr medizinhistorische Richtigstellungen, die aufzeigen, dass wesentliche medizinische Entdeckungen von Klinikern gemacht wurden. Erst danach wurden die Experimente im Tierversuchslabor nachgestellt, die Ergebnisse veröffentlicht und dafür Anerkennung bis hin zum Nobelpreis erschlichen.

Die Liste der tatsächlichen Erfolge, die ohne Tierversuche bis heute nicht erreicht worden wären, wird auf einem A4-Blatt mehr als genügend Platz haben. Und diese paar Entdeckungen hätte man heutzutage – mit einer konsequenten Förderung der klinischen Forschung sowie von innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden – längst ebenfalls gemacht.
Und auch wenn ein paar wenige Errungenschaften heutzutage mit anderen Mitteln noch nicht erreicht worden wären – rechtfertigt das die unsägliche Grausamkeit der jährlich weltweit geschätzten 120 Millionen Tierversuche? – Niemals!

Also, ihr Tierversuchsfreunde. Zurück zu eurer Forderung: Obwohl die Nutzung bereits entwickelter Medikamente den Tieren nicht mehr schadet – bzw. ich leider die Tierversuche, die bereits gemacht wurden, nicht rückgängig machen kann –, lasse ich mich gerne darauf ein, dass ich keine der medizinischen Entdeckungen, die ohne Tierversuche niemals gemacht worden wären, benutzen werde. Dafür erwarte ich von euch, dass ihr auf die vielen segensreichen medizinischen Errungenschaften – die nicht im Tierversuch entdeckt wurden – verzichtet. Ist das ein Deal? Abgemacht?

Nein zu Tierversuchen!

Würden wir geschätzte 400 Leute heute Unterschriften für eine Initiative gegen die Affenversuche der Universität und der ETH Zürich sammeln, und jeder von uns würde nur 3 Stunden lang sammeln, dann hätten wir vermutlich in dieser kurzen Zeit bereits die benötigten 6000 Unterschriften zusammen. Das wäre etwas, was wir mal machen sollten. Dies ist Macht. Dies ist unsere Macht. Die haben wir auch schon öfters gezeigt und einige Erfolge erreicht!

Zeigen wir auch heute wieder die geballte Macht des Volkes und machen mit einer lautstarken Demonstration ein weiteres Mal auf das grausame und nutzlose Leid der Tiere in den Folterkammern einer Pseudowissenschaft aufmerksam.

Kämpfen wir für die, die sich nicht selbst wehren können. Kämpfen wir für jedes gequälte und ermordete Tier!

Für die Abschaffung aller Tierversuche!

 


Erstellungsdatum: 26.08.2015
Bildquellen: Eveline Honegger (www.naturmystik.ch)
, Pamela Mombelli

Wussten Sie, dass... - Neun von tausend Argumenten gegen Tierversuche

Neun von tausend Argumenten gegen Tierversuche

… von 100 Medikamenten, die im Tierversuch als wirksam und harmlos erachtet wurden, nur 4 bei Menschen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen verursachen und zudem einen Nutzen aufweisen?

Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat errechnet, dass 92 % aller Wirkstoffe, die in Tierversuchen als wirksam und sicher beurteilt wurden, aufgrund der angeschlossenen Untersuchungen am Menschen wegen schwerwiegender Nebenwirkungen oder fehlenden Nutzens gar nicht erst zugelassen werden.

Von den verbleibenden 8 % der Wirkstoffe, die für die breite Anwendung am Menschen zugelassen werden, müssen später die Hälfte wieder vom Markt zurückgezogen werden oder deren Fachinformationen um schwere, unerwartete Nebenwirkungen erweitert werden. Diese Zahlen wurden, wenn auch nur indirekt, ebenfalls von Interpharma (Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen in der Schweiz) bestätigt.

Auch die umgekehrte Aussage ist gültig. Für Menschen nützliche Wirkstoffe werden wegen Tierversuchen nicht erkannt, da sie (weil beim benutzten Versuchstier kein Erfolg erzielt wurde) als wirkungslos aussortiert werden. Dass dies bei einer so hohen Fehlerquote von Tierversuchsergeb- nissen (92 % bzw. 96 %) öfters passiert, liegt auf der Hand. Tierversuche verhindern also ganz klar die Entdeckung von Medikamenten und behindern dadurch massiv den medizinischen Fortschritt.

 

… alle 51 Sekunden ein Tier in einem Schweizer Tierversuchslabor stirbt?

Seit dem Jahr 2000 haben die Tierversuche in der Schweiz zugenommen – insgesamt auf über 600 000 im Jahr 2014! Dies trotz der ständigen offiziellen Beteuerung (von Politik, Pharmalobby und Universitäten), dass Tierversuche auf das angeblich «notwendige» Mass reduziert würden. In den Schweizer Versuchstierhaltungen wurden 2014 über 1 346 000 Tiere gehalten.

 

… trotz des ständigen Anstiegs von Tierversuchen immer weniger Tierversuche für die angewandte medizinische Forschung (Medikamentenforschung und -entwicklung) durchgeführt werden?

1984 waren es noch mehr als 81 % aller Schweizer Tierversuche, 2014 waren es noch etwa 23 %. Alarmierend: Weniger als 2 % der an Universitäten und andern Hochschulen durchgeführten Tierversuche sind für die Arzneimittelforschung!

Dafür steigen die Tierversuche für die sogenannte Grundlagenforschung jedes Jahr massiv an. In der Grundlagenforschung wurden aktuell z.B. Fragen beantwortet wie (alle drei Beispiele wurden in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht): «Werden Fische seekrank?», «Wie wirkt sich ein durch Gewehrschüsse verursachtes Lärmtrauma auf Meerschweinchen aus?» oder «Wie lange dauert es, bis Silbermöwen verhungern?»

 

… schwerwiegende Medikamentennebenwirkungen mit über 100 000 Todesfällen die fünfthäufigste Todesursache in den USA sind?

In Deutschland sind es bis zu 58 000 Tote pro Jahr. Die Schweiz weigert sich, dementsprechende Zahlen für unser Land zu veröffentlichen. Experten gehen aber davon aus, dass es in der Schweiz (im Verhältnis) genau gleich ist. Der Hauptgrund für diese gravierende Medikamenten-Katastrophe ist, dass Tiere vollkommen anders reagieren als Menschen und deshalb die im Tierversuch gut vertragenen und somit als sicher eingestuften Medikamente für Menschen oft gravierende bis tödliche Nebenwirkungen aufweisen.

Diese Zahlen liessen sich mit innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden massiv senken.

 

… von den Hunderten Medikamenten, die weltweit pro Jahr neu auf den Markt kommen, nur durchschnittlich 5 effektiv neue Wirkstoffe enthalten?

Alle anderen sind Kombinationen von bereits bekannten Wirkstoffen, Anpassungen von Rezepturen oder Neuverpackungen. Deshalb hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von den weltweit gegen 200 000 auf dem Markt verkäuflichen Medikamenten nur etwa 325 medizinische Wirkstoffe für notwendig. Trotzdem werden für all die Hunderte «nicht neuen» Medikamente jeweils immer wieder viele tausend Tierversuche gemacht.

 

… jahrzehntelange Aids/HIVForschung durch Tierversuche nur behindert wurde und sämtliche wichtigen Erkenntnisse ohne Tierversuche entstanden sind?

Tiere bekommen kein Aids. Hingegen führten Untersuchungen an Menschen zur Isolation von HIV sowie zu Erkenntnissen über Krankheitsverlauf und Risikofaktoren. Wirksamkeit und Risiken von Aids-Medikamenten konnten nur in tierversuchsfreier In-vitro-Forschung zuverlässig aufgezeigt werden. Die bisherigen Erfolge im Kampf gegen Aids wurden somit nicht nur ohne Tierversuche erreicht, sondern sogar von Tierversuchen behindert!

Dieselbe Aussage gilt auch für die Erforschung von Krebs (Krebs kann im Tierversuch seit über 40 Jahren geheilt werden. Diese Forschungsergebnisse können jedoch nicht auf den Menschen übertragen werden, da sich künstlich erzeugter Krebs vollkommen anders verhält als natürlich entstandener Krebs), Herz- und Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, Rheuma, Allergien, Diabetes … Auch bei diesen Krankheiten behindert die Tierversuchsforschung seit Jahrzehnten die Möglichkeiten für effektive Heilungschancen bei Menschen.

 

… die Entdeckung des wichtigsten Antibiotikums (Penicillin) ohne Tierversuche erfolgte und dass, wenn man dessen Wirkung vorher im Tierversuch getestet hätte, Penicillin niemals zugelassen worden wäre?

Diese Tierversuche werden oft mit Meerschweinchen, Hamstern oder Kaninchen gemacht. Hätte man diese Versuche vorher durchgeführt, dann wäre Penicillin als äusserst gefährlich und somit nutzlos für uns Menschen eingestuft worden, da Penicillin für diese Tierarten giftig bis tödlich ist. Dasselbe gilt z.B. auch für Ibuprofen, das für Hunde und Katzen giftig ist, oder für Insulin, das bei vielen Tierarten zu schweren Missbildungen bei Nachkommen führt. Dies sind nur drei Beispiele von vielen!

 

… der Schweizerische Nationalfonds jährlich über 300 Millionen Franken (vom Bund erhaltene) Steuergelder für medizinische und biologische Forschungsprojekte verteilt, bei denen zum grossen Teil Tierversuche durchgeführt werden?

Demgegenüber wird innovative, tierversuchsfreie Forschung nur mit ein paar hunderttausend Franken unterstützt (die Stiftung Forschung 3R erhält vom Bund gerade mal ca. 400 000 Franken pro Jahr).

 

… die Qualität der tierexperimentellen Forschung nicht daran gemessen wird, ob und wie vielen Menschen damit geholfen werden konnte, sondern einzig daran, wie viele Artikel darüber in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden?

Es gibt in der Schweiz keine Kontrolle über Nutzen und Erfolge/Misserfolge von Tierversuchsergebnissen. Auch werden die Tierversuchsdaten nicht zentral erfasst und anderen Forschern zur Verfügung gestellt. Somit besteht keine Möglichkeit, das Wissen vergangener Tierversuche für zukünftige Tierversuche zu nutzen. Dies führt z.B. dazu, dass dieselben Tierversuche (jeweils in anderen Institutionen) immer wieder durchgeführt werden.

 

Ein ausführliches Quellenverzeichnis zu diesen Fakten finden Sie unter: www.agstg.ch/quellen.htm

 


Erstellungsdatum: 21.08.2015
Bildquellen: Bild Nr.1 istockphoto.com © Ella, Bild Nr.2 Fotolia.com © Oleg Kozlov