Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Welttierschutztag: Die Schweiz ist im Tierschutz betreffend Tierversuchen im Rückstand

Bonaduz,  2. Oktober 2009

Anlässlich des Welttierschutztages vom 4. Oktober 2009 kritisiert die nationale Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) die Untätigkeit der Politik bei der praktischen Umsetzung und Einhaltung von Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes. Im Vergleich zu anderen Ländern hat die Schweiz dringend Nachholbedarf.

In Schweden und Finnland beispielsweise herrscht deutlich mehr Transparenz, was die Genehmigung von Tierversuchsanträgen betrifft. Dort erhält jeder Bürger Einblick in die Anträge. Hingegen in der Schweiz sind die Vorhaben der Tierversuchsexperimentatoren geheim. Die Bürger erfahren absolut nichts über Tierversuche, müssen aber die Kosten für jeden noch so abwegigen Tierversuch direkt oder indirekt übernehmen.
Momentan wird in der Schweiz eine zentrale Datenbank über Tierversuche aufgebaut. Doch ist bei dieser keine Einsicht/keine Transparenz geplant. Für mehr Transparenz in dieser Datenbank setzt sich die AG STG mit mehreren Eingaben bei der Politik ein.
Mehr Transparenz verhindert, dass immer wieder dieselben Versuche durchgeführt werden. Denn die Forscher wüssten dadurch, welche Versuche bereits gemacht wurden. «Auch würde die Veröffentlichung fehlgeschlagener Tierversuchsergebnisse die Patientensicherheit massiv erhöhen, da nicht immer wieder die gleichen Tierversuchsergebnisse ohne vorhersehbares Risiko bei Patienten ausprobiert werden» so Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG.

Kritikwürdig ist laut der AG STG auch die Tatsache, dass die Politik hierzulande sich vollkommen dem Einfluss der vom Tierversuch profitierenden Kreise unterwirft, ja oft selbst zu den Profiteuren zählt. Dies zeigt sich unter Anderem, dass sich die Politik sogar gegen ein Verbot von Versuchen an Menschenaffen sträubt. Andere Länder wie Neuseeland, Großbritannien, die Niederlande, Österreich und Schweden haben bereits seit Jahren Versuche an Menschenaffen verboten. Ebenfalls tritt zur Zeit in der EU ein Verbot für Tierversuche für Kosmetik in Kraft. Die Schweizer Politiker hingegen sehen auch hier keinen Handlungsbedarf.

«Die chronische Untätigkeit, bzw. das chronische Bekämpfen auch der kleinsten Tierschutzbegehren, zeigt ganz klar den massiv zu starken Einfluss der Tiernutzlobbyisten auf», so Andreas Item. «Die Tiere haben im Parlament kaum eine Stimme. Dem Grossteil der Politiker ist Tier- und Menschenschutz wohl vollkommen egal. Dies im Gegensatz zu den Bürgern, die sich schon öfters ganz klar für mehr Schutz ausgesprochen haben», moniert Andreas Item.
In einer im Frühjahr 2009 vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführten repräsentativen Umfrage in sechs Ländern Europas forderten 79 % ein gesetzliches Verbot aller Tierversuche ohne konkreten medizinischen Bezug. 84 % der Befragten sind für die Abschaffung aller Experimente, die mit schwerem Leid für die Tiere einhergehen – dies unabhängig von der Tierart. Und 80 % der Befragten sind für eine Veröffentlichung von Informationen über die durchgeführten Tierversuche.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik sich endlich vom übermässigen Einfluss der Tiernutzlobbyisten löst und somit zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt aktiv beiträgt. So die Forderung der AG STG.
Deshalb fordert die AG STG unter Anderem endlich Transparenz bei Tierversuchen. Bei der aktuellen Reorganisation der Datenbank über Tierversuche hat die Politik nun die Möglichkeit, auf die Eingaben der AG STG einzugehen und somit zu beweisen, dass sie den Wunsch der Bürger nach wirklichem Tierschutz ernst nimmt.

Der Welttierschutztag geht auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurück, der das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen ansah. Zwei Jahre nach seinem Tod am 3. Oktober 1226 wurde er am 4. Oktober 1228 heilig gesprochen. An diesem Tag weisen jedes Jahr weltweit Tierschützer auf die Leiden der Tiere hin.


Weitere Informationen über Tierversuche finden Sie unter:
http://www.agstg.ch

Umfrage zu Tierversuchen in sechs europäischen Ländern:
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/eu/259

Kontaktdaten für Medienmitarbeiter unter: Medien Kontakt

Die Organisation Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen wie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für eine innovative, zukunftsorientierte Forschung und eine Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten im Vordergrund stehen.