Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Unfassbare Polizeiattacke gegen den Tierschutz -
Tierschützer protestieren gegen Massenverhaftungen

Bonaduz, 30. Mai 2008

Am 21. Mai kam es in Österreich zu insgesamt 24 Hausdurchsuchungen und einer noch größeren Zahl von Einvernahmen. Insgesamt waren Personen von 7 Tierschutzvereinen betroffen. Die Polizei begründete diese Aktion mit dem Verdacht auf die Bildung einer kriminellen Verbindung. Konkrete Vorwürfe spezifischer Straftaten zu einzelnen Personen wurden bei der Aktion und bis heute keine vorgebracht. 10 Tierschützer wurden in Untersuchungshaft genommen und werden «bis auf weiteres» festgehalten.

Wie später bekannt wurde, hatte die Polizei schon jahrelang gegen die TierschützerInnen ermittelt. „Als sich aber herauskristallisierte, dass die Polizei trotz Beschattung und Lauschangriff mit legalen Mitteln nichts gegen den völlig gesetzeskonform operierenden VGT unternehmen kann, machen sie es jetzt auf die schmutzige Tour“, meint Harald Balluch, Geschäftsführer des Verein Gegen Tierfabriken, einer der betroffenen Vereine.
Verzweifelt versucht der österreichische Staat mit dieser Aktion den erfolgreichen, und somit unangenehmen Tierschutz, zu kriminalisieren.

Die Polizei hat den betroffenen Vereinen die komplette Arbeits- und Existenzgrundlage genommen: Sie entwendeten sämtliche Computer, Datenträger, Dokumente, Fotos, Videos, Telefone, Adressdateien und vieles weiteres. Somit wird es den Vereinen praktisch verunmöglicht, weiterhin überhaupt existieren zu können. Die Bitte um wenigstens eine Kopie der wichtigsten Daten wurde nicht entsprochen und gleich angefügt, dass es gut möglich Jahre dauern wird, bis die Geräte und Daten den Vereinen wieder zurückgegeben würden.

„Gerade in den letzten Jahren war die österreichische Tierschutzbewegung sehr erfolgreich und hat stark an gesellschaftlicher und politischer Bedeutung gewonnen. Jetzt soll sie gestoppt werden. Ich finde es skandalös, dass hier die Staatsgewalt für politische Interessen missbraucht wird.“, sagt Harald Balluch.

Heute haben Tierschützer in Zürich vor dem österreichischen Generalkonsulat gegen diese massiven Polizeiaktionen gegen Tierschutzvereine protestiert. Mit Spruchbändern wie: «Tierschützer unschuldig in Haft – Tierausbeuter schuldig in Freiheit!» forderten sie Österreich auf, sämtliche inhaftierten Tierschützer freizulassen, sowie den betroffenen Vereinen die für ihre Tierschutzarbeit benötigten Daten wenigstens in Kopie zur Verfügung zu stellen. Bis heute wurden die Inhaftierten Personen, sowie die betroffenen Tierschutzvereine, noch keiner konkreten Straftat beschuldigt. Der Grossteil der Tierschutzvereine generell arbeitet absolut rechtskonform. Diese Aktionen jedoch gefährden den Ruf der gesamten Tierschutzszene.
Die Demonstranten verurteilen diese politisch motivierten Willkürakte aufs Schärfste!

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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.