Exakter als Tierversuche - Chip simuliert den menschlichen Organismus zuverlässiger - Medienmitteilung der AG STG

Medienmitteilung der AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegnerwww.agstg.ch

Exakter als Tierversuche

10. September 2014, Bonaduz

Im Labor erzeugte Organe wie Lunge, Herz, Niere, Leber und Darm sind bereits im Einsatz um Arzneimittel, Chemikalien und Kosmetika zu testen. Bereits in 3 Jahren soll ein Biochip der Firma TissUse laut Experten alle lebenswichtigen Organe und deren Stoffwechselvorgänge lebensecht abbilden. Diese Modelle zeigen im Gegensatz zu Tierversuchen die Vorgänge im menschlichen Organismus viel exakter auf und können dadurch Millionen von Tierversuchen ersetzen. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, freut sich über diesen grandiosen Fortschritt und fordert die Schweizer Forschung auf, sich anstatt auf Tierversuche ebenfalls auf die Entwicklung innovativer und zuverlässiger Forschungsmethoden zu konzentrieren.

Die Frage lautet schon längst nicht mehr, ob Tierversuche durch bessere Testmodelle ersetzt werden können. Die entscheidende Frage ist, wie lange es noch dauert, bis endgültig allgemein anerkannt wird, dass innovative tierfreie Testmodelle exakter und zuverlässiger sind als Tierversuche. Dem Ziel, Tierversuche vollkommen obsolet zu machen, kommen die Entwicklungen der Firma TissUse, die mit der Technischen Universität Berlin zusammenarbeitet, einen grossen Schritt näher. Uwe Marx, der Gründer von TissUse berichtete der «Sunday Times»: «Künftig wird es möglich sein, die Anzahl der Tiere in der Pharmaforschung deutlich zu reduzieren und die aktuellen alternativen Modelle für Tierversuche zu ersetzen. Sobald unser Verfahren zugelassen wird, wird es zur Schliessung der meisten Tierversuchslabore weltweit führen.»

Tierfarmen werden ersetzt durch Farmen von Biochips mit künstlichen menschlichen Organen. Diese Chips zeigen bei den Tests die gleichen Reaktionen auf wie wenn man Menschen den potentiellen Wirkstoffen aussetzen würde. Man kann die Auswirkungen erforschen wenn die Stoffe eingeatmet oder im Darm absorbiert werden und auch wenn sie durch die Blutbahn zirkulieren. Die Modelle können ebenfalls die Abläufe in weiblichen und in männlichen Patienten abbilden. Somit wird ein viel grösseres Verständnis der Abläufe im menschlichen Körper simuliert als dies mit Tierversuchen jemals möglich wäre.

«Dass Tierversuchsergebnisse zu über 92% nicht auf Menschen übertragbar sind ist allgemein bekannt. Deshalb werden bereits heute immer mehr solcher Modelle eingesetzt um die Risiken für die nach den Tierversuchen folgenden Versuche an Menschen zu minimieren.» sagt Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG, und kritisiert dabei: «Trotzdem werden innovative, tierfreie Forschungsmethoden immer noch viel zu wenig gefördert. Durch diese Systeme würden nicht nur die Tiere, sondern insbesondere auch die Menschen, massiv profitieren!»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert die Schweizer Forschung auf, nur noch sichere, innovative und zukunftsgerichtete Lern- und Forschungsmethoden anzuwenden. Die tierversuchsfreie Forschung übertrifft die Tierversuchsforschung in Übertragbarkeit, Reproduzierbarkeit, Schnelligkeit, Aussagekraft, Wissenschaftlichkeit und ist zudem noch kostengünstiger.

Die Broschüre «Die Medizin der Zukunft – Die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung» finden Sie als PDF unter: http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_medizin-der-zukunft-tierversuchsfreie-forschung_de.pdf

Weitere Informationen über Tierversuche sowie tierversuchsfreie Forschungsmethoden finden Sie unter: www.agstg.ch

 

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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.