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Medienmitteilung vom 7. Juli 2010 - Forscher einig: Tierversuche sind nicht auf Menschen übertragbar | Drucken |
Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Forscher sind sich einig:
Ergebnisse aus Tierversuchen sind nicht auf Menschen übertragbar

Bonaduz,  7. Juli 2010

In der Sendung «Der Club» von SF 1 vom 6. 7. 2010 wurde über das Thema Tierversuche diskutiert. Auf der Seite der Tierversuchsbefürworter sassen Rolf Zeller, Professor für Anatomie und Embryologie an der Universität Basel, Thomas Cueni von Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaindustrie, und Beda Stadler, Professor für Immunologie an der Universität Bern. Die Vertreter der Tierversuchs-Forschung waren sich einig darin, dass Tierversuche nicht direkt auf Menschen übertragbar sind. Dr. Walz, Oberarzt an einer renommierten Zürcher Klinik, wundert dies nicht: «Auf Tierversuche in der medizinischen Forschung zu verzichten, ist heutzutage keine Frage mehr des Mitleides mit Tieren, sondern eine Frage der Vernunft!», und er verweist auf anerkannte Autoritäten in der Medizinforschung. So hat die amerikanische Arzneimittelzulassungsstelle FDA errechnet, dass 92% aller Medikamente, welche im Tierversuch erfolgreich und unbedenklich waren, bei Menschen wirkungslos oder gefährlich sind und daher gar nicht erst zugelassen werden. Von den verbleibenden 8% der Medikamente muss noch einmal die Hälfte nach Markteinführung wieder mit Restriktionen oder Rücknahmen belegt werden – dies infolge schwerwiegender oder tödlicher Nebenwirkungen, welche durch die Tierversuche nicht vorhergesagt wurden.
Trotz oder gerade wegen vorgeschriebener Tierversuche im Zulassungsverfahren für neue Medikamente zählen schwerwiegende Medikamentennebenwirkungen zu den häufigsten Todesursachen in den USA und weltweit.

Der Konstanzer Professor Thomas Hartung hat in einem «Nature»-Artikel untersucht und belegt, dass rund 60% der Stoffe, die in Tierversuchen als giftig eingestuft wurden, für Menschen ungiftig sind. Somit werden potentiell wirkungsvolle Medikamente gar nicht erst weiter überprüft.
Eine Untersuchung von Jarrod Bailey und seinem Forschungsteam hat Teratogenitätsprüfungen im Tierversuch analysiert, die für die Zulassung von Arzneimitteln und bestimmten Chemikalien vorgeschrieben sind. Mit diesen Experimenten sollte überprüft werden, ob die Stoffe Missbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen können, wenn sie während der Schwangerschaft verabreicht werden. Es wurden Resultate von Tierversuchen mit weit über 1000 verschiedenen Substanzen berücksichtigt. Das Ergebnis war, dass fast die Hälfte der Stoffe, die bekanntermassen bei Menschen Fehlbildungen hervorrufen können, in Tierversuchen zuvor als unbedenklich eingestuft wurden. Der Umkehrschluss gilt ebenfalls: Von den Medikamenten, die problemlos beim Menschen während der Schwangerschaft eingesetzt werden können, wurde fast die Hälfte in Tierversuchen als gefährlich eingestuft. Die Forscherteams schlussfolgern daraus: Für den Menschen relevante Gefahren werden im Tierversuch nicht erkannt, und umgekehrt werden Gefahren vorgetäuscht, wo gar keine sind. Somit werden wichtige Medikamente oft nicht entdeckt und entwickelt. Wesentlich bessere Vorhersagen sind z.B. mit In-vitro-Tests (optimale Forschung mit menschlichen Zellen und Zellkulturen) möglich, wie etwa dem Test mit embryonalen Stammzellen oder dem Micromasstest. Diese und weitere exakte Forschungsmethoden sind nicht nur besser, sondern auch schneller und preiswerter.

Dr. Walz, der im Spital jeden Tag mit unheilbar kranken Patienten zu tun hat, ärgert sich besonders darüber, dass viele Forschungsgelder für Tierversuche verschwendet werden und somit für die Erforschung wirksamer Medikamente und Therapien fehlen. So wird Krebs nach Prognosen des Bundesamtes für Gesundheit bald die häufigste Todesursache sein, obwohl man zigtausendfach Krebs bei Mäusen und Affen geheilt hat. Der Herausgeber der Krebsforschungs-Zeitschrift «Clinical Oncology» stellte folgerichtig fest, dass es schwierig sei, «einen einzigen üblichen Krebs des Menschen zu finden, bei dem Behandlung und Heilungsaussichten durch tierexperimentelle Forschung ernsthaft beeinflusst wurden. Letztendlich sind es Studien an menschlichen Patienten und nicht Tierversuche, die relevante Ergebnisse bringen» (klinische Forschung, schwerpunktmässig durch Beobachten und Studium von Patienten und Krankheiten).

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, wie auch verschiedene Ärzteorganisationen fordern daher seit langem einen konsequenten Verzicht auf Tierversuche und die Anwendung von geeigneten innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Diese wissenschaftlichen Methoden sind ein Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche. Medizinischer Fortschritt wird durch Tierversuche nur behindert. Hingegen könnte man mit tierversuchsfreien, sicheren Testmethoden die Schweiz zu einem weltweit führenden Forschungsstandort gestalten und Krankheiten wirksamer bekämpfen.

Ausführliche Informationen zu den zitierten Studien und Aussagen sowie weitere Informationen über Tierversuche können bei der AG STG abgerufen werden.
http://www.agstg.ch


Infos zu dieser «Club»-Sendung sind im Archiv des Schweizer Fernsehens abrufbar:
http://www.sendungen.sf.tv/club/Sendungen/zischtigsclub/Archiv/zischtigsclub-vom-06.07.2010

Das Video zur Sendung finden Sie unter: http://videoportal.sf.tv/video?id=603ee3a9-96b7-4438-a4f2-ce91c0cbed16


AG STG – Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner
Ansprechpartner:
Andreas Item
Geschäftsführer
Hauptstrasse 14a
CH-7402 Bonaduz
Tel.:           +41 (0)81 630 25 22
E-Mail:       Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
Internet:     www.agstg.ch

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten in den Vordergrund stellen.
 
Medienmitteilung vom 29. Juni 2010 - Tierversuchstatistik Schweiz 2009 | Drucken |
Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Wieder über 700 000 Tiere verbraucht!

Bonaduz,  29. Juni 2010

Die heute vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVet) veröffentlichten Tierversuchszahlen zeigen erstmals seit 10 Jahren wieder einen leichten Rückgang von Tierversuchen. Waren es im Jahr 2000 noch 566 398 Tierversuche, stieg diese Zahl bis im Jahr 2008 auf 731 883 Tierversuche an! Im Jahr 2009 nun fand ein leichter Rückgang um 3,5% auf 706 104 Tierversuche statt.

Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) ist erfreut über diesen Rückgang, betont jedoch, dass sie leider die Zeichen vermisse, dass es sich hier um einen Paradigmenwechsel handeln könnte. «Auch wenn dieser Rückgang vermutlich kaum eine Kehrtwende bedeutet, freuen wir uns selbstverständlich für jedes einzelne der 25 779 (gegenüber dem Vorjahr nicht ermordeten) Tiere», so Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG.

Zudem betont die AG STG, dass die Tierversuchsstatistik nicht alle für Tierversuche getöteten Tiere zähle. In der Gentechnik werden unzählige Tiere gezüchtet und getötet, meistens weil der erwünschte Gendefekt nicht vollumfänglich aufgewiesen wird (um zwei transgene Tiere mit dem gewünschten Defekt zu erhalten, muss man etwa 100 Tiere züchten). Auch Tiere, die bereits bei Zucht, Haltung und Transport sterben, wie auch sogenannt überzählige Tiere, tauchen in der Tierversuchsstatistik nicht auf. Ebenfalls nicht die Ersatzgruppen, sollte eine Versuchsgruppe ausfallen.

Die am häufigsten verwendeten Tierarten sind nach wie vor Mäuse (417 310), Ratten (128 807), Vögel (57 637) und Fische (46 477). Die stärkste Zunahme bei den verwendeten Tierarten war bei Pferden und Eseln festzustellen (um 52% auf 2389), bei Fischen (um 47% auf 46 477), bei Schweinen (um 47% auf 5320) bei Hunden (um 17% auf 5399) sowie bei Rindern (um 15% auf 5475). Bei den Affen wurden mit 384 Tieren ebenfalls wieder 39 mehr verbraucht als im Jahr 2008.

Die AG STG kritisiert den erneuten Anstieg von Tierversuchen für Bildung und Ausbildung (um 19% auf 9407). Es gibt hervorragende tierverbrauchsfreie Lehrmethoden, die an vielen Universitäten dieser Welt bereits erfolgreich im Einsatz sind und Tierversuchen bei weitem überlegen sind.
Auch den Anstieg von schwerstbelastenden Tierversuchen um über 12% betrachtet die AG STG als Verrat an dem Versprechen, dass man die schwerstbelastenden Tierversuche immer mehr reduzieren werde.

Die AG STG begrüsst den Rückgang der Tierversuche, der sich in der Industrie seit Jahren abzeichnet. Jedoch auch Hochschulen und Universitäten, bei denen sich die Anzahl der Tierversuche in den letzten Jahren fast verdoppelt hat, verzeichnen endlich einen kleinen Rückgang. Als bedenklich ist einzustufen, dass Tierversuche in unbekannten Instituten (weder Universitäten noch andere Hochschulen, noch Spitäler, Bund, Kantone, Industrie ...) um über 18% zugenommen haben. Die AG STG fordert diesbezüglich eine genauere Auflistung, wer Tierversuche durchführt und wo.

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit langem einen konsequenten Verzicht auf Tierversuche oder wenigstens eine schärfere Sanktionierung von Tierversuchen durch die Behörden. Ebenfalls fordert die AG STG die konsequente Förderung und Anwendung von geeigneten tierversuchsfreien Testmethoden statt der Verschwendung von öffentlichen Geldern für völlig veraltete Forschungsmethoden. Es reiche nicht aus, dass tierversuchsfreie, sicherere Testmethoden nur gefordert werden – sie müssen auch gefördert werden! Auch fordert die AG STG mehr Transparenz bei Tierversuchen, um die grosse Anzahl identischer Mehrfachversuche endlich zu beenden!

Die Tierversuchsstatistik 2009 der Schweiz finden Sie unter:
http://www.tv-statistik.bvet.admin.ch/

Weitere Informationen über Tierversuche finden Sie unter:
http://www.agstg.ch


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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen wie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und somit führenden Forschungsstandort Schweiz und eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten in den Vordergrund stellen.
 
Medienmitteilung vom 21. Juni 2010 - Die Pharmabranche als Tierschützer? | Drucken |
Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Die Pharmabranche als Tierschützer?

Bonaduz,  21. Juni 2010

In einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung vermeldet Interpharma – der Interessenverband der grossen Pharmakonzerne in der Schweiz – Grundsätze für Verbesserungen bei Tierversuchen. In diesen verpflichten sich die Pharmakonzerne scheinbar zu mehr Schutz und Sicherheit für Mensch und Tier.

Was auf den ersten Blick löblich und begrüssenswert erscheint, zeigt bei näherer Betrachtung wesentliche Schwachstellen. Es wird nicht gespart mit Worten wie Verbindlichkeiten und Verpflichtungen, jedoch sucht man vergeblich nach konkreten Angaben, welche Verbesserungen in welchem Zeitraum erreicht werden sollen. Tatsächlich fehlen in dieser Charta jegliche konkreten Zielsetzungen.

Nachdem die Pharmakonzerne in den letzten Jahren durch massives Lobbying die Überarbeitungen der EU-Tierversuchsrichtlinie und der Verordnungen über Tierversuche in der Schweiz zu ihren Gunsten beeinflusst haben, versuchen sie sich nun offensichtlich als innovationsfreudig und tierfreundlich darzustellen.
Dazu Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG: «Dass in diesen angeblich tier- und innovationsfreundlichen Grundsätzen ausser wässrigen Lippenbekenntnissen nichts Konkretes steht, überrascht nicht. Wer die aktuellen schweizerischen wie europäischen Überarbeitungen von Gesetzen und Verordnungen verfolgt hat, bemerkt sogleich, dass es sich bei diesem Papier in jedem einzelnen Punkt um eine Farce aus der Küche des Marketingtheaters handelt.» Weiter meint Andreas Item: «Diese Charta der Interpharma ist nichts weiter als eine vorsätzliche Täuschung der Bevölkerung.»

In den vergangenen Jahren wurden in der Schweiz mehrere Verordnungen betreffend Tierversuche überarbeitet. Dabei reichten zahlreiche Tierschutzorganisationen, u.a. die AG STG, konkrete und praktikable Vorschläge für eine Verbesserung der praktischen Umsetzung im Umgang mit Versuchstieren ein. Leider jedoch fand in der anfangs Mai dieses Jahres veröffentlichten Endversion kein einziges Anliegen des Tierschutzes Aufnahme. Auch die seit langem geforderte Transparenz bei Tierversuchen rückte damit weiter in unbekannte Ferne. Die Vertreter der Pharmalobby konnten praktisch in jedem Punkt ihre Interessen durchsetzen und somit erfolgreich jegliche Verbesserung im Sinne des Menschen- und Tierschutzes abwehren.

Dasselbe gilt für die neue EU-Tierversuchsrichtlinie, die kurz vor der endgültigen Verabschiedung steht. Auch hier standen anfangs grosse Ziele im Sinne des Menschen- und Tierschutzes. Es wurde u.a. von der Reduktion von Tierversuchen, im Speziellen auch von Affenversuchen, gesprochen sowie von einer Verringerung der Schmerzen für die Versuchstiere. Ebenfalls sollten Tierversuche einer rückwirkenden Bewertung unterzogen werden. Die Lobbyisten der Pharmakonzerne hofierten jedoch sehr erfolgreich bei den zuständigen EU-Politikern. Als besonders verheerend muss die Regelung bezeichnet werden, dass kein Mitgliedsstaat strengere Richtlinien im Sinne des Tierschutzes verabschieden darf.

Alle 43 Sekunden stirbt ein Tier in einem Schweizer Tierversuchslabor. Seit dem Jahr 2000 haben die Tierversuche jedes Jahr zugenommen – insgesamt um über 29% (!) auf über 730 000! Dies trotz der ständigen offiziellen Beteuerung (von Politik, Pharmalobby und Universitäten), dass Tierversuche auf das angeblich «notwendige» Mass reduziert würden.

Die AG STG fordert seit langem eine obligatorische Registrierung und Publikation sowie die wissenschaftliche Auswertung und Beurteilung von Tierversuchen.
Zudem fordert die AG STG die massiv bessere Förderung und Anwendung von innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Nur mit diesen Forschungsmethoden können mehr Sicherheit wie auch bessere Heilungschancen für Patienten erreicht werden. Die AG STG setzt sich für echten medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt ein und ist deshalb für die Abschaffung aller Tierversuche. Ebenfalls sieht die AG STG dadurch eine grosse Chance für die Schweiz, auch in Zukunft zu den innovativen und führenden Forschungsstandorten der Welt zu zählen.

Weitere Informationen über Tierversuche finden Sie unter:
http://www.agstg.ch

Die Tierschutz-Charta von Interpharma finden Sie unter:
http://www.interpharma.ch/de/pdf/Tierschutz-Charta.pdf


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Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen wie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und somit führenden Forschungsstandort Schweiz und eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten in den Vordergrund stellen.
 
Medienmitteilung vom 21. April 2010 - Zum Int. Tag zur Abschaffung der Tierversuche vom 24. April | Drucken |
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Wann endlich forschen wir im Nutzen für die Menschen?

Bonaduz,  21. April 2010

Anlässlich des «Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche» vom 24. April erinnert die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) an die jährlich 730 000 Versuchstiere, die in der Schweiz unter dem Vorwand angeblich wissenschaftlicher Forschung gequält und getötet werden. Die AG STG fordert endlich die Erfassung und Auswertung von Tierversuchs-Studien, aus dessen Analysen klar nur ein mögliches Fazit gezogen werden kann: Die Abschaffung aller Tierversuche!

Alle 43 Sekunden stirbt ein Tier in einem Schweizer Tierversuchslabor. Seit dem Jahr 2000 haben die Tierversuche jedes Jahr – insgesamt um über 29% (!) – auf über 730 000 Tierversuche zugenommen! Dies trotz der ständigen offiziellen Beteuerung (von Politik, Pharmalobby und Universitäten), dass Tierversuche auf das angeblich «notwendige» Mass reduziert würden.

Hingegen nimmt die Zahl der Tierversuche in der angewandten medizinischen Forschung immer mehr ab. 1984 waren es noch mehr als 81% aller Schweizer Tierversuche für dieses Fachgebiet, 2008 waren es weniger als 40%. Alarmierend: Nur 1,5% der an Universitäten und Hochschulen durchgeführten Tierversuche sind für die Arzneimittelforschung!
Dafür steigen die Tierversuche für die sogenannte Grundlagenforschung jedes Jahr massiv an. In der Grundlagenforschung wurden aktuell z.B. Fragen beantwortet wie (alle drei Beispiele wurden in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht): «Werden Fische seekrank?», «Wie wirkt sich ein durch Gewehrschüsse verursachtes Lärmtrauma auf Meerschweinchen aus?» oder «Wie lange dauert es bis Silbermöwen verhungern?»

«Die Qualität der tierexperimentellen Forschung wird nicht daran gemessen, ob und wie vielen Menschen damit geholfen werden konnte, sondern einzig daran, wie viele Artikel darüber in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden» kritisiert Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, die herrschende Praxis. «Diese Praxis auf Kosten von Tier und Mensch hilft niemandem ausser dem Portemonnaie der jeweiligen Forscher».
Es gibt in der Schweiz keine Kontrolle über Nutzen und Erfolge/Misserfolge von Tierversuchsergebnissen. Auch werden die Tierversuchsdaten nicht zentral erfasst und anderen Forschern zur Verfügung gestellt. Somit besteht keine Möglichkeit, das Wissen vergangener Tierversuche für zukünftige Tierversuche zu nutzen. Dies führt z.B. dazu, dass dieselben Tierversuche (jeweils in anderen Institutionen) immer wieder durchgeführt werden.

Schon seit vielen Jahren fordert die AG STG die Erfassung und Auswertung von Tierversuchsergebnissen. Zur Zeit wird in der Schweiz endlich eine zentrale Datenbank über Tierversuche aufgebaut. Doch leider ist bei dieser keine Einsicht/keine Transparenz geplant. Für mehr Transparenz und Zugriffsmöglichkeiten auf diese Datenbank setzt sich die AG STG mit Eingaben bei Politik und Gesetzgeber ein.
«Mehr Transparenz z.B. durch die Veröffentlichung fehlgeschlagener Tierversuchsergebnisse würde auch die Patientensicherheit massiv erhöhen, da nicht immer wieder die gleichen Tierversuchsergebnisse ohne vorhersehbares Risiko bei Patienten ausprobiert würden» moniert Andreas Item. Die AG STG kritisiert diesbezüglich insbesondere die Untätigkeit der Politik bei der praktischen Umsetzung und Einhaltung von Verbesserungen im Sinne des Tier- und Menschenschutzes.
Weiterhin fordert die AG STG endlich ein Umdenken in Politik und Forschung. Denn nur mit der Abschaffung der Tierversuche wird der Weg frei für eine am Menschen orientierte und für die Menschen nützliche Forschung.

Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Weitere Informationen über Tierversuche finden Sie unter:
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Medienmitteilung vom 26. März 2010 - TGN1412 - Ein Arzneimittelskandal jährt sich | Drucken |
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TGN1412 - Ein Arzneimittelskandal jährt sich

Bonaduz,  26. März 2010

Im März 2006 wurde sechs jungen, gesunden Menschen der zuvor in Tierversuchen umfassend geprüfte Arzneimittelwirkstoff TGN1412 der Firma TeGenero gespritzt. Dabei handelte es sich um einen neu entwickelten Antikörper, der gegen verschiedene Immunkrankheiten wirken sollte, so z. B. gegen Multiple Sklerose oder die rheumatoide Arthritis. Alle Teilnehmer landeten im Schockzustand mit dem Versagen zum Teil mehrerer Organe auf der Intensivstation, weil es zu einer vollkommen unerwarteten übermässigen Reaktion des Immunsystems kam. Die Probanden überlebten nach monatelangem Spitalaufenthalt nur knapp und leiden teilweise noch heute an den Folgen dieses Versuchs.

Bevor ein Medikament für die breite Anwendung zugelassen wird, muss es zuvor an freiwilligen Probanden getestet werden. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften gehen dem verschiedene Tierversuche voraus, darunter Prüfungen der Wirksamkeit und auf unerwünschte Nebenwirkungen sowie Giftigkeitsprüfungen. Diese wurden auch bei TGN1412 durchgeführt, und zwar an verschiedenen Tierarten, darunter auch Rhesus- und Javaneraffen, die uns Menschen genetisch zu weit über 90% ähnlich sind.

Dr. med. Walz, medizinisch-wissenschaftlicher Berater der AG STG, arbeitet als Oberarzt in einer renommierten Zürcher Klinik. Für ihn ist es unverständlich, dass man immer noch Tierversuche in der Medikamentenentwicklung durchführt. Bereits 1957 als Contergan auf den Markt kam, hatte man aufgrund harmlos verlaufener Tierversuche damit geworben, dass Contergan sogar für Schwangere ein sicheres Schlafmittel sei. Dies hatte fatale Folgen: 10 000 Kinder wurden in der Folge mit verstümmelten oder fehlenden Gliedmassen geboren.
Dr. med. Walz weist darauf hin, dass aus Untersuchungen bekannt ist, dass jeder 15. Patient wegen unerwünschter Medikamentennebenwirkungen im Spital landet und dass schwere Nebenwirkungen sogar zu den häufigsten Todesursachen in den USA zählen. Die amerikanische Zulassungsbehörde hat zudem errechnet, dass von 100 Medikamenten, die im Tierversuch als wirksam und harmlos erachtet wurden, nur noch 4 beim Menschen übrig bleiben, welche auch wirklich wirksam und harmlos sind.

Besonders ärgert sich Dr. med. Walz aber darüber, dass viele Forschungsgelder für Tierversuche verschwendet werden und somit für die Erforschung wirksamer Impfstoffe und Therapien fehlt. So wird Krebs bald zu den häufigsten Todesursachen zählen, obwohl man zigtausendfach Krebs bei Mäusen und Affen geheilt hat.
Der Herausgeber der Krebsforschungs-Zeitschrift Clinical Oncology stellte fest, dass es schwierig sei, «einen einzigen üblichen Krebs des Menschen zu finden, bei dem Behandlung und Heilungsaussichten durch tierexperimentelle Forschung ernsthaft beeinflusst wurden. Letztendlich sind es Studien an menschlichen Patienten und nicht Tierversuche, die relevante Ergebnisse bringen.» Dazu Dr. med. Walz: «Heute hat man die Möglichkeit auf Computerchips menschliche Zellkulturen mehrerer Organsysteme in ihrem komplexen Zusammenspiel zu studieren. Es gibt viele Tausend innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden, so dass kein Grund mehr existiert, weiterhin mittelalterlichen und oft qualvollen Tierversuchen zu vertrauen.»

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, wie auch verschiedene Ärzteorganisationen fordern daher seit langem einen konsequenten Verzicht auf Tierversuche und die Anwendung von geeigneten innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Diese wissenschaftlichen Methoden sind ein Fortschritt und nicht nur ein Ersatz für Tierversuche. Damit könnte man die Schweiz zu einem weltweit führenden Forschungsstandort machen und Krankheiten endlich wirksam bekämpfen.

Wissenschaftliche Abhandlung «Tierversuche aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht»:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf

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Medienmitteilung vom 14.10.2009 - Zeit für Paradigmenwechsel bei der Bewilligung von Tierversuchen | Drucken |
Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch

Zeit für Paradigmenwechsel bei der Bewilligung von Tierversuchen

Bonaduz,  14. Oktober 2009

Das Bundesgericht hat das Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts bestätigt und kommt ebenfalls zum Schluss, dass die Affenversuche an der Uni sowie der ETH Zürich zu Recht gestoppt wurden. Die Beschwerden der Hochschulen wurden somit letztinstanzlich abgewiesen. Das Bundesgericht folgt mit dieser Entscheidung konsequenterweise einem wissenschaftlichen und ethischen Weg, der sich in immer mehr Ländern schon länger abzeichnet – Tierversuche an Affen sollen ohne zu erwartenden Nutzen nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Nun ist es an der Zeit, dass auch andere Tierversuche endlich kritisch überprüft werden.

Im aktuellen Fall ging es um Affenversuche für die Entwicklung leistungsfähigerer Computer sowie um Versuche, die möglicherweise irgendwann einmal Erkenntnisse liefern würden, die vielleicht zur Verbesserung von Therapien nach Schlaganfällen führen könnten. Den Beweis jedoch, dass mit diesen Versuchen irgendwann ein konkreter medizinisch-wissenschaftlicher Nutzen ersichtlich sein könnte, wurde von den betroffenen Forschern niemals geliefert.
Die beanstandeten Affenversuche gerieten jedoch nicht nur infolge medizinisch-wissenschaftlicher Argumente in die Kritik, sondern wurden auch wegen ethischer Bedenken kritisiert. Neben der physischen Gewalt wurde insbesondere auch die Methode des Wasserentzugs (die Affen erhalten jeweils erst etwas zu trinken, wenn sie genau das machen, was die Forscher von ihnen verlangen) verurteilt.

Die ausführliche Begründung des Bundesgerichts steht zwar noch aus, aber es ist zu erwarten, dass das Bundesgericht der Begründung des vorinstanzlichen Zürcher Verwaltungsgerichts folgen wird. Dieses lehnte damals die Beschwerde der Hochschulen unter anderem aus folgenden Gründen ab:
  • Die Tierversuchsexperimentatoren hatten für die Zürcher Affenversuche von Anfang an kein konkretes Ziel formuliert. Es wurde quasi ins Blaue geforscht, ganz nach dem Motto: Was passiert, wenn ...
  • Auch nach jahrelanger Forschung wäre voraussichtlich nicht ansatzweise ein konkreter, praktischer Nutzen für Menschen erkennbar geworden
  • Die Methode des Wasserentzugs ist äusserst grausam und verletzt die Würde der Tiere

Auch u.v.a. Prof. Rouillers Affenversuche sind fern von jeglichem Nutzen!

Die Bewilligungsgesuche für Tierversuche müssten nach Ansicht der AG STG generell viel kritischer überprüft werden. Dass Tierversuche problemlos bewilligt werden, bei denen nicht einmal ansatzweise ein relevanter Nutzen für Menschen ersichtlich ist, ist für die AG STG ein Skandal. «Immer mehr Tierversuche ohne jeglichen ersichtlichen Nutzen werden bewilligt. Die jährliche Zunahme dieser Versuche ist bei gegen 10%. Diese Tendenz zeichnet sich nun schon seit einigen Jahren ab», so Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG. «Nun nach diesem wichtigen Urteil müssen Tierversuche endlich kritischer überprüft werden, wie z.B. die seit über 10 Jahren andauernden Affenversuche von Prof. Rouiller an der Universität Freiburg, die ebenfalls fern von jeglichem Nutzen sind.»
(Beispiele der Affenexperimente von Prof. Rouiller siehe unter www.agstg.ch die Medienmitteilung der AG STG vom 20.9.2009: Prof. Eric Rouiller – Opfer oder Täter?)

Im Falle Prof. Rouillers kommt sogar noch ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt zum Tragen. Prof. Rouiller ist Mitglied des Tierversuchskomitees des Kantons Freiburg. Somit kann er sich seine Versuche selbst bewilligen. Zusätzlich ist er auch noch Mitglied des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds für medizinische Forschung, der die Forschungsgelder verteilt. Somit ist er auch daran beteiligt, dass ihm für seine Projekte bereits mehrere Millionen Forschungsgelder zugeteilt wurden. Sind da Unabhängigkeit und Kontrolle wirklich gewährleistet?

Die Schweiz soll führende Forschungsnation werden!
Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, kurz AG STG, fordert seit Langem eine obligatorische Registrierung und Publikation sowie eine wissenschaftliche Auswertung und Beurteilung aller durchgeführten Tierversuche. Dazu müssen alle Tierversuche in einer zentralen, öffentlichen Datenbank erfasst werden.
Zudem fordert die AG STG die massiv bessere Förderung und Anwendung von geeigneten innovativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden. Nur mit diesen Forschungsmethoden können mehr Sicherheit wie auch bessere Heilungschancen für Patienten erreicht werden. Die AG STG setzt sich für echten medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt ein und ist deshalb für die Abschaffung aller Tierversuche. Ebenfalls sieht die AG STG dadurch eine grosse Chance für die Schweiz, auch in Zukunft zu den innovativen und führenden Forschungsstandorten der Welt zu zählen.

Die AG STG bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Unterstützern der Kampagne «Affenversuche abschaffen!» sowie bei allen Organisationen und Personen, die sich aktiv für die Versuchsaffen einsetzen.

Wissenschaftliche Abhandlung «Tierversuche aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht»:
http://www.agstg.ch/downloads/flyer/agstg-prospekt_tierversuche-aus-medizinisch-wissenschaftlicher-sicht_de.pdf

Weitere Informationen über die AG STG sowie über Tierversuche:
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Neues

Neue AG STG - Protestkarte

AG STG Protestkarte ans EDI: Keine Tierversuche für («Botox»-)Kosmetika!
Keine Tierversuche für («Botox»-)Kosmetika!
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Neue AG STG - Aufkleber

AG STG Aufkleber: Neue Aufkleber
Es gibt einige neue Aufkleber gegen Tierversuche.
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«TV-Tipp! (Sendung im Archiv ansehen)

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AG STG - Das neue Albatros ist erschienen
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Wussten Sie, dass ...?
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